Nicht jeder Mensch zeigt auf das gleiche freundliche Verhalten dieselbe Reaktion und es kann schwierig sein, individuell auf die verschiedenen Persönlichkeiten der Pflegeheim-Bewohner einzugehen. Es zeigt sich manchmal, dass Bewohner bei zu freundlicher Haltung misstrauisch werden können, andere wiederum gefördert werden.
In unserer Einrichtung werden immer wieder Fortbildungen angeboten, die Methoden anbieten, um mit dementen Bewohnern professionell umzugehen. Problematisch ist die praktische Umsetzung im Alltag.
Im Rahmen einer Weiterbildung habe ich die verschiedenen Freundlichkeitsformen (Attitude Therapy) kennengelernt. Gerade bei Menschen, die in Pflegeeinrichtungen leben, ist das psychische Wohlbefinden wichtig. Techniken und Wissen über menschliches Verhalten können dazu beitragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einleitung
2.2 Freundlichkeit
2.3 Verschiedene Perspektiven
2.3.1 Aus der Sicht der Philosophie
2.3.2 Aus der Sicht der Soziologie
2.3.3 Aus der Sicht der Sozialpsychologie
2.3.4 Aus der Sicht der Ökonomie
2.3.5 Aus der Sicht der christlichen Glaubenslehre
2.3.6 Körpersprachliche Aspekte
2.3.7 Interkulturelle Betrachtung
2.4 Metapher
3. Attitude Therapie
3.1 Freundliche Bestimmtheit („kind firmness“)
3.2 Aktive Freundlichkeit
3.3 Passive Freundlichkeit
3.4 Keine Forderung („no demand“)
3.5 Selbstverständlichkeit („matter-of-fact“)
4. Beobachtung
4.1 Aufbau der Bewohnerbeschreibung
4.1.1 Freundliche Bestimmtheit
4.1.1.1 Frau B.
4.1.2 Aktive Freundlichkeit:
4.1.2.1 Frau Sch.
4.1.3 Passive Freundlichkeit:
4.1.3.1 Frau S.
4.1.4 Keine Forderung
4.1.4.1 Frau Sw.
4.1.5 Selbstverständlichkeit:
4.1.5.1 Frau M.
5. Schluss und Nachwort
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Anwendung der „Attitude Therapy“ als professionelle Strategie im Umgang mit dementen Bewohnern zu untersuchen und aufzuzeigen, wie differenzierte Freundlichkeitsformen das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen positiv beeinflussen können.
- Theoretische Einordnung von Freundlichkeit aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen
- Vorstellung der fünf zentralen Haltungen der „Attitude Therapy“
- Praktische Beobachtung von Bewohnern in einem Pflegealltag
- Analyse der Wirkung spezifischer Pflegehaltungen auf das Verhalten dementer Menschen
- Reflexion der praktischen Umsetzbarkeit und notwendiger Ressourcen im Pflegebetrieb
Auszug aus dem Buch
3.1 Freundliche Bestimmtheit („kind firmness“)
Sie soll für den depressiven älteren Menschen, der seine Aggressionen nach innen gekehrt hat, gelten. Dem Patienten sind einfache und monotone Aufgaben zur Bewältigung zu geben. Er muss genau wissen, was von ihm erwartet wird und wie es zu tun ist. Bei eventueller Kritik soll die Aufgabe, nicht der Mensch selbst kritisiert werden. Die Kontaktperson darf sich nicht auf die Klagen des Patienten bezüglich seines Unglücks, seiner Wertlosigkeit einlassen.
Fallbeispiel: Frau D. reagiert unsicher, wenn Hilfe angeboten wird. Aufgeregt schaut sie sich dabei im Zimmer um und überlegt laut, was sie noch tun soll und beginnt über sich selber zu schimpfen. Die Pflegekraft geht nicht darauf ein, sondern ermuntert sie sich anzuziehen. Zeitgleich macht die Pflegekraft das Bett, dadurch wird Frau D. ruhiger.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Einleitung in die Themenwahl und die persönliche Motivation der Autorin, sich mit professionellen Freundlichkeitsformen in der Pflege auseinanderzusetzen.
2. Einleitung: Definition von Freundlichkeit und Betrachtung des Begriffs aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven wie Philosophie, Soziologie und Sozialpsychologie.
3. Attitude Therapie: Vorstellung des Konzepts der „Attitude Therapy“ als Methode zur Verhaltensmodifikation und detaillierte Beschreibung der fünf spezifischen Haltungen.
4. Beobachtung: Dokumentation und Analyse praktischer Fallbeispiele in der Pflege, unterteilt nach den verschiedenen angewandten „Attitude Therapy“-Haltungen.
5. Schluss und Nachwort: Zusammenfassung der Ergebnisse in einer Matrix und Reflexion über die Anwendbarkeit, Vorteile sowie Herausforderungen der Methode im Pflegealltag.
Schlüsselwörter
Attitude Therapy, Freundlichkeit, Demenz, Gerontopsychiatrie, Pflege, Verhaltensmodifikation, Bewohner, Lebensqualität, Sozialkompetenz, Kommunikation, Bewohnerbeschreibung, Betreuung, Pflegestrategie, Haltung, Bewohnerwohlbefinden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das gezielte Einsetzen von fünf verschiedenen Freundlichkeitsformen, bekannt als „Attitude Therapy“, bei dementen Menschen in einer Pflegeeinrichtung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft theoretische Grundlagen zum Begriff Freundlichkeit mit der praktischen Anwendung von spezifischen pflegerischen Haltungen zur Förderung des psychischen Wohlbefindens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie sich differenzierte Haltungen des Personals auf das Verhalten und die Kooperationsbereitschaft von dementen Bewohnern in einer Pflegeeinrichtung auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine qualitative Beobachtungsmethode, bei der fünf Bewohner in einer Pflegeeinrichtung mittels Bewohnerbeschreibungen und Interviews dokumentiert und analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die fünf Haltungen (Bestimmte, Aktive, Passive Freundlichkeit, Keine Forderung, Selbstverständlichkeit) definiert und anhand konkreter Fallbeispiele in der Praxis evaluiert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Attitude Therapy, Demenz, professionelle Pflege, Verhaltensmodifikation und die gezielte Anpassung pflegerischer Haltungen.
Welche Rolle spielt die "Bewohnerbeobachtungs-Matrix" in der Arbeit?
Die Matrix dient als zusammenfassendes Analysetool, um zu visualisieren, welche Haltung der Pflegekräfte bei welchen Persönlichkeitsformen der Bewohner die effektivsten Ergebnisse liefert.
Wie wichtig ist laut der Autorin der Zeiteinsatz bei dieser Methode?
Die Autorin betont, dass für die praktische Umsetzung viel Zeit und Geduld erforderlich ist, dieser Einsatz sich jedoch durch ein minimiertes Problemverhalten und einen stressfreieren Alltag langfristig auszahlt.
- Arbeit zitieren
- Gudrun Hoppe (Autor:in), 2013, Attitude Therapy. Freundlichkeit gegenüber dementen Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283256