Natur und Design


Seminararbeit, 2002
20 Seiten, Note: sehr gut

Leseprobe

INHALT

1. VORWORT

2. EINLEITUNG

3. NATUR IM DESIGN
3.1. Geschichtlicher Überblick
3.1.1 Antike.
3.1.2. Mittelalter
3.1.3. Renaissance.
3.1.4. Barock & Rokoko
3.1.5. Industrielle Revolution
3.1.6. Jugendstil
3.1.6.1. Exkurs
3.1.7. Die Moderne
3.2. Natur im Design
3.3. Bionik - Natur als Vorbild
3.3.1. Einige Beispiele zur Illustration

4. ÖKODESIGN - ETHISCHE FRAGE DES DESIGNS
4.1. Nature Sells - Ökoschwindel

5. RESÜMEE

6. LITERATURVERZEICHNIS

7. ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. Vorwort

Natur und Design, ein Thema welches die Menschheit schon seit der Antike beschäftigt.

Design, das Gestalten unserer Umwelt, ist ein stets immanenter Aspekt unseres Lebens. Wie stark die Natur, oder das in uns verhaftete Abbild der Natur, Designer inspiriert, ist eine interessante Frage der es sich nachzugehen lohnt. Zuerst ein kurzer Blick durch die Geschichte des Designs und deren Abhängigkeit von der Natur. Nachfolgend der neue Trend der Produktgestaltung, ausgehend von der Wissenschaft der Bionik die daraus resultierende Form des Designs, das Öko-Design, Grundsätze, Möglichkeiten und Probleme.

Die Frage nach der Natur im Design und die Frage nach der Rückbesinnung des Designs zur Natur ist jene, mit der sich verantwortliche Designer und deren Auftraggeber auseinandersetzen müssen, und genau diese Frage beschäftigt auch mich.

Die nachfolgende Arbeit ist ein Versuch die verschiedenen Aspekte des Designs in Bezug zur Natur kurz zu beleuchten. Der Umfang dieser Arbeit erlaubte es mir nicht all die offenen Fragen zu beantworten. Somit müssen viele angesprochene Aspekte als Fragment verbleiben.

2. Einleitung

Die Begriffe Natur und Design sind weitreichende, d.h. schwer eingrenzbare Begriffe. Wenn man nun beide kombiniert, dann erscheint ein unendliches Feld das zu bearbeiten wäre. Ein Feld, das man schwer abstecken kann, und das mit jeder neuen Auseinandersetzung mehr an Raum gewinnt.

Kann man die Begriffe Natur und Design überhaupt trennen?

Zum Begriff Natur eine kurze Definition aus dem Lexikon:

Natur: 1. jener Teil der Welt, dessen Entstehung und Existenz unabhängig ist vom Eingriff des Menschen, Gegenbegriff zur Kultur.

Die Stellung des Menschen in der Natur ist zwiespältig, da er ihr einerseits angehört, sie andererseits aber zu verstehen und beherrschen sucht.

2. im ursprünglichen Zustand Belassenes.

3. Veranlagung.

Diese Definition fand ich im Multimedia-Lexikon für Natur. Das Problem wird hier schon deutlich angesprochen. Der Mensch als Teil der Natur, der diese durch die Kultur beherrschen will.

Zum Begriff Design, ebenfalls aus dem Multimedia-Lexikon, ein etwas eingeschränkter Design-Begriff.

Design: Entwurf, Entwurfzeichnung, Gestaitgebung und die so erzielter Form und Farbgestaltung eines Gebrauchsgegenstandes. Mit Design bezeichnet man besonders die zweckmäßige, funktional schöne Formgebung industrieller Produkte (Industriedesign), Gestaltung, Bearbeitung von Fotografien oder Mode (Modedesign).

3. Natur im Design

Design, vom Menschen geschaffen von der Natur inspiriert. Könnte der Mensch, da er aus der Natur stammt und von ihr umgeben ist, nicht auch von der Natur inspiriert werden? Ist es möglich sich ganz von der Natur, vom Abbild der Natur abzuwenden und ganz fremde und neue noch nie da gewesene Formen zu gestalten?

Ich möchte es bezweifeln. Die Natur und ihre vielfältigen Formen und Farben wiederholen sich immer wieder im Werk des Menschen. In Symmetrien verwandelt, vergrößert oder verkleinert, ...

Ein kurzer Blick durch die Geschichte beweist, dass sich der Mensch schon immer von der Natur inspirieren ließ. Dass er von der Perfektion und technischen Ausgefeiltheit der Naturprodukte stets fasziniert war und versuchte, sie nachzuahmen oder sogar danach trachtete sie zu verbessern, d.h. dauerhaftere Produkte zu schaffen (z.B. Architektur).

3.1. Geschichtlicher Überblick

3.1.1 Antike

Vor circa 2500 Jahren wurde in Griechenland der Grundstein für die europäische Zivilisation gelegt. Diese Phase stellt nach allgemeiner Auffassung den Übergang der Menschheit aus der traditionellen Welt dar. Einige Werke der griechischen Architektur gelten als Modelle der Perfektion. Hier wurde die Natur imitiert, das heißt, ihre Grundsätze wurden verstanden und reproduziert, eine Qualität die aus der genauen Beschäftigung mit der Welt entstand, ein Beispiel dafür wäre das Parthenon[1] in der Akropolis von Athen.

Die Natur wird genau betrachtet, ihre Prinzipien durchleuchtet, soweit es damals möglich war, und in reflektierter Nachahmung der Natur und unter Anwendung des Goldenen Schnitts wurden die Kunstwerke mit unendlicher Sorgfalt geschaffen. Es wurden Symmetrien geschaffen, als Ideal einer Form, Körper und ihre Posen wurden idealisiert um das Schöne, das Erhabene darzustellen.

3.1.2. Mittelalter

Im Mittelalter wurde diese Suche nach dem Schönen fortgesetzt.

Die universale Anschaubarkeit und der Vorrang, den die Anschauung über alles menschliche Handeln und Wissen hatte, bewirkten, dass die Schönheit in Natur und Kunst die höchste Qualität war, welche die Welt an die Überwelt, die Erde and den Himmel und den Menschen wieder an Gott band. Schönheit ist ein Synonym für Vollkommenheit. Das Nichtunterscheiden von Natur und Kunst, das für die mittelalterliche Ästhetik typisch ist, hat einen zweifachen Grund: Die Kunst ist schön, weil sie wie die Natur anschaubar ist. Die Natur ist schön, da ihre Vollkommenheit an jener Anschaubarkeit teil hat, die für uns ausschließlich die Kunst besitzt. Man könnte sagen, die Kunst ist Ausdruck des Menschen, die Natur ist Ausdruck Gottes. Im Mittelalter hat der Ausdruck des Menschen aber nur soweit seinen Wert als er auf sich auf den Ausdruck Gottes (Nachahmung der Natur) zurückführen lässt.

Als leicht verständliches Beispiel: Während wir heute die Natur als schön beurteilen, wenn sie sich der Kunst nähert, galt im Mittelalter die Kunst als schön, wenn sie sich der Natur anglich.

Da die Kunst die einzige Form der menschlichen Tätigkeit ist in welcher der Mensch die Natur nachahmt, ist sie auch die einzige Tätigkeit in welcher der Mensch Gott, dem Schöpfer, ähnlich wird. Als Gestalter schöner Dinge wird der Künstler zum Gehilfen Gottes.

Die Natur wird im Mittelalter genauso begriffen wie die Kunst. Vollkommen in Nutzen und Ästhetik. Es wurde also zwischen Kunst und Natur nicht unterschieden, da die Anschaubarkeit der Kunstwerke mit der Anschaubarkeit der Naturdinge identisch war, denn beide sind Gegenstände, die metaphorisch etwas anderes bedeuten.

In der Kunst ist das Bild der Natur nicht eine Kopie der Natur, sondern Anschaubarkeit des Wesens und der Bedeutung der Natur. 2

[...]


[1] Das erste große Projekt zwischen 447 und 432 v.Chr. war der Parthenos Athene gewidmet. Perikles betraute den großen Bildhauer Phidias mit der Überwachung der Arbeiten und der Ausführung der Kolossstatuen. Der Architekt Iktinos und sein Assistent Kallikrates entwarfen den Tempel nach der dorischen Ordnung, doch die Dimensionen sind weitaus größer als die anderer dorischer Tempel.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Natur und Design
Hochschule
Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz  (Kunstwissenschaft)
Veranstaltung
Seminar zu Design und Umwelt
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2002
Seiten
20
Katalognummer
V28308
ISBN (eBook)
9783638301305
Dateigröße
1393 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Natur, Design, Seminar, Umwelt
Arbeit zitieren
Martina Traxler (Autor), 2002, Natur und Design, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28308

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