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Absolutismus. Staatsidee und Herrschaftsform in den Werken von Bodin, Hobbes, Locke und Rousseau

Title: Absolutismus. Staatsidee und Herrschaftsform in den Werken von Bodin, Hobbes, Locke und Rousseau

Term Paper , 2011 , 51 Pages , Grade: 2,00

Autor:in: Gabriel Koch (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Der Begriff „Absolutismus“, vom Lateinischen "losgelöst“, „uneingeschränkt", bedeutet in der Geschichtsschreibung einerseits eine frühneuzeitliche Staats‐ und Herrschaftsform, in
der alle Macht im Staat von der regierenden, aus eigener Machtvollkommenheit agierenden Person des Landesherrn und ohne oder mit eingeschränkter Beteiligung anderer im Staat gegebener politischer Kräfte ausgeübt wurde. Allerdings wird in der neueren Forschung die überkommene Auffassung von der ungeteilten und unteilbaren politischen Macht des absoluten Herrschers unter Ausschluss aller anderen politischen Kräfte als eine historisch gegebene Tatsache in Frage gestellt bzw. widerlegt. Die in der Historiografie bis in die zweite Hälfte das 20. Jahrhunderts einstimmig geltende Auffassung von Absolutismus als einer Herrschaftsform, die den Landesfürsten als alleinigen Besitzer der Staatsgewalt erkennt, hat sich in keinem der damaligen europäischen Staaten in der postulierten reinen Form vollzogen. Richtiger ist es deshalb anzunehmen,
dass im absolutistischen Zeitalter die Bestrebungen der einzelnen Monarchen, die politische Macht auf sich allein zu vereinen, stets auf mehr oder weniger starke Widerstände
seitens der ständischen Kräfte trafen, was in Wirklichkeit unterschiedlich stark geprägte Einschränkungen der politischen Spielräume des absoluten Herrschers in der jeweiligen Monarchie zur Folge hatte. Diese Machtverhältnisse variierten nicht nur von Staat zu Staat, sie veränderten sich auch im Laufe des absolutistischen Zeitalters, was, wie wir sehen werden, deutlich in den staatstheoretischen Konzeptionen der hier behandelten Autoren zum
Vorschein kommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Absolutismusbegriff. Bedeutung und Konnotationen

2.1 Verdichtungsprozesse in der Staatenbildung im 15. Jahrhundert. Vom Personenverbandsstaat zum institutionalisierten Flächenstaat

3 Jean Bodin. Staatsidee und Herrschaftsform in der frühen Neuzeit. Theoretische Grundlagen des Absolutismus

3.1 Six Livres de la République (1576). Entstehungskontext und Bedeutung

3.2 Die Souveränität

3.3 Der Staat

3.4 Staats- und Regierungsform

3.5 Der souveräne Monarch

4 Thomas Hobbes, Leviathan (1651). Der kontraktualistische Absolutismus

4.1 Historisch-philosphischer Entstehungskontext

4.2 Vertragstheoretische Grundlagen der Staatsbildung und der Herrschaftslegitimation

4.2.1 Menschenbild und Naturzustand

4.2.2 Überwindung des Naturzustandes und die Staatsgründung

4.2.3 Prärogativen der Staatsgewalt

4.3 Typologie der Staatsformen

5 John Locke. Two Treatisis of Governement (1690)

5.1 Entstehungskontext

5.2 Menschenbild. Naturzustand

5.2.1 Politische „Selbstjustiz“

5.2.2 Eigentumslehre. Entstehung der Ungleichheit unter den Menschen

5.3 Sozialvertrag

5.4 Gewaltenteilung als Verfassungsprinzip. Gewaltenrangordnung

5.4.1 Legislative

5.4.2 Exekutive

5.4.3 Föderative und Prärogative

5.5 Recht auf Rebellion

5.6 Staatsformen

6 Jean-Jacques Rousseau. Aufklärung und Krise der absolutistischen Staatsidee

6.1 Entstehungskontext. Die Aufklärung

6.2 Naturzustand. Freiheitsverlust als Folge der Vergesellschaftung

6.3 Der Gesellschaftspakt

6.4 Prinzipien des Staatsrechts

6.4.1 Die Gesetze

6.5 Die Republik

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Rechtfertigung absolutistischer Staatsideen durch den Vergleich der theoretischen Konzepte von Jean Bodin, Thomas Hobbes, John Locke und Jean-Jacques Rousseau, um das Verständnis von Struktur, Funktion und Krise absolutistischer Monarchien zu vertiefen.

  • Historischer Kontext der Staatenbildung und absolutistischer Herrschaftsformen
  • Vertragstheoretische Begründungen von Staatsbildung und Souveränität
  • Vergleich unterschiedlicher Menschenbilder und Naturzustandskonzepte
  • Gewaltenteilung und ihre Rolle in der Verfassungsentwicklung
  • Die aufklärerische Kritik am Absolutismus und die Entwicklung zur Volkssouveränität

Auszug aus dem Buch

3.1 Six Livres de la République (1576). Entstehungskontext und Bedeutung

In Six Livres de la République, Sechs Bücher über den Staat, dem 1576 in Paris veröffentlichten verfassungstheoretischen Werk von Jean Bodin (1529-1596) entwickelt der Autor ein neuzeitliches Staats- und Herrschaftskonzept. Wegen der Vielfalt und Fülle der Betrachtungen, wegen der methodologisch-systemischen Schlüssigkeit sowie der Universalität seiner Grundsätze gilt Bodins Werk als dir erste „theoretische Begründung des Absolutismus.“1

Trotz seines universellen und, wie sich später auch zeigte, der ganzen absolutistischen Epoche wegweisenden Charakters- im Verlauf des absolutistischen Zeitalters werden sich viele der europäischen Monarchen, die absolute Herrschaftsansprüche beanspruchten und durchsetzen wollten, auf dieses Werk berufen- entstand Bodins Werk in erster Linie aus zeitgenössischer kontextbezogener Reflexion und Sorge des Autors über Frankreichs krisenhafte Lage in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die seit den 60. Jahren des Jahrhunderts tobenden erbitterten Religionskriege zwischen Calvinisten und Katholiken sowie der kompromisslos geführte Kampf zwischen den hochadeligen Fraktionen um politische Einflussnahme erschütterten bis in die Grundfeste die innere Sicherheit des Landes, schwächten die königliche Regierung und setzten Frankreichs Position auf der internationalen Ebene bedrohlich herab. Bodins Intention nach sollten die in Six Livres de la République vorgeschlagene Staats- und Herrschaftstheorie den Regierenden eine praktische, umsetzbare Handlungshilfe zur Lösung von jenen akuten Problemen der in sozialer und politischer Desintegration befindlichen Monarchie liefern, was Bodin im Vorwort zu seinem Werk in einer bildhaften Parabel zum Ausdruck bringt:

„Seit ein ungeheuer Sturm unser Staatsschiff mit solcher Gewalt heftig hin und her schleudert, daß sich die Schiffsführung von der ständigen Anstrengung ermattet zeigt, ist es erforderlich, daß die Passagiere Hilfe leisten. [...] Angesichts der Gefahr, zwischen den gefährlichen Klippen zu zerschellen, […] habe ich es unternommen, diese Abhandlung über den Staat zu schreiben (…).“1

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der absolutistischen Monarchie ein und erläutert die Auswahl der behandelten Denker sowie die Struktur der Untersuchung.

2 Der Absolutismusbegriff. Bedeutung und Konnotationen: Das Kapitel definiert den Absolutismusbegriff, ordnet ihn historisch ein und thematisiert den Verdichtungsprozess der europäischen Staatenbildung im 15. Jahrhundert.

3 Jean Bodin. Staatsidee und Herrschaftsform in der frühen Neuzeit. Theoretische Grundlagen des Absolutismus: Hier werden Bodins Konzeption der Souveränität, seine Definition des Staates und seine Vorstellungen einer legitimen monarchischen Herrschaft analysiert.

4 Thomas Hobbes, Leviathan (1651). Der kontraktualistische Absolutismus: Dieses Kapitel behandelt Hobbes' Vertragstheorie, sein Menschenbild im Naturzustand als Krieg aller gegen alle und die Notwendigkeit eines starken souveränen Leviathan.

5 John Locke. Two Treatisis of Governement (1690): Das Kapitel analysiert Lockes Fokus auf den Schutz des Eigentums, sein Verständnis von Gewaltenteilung und das Recht auf Rebellion bei Vertrauensbruch durch die Regierung.

6 Jean-Jacques Rousseau. Aufklärung und Krise der absolutistischen Staatsidee: Es wird Rousseaus Gesellschaftspakt diskutiert, der auf dem Gemeinwillen basiert und eine republikanische Staatsform fordert, um die Autonomie des Individuums zu bewahren.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Kernaussagen der vier Denker zusammen und vergleicht ihre Ansätze hinsichtlich der Entwicklung moderner staatstheoretischer Grundlagen.

Schlüsselwörter

Absolutismus, Souveränität, Staatstheorie, Gesellschaftsvertrag, Naturzustand, Gewaltenteilung, Eigentum, Gemeinwille, Leviathan, politische Macht, Monarchie, Aufklärung, Rechtfertigung, Herrschaftslegitimation, Freiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich mit der Entstehung, Struktur und Rechtfertigung absolutistischer Staatsideen in Europa auseinander, indem sie die Werke vier einflussreicher Denker analysiert.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Souveränität, Staatsbildung durch Verträge, die Rolle des Eigentums, Gewaltenteilung sowie die ideengeschichtliche Entwicklung von der absoluten Monarchie bis zur Volkssouveränität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die unterschiedlichen Sichtweisen der Denker über Struktur und Funktionen des modernen Staates zu vergleichen und deren Beitrag zum normativen Diskurs der Epoche aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse politischer und sozialphilosophischer Werke der behandelten Autoren, eingebettet in den historischen Kontext der jeweiligen Entstehungszeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich detailliert den jeweiligen Konzeptionen von Bodin, Hobbes, Locke und Rousseau – insbesondere ihren Theorien zu Naturzustand, Vertragsschluss, Regierungsform und dem Verhältnis von Herrscher zu Untertanen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Souveränität, Gesellschaftsvertrag, Naturzustand, Gemeinwille, Gewaltenteilung und Eigentum sind zentral für das Verständnis der in der Arbeit dargelegten Argumentationen.

Wie unterscheidet sich Lockes Verständnis von Souveränität von dem des Hobbes?

Während Hobbes eine unteilbare, absolute Macht des Souveräns zur Friedenssicherung fordert, plädiert Locke für eine durch das Recht auf Eigentum und Gewaltenteilung begrenzte Regierung, der die Bürger lediglich ein Treuhandverhältnis entgegenbringen.

Warum gilt Rousseau als Vertreter einer kritischen Sichtweise auf die absolutistische Staatsidee?

Rousseau lehnt jegliche Staatsform ab, die auf Unterwerfung basiert; sein Konzept des Gesellschaftspakts und des Gemeinwillens stellt das Volk als Souverän in den Mittelpunkt, womit er die absolutistische Herrschaftslegitimation radikal in Frage stellt.

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Details

Title
Absolutismus. Staatsidee und Herrschaftsform in den Werken von Bodin, Hobbes, Locke und Rousseau
College
University of Hagen
Grade
2,00
Author
Gabriel Koch (Author)
Publication Year
2011
Pages
51
Catalog Number
V283262
ISBN (eBook)
9783656826446
ISBN (Book)
9783656827146
Language
German
Tags
Geschichte Absolutismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gabriel Koch (Author), 2011, Absolutismus. Staatsidee und Herrschaftsform in den Werken von Bodin, Hobbes, Locke und Rousseau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283262
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