Das, was den Traktat des Herrn Crollius als charakteristisch markiert, ist seine philosophische Art, den Bereich der „Kräuterbücher“ um seine Gebote zu erweitern. Gemeint ist, dass Croll den Botanikern gebietet, was sie forschen und wo sie ihre Forschung unternehme sollen. In seiner Absicht wäre es „zu wünschen“, die „innerlichen Zeichen“ der Kräuter des Gebiets „Theutschland“ zu untersuchen.
Das Ziel meiner Arbeit ist, die wichtigsten themenrelevanten Hintergründe zu beleuchten und den Begriff des ‚Zeichens‘ im Verständnis von F. Saussure zu erläutern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. O. Croll – Philosophus Medicus
2.1 Syllogismus des Aristoteles
2.2 „Mikrokosmos, Makrokosmos
3. Das ‚Zeichen‘ im Traktat De signaturis internis rerum
4. Ferdinand de Saussure – Zeichentheorie
5. Die metaphorische Sprache des Traktats
6. Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, die zentralen theoretischen Hintergründe des Traktats „De signaturis internis rerum“ von Oswald Croll zu beleuchten und den dort verwendeten Zeichenbegriff unter Einbeziehung der modernen Zeichentheorie von Ferdinand de Saussure kritisch zu analysieren.
- Untersuchung des ärztlichen Ethos und Weltbildes von Oswald Croll.
- Analyse der Mikro- und Makrokosmos-Analogie in der Kräuterkunde.
- Gegenüberstellung des historischen Zeichenverständnisses mit Saussures Zeichentheorie.
- Deutung der metaphorischen Sprache im Traktat als Ausdruck subjektiver Urteilsbildung.
Auszug aus dem Buch
3. Das ‚Zeichen‘ im Traktat De signaturis internis rerum
Der einleitende Satz des Traktats des Herrn Croll führt den Leser in den Problemkreis des vorgestellten Themas ein. Der Leser, an den der Autor appelliert, sind die Botanici seiner Zeit oder andere Gruppen, die sich mit Kräutern befassen. Der erste Satz beginnt mit den Worten „zu wünschen were es“. Dieser Wunsch wäre, dass die Kenner der Kräuter sich mehr der Erkenntnis der Signaturen oder innerer Zeichen als dem „Gezänck“ über die Namen der Kräuter widmen würden. Croll erkennt den Kern der Wissenschaft, in dessen Zentrum nicht nur Nomenclatores stehen, wichtiger als die Beschäftigung mit dem äußeren Ansehen.
Croll nennt die äußerlichen Rinden die „Wohnungen“ und „Häußlin“ der Kräuter. In dieser metaphorischen Sprache verwendet er auch das Wort der „Innwohner“, die das Wahrzeichen der schöpferischen Kraft Gottes genannt werden. Weiter verweist Croll auf die angeborene Verwandtschaft der Kräuter und menschlicher Glieder, die ebenfalls der Gegenstand der Untersuchung des interessierten Medicus werden sollte. Der Autor des Traktats weist die ‚Erfahrung‘ als das Zeichen der Wahrheit aus, die „keiner Beweise bedürfe“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den Kontext des Kräuterbuches von Croll und definiert das Ziel der Arbeit, den Zeichenbegriff theoretisch aufzuarbeiten.
2. O. Croll – Philosophus Medicus: Dieses Kapitel zeichnet das ärztliche Ethos von Croll nach, der sein Handeln an der Einheit mit Gott ausrichtete.
2.1 Syllogismus des Aristoteles: Hier werden die Grundlagen des Syllogismus erläutert, die Croll kritisch gegenüberstand.
2.2 „Mikrokosmos, Makrokosmos: Das Kapitel behandelt die Analogie zwischen dem Menschen und dem Kosmos als zentrales medizinisches Paradigma.
3. Das ‚Zeichen‘ im Traktat De signaturis internis rerum: Hier wird der Zeichenbegriff direkt im Kontext von Crolls botanischen Untersuchungen analysiert.
4. Ferdinand de Saussure – Zeichentheorie: Es werden die linguistischen Grundlagen von Saussures Zeichentheorie, wie Beliebigkeit und Linearität, vorgestellt.
5. Die metaphorische Sprache des Traktats: Dieses Kapitel widmet sich der Bedeutung der Metaphern und der Frage der Sprecherabsicht in Crolls Text.
6. Ergebnisse: Abschließend werden die Zeichenkonzepte von Croll und Saussure synthetisiert und sprachwissenschaftlich bewertet.
Schlüsselwörter
Oswald Croll, Ferdinand de Saussure, Zeichentheorie, Signaturlehre, Botanik, Mikrokosmos, Makrokosmos, Metapher, Linguistik, Zeichen, Sprache, Kräuter, Philosophus Medicus, Erkenntnis, Korrespondenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Zeichenbegriff in Oswald Crolls Traktat „De signaturis internis rerum“ im Vergleich zur modernen Zeichentheorie Ferdinand de Saussures.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Schnittstelle zwischen frühneuzeitlicher Naturkunde, medizinischem Ethos und linguistischer Zeichentheorie.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die „inneren Zeichen“ der Kräuterkunde nach Croll mit den modernen Konzepten von Signifikat und Signifikant in Beziehung zu setzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Es wird ein hermeneutischer Ansatz gewählt, der Quellenanalyse und vergleichende Literaturkritik miteinander verbindet.
Welche Inhalte bilden den Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil umfasst die Vorstellung von Crolls Weltbild, die Theorie der Mikro- und Makrokosmos-Analogie sowie die linguistische Analyse der metaphorischen Sprache.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Neben den Hauptautoren Croll und Saussure sind die Signaturenlehre, die Metaphorik und das Verhältnis von Innerem zu Äußerem die entscheidenden Charakteristika.
Warum spielt die Metapher eine solch zentrale Rolle bei Croll?
Die Metapher dient Croll als Mittel, um die göttliche Ordnung hinter der äußeren Rinde einer Pflanze zu verdeutlichen.
Wie unterscheidet sich Crolls Zeichenverständnis von Saussures Theorie?
Croll geht von einer natürlichen, göttlich gewollten Korrespondenz aus, während Saussure die Beliebigkeit und Konvention des sprachlichen Zeichens betont.
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- Aldona Kiene (Author), 2014, Das Zeichen in Crolls "Signaturis internis rerum" und bei Saussure, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283175