In dieser Arbeit wird der Begriff der geistigen Behinderung umrissen. Ebenso werden Schwierigkeiten aufgezeigt, die sich im Zusammenhang mit seiner Definition ergeben. Es schließt sich die Beschreibung von vier wissenschaftlichen Definitionsansätzen an, welche sich auf unterschiedliche Weise dem Phänomen »geistige Behinderung« nähern. Darauf bezugnehmend wird der generelle Wandel, welcher sich in den Sichtweisen zu geistiger Behinderung vollzieht, dargestellt. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff der geistigen Behinderung beschließt die Arbeit.
In dem Bestreben, die bis dahin gängigen, jedoch äußerst diskriminierenden Bezeichnungen wie »Schwachsinn«, »Blödsinn«, »Idiotie« oder auch »Oligophrenie« abzulösen, wurde der Begriff der geistigen Behinderung gegen Ende der 1950er Jahre von der Elternvereinigung »Lebenshilfe« in die fachliche Diskussion eingebracht. Damit wurde der Wunsch der Eltern zum Ausdruck gebracht, „[...] das spezifische Anderssein ihrer Kinder, die Beeinträchtigung ihrer intellektuellen (mentalen) Funktionen, so zu beschreiben, dass es dabei nicht wieder zu einer Abwertung der gesamten Person kommt“.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Der Begriff
- Schwierigkeiten einer Definition
- Medizinisch-biologischer Ansatz
- Pränatal entstandene Formen
- Perinatal entstandene Formen
- Postnatal entstandene Formen
- Psychologischer Ansatz
- Soziologischer Ansatz
- Pädagogischer Ansatz
- Veränderte Sichtweisen
- Kritik am Begriff »geistige Behinderung«
- Zusammenfassung
- Literaturverzeichnis und weiterführende Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Begriff der geistigen Behinderung und den Schwierigkeiten, die sich bei seiner Definition ergeben. Sie analysiert verschiedene wissenschaftliche Ansätze zur Definition von geistiger Behinderung und beleuchtet den Wandel in den Sichtweisen auf dieses Phänomen. Die Arbeit schließt mit einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Begriff der geistigen Behinderung.
- Definition und Schwierigkeiten der Begriffsbestimmung von geistiger Behinderung
- Medizinisch-biologischer, psychologischer, soziologischer und pädagogischer Ansatz zur Definition von geistiger Behinderung
- Veränderte Sichtweisen auf geistige Behinderung im Laufe der Zeit
- Kritik am Begriff der geistigen Behinderung
- Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Thematik der Arbeit vor und erläutert den Fokus auf den Begriff der geistigen Behinderung. Sie skizziert die Schwierigkeiten, die sich bei der Definition des Begriffs ergeben, und kündigt die Analyse verschiedener wissenschaftlicher Ansätze an.
Das Kapitel "Der Begriff" beleuchtet die Entstehung des Begriffs "geistige Behinderung" und die damit verbundenen Intentionen. Es werden die Schwierigkeiten einer einheitlichen Definition aufgezeigt und die Individualität des Phänomens der Behinderung hervorgehoben. Die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze zur Definition von geistiger Behinderung werden vorgestellt, darunter der medizinisch-biologische, der psychologische, der soziologische und der pädagogische Ansatz.
Das Kapitel "Veränderte Sichtweisen" beschreibt den Wandel in den Sichtweisen auf geistige Behinderung im Laufe der Zeit. Es werden die historischen Entwicklungen und die Veränderungen in der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Menschen mit geistiger Behinderung beleuchtet.
Das Kapitel "Kritik am Begriff »geistige Behinderung«" analysiert kritisch den Begriff der geistigen Behinderung und seine Auswirkungen auf die Lebenswelt von Menschen mit geistiger Behinderung. Es werden die problematischen Aspekte des Begriffs und die Notwendigkeit einer neuen Perspektive auf das Phänomen der Behinderung diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den Begriff der geistigen Behinderung, die Schwierigkeiten seiner Definition, die verschiedenen wissenschaftlichen Ansätze zur Definition von geistiger Behinderung, den Wandel in den Sichtweisen auf geistige Behinderung und die Kritik am Begriff der geistigen Behinderung. Der Text beleuchtet die historische Entwicklung des Begriffs, die verschiedenen Perspektiven auf geistige Behinderung und die Notwendigkeit einer neuen Perspektive auf das Phänomen der Behinderung.
Häufig gestellte Fragen
Woher stammt der Begriff "geistige Behinderung"?
Der Begriff wurde Ende der 1950er Jahre von der Elternvereinigung „Lebenshilfe“ eingeführt, um diskriminierende Bezeichnungen wie „Schwachsinn“ oder „Idiotie“ abzulösen.
Welche wissenschaftlichen Ansätze zur Definition gibt es?
Die Arbeit beschreibt den medizinisch-biologischen, den psychologischen, den soziologischen und den pädagogischen Ansatz.
Was sind Beispiele für den medizinisch-biologischen Ansatz?
Dieser Ansatz unterscheidet nach dem Zeitpunkt der Entstehung: pränatal (vor der Geburt), perinatal (während der Geburt) und postnatal (nach der Geburt).
Warum wird der Begriff "geistige Behinderung" heute kritisch gesehen?
Die Kritik richtet sich oft gegen die Stigmatisierung und die Reduzierung der Person auf ein Defizit, was die Suche nach neuen, weniger abwertenden Perspektiven notwendig macht.
Wie hat sich die gesellschaftliche Sichtweise auf Behinderung gewandelt?
Die Arbeit zeigt einen Wandel von einer rein defizitorientierten, medizinischen Sicht hin zu einer stärkeren Berücksichtigung sozialer und pädagogischer Teilhabe auf.
Was war die Intention der Eltern bei der Einführung des Begriffs?
Sie wollten das „spezifische Anderssein“ ihrer Kinder beschreiben, ohne dass es zu einer Abwertung der gesamten Persönlichkeit kommt.
- Quote paper
- Friederike Jung (Author), 2005, Geistige Behinderung. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff und seinem Gebrauch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283398