Korruptionsskandale, Massenentlassungen und Schmiergeldaffären sind nur einige Beispiele für fehlende Wertorientierung der Wirtschaft. Dabei entflammt die öffentliche Diskussion über Wertehaltung und Moral immer wieder neu. Themen wie Business-Ethik, Corporate Governance oder Compliance gewinnen für Unternehmen deshalb immer mehr an Bedeutung. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den Grundlagen des Wertemanagements und insbesondere der Frage, wie dieses erfolgreich im Unternehmen implementiert werden kann.
In der Literatur finden sich zahlreiche philosophische und psychologische Theorien zum Thema Werte. Zu Beginn dieser Arbeit werden zwei ausgewählte Theorien vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Werttheorien
2.1 Werte nach Bochenski
2.2 Werte nach Schwartz
3 Triebkräfte für die Ein- und Durchführung von Wertemanagementsystemen
3.1 Komplexität von Managemententscheidungen
3.2 Renaissance der Subjektivität
3.3 Gesellschaftliche Verantwortung
4 Unternehmensethik
4.1 Konfliktfelder
4.2 Strategien
5 Werte in der strategischen Kommunikation
6 Compliance - Grundlage der Corporate Governance
6.1 Compliance – Begriffsdefinition
6.2 Inhalte eines Complianceprogramms
7 Coaching als Implementierungsstrategie von Wertemanagement
8 Die Rolle von Werten bei der Gestaltung der Unternehmenskultur
8.1 Unternehmenskultur – Begriffsdefinition
8.2 Erkundung und Beschreibung der Unternehmenskultur
8.3 Rolle der Unternehmenskultur bei der Einführung eines Wertemanagementsystems
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Wertemanagements und analysiert, wie diese erfolgreich in Organisationen implementiert werden können, um auf ethische Herausforderungen und den globalen Wettbewerbsdruck zu reagieren.
- Philosophische und psychologische Wertetheorien
- Triebkräfte für die Implementierung von Wertemanagementsystemen
- Strategien der Unternehmensethik zur Konfliktlösung
- Kommunikation von Werten und Compliance-Programme
- Die Bedeutung der Unternehmenskultur für den Implementierungserfolg
Auszug aus dem Buch
3.1 Komplexität von Managemententscheidungen
Die zunehmende Komplexität von Managemententscheidungen ist der fortschreitenden Globalisierung und der damit einhergehenden „Verlängerung der Wertschöpfungsketten“ geschuldet. Um auf den globalen Märkten wettbewerbsfähig zu bleiben und nachhaltig zu bestehen, ist Kooperationsbereitschaft und -fähigkeit gefragt. Coopetition lautet das Schlagwort, ein Neologismus der sich aus den Begriffen cooperation und competition zusammensetzt und die Fähigkeit bezeichnet, gleichzeitig Kooperation und Wettbewerb zu betreiben. Notwendig ist dies aufgrund der globalen Verflechtungen, in denen Partner und Konkurrenten nicht immer zwingend zwei verschiedene Instanzen sind. Faires Wirtschaften ist daher heutzutage ein grundlegender Faktor für ein erfolgreiches Wachstum.
Abbildung 2 zeigt das Zusammenspiel der drei Faktoren Charakter, Branche und Wirtschaftskultur, die die Unternehmenskultur beeinflussen. Individuelle Charaktereigenschaften haben dabei direkt Einfluss auf die Führungsqualität in den Unternehmen, die Branchenkultur legt Maßstäbe für gutes Management fest und die über lange Jahre gewachsenen Wertvorstellungen der nationalen Wirtschaftskulturen definieren faires Handeln.
Immer wieder auftretende Skandale um Korruption und Preisabsprachen zeigen auf, dass der Umgang mit fremden Wertekulturen und ein nicht gelebtes Wertesystem unter Umständen ein Existenzrisiko für Unternehmen darstellt. Umso wichtiger ist es, die geltenden formalen Regelungen (z. B. Korruptionsrichtlinien) um interne Regelungen (z. B. Ethikmanagement) zu ergänzen und somit die Integrität der Unternehmen zu stärken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Relevanz von Business-Ethik, Corporate Governance und Compliance aufgrund öffentlicher Diskussionen über fehlende Wertorientierung in der Wirtschaft.
2 Werttheorien: Dieses Kapitel stellt zwei fundamentale Theorien vor, die von Joseph Maria Bochenski sowie Shalom Schwartz, um ein Verständnis für die wissenschaftliche Einordnung von Werten zu schaffen.
3 Triebkräfte für die Ein- und Durchführung von Wertemanagementsystemen: Es werden die zentralen Faktoren wie Marktkomplexität, Subjektivität und gesellschaftliche Verantwortung identifiziert, die Unternehmen zur Einführung von Wertemanagementsystemen motivieren.
4 Unternehmensethik: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Konfliktfelder in der Unternehmensführung und stellt drei unternehmenspolitische Strategien (Wettbewerbs-, ordnungspolitische und Marktaustrittsstrategie) vor.
5 Werte in der strategischen Kommunikation: Der Fokus liegt hier auf dem Dilemma, Vertrauen durch Kommunikation zu stärken, ohne die Glaubwürdigkeit durch ein Übermaß an Aussagen zu gefährden.
6 Compliance - Grundlage der Corporate Governance: Hier wird Compliance als wesentlicher Bestandteil der Unternehmensführung definiert und die sieben Grundelemente eines funktionsfähigen Systems dargelegt.
7 Coaching als Implementierungsstrategie von Wertemanagement: Dieses Kapitel erläutert den Prozess der Implementierung anhand eines Phasenmodells, das von der Kontaktphase bis zur Erfolgskontrolle reicht.
8 Die Rolle von Werten bei der Gestaltung der Unternehmenskultur: Es wird untersucht, wie Unternehmenskultur definiert und analysiert werden kann und welche zentrale Rolle sie bei der erfolgreichen Implementierung von Wertesystemen spielt.
Schlüsselwörter
Wertemanagement, Unternehmensethik, Compliance, Unternehmenskultur, Corporate Governance, Werte, Implementierung, Stakeholder, Coaching, Wettbewerbsvorteil, CSR, Integrität, Führung, Wertschöpfungskette, Moral.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit befasst sich mit den Grundlagen des Wertemanagements in Unternehmen und untersucht die Notwendigkeit sowie die Umsetzungsmöglichkeiten in der modernen Wirtschaftspraxis.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen ethische Theorien, die Implementierung von Compliance-Systemen, die strategische Kommunikation von Werten sowie die prägende Kraft der Unternehmenskultur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen Wertemanagementsysteme erfolgreich implementieren können, um Integrität zu wahren und sich in komplexen globalen Märkten wettbewerbsfähig zu positionieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse philosophischer, psychologischer und betriebswirtschaftlicher Theorien, ergänzt durch die Darstellung von Modellen zur Organisationsentwicklung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen, Triebkräfte für Wertemanagement, Strategien zur Unternehmensethik, Ansätze zur strategischen Kommunikation und Compliance sowie konkrete Implementierungsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Wertemanagement, Unternehmensethik, Compliance, Unternehmenskultur und Corporate Governance charakterisiert.
Warum ist das Circumplex-Modell nach Schwartz für Unternehmen relevant?
Es dient als Orientierungshilfe, um bei komplexen Managemententscheidungen wertbasierte Argumente abzuwägen, Konflikte zu verstehen und Entscheidungen gegenüber Stakeholdern zu rechtfertigen.
Welche Rolle spielen Führungskräfte bei der Etablierung einer neuen Wertekultur?
Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle, da sie die neuen Werte durch ihr eigenes Handeln vorleben müssen, um die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz der Mitarbeiter zu gewährleisten.
Wie unterscheidet sich die Wettbewerbsstrategie von der Marktaustrittsstrategie bei Noll?
Während die Wettbewerbsstrategie auf die Entwicklung moralisch innovativer Produkte setzt, um Vorteile zu generieren, bedeutet der Marktaustritt die konsequente Abkehr von Märkten, auf denen moralische Ansprüche nicht erfüllt werden können.
- Quote paper
- Katja Rambacher (Author), 2014, Grundlagen des Wertemanagements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283522