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Die Explizierung des Managementbegriffs

Title: Die Explizierung des Managementbegriffs

Diploma Thesis , 2004 , 72 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marco Böhmer (Author)

Business economics - Business Management, Corporate Governance
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Summary Excerpt Details

Einleitung

Management macht einen Unterschied. Welchen Unterschied Management aber in Bezug auf Organisationen macht, darüber wird trefflich gestritten. Dass privatwirtschaftliche Unternehmen ein gewisses Maß an Management benötigen, darüber herrscht in der Regel Einigkeit. Ob dies auch für Kommunen, Schulen, Armeen, Vereine, karitative Einrichtungen, Orchester, Bundesligavereine, Parteien, Kirchen und Klöster gilt, wird weniger bereitwillig akzeptiert. Einigkeit existiert auch darüber, dass Management und Organisation miteinander zusammenhängen. Die Organisation der Organisation ist Management, so lautet der allgemeine Nenner. Management kann daher nur in Bezug auf Organisation diskutiert werden. Nur wie und in welchem Maße Management und Organisation zusammenhängen und wie Organisation zu organisieren ist, ist Sache des Beobachters, d.h. konkret die Wahl, mit der einen und nicht einer anderen Unterscheidung zu operieren.

Grundlage der vorliegenden Arbeit ist das von George Spencer-Brown formulierte Kalkül der Form (Laws of Form, 1969), mit dem man die Entstehung von Form durch die Operation der Unterscheidung nachvollziehen kann. Das Kalkül der Form von Spencer- Brown macht es möglich, mit selbstreferentiellen Fällen (Paradoxien und Tautologien) zu rechnen, also diese zu ordnen und gleichsam handhabbar zu machen. Es geht in der vorliegenden Arbeit darum, zu zeigen, welches Managementverständnis zugrunde gelegt wird, wenn man die Klammer unterschiedlich setzt und unterschiedlich hereinholt, was zuvor ausgeschlossen wurde. Die grundlegende These der vorliegenden Arbeit ist:

Die Form des Managements ist eine Unterscheidung mit zwei Seiten...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Management - Eine Entstehungsgeschichte

2.1 Die Bedeutung von Management

2.2 Management – Funktionen

2.3 Ideengeschichte und Genese des Managements

2.3.1 Die Klassiker

2.3.2 Verhaltenswissenschaftliche Schule

2.3.3 Mathematische Schule

2.3.4 Soziologische Systemtheorie

3. Die Organisation als soziales System

3.1 Autopoiesis und Operation

3.2 Entscheidung und Unsicherheitsabsorption

3.3 Kausalität und Rationalität

3.4 Dekonstruktion/Rekonstruktion

4. Das Formkalkül

4.1 Die Form

4.2 Die primäre Arithmetik

4.3 Der Wiedereintritt in die Form

5. Die Form des Managements

5.1 Die Form des Gutenbergschen Modells

5.2 Die Konfusion - „Drop the Tools“

5.3 Eine systemtheoretische Perspektive

5.3.1 Management in der Organisation

5.3.2 Management als Oszillation

6. Management und Führung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Begriff des Managements vor dem Hintergrund des von George Spencer-Brown formulierten Formkalküls (Laws of Form) neu zu explizieren und systemtheoretisch fundiert zu untersuchen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie Management durch die gezielte Setzung von Unterscheidungen operiert und wie dies im Kontext autopoietischer Organisationen als paradoxe Leistung verstanden werden kann.

  • Kritische Analyse klassischer Managementtheorien und deren mechanistischer Grundannahmen.
  • Systemtheoretische Fundierung des Organisationsverständnisses nach Niklas Luhmann und Dirk Baecker.
  • Anwendung des qualitativen mathematischen Formkalküls zur Modellierung der „Form des Managements“.
  • Untersuchung des paradoxen Verhältnisses von Management, Kausalität und Rationalität in sozialen Systemen.
  • Differenzierung und Neudefinition des Verhältnisses von Management und Führung als gemeinschaftliche Führungsleistung.

Auszug aus dem Buch

3.2 Entscheidung und Unsicherheitsabsorption

In Organisationen kommt es zur Entscheidung. Doch was hat es mit einer Entscheidung auf sich? Was genau ist eine Entscheidung?

Entscheidung, so Dirk Baecker, ist eine Kommunikation, die an andere Kommunikationen in der Organisation gerichtet sind, ähnlich zu bürokratisch geprägten Organisation wie sie von Max Weber beschrieben wurden, in der jede Akte auf eine andere Akte verweist und bestimmte bürokratische Akte selektiert. Das Besondere jener Kommunikation liegt darin, dass auf eine bestimmte Entscheidung nur ganz bestimmte anschlussfähige Entscheidungen getroffen werden können, da jene zeitlich vorgelagerten Entscheidungen gewisse Bedingungen, wie z.B. Ressourcenausstattung und Adressaten, mittransportieren. Entscheidungen bedingen sachliche, soziale und zeitliche Umstände. Die vorangegangene Entscheidung wird zu einer Entscheidungsprämisse für weitere Entscheidungen.

Mit Prämisse soll in diesem Zusammenhang ausgedrückt werden, dass es sich um Voraussetzungen einer Entscheidung handelt, die nicht mehr in Frage gestellt werden können. Die Prämisse ist relevant für die Entscheidung im Sinne einer getroffenen Entscheidung über eine Entscheidungsprämisse für weitere Entscheidungen – der Wahrheitsgehalt der Prämisse wird nicht mehr geprüft.

Darin besteht die Leistung der Entscheidung als Unsicherheitsabsorption. Vorherige Entscheidungen werden nicht in Frage gestellt, sondern im Gegenteil, bedarf es einer enormen Anstrengung, die durch eine Entscheidung mitkommunizierten Prämissen zu modifizieren oder gar verweigern zu wollen. „Autopoiesis von Organisationssystemen läuft über Unsicherheitsabsorption“, so Niklas Luhmann. James G. March und Herbert A. Simon prägten das Wort der Unsicherheitsabsorption: die Ungewissheit, die einer Entscheidung zugrunde liegt, kommt selbst in der Entscheidung nicht mehr vor. Die Ungewissheit wird in Gewissheit verwandelt. Die anfängliche Unsicherheit begründende Differenz von Wissen und Nichtwissen wird unterscheidungslos. Nichtwissen kommt in der Entscheidung nicht mehr vor. Dennoch gehört die Unsicherheit über ein Wissen zu dem Wesen einer Entscheidung. Was bereits determiniert ist, kann nicht mehr entschieden werden. Jede Entscheidung steht demnach vor einer unentscheidbaren Situation, die nur entschieden werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Management als Unterscheidung innerhalb einer Organisation und führt in die systemtheoretische Perspektive unter Einbeziehung des Formkalküls ein.

2. Management - Eine Entstehungsgeschichte: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese des Managements vom persönlichen Eigentümerunternehmer bis hin zur institutionalisierten Funktion im Großunternehmen nach.

3. Die Organisation als soziales System: Hier werden die systemtheoretischen Grundlagen, insbesondere Autopoiesis, Kommunikation und die Unsicherheitsabsorption durch Entscheidungen, erläutert.

4. Das Formkalkül: Die Einführung in George Spencer-Browns „Laws of Form“ dient als formtheoretisches Fundament, um Management als eine operationale Unterscheidung begreifbar zu machen.

5. Die Form des Managements: Dieses Kernkapitel untersucht betriebswirtschaftliche Modelle anhand des Formkalküls und entwickelt eine systemtheoretisch interpretierte Form des Managements.

6. Management und Führung: Das Kapitel reflektiert den Dualismus von Management und Führung und plädiert für ein integratives Verständnis von Führung als reflexive Kommunikation.

7. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die paradoxe Natur des Managements als eine Praxis, die durch stetige Oszillation die Überlebensfähigkeit der Organisation sichert.

Schlüsselwörter

Management, Organisation, Formkalkül, Systemtheorie, Autopoiesis, Entscheidung, Unsicherheitsabsorption, Kausalität, Rationalität, Beobachtung zweiter Ordnung, Führung, Komplexität, Dekonstruktion, Rekonstruktion, Oszillation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit expliziert den Managementbegriff neu, indem sie ihn durch die Linse der systemtheoretischen Organisationstheorie und des Formkalküls von George Spencer-Brown betrachtet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte des Managements, systemtheoretische Grundlagen sozialer Systeme sowie die formtheoretische Modellierung von Managementprozessen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein tiefenscharfes Managementverständnis zu entwickeln, das Management als eine paradoxe Operation innerhalb autopoietischer Organisationen begreifbar macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Systemtheorie nach Niklas Luhmann und Dirk Baecker sowie das qualitative mathematische Formkalkül („Laws of Form“) nach George Spencer-Brown als methodisches Instrumentarium.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Einführung der systemtheoretischen und formtheoretischen Grundlagen sowie die spezifische Untersuchung der „Form des Managements“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Management, Organisation, Formkalkül, Autopoiesis, Entscheidung, Unsicherheitsabsorption und Führung.

Warum wird Management in dieser Arbeit als "paradox" bezeichnet?

Management ist paradox, weil es einerseits versucht, Komplexität durch Kausalitätsangebote zu reduzieren, andererseits aber selbst Teil eines unsteuerbaren sozialen Systems ist und somit in einer andauernden Oszillation zwischen verschiedenen Systemzuständen verharrt.

Welchen Unterschied sieht der Autor zwischen Management und Führung?

Während Management versucht, Komplexität durch das Setzen von Kausalitäten zu reduzieren, ist Führung als reflexive Kommunikation angelegt, die die gesamte Pluralität und Ambivalenz innerhalb der Organisation akzeptiert und moderiert.

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Details

Title
Die Explizierung des Managementbegriffs
College
University Witten/Herdecke  (Lehrstuhl für Führung und Organisation)
Grade
1,0
Author
Marco Böhmer (Author)
Publication Year
2004
Pages
72
Catalog Number
V28320
ISBN (eBook)
9783638301350
Language
German
Tags
Explizierung Managementbegriffs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marco Böhmer (Author), 2004, Die Explizierung des Managementbegriffs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28320
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