Chancen und Risiken einer Währungsunion


Hausarbeit, 2014
17 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Wirtschafts- und Währungsunion

3.Gescheiterte Währungsunionen

4.Die Entstehung der Europäischen Währungsunion

5.Chancen und Risiken einer Währungsunion
5.1 Chancen
5.2 Risiken

6.Fazit

1. Einleitung

Diese wissenschaftliche Arbeit befasst sich mit der Thematik „Chancen und Risi- ken einer Währungsunion“. In den letzten Jahrzenten wurde des Öfteren versucht eine reine Währungsunion zwischen verschiedenen Nationalstaaten aufzubauen, die aber ausnahmslos scheiterten. Trotz dessen wurde 1999 die Europäische Wirt- schafts-und Währungsunion gegründet, hierbei sollte aber beachtet werden, dass diese keine reine Währungsunion ist. In dieser Arbeit wird erläutert was der Un- terschied zwischen einer Wirtschaft- und Währungsunion ist und wieso überhaupt so viele reine Währungsunionen gescheitert sind. Der Fokus liegt, in dieser wis- senschaftlichen Arbeit, auf den Vor- und Nachteilen einer Währungsunion. Hier bei werden die positiven und negativen Effekte anhand der Europäischen Wäh- rungsunion erläutert und im letzteren Fall wird für einige relevanten Punkte die Spieltheorie angewandt

2. Wirtschafts- und Währungsunion

Die Europäische Union ist eine Zusammensetzung aus einer Wirtschafts- und Währungsunion. Eine Wirtschaftsunion ist ein „Zusammenschluss von selbständi- gen Staaten zu einem gemeinsamen Wirtschaftsgebiet mit binnenmarktgleichen Verhältnissen (multinationale, gemeinschaftliche Volkswirtschaft; in der EU: Einheitlicher Binnenmarkt). Die Verwirklichung einer W. erfolgt im Wege einer stufenweisen Harmonisierung der Außen- und Binnenwirtschaftspolitik der Mit- gliedsstaaten sowie ihrer Sozialpolitik.“1 Eine Währungsunion ist ein Zusammen- schluss aus mindestens zwei Nationalstaaten, die eine gemeinsame Geld- und Währungspolitik verfolgen, d.h. dass die verschiedenen Nationalstaaten ihre nati- onale Währung durch eine einheitliche Währung ersetzen und gleichzeitig eine einheitliche Geldpolitik betreiben.2 Der Grund wieso die EU beide Elemente ent- hält, ist das eine Währungsunion ohne eine Wirtschaftsunion nicht funktionieren kann. Alle Mitgliedsstaaten, die der Währungsunion beitreten möchten, müssen in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung ähnlich sein, d.h. das bestimmte vertraglich festgelegte Stabilitätsziele, wie die Preisentwicklung, niedrige Zinsen und die Haushaltsdisziplin der Mitgliedsstaaten, konvergieren müssen. Diese Ziele sind notwendig, da es zu Wettbewerbsverzerrung führen kann, wenn verschiedene Staaten miteinander handeln, die sich wirtschaftlich unterschiedlich entwickeln, z.B. verschieden stark ausgeprägte Preisentwicklungen, die gewöhnlich durch eine Änderung des Wechselkurses ausgeglichen wird. In einer Währungsunion ist dies aber nicht möglich, da die Wechselkurse nicht mehr geändert werden können. Deshalb ist eine Wirtschaftsunion notwendig, da diese eine gemeinsam geführte Wirtschaftspolitik anstrebt und somit eine wichtige Voraussetzung für die Wäh- rungsunion darstellt.3

3. Gescheiterte Währungsunionen

In diesem Abschnitt wird erläutert, wieso in der Vergangenheit einige National- staaten, die versucht haben eine Währungsunion zu bilden, ohne eine gemeinsame Wirtschaftspolitik zu verfolgen, gescheitert sind. Im 16. Jahrhundert bestand die Schweiz aus einem Bund eidgenössischer Orte, die Kantone genannt wurden. Je- des einzelne Kanton war unabhängig und hatte somit eine eigene Politik, für die sie selbst zuständig waren. Dies verdeutlicht, dass in dieser Zeit keine einheitliche Währung existierte, obwohl seit dem 13. Jahrhundert versucht wurde, die Münzvielfältigkeit durch Konventionen oder Verträge zu verringern und somit den Handel untereinander zu erleichtern, diese aber scheiterten. Der Grund für das Scheitern war, dass jedes Kanton seine eigenen Interessen schützen wollte und jedes Mal, wo ihre Selbständigkeit durch eine Konvention oder einen Vertrag in ihrer Sicht bedroht wurde, waren Vertragsverletzungen vorhersehbar. Sie probier- ten es im Jahre 1798 wieder, als die helvetische Republik ausgerufen wurde und es somit nur einen Zentralstaat gab, der die Münzhoheit besaß. Die Republik konnte auf lange Zeit auch keine einheitliche Währung garantieren und somit wa- ren im Jahre 1803 die Kantone wieder zuständig für ihre eigene Währung. Im Jah- re 1848 wurden die Schweizer Bundesstaaten gegründet und somit verloren die Kantone das Recht ihre eigenen Münzen zu prägen und durch diese Wende ent- stand der Schweizer Franken. Ein weiteres Beispiel für eine gescheiterte Wäh- rungsunion war die Lateinische Münzunion, die durch Schweiz, Belgien, Italien, Frankreich und Griechenland gebildet wurde. Dieses Währungsexperiment war zum Scheitern verurteilt, weil auch hier keine gemeinsame Wirtschaftspolitik an- gestrebt wurde, sondern nur eine reine Währungspolitik. Der Grundgedanke be- stand darin, dass die einzelnen souveränen Nationalstaaten von der gleichen Wäh- rung profitieren sollten, aber durch die verschiedenen wirtschaftlichen Verhältnis- se und Interessen entstanden Probleme innerhalb der Lateinischen Münzunion, da die eigenen Interessen der einzelnen Nationalstaaten eine höhere Priorität hatten als die der gemeinsamen Union.4 Ein weiteres Beispiel, wieso eine Währungsuni- on ohne eine Wirtschaftsunion nicht funktionieren kann, war der Wiener Münz- vertrag von 1857-1867. In diesem Vertrag war geregelt, dass die Mitgliedsstaaten des deutschen Zollvereins, des Kaiserreichs Österreich und des Fürstentums Liechtenstein eine Währungsunion bilden sollten. Wie im vorherigen Beispiel schon erläutert wurde, hatten die verschiedenen Nationen unterschiedliche Inte- ressen und dasselbe gilt hier für die verschiedenen Kaiserreiche. Preußen und Ös- terreich verfolgten verschiedene Interessen und dies führte sogar 1866 zum Krieg.5

4. Die Entstehung der Europäischen Währungsunion

In den Neunzigern traten mehrere europäische Länder der Europäischen Währungsunion bei. Diese Entscheidung führte dazu, dass sie ihre nationale Währung aufgaben, um eine gemeine Währung einzuführen, den Euro. In diesem Abschnitt werden die wichtigsten Meilensteine zur Entstehung der EWU erwähnt:

- Am 01. Juli 1990 begann die erste Stufe der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion.6
- In dieser Phase sollten „die nationalen Wirtschafts- und Wäh- rungspolitiken stärker auf die Erfordernisse der Geldwertstabilität und Haushaltsdisziplin in der Europäischen Gemeinschaft auszu- richten.“7
- Am 1. November legte der Maastricht-Vertrag u.a. fest, unter welchen Vo- raussetzungen und Kriterien die Mitgliedsstaaten der bevorstehenden Währungsunion beitreten können. Des Weiteren wurde auch ein Zeitplan für die Einführung der Währung festgelegt, sowie Regeln für die Grün- dung der Europäischen Zentralbank.8 Des Weiteren wurde festgelegt, die zweite Stufe der WWU am 01. Januar 1994 einzuleiten, sofern die Mehrheit der Mitgliedsstaaten die Voraussetzungen und Kriterien für die Teilnahme an der einheitlichen Währung erfüllten.9
- Die Kriterien für die Teilnahme an der Währungsunion waren sehr strikt. Die Mitgliedsstaaten mussten eine Haushaltdefizit unter 3% des Bruttoinlandsprodukts vorweisen und das „Verhältnis der Staatsschulden zum Bruttoinlandsprodukt von weniger als 60%, verbunden mit niedrigen Inflationsraten und Zinssätzen nahe am EU-Durchschnitt.“10
- Die zweite Stufe der WWU begann am 01. Januar 1994 diente als Vorbe-
reitungs- und Übergangsphase für die Endphase. Zwei inhaltlich wichtige Ziele standen im Vordergrund11:
- Die Intensivierung der Überwachung und Koordinierung der Wirt- schaftspolitik12
- „Zum anderen mussten in Stufe 2 die rechtlichen, institutionellen
und organisatorischen Voraussetzungen für die Vollendung der WWU in der dritten Stufe geschaffen werden.“13
- In der zweiten Stufe der WWU standen alle teilnahmewilligen Mitglieds- staaten unter dem Druck ihre Wirtschaftspolitik anzupassen, damit diese die Konvergenzkriterien erfüllen konnten und somit am 01. Januar 1999 in die dritte Stufe der WWU eintreten zu können. Am 01. Mai 1998 stellte der Rat der Wirtschafts- und Finanzminister fest, dass elf Mitgliedsstaaten die notwendigen Voraussetzungen für die Einführung einer einheitlichen Währung erfüllten und empfahl diesen Mitgliedsstaaten den Euro einzu- führen.14 Am 01. Januar wurde der Euro in diesen elf Mitgliedsstaaten eingeführt, des Weiteren wurden die Wechselkurse zwischen den nationa- len Währungen unwiderruflich fixiert und die Finanzmärkte fingen an ver- schiedene Währungen und Wertpapiere auf Euro-Basis zu handeln

[...]


1 (Hadeler & Winter, 2000, S. 3536)

2 Vgl. (Kalkowski, 2007, S. 1)

3 Vgl. (Grupp, 1999, S. 71-72)

4 Vgl. (Bredow & Folg, 1998, S. 70-72)

5 Vgl. (Bredow & Folg, 1998, S. 74-76)

6 Vgl. (Deutsche Bundesbank, 2008, S. 16)

7 (Deutsche Bundesbank, 2008, S. 16)

8 Vgl. (Mankiw & Taylor, 2008, S. 918)

9 Vgl. (Deutsche Bundesbank, 2008, S. 17)

10 (Mankiw & Taylor, 2008, S. 918)

11 Vgl. (Deutsche Bundesbank, 2008, S. 18)

12 Vgl. (Deutsche Bundesbank, 2008, S. 18)

13 (Deutsche Bundesbank, 2008, S. 18)

14 (Deutsche Bundesbank, 2008, S. 26)

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Chancen und Risiken einer Währungsunion
Hochschule
Frankfurt University of Applied Sciences, ehem. Fachhochschule Frankfurt am Main
Note
2,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V283376
ISBN (eBook)
9783656832102
ISBN (Buch)
9783656829638
Dateigröße
589 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Währungsunion, Wirtschaftsunion, EU, Euro
Arbeit zitieren
Rawol Chabra (Autor), 2014, Chancen und Risiken einer Währungsunion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283376

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