Badminton. Spielaufbau, Regeln und technische Bewegungsabläufe bei Überhand- und Überkopfschlägen mit der Vorhand


Projektarbeit, 2012

24 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Badminton das Spiel
1.1 Spielaufbau
1.2 Regelkunde
1.3 Ausgangsposition
1.3.1 Grundstellung
1.3.2 Schlägerhaltung

2. Überkopf -und Überhandschläge mit der Vorhand
2.1 Der Überkopf-Clear
2.1.1 Bewegungsausführung
2.2 Der Überkopf-Drop
2.2.1 Bewegungsausführung
2.3 Der Überkopf-Smash
2.3.1 Bewegungsausführung

3. Lauftechnik und Beinarbeit bei den Überkopf -und Überhandschlägen
3.1 Phasen der Bewegung
3.2 Rolle der zentralen Ausgangsposition
3.3 Arten der Beinarbeit/Lauftechnik
3.3.1 Beinarbeit/Lauftechnik im Zentrum der Spielfeldhälfte
3.3.2 Beinarbeit/Lauftechnik in Richtung des Federballes
3.3.3 Beinarbeit/Lauftechnik in der Schlagphase
3.3.4 Der Ausfallschritt
3.3.5 Beinarbeit/Lauftechnik bei der Rückkehr ins Zentrum

4. Fazit

1. Badminton das Spiel

Badminton ist ein wettkampforientiertes Rückschlagspiel, dass mit seinen 210.000 eingetragenen Mitgliedern zu einen der beliebtesten Rückschlagspielen in Deutschland zählt und somit zurecht als Volkssport angesehen werden kann2. Die Ausübung der Sportart erfolgt vorwiegend in Vereinen, wobei die Freizeitorientierte Form des Badmintons, das sogenannte „Federballspielen“ von etwa 10 Millionen Deutschen betrieben wird.

(vgl. Fabig, Olinski, Sklorz, S.9 2003).

Die Wurzeln des Badmintonspiels findet man im asiatischen und südamerikanischen Kulturkreis, wo es zum ersten Male im 17. Jahrhundert praktiziert wurde. Von dort wurde es von britischen Kolonialisten mit nach Europa gebracht. Der Duke of Beaufort war einer der ersten Europäer, der das Spiel auf seinem Landsitz ,,Bandminton House“ praktizierte, woraus sich auch der bestehende Name ,,Badminton“ ergibt. Das Spiel fand seinen Weg in die Bundesrepublik Deutschland über britische Besatzungssoldaten die nach Beendigung des zweiten Weltkrieges diese Sportart als Freizeitaktivität ausübten. (vgl. Fuchs, Sologub S. 8-9 1996)

Der Deutsche Badminton-Verband wurde 1953 gegründet und gehört zu den eher jungen Verbänden im Deutschen Sportbund.

(vgl. Schwaab S. 9, 2004)

Trotz seines jungen Bestehens hat sich der DBV „auf einen Mittelplatz in der Rangliste der rund 60 Sportverbände im Deutschen Sportbund emporgearbeitet.“ (Fabig, Olinski, Sklorz, S. 9, 2003).

(vgl. Fabig, Olinski, Sklorz, S. 9, 2003)

Zu einen der bekanntesten deutschen Badmintonspieler gehört Marc Zwiebler, welcher sechsmal die deutsche Meisterschaft gewinnen konnte. Im Hinblick auf die internationale Ebene konnte er sich den 15. Platz in der Weltrangliste erkämpfen und gewann nach Wolfgang Bochow als zweiter deutscher Spieler die Goldmedaille der Individual-Europameisterschaften.

(vgl. Deutscher Badminton-Verband e.V. 2011)

1.1. Spielaufbau

Bei der Rückschlagsportart Badminton wird ein Federball mithilfe eines Schlägers abwechselnd zwischen zwei Spielern über ein Netz gespielt. Die Spielparteien können entweder aus einem Spieler (Einzel) oder aus zwei Spielern (Doppel) bestehen. Ziel des Spiels ist es einen regelgerechten Rückschlag des gegnerischen Spielers zu unterbinden. Hierfür hat der Spieler zwei Möglichkeiten. Entweder wird der Federball auf direkten Weg unerreichbar auf den Boden des gegnerischen Feldes gespielt oder solange zurück auf die andere Seite geschlagen, bis somit ein Fehler des Gegners erzwungen wird. Dies wird als der ,,indirekte Weg“ bezeichnet. Wie schon der Begriff ,,Rückschlag“ verdeutlicht, darf die Berührung des Federballs nur kurzzeitig erfolgen. Somit handelt es sich beim Badminton um ein Einkontakt-Rückschlagspiel, welches einen direkten Rückschlag aus der Luft erfordert. Darüber hinaus darf der Ball nicht den Boden berühren, da dies sonst als Fehler gewertet wird und dies einen Punkt für den Gegner bedeutet. Daraus ergibt sich, in Kombination mit der schnellen Ballgeschwindigkeit und dem präzisen anzuspielenden Spielräumen eine hohe Spielintensität, sowie Aktionsdichte.

(vgl. Hasse, Knupp, Luh S.21 2010)

Diese Spielintensität und der damit zusammenhängende Belastungsgrad fallen besonders im Vergleich zu anderen Rückschlagsportarten auf. Beispielsweise legte Boris Becker im Wimbledonfinale 1958 innerhalb von drei Stunden eine Strecke von 3,7 Kilometern zurück, während hingegen der dänische Badmintonspieler Morton Frost im Finale der Weltmeisterschaft in nur 74 Minuten, 7,3 Kilometer zurücklegte. (vgl. Schwaab S.9 2004)

Da der Federball sehr windempfindlich ist, wird der Wettkampfsport, hingegen dem freizeitlichen Federballsspiels, ausschließlich in Hallen betrieben. (vgl. Knupp S.7 1997)

Das Spielfeld ist rechteckig und durch ein Netz in zwei gleich große Spielfeldhälften geteilt. Die gesamte Spielfeldlände beträgt 13,4 Meter und die Spielfeldbreite 5,18 Meter beim Einzelspiel, bzw. 6,10 Meter beim Doppelspiel.

(vgl. Hasse, Knupp, Luh S.21 2010)

Die Aufteilung der verschiedenen Spielfeldbereiche sind 4 Zentimeter breite Linien gekennzeichnet.

(vgl. Fabig, Olinski, Sklorz, S. 123, 2003)

Das in der Spielfeldhälfte befindende Netz, hat am äußeren Spielfeldrand eine Höhe von 1,55 Meter und in der Mitte eine Höhe von 1,52 Meter. Diese Netzhöhe stellt einerseits ein echtes Hindernis dar, andererseits ist es jedoch tief genug, sodass bei hohen Balltreffpunkten aggressive abwärtsgerichtete Schläge möglich sind. Die Badmintonspieler agieren aus dem Zentrum des Spielfeldes, damit sie zu jedem Punkt des Feldes dieselbe Distanz benötigen, da sie im Vorfeld nicht wissen welcher Spielfeldbereich vom Gegner angespielt wird. Somit müssen die Spieler jederzeit in der Lage sein hohe und tiefe Balltreffpunkte vor, hinter oder neben sich, häufig auch im Sprung, erreichen zu können. Dies geschieht aufgrund der hohen Geschwindigkeit und Spielintensität, unter hohem Zeitdruck.

(vgl. Hasse, Knupp, Luh S.21 2010)

Diese Intensität ist maßgeblich vom Gewicht des Badmintonschlägers beeinflussbar. So beschleunigen leichtere Schläger den Federball besser. Jedoch muss man bei sehr leichten Wettkampfschlägern, unter 90 Gramm, an Kraft und Geschwindigkeit einbüßen. Das Gewicht ist stark abhängig von den verwendeten Materialien, welche üblicherweise Alu, Carbon und Stahl sind.

(vgl. Schwab, S.18 2004)

Der durchschnittliche Schläger wiegt zwischen 80 und 100 Gramm und hat eine maximale Schlägerrahmengröße3 von 680 Millimeter (siehe Abbildung 2: Badmintonschläger). Der Schlägerkopf darf, laut Regelwerk, eine maximale Höhe von 280 Millimetern und eine maximale Breite von 230 Millimetern nicht überschreiten.

(vgl. Hasse, Knupp, Luh S.22 2010; vgl. Knupp, S. 16-17, 1997)

Des Weiteren ist der Schlägerkopf mit Kunstsaiten oder den teueren Naturdarmsaiten besaitet. Die teurere Variante weißt jedoch ein besseres Spielverhalten auf, wodurch ein präziseres Spiel gewährleistet ist. Dieses wird zusätzlich von dünnen Saiten unterstützt. Ein weiterer Faktor, der auch das Spielverhalten maßgeblich beeinflusst, ist die härte der Bespannung. Steigt die Intensität der Härte, so steigen auch die Ballgeschwindigkeiten, jedoch auch die Sensibilität im Bezug auf ,,unsauberes Treffen“.

(vgl. Schwab, S. 19, 2004)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Badmintonschläger

(Quelle: http://www.hc-haiterbach.de/Badminton/regel_img_3.jpg)

Mittelpunkt des Badmintonspiels ist der, zwischen 4,74 und 5,50 Gramm wiegende, Federball. Der Federball wird entweder aus natürlichen oder synthetischen Materialien hergestellt. Vorzugsweise werden bei Wettkämpfen Naturfederbälle mit einem 25 bis 28 Millimeter breiten und abgerundeten Korkfuß verwendet. Bei diesen Bällen wird der Korkfuß mit einer dünnen Lederschicht überzogen. Im Korkfuß müssen 16 Federn befestigt sein, die in der Naturfedervariante aus Enten- und Gänsefedern bestehen (siehe Abbildung 3). Diese Federn können eine Länge zwischen 64 bis 70 Millimeter betragen. Wichtig hierbei ist jedoch, dass sie in jedem einzelnen Federball gleich lang sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Naturfederball

(Quelle: http://www.sportabteilung.de/artikelbilder/naturfederball_badmintonball_4_l.jpg)

Die Schnelligkeit eines Naturfederballes ist durch Zahlen gekennzeichnet. Hierbei nimmt mit steigender Zahl auch die Schnelligkeit des Balles zu. Bei der qualitativ minderwertigeren, synthetischen Ausführung wird die Geschwindigkeit mittels Farben angezeigt. Dabei steht die Farbe Rot für einen schnellen und die Farbe Grün für einen langsamen Ball, Blau nimmt die Position in der Mitte ein.

(vgl. Knupp, S. 12-13, 1997; vgl. Schwab, S. 19-20, 2004)

Aufgrund dieser Beschaffenheiten weißt der Federball besondere Flugeigenschaften auf. Bei harten Schlägen zieht sich der 58 bis 68 Millimeter breite Federkranz in der ersten Flugphase zusammen und öffnet sich wieder in der weiteren Flugphase. Dies führt zu einem Effekt, den man mit dem Öffnen eines Fallschirmes vergleichen kann. Beim öffnen des Federkranzes in der Endflugphase nimmt die Fluggeschwindigkeit stark ab, sodass es durch dieses abrupte Abbremsen zu einer steil, abfallenden Flugkurve kommt. (vgl. Hasse, Knupp, Luh S.22 2010; vgl. Knupp, S. 13, 1997)

1.2 Regelkunde

Vor Beginn des Badmintonspiels wird zwischen den beiden Parteien ausgelost, welcher Spieler, bzw. welches Team die Wahl hat. Der Losgewinner wählt zwischen folgenden zwei Möglichkeiten: Entweder entscheidet er sich für den ersten Auf- oder ersten Rückschlag, oder wählt die Spielfeldseite, auf der er das Spiel beginnen möchte. Der Verlierer der Losung entscheidet über die verbleibenden Möglichkeiten. Im Regelfall spielen die beiden gegnerischen Parteien so lange bis ein Spieler, bzw. ein Team zwei Sätze gewonnen hat, das sogenannte ,,Best-of-three“. Der Gewinner eines Satzes hat im darauffolgenden Satz Aufschlagsrecht. Beim Herreneinzel und -doppel gilt ein Satz als gewonnen, wenn eine Partei 15 Punkte erzielen konnte. Punkte können jedoch nur von der aufspielenden Partei erzielt werden. Bei dem Dameneinzel, -doppel sowie dem gemischten Doppel werden die Sätze bis elf Punkte ausgetragen.

Der Aufschlag wird entweder vom rechten oder linken Aufschlagsfeld ausgeführt. Dies ist abhängig vom eigenen Punktestand. Bei einer geraden Punktezahl wird aus dem rechten Aufschlagsfeld aufgeschlagen, bei ungeraden gilt das linke Feld, als aufschlagende Position. Hierbei wird der Aufschlag so ausgeführt, dass der Federball ins diagonal liegende Aufschlagsfeld landet, in welchem sich die gegnerische Partei positioniert. Kommt es in einem Satz bei den Herren zu einem Stand von 14:14 und bei den Damen zu einem 10:10, hat die Partei, die zuerst den Punktestand von 14, bzw. 10 erreicht, das Recht den Satz zu verlängern. Dies nennt man ,,setzen“. Kommt es zu einer solchen Verlängerung so wird um weitere drei Punkte gespielt. Wichtig hierbei ist, dass ein Setzen nur beim ersten Punktegleichstand erfolgen darf.

(vgl. Fabig, Olinski, Sklorz, S. 124-126, 2003; vgl. Knupp, S.20-21, 1997)

Eine Partei erzielt einen Punkt, wenn sie einerseits es schafft den Federball innerhalb der gegnerischen Spielfeldhälfte so zu platzieren, dass der Ball den Boden berührt oder die gegnerische Partei zwingt einen nicht-regelkonformen Rückschlag zu tätigen. Dies ist der Fall, wenn der Rückschlag des Gegners außerhalb des Spielfeldes landet, dem sogenannten ,,Aus“ oder der Gegner nicht in der Lage ist, den Federball über das Netz hinweg zu spielen. Befindet sich eine Partei in der aufschlaggebenden Postion, so führt jeder Fehler des gegnerischen Teams zu einem Punktegewinn. Begeht der Aufschlaggeber einen Fehler, so wechselt lediglich das Aufschlagsrecht. Laut dem Regelwerk erfolgt ein Fehler, wenn der Federball außerhalb der Begrenzungslinien des Spielfeldes landet oder das Netz nicht überfliegt, bzw. darin hängen bleibt oder es unterfliegt. Des Weiteren wird als Fehler angesehen, wenn der im Spiel befindliche Ball in Kontakt mit dem Spieler selbst sowie dessen Kleidung kommt oder die Decke, beziehungsweise Seitenwände berührt. Außerdem dürfen die Parteien weder das Netz mit dem Schläger, noch mit dem Körper berühren oder darüber hinweg in das gegnerische Feld eindringen. Alle diese Tätigkeiten werden als Fehler gewertet. (vgl. Knupp, S. 36, 1997)

[...]


2 Quelle: Deutscher Badminton-Verband stand 2011

3 Schlägerrahmen: ,,Der Schlägerrahmen besteht insgesamt aus den Teilen Schlägerkopf, Schlägerhals, Schaft und Griff.“ S. Abb. 2: Badmintonschläger

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Badminton. Spielaufbau, Regeln und technische Bewegungsabläufe bei Überhand- und Überkopfschlägen mit der Vorhand
Hochschule
Macromedia Fachhochschule der Medien Köln
Veranstaltung
Sportwissenschaftliche Disziplinen
Note
1,0
Autoren
Jahr
2012
Seiten
24
Katalognummer
V283071
ISBN (eBook)
9783656827603
ISBN (Buch)
9783656828549
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Badminton, Biomechanik, Sportwissenschaft, Bewegungsabläufe, Technik, Sport, Beinarbeit, Schlagtechnik
Arbeit zitieren
Tobias Weiler (Autor)Jules Lalande (Autor), 2012, Badminton. Spielaufbau, Regeln und technische Bewegungsabläufe bei Überhand- und Überkopfschlägen mit der Vorhand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283071

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