Watching the Watchdogs. Medienjournalismus in den USA


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entwicklung des Medienjournalismus in den USA
2.1 Definition und Aufgaben des Medienjournalismus
2.2 Entstehungshintergründe
2.3 Historische Entwicklung
2.4 Beständige medienjournalistische Themenfelder

3 Medienjournalistische Akteure
3.1 Inside the Media Industry - Interne Media-Watchdogs
3.1.1 Medienjournalismus in den Medien
3.1.2 Journalism Reviews
3.2 Outside the Media Indutry - Externe Media-Watchdogs
3.2.1 News Councils
3.2.2 Private Organisationen
3.2.2.1 AIM als einflussreichster konservativer Media-Watchdog
3.2.2.2 FAIR als größte liberale Organisation
3.2.2.3 Mediachannel als neutraler Beobachter

4 Bedeutung des Medienjournalismus
4.1 Legitimation und Notwendigkeit
4.2 Kritik und Probleme

5 Fazit

Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Medienjournalistische Akteure

Abbildung 2: Medienjournalismus als fünfte Gewalt

Abbildung 3: Zyklen im Medienjournalismus (seit 1945)

1 Einleitung

Die Medien sind in einer Demokratie wichtiger, als sie gemeinhin wahrhaben wollen. Als vierte Gewalt überwachen und kritisieren sie die drei Gewalten Legislative, Exekutive und Judikative und prägen zunehmend den öffentlichen Diskurs über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Doch wie ist es eigentlich um die Kontrolle der Kontrolleure bestellt? Da in Demokratien die Pressefreiheit eines der höchsten Güter ist, verfügen weder Staat noch Bürger über wirksame Kontrollinstanzen und Sanktionsmöglichkeiten gegenüber den Medien. Folglich sind andere Mechanismen notwendig, um journalistische Qualität zu prüfen und zu sichern. Als einer der gangbarsten Wege gilt hierbei die kritische Selbstbeobachtung der Branche in Form von Medienjournalismus.

In den USA hat Medienjournalismus - also Journalismus, der über Medienthemen berichtet - eine lange Tradition. In seiner Vielfältigkeit und Bedeutung gilt er für andere Demokratien als beispielhaft. Nach einem ersten Boom in den späten Sechzigern erlebt Medienjournalismus seit den neunziger Jahren einen „zweiten Frühling“1. Ausschlaggebend dafür sind die Konzentrationsbewegungen im Mediensektor, das Aufkommen des Internet sowie eine gestiegene öffentliche Aufmerksamkeit für die Medien. Es entstanden unzählige und vielfältige Foren der Medienkritik in Tageszeitungen, Stadtmagazinen und Online-Medien. Darüber hinaus kontrollieren und kommentieren dutzende private Organisationen ökonomische und journalistische Entwicklungen der Medienbranche. Medienjournalismus gilt inzwischen als eine Art „fünfte Gewalt“, die den Journalismus als vierte Gewalt kontrolliert (Abb.1). Doch haftet einem zweiten Frühling rein semantisch immer etwas „rührend Vergebliches“2 an. Susanne Fengler spricht in Ihrer Dissertation zum Medienjournalismus in den USA in diesem Zusammenhang von einem „letzten Aufbäumen gegen den unvermeidlichen Lauf der Dinge“3. Dabei meint sie zum einen den Kampf gegen die längst eingetretene Werteverschiebung im seriösen Journalismus, zum anderen die wachsende Macht der Medienproduzenten im sich konzentrierendem Medienmarkt.

Diese Ambivalenz zwischen enormer Bedeutung und vermeintlicher Wirkungslosigkeit des Medienjournalismus wird in der vorliegenden Arbeit untersucht. Ziel ist eine umfassende Darstellung sowie kritische Betrachtung medienjournalistischer Aktivitäten in den USA. Dabei werden drei Schwerpunkte gesetzt. Zuerst soll geklärt werden, wie sich Medienjournalismus in den USA entwickelt hat und mit welchen Themenfeldern er sich beschäftigt. Dabei wird das Phänomen in den Kontext des US-amerikanischen Mediensystems eingeordnet. Zweitens werden Arbeitsweisen und Interessen der aktuellen medienjournalistischen Akteure beleuchtet. Dies bildet die Ausgangsbasis für eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Drittens wird anhand von positiven und negativen Aspekten des Medienjournalismus der Frage nach Wirkung und Wirkungslosigkeit medienjournalistischer Aktivitäten nachgegangen. Abschließend soll die Frage geklärt werden, inwiefern Medienjournalismus seine ihm zugeschriebene Rolle als „fünfte Gewalt“ erfüllen kann oder ob ihm doch eher etwas „rührend Vergebliches“ anhaftet.

2 Entwicklung des Medienjournalismus in den USA

2.1 Definition und Aufgaben des Medienjournalismus

Unter Medienjournalismus versteht man „jedes journalistische Produkt, das Medien oder die betreffenden Sachverhalte, Ereignisse etc. thematisiert und sich dabei einerseits an ein Fachpublikum und andererseits an ein Nicht-Fachpublikum wendet“.4 Der Begriff bezeichnet jegliche Berichterstattung von Journalisten über ihre eigene Branche und schließt auch die in den Massenmedien geäußerte Medienkritik mit ein.

Im Wesentlichen erfüllt Medienjournalismus zwei Aufgaben. Zum einen soll er den stetig wachsenden und unübersichtlicher werdenden Mediensektor verständlich bzw. zumindest überschaubar machen, zum anderen dient er durch die Überprüfung der Einhaltung von journalistischen Normen zur publizistischen Qualitätssicherung. Eine strukturierte und kontinuierliche Berichterstattung über die Medien soll es vor allem dem Mediennutzer ermöglichen, Entwicklungen einzuordnen und diese kritisch zu hinterfragen. Aufgrund des enormen Wachstums des Mediensektors gewinnt dieser Aspekt auch für Journalisten und deren Orientierung in der eigenen Branche zunehmend an Bedeutung. Ausschlaggebend im Medienjournalismus sind die Selbstreflexion journalistischen Handelns und der Beitrag zur journalistischen Selbstkontrolle. Entscheidend ist die Abgrenzung zur Medien-PR, die die unreflektierte Selbstdarstellung von Medienunternehmen in ihren eigenen Produkten beinhaltet.5

Medienjournalismus erfolgt in den USA zum einen durch die Branche selbst in Form von Artikeln oder Kolumnen in Zeitungen und Magazinen oder Radio- bzw. Fernsehsendungen zu Medienthemen. Zum anderen existieren unzählige externe Organisationen, die sich die kritische Prüfung der Medieninhalte zur Aufgabe gemacht haben und sich als „Kontrolleure der Macht, gefiltert durch die Medien“6 verstehen (Abb.2).

2.2 Entstehungshintergründe

Medienjournalismus in seiner jetzigen Form hat sich in den USA vor allem in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren entwickelt. Mit dem Aufkommen des Internets und den Fusionswellen in der amerikanischen Medienwirtschaft erlebte er in den neunziger Jahren eine zweite Boomphase. Grundlegend für die Entwicklung der Aktivitäten ist vor allem das wachsende Interesse der Öffentlichkeit für die Medien und eine zunehmend kritischere Betrachtung ihrer Autorität.7 Als vierte Gewalt kontrollieren und kritisieren die Medien - auch „Watchdogs“ genannt - die drei Gewalten Legislative, Exekutive und Judikative und prägen zunehmend die öffentliche Meinungsbildung.8 Schon Niklas Luhmann konstatierte, das alles, was wir heute wissen, wir aus den Massenmedien wissen.9 Deshalb spielt die Berichterstattung über Journalismus in einer Demokratie bei der publizistischen Qualitäts- und Vielfaltssicherung eine zentrale Rolle. Die Akteure im Medienjournalismus, sog. „Media-Watchdogs“10, stellen so etwas wie eine fünfte Gewalt dar, die die vierte Gewalt kontrolliert (Abb.1). Treffend formuliert ist dies im Motto des New Yorker Online-Media-Watchdogs Mediachannel.org: „As the media watch the world, we watch the media“11.

Ein weiterer entscheidender Aspekt für die Entwicklung von Medienjournalismus ist der Vertrauensverlust der Öffentlichkeit in die Medien. Eine Studie der American Society of Newspaper Editors ergab: „All the public opinon shows that 2/3 to 3/4 of those surveyed say that they have a high level of distrust for what they see, read and hear in the press”.12 Als Grund dafür wird die zunehmende Boulevardisierung aufgrund verschärften publizistischen Wettbewerbs angesehen. Um Aufmerksamkeit zu erlangen, setzen Medienmacher auf Trivialisierung, Sensationalismus, Emotionalisierung, Infotainment, Star-Kult oder den Einsatz fragwürdiger journalistischer Praktiken (bspw. das Eindringen in die Privatsphäre). Durch Medienjournalismus und das Transparentmachen interner Vorgänge und eigenen Fehlverhaltens wollen vor allem jene Medien, die auf Qualität und ethische Standards Wert legen, „Glaubwürdigkeit als Imagedimension und Wirkungsfilter“13 zurückgewinnen.

Vor allem bei der Entstehung der unzähligen externen Media-Watchdogs spielt nicht zuletzt die Forderung der amerikanischen Öffentlichkeit nach Kontrolle der Medien eine entscheidende Rolle. Eine Umfrage des Centers for Media and Public Affairs (CPMA) im Jahr 1997 ergab, dass 52 Prozent der Amerikaner der Ansicht sind, dass die Medien ihre First-Amendment- Freiheiten14 missbrauchen.15 Zwei Drittel sprachen sich für den Einsatz von Institutionen aus, die kontrollierend und sanktionieren auf Medieninhalte einwirken sollen. Von staatlicher Seite gibt es in den USA jedoch keinerlei regulierende Instanzen und Sanktionsmöglichkeiten. „Freedom of the press in the United States belongs to the person who owns the press. (...) The media owners decide what the news values will be”.16 Das Fehlen von Medieninhalte betreffenden Gesetzen sowie formalen Vorschriften macht folglich eine Kommunikation über journalistische Leistungen notwendig, die nur durch Medienjournalismus erfolgen kann. Zudem besteht bei den Journalisten das weit verbreitete Interesse an der auf Unabhängigkeit gestützten Berufsrolle. „Freedom of the Press“ gilt als absolut unangreifbares Gut in der amerikanischen Demokratie und wäre unvereinbar mit staatlichen Kontrollinstanzen. Medienjournalismus ist jedoch nicht zuletzt ein Mittel durch Selbstreflexion und Selbstkontrolle potentiellen Sanktionen vorzubeugen. Darüber hinaus stellt Susanne Fengler fest, dass „offenbar […] nur Medienjournalisten als Berufskollegen eine Chance [haben, N.R.], als Kontrollinstanzen von den Journalisten akzeptiert zu werden“.17

2.3 Historische Entwicklung

Während die deutschen Medien erst in den achtziger Jahren damit begannen, sich mit Missständen im Journalismus auseinanderzusetzen, hat Medienjournalismus in den USA eine lange Tradition. Vor allem die frühen Medienkritiker des zwanzigsten Jahrhunderts - Will Irwin, Walter Lippmann, Upton Sinclair, A.J. Liebling oder George Seldes - setzten die Standards für ihre späteren Nachfolger. Sie waren Einzelkämpfer, Muckracker, die in ihren Artikeln, Büchern oder Magazinen vor allem die Prostitution der Medien im Namen des „big business“ sowie die Vermassung des Medienpublikums kritisierten18. Als eine der frühen Einzelinitiativen im Media-Monitoring forderte die Hutchins-Kommission19 schon 1947 die Gründung eines nationalen Presserates sowie mehr gegenseitige Selbstkritik aufgrund der gesellschaftlichen Verantwortlichkeit der Presse - „a plea that fell on deaf ears for many years“.20

Ein systematischer und institutionalisierter Medienjournalismus entwickelte sich erst Mitte der sechziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. In einer Phase des gesellschaftlichen, sozialen und politischen Umbruchs erfasste die Vertrauenskrise zwischen Bürgern und Institutionen auch die Medien. Gründe dafür waren vor allem das gestiegene Ausbildungsniveau und der durch die 68er-Bewegung hervorgerufene „cult of disbelief“21. Zudem verschlechterte sich unter Präsident Nixon das Verhältnis zwischen Presse und Regierung dramatisch. Nixon erkannte die „Macht der Medien über das Wissen der Nation“22 und versuchte, ihren Handlungsspielraum drastisch einzuschränken23. Zur Machtprobe zwischen Nixon und den Medien - mit positivem Ausgang für die Presse - wurde der Abdruck der Pentagon Papers in der New York Times. Diese enthielten für die Regierung peinliche Informationen über ihr Versagen und ihre Vertuschungen während des Vietnam-Krieges. Parallel zur latenten Gefahr der staatlichen Beschränkung der Pressefreiheit sowie aufgrund der Vertrauenskrise der Bevölkerung entwickelte sich in den Sechzigern eine Vielfalt selbstregulativer Mechanismen in den amerikanischen Medien: Ombudsleute, Pressekritiker, alternative Medien, Fachzeitschriften, News Councils usw.. Ferner entstanden private Media-Watchdog- Organisationen, zu deren bekanntesten heute Accuracy in Media (AIM) und Fairness and Accuracy in Reporting (FAIR) gehören. Der Watergate-Skandal, eine Spionage-Affäre, in die der Präsident verwickelt war und die durch die zwei Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein aufgedeckt wurde, beendete die Ära Nixon und führte zeitweilig zu einem hohen Vertrauen der Bevölkerung in den Journalismus. Dieses öffentliche Wohlwollen sowie eine zufrieden stellende wirtschaftliche Situation der Medien ließ die Welle medienjournalistischer Aktivitäten in den achtziger Jahren abebben. Die Gefahr von Repressionen schien gebannt und die Glaubwürdigkeit zurückgewonnen.

Die neunziger Jahre standen jedoch im Zeichen eines zweiten Booms des Medienjournalismus. Gründe dafür sind das Aufkommen des Internets, die Fusionswellen im Mediensektor24 sowie eine erneute massive Vertrauenskrise gegenüber den Medien aufgrund von Boulevardisierungstendenzen (siehe 2.2). Die Berichterstattung über führende Massenmedien wurde massiv ausgeweitet. Fälle von Plagiaten, erfundenen Stories oder Insider-Geschäfte von Journalisten wurden z.T. von den betroffenen Medien selbst aufgedeckt. Als Meilenstein im US-amerikanischen Medienjournalismus der neunzige Jahre gilt die Berichterstattung über die sog. Staples-Affäre. Die renommierte Zeitung Los Angeles Times hatte mit den Betreibern des neu erbauten Staples-Sportzentrums vereinbart, die Gewinne aus den Anzeigenerlösen für ein Sonderheft zur Eröffnung zu teilen. Nach Bekannt werden des Falls reagierte die Zeitung umgehend mit einer 16-seitigen Reportage ihres Medienjournalisten David Shaw, der die Vorgänge detailliert beschrieb und sein eigenes Haus massiv kritisierte.25 Medienjournalismus wurde in den neunziger Jahren als Fachjournalismus in vielen Medien als eigenständiges Ressort verankert. Zudem entstand eine Vielzahl medienjournalistischer Online-Foren oder Angebote wie das Magazin Brill ´ s Content26 , das sich an ein breites Publikum ohne jegliches Vorwissen richtete. Daneben gibt es nationale und regionale Medien-Talk-Shows im Fernsehen sowie Medien-Radiosendungen. Durch den Medienjournalismus ist die vierte Gewalt in den USA in den Neunzigern auch noch zu einer fünften Gewalt avanciert27.

Zusammenfassend betrachtet hat Medienjournalismus in der amerikanischen Mediengeschichte konjunkturelle Zyklen durchlaufen (Abb. 3). Die Phasen intensiver medienjournalistischer Aktivitäten gehen immer einher mit dem Aufkommen neuer Technologien, veränderten medienwirtschaftlichen Produktionsbedingungen oder massiven Angriffen von Teilen der Öffentlichkeit oder seitens des Staates auf die Freiheit der Presse. Medienkritik konzentriert sich dabei meist auf das jüngste Medium (in den 1920ern das Radio, in den 1960ern das Fernsehen, in den 1990ern das Internet), da es bei den etablierten Medien „Ängste bezüglich möglicher wirtschaftlicher Einbußen auslöst“.28 Die beschriebenen Entwicklungen betreffen insbesondere die Printmedien sowie die ihnen verwandten Online-Medien. Ein Mangel an Medienkritik ist im Bereich des Fernsehens zu verzeichnen. Inzwischen steht im Medienjournalismus vor allem das Werben um das Vertrauen der Mediennutzer im Vordergrund. Dies unterscheidet den gegenwärtigen zweiten Frühling des Medienjournalismus von seinem Vorläufer in den Sechzigern und Siebzigern, als staatliche Eingriffe in die Pressefreiheit Auslöser des Booms waren. Susanne Fengler stellt fest:

„In den neunziger Jahren gehört es längst zum guten Ton in den meisten Massenmedien, sich kritisch mit der eigenen Medienorganisation und fremden Medienhäusern zu beschäftigen. Medienjournalisten beginnen sogar, sich kritisch mit anderen Medienjournalisten zu befassen.“29

Medienunternehmen wollen sich der Öffentlichkeit sowie innerhalb der Branche durch Kritik und Selbstkritik als verantwortungsbewusste Akteure präsentieren und positionieren, um dem Verlust von Rezipienten und Anzeigenkunden vorzubeugen. Mittelbar geht es also um Glaubwürdigkeit, unmittelbar ums Geld.

2.4 Beständige medienjournalistische Themenfelder

Trotz einer sich stetig wandelnden Medienumwelt sind in den Phasen des amerikanischen Medienjournalismus immer wiederkehrende Kritikpunkte zu beobachten:30

1. Sensationalisierung, Trivialisierung, Persönlichkeitsorientierung von Medieninhalten
2. Eindringen der Reporter in die Privatsphäre von Personen
3. Oligopolistische Eigentümerstruktur der Medienindustrie
4. Abstimmung der Medieninhalte auf die Wünsche und Bedürfnisse der Werbekunden
5. Kritik an arbeitnehmer- bzw. gewerkschaftsfeindlicher Haltung der Medieneigentümer
6. Kritik an der Dominanz der Nachrichtenagenturen in Bezug auf das Agenda-Setting

Insbesondere Punkt eins und drei sind auch am Ende des zwanzigsten Jahrhunderts die wichtigsten Themen medienjournalistischer Produkte. Anhand von Fällen wie Lady Diana oder der Lewinsky-Affäre wird erneut bzw. weiterhin intensiv über Trivialisierung, Persönlichkeitskult oder den abnehmenden Respekt vor der Privatsphäre (vor allem im politischen Bereich) diskutiert31. Punkt drei bleibt angesichts der in jüngster Zeit zahlreich erfolgten Großfusionen und der Konzentrationswelle im Medienbereich von aktueller Bedeutung und ist vor allem Kritikpunkt externer Beobachter.

[...]


1 Fengler (2002b), S. 12.

2 Susanne Fengler erläutert dies mit dem Beispiel eines älteren Menschen, der überraschend aufblüht, weil er unerwartet noch mal sein Herz verschenkt. vgl. ebd.

3 ebd.

4 Fengler (2002b), S. 12 in Anlehnung an eine Definition von Krüger und Müller-Sachse (1997), S. 2 ff.

5 vgl: http://www.medienjournalismus.de/html/begriff.htm (24.04.2003).

6 Lande (2001), S. 49.

7 vgl. ebd.

8 vgl. Ruß-Mohl (2000), S. 252.

9 vgl. Luhmann (1996), S. 9.

10 Der Begriff „Media-Watchdogs“ (deutsch „Medien-Wachhunde“) wird in dieser Arbeit für alle Personen und Institutionen verwendet, die Medienjournalismus betreiben. Der Terminus „Watchdogs“ wird synonym zu „Medien“ allgemein verwendet.

11 Lande (2001), S.49.

12 ebd.

13 Fengler (2002b), S. 80 zitiert nach Bentele (1988), S. 421.

14 Das First Amendment, verankert in der Bill of Rights von 1791, in Verbindung mit dem 14. Amendment von 1868, sichert in den USA die Freiheit der Berichterstattung. Dies schließt Presse- Meinungs-, Versammlungs- und Petitionsfreiheit sowie ferner Rechte wie Informations-, Rundfunk-, Kunst- und Filmfreiheit und das Recht auf Zutritt zu Strafprozessen ein. Das First Amendment verbietet Eingriffe des Gesetzgebers in die Pressefreiheit, um die Grundlagen der Meinungsbildung vor einer Kontrolle durch die Regierung zu schützen.

15 ebd., S. 86.

16 Whitehouse (o.J.), http://usinfo.state.gov/journals/itgic/0401/ijge/gj05.htm (24.04.2003).

17 Fengler (2002b), S. 70.

18 vgl.: Goldstein (2001), http://www.cjr.org/year/01/06/goldsteinpresscrit.asp (20.07.2003); Fengler (2002b), S. 152.

19 Die Hutchins-Kommission war eine unabhängige Komission zur Untersuchung der Lage der US-Medien angeregt von TIME Herausgeber Henry Luce.

20 Goldstein (2001), http://www.cjr.org/year/01/06/goldsteinpresscrit.asp (20.07.2003).

21 Fengler (2002b), S. 156

22 ebd. S. 157.

23 Massive Eingriffe der Regierung in die Pressefreiheit erfolgten u.a. durch Beschlagnahmung von Notizen oder Ermittlungen des FBI gegen unliebsame Reporter.

24 Zum Beispiel AOL mit Time Warner oder Viacom und das Fernsehnetzwerk CBS.

25 Fengler (2002a), S. 67.

26 Brills Content war eine Publikumszeitschrift, die Fachdiskussionen zu Medienthemen für die breite Öffentlichkeit zugänglich machen wollte. Die in der Literatur meist hoch gelobte Zeitschrift wurde nach 3 Jahren und 4 Monaten im Oktober 2001 angeblich aufgrund unüberbrückbarer Gegensätze zwischen dem Gründer Steve Brill und dem Verleger Primedia eingestellt.

27 Vgl. Fengler (2002b), S. 193 zitiert nach Hartl (1994), S. 81; vgl. Ruß-Mohl (2000), S. 252.

28 Fengler (2002b), S.212.

29 ebd., S. 209.

30 ebd., S. 212, zitiert nach Rubin (1975) zit in Altschull (1990), S. 279ff. Rubin fasst diese Themen für die Ära der Medienkritik von 1859 bis 1963 zusammen. Die Liste hat bis heute jedoch nicht an Gültigkeit verloren.

31 Tendenzen, die nicht nur in den USA, sondern auch in Deutschland vielfältig zu beobachten sind - zuletzt anhand der Berichterstattung über Oliver Kahn, Jürgen Möllemann oder Michel Friedmann.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Watching the Watchdogs. Medienjournalismus in den USA
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Veranstaltung
Das Mediensystem der USA
Note
1,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
28
Katalognummer
V28299
ISBN (eBook)
9783638301213
Dateigröße
561 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Watching, Watchdogs, Medienjournalismus, Mediensystem
Arbeit zitieren
Nicole Ruhl (Autor), 2003, Watching the Watchdogs. Medienjournalismus in den USA, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28299

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