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Annette von Droste Hülshoffs literarisches Westfalen und seine Außenseiterfiguren

Title: Annette von Droste Hülshoffs literarisches Westfalen und seine Außenseiterfiguren

Term Paper , 2014 , 26 Pages , Grade: 0.0

Autor:in: Nicole Timpe (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Annette von Droste-Hülshoff war Zeit ihres Lebens von der Region Westfalen, der Kultur, den Sagen und besonders von den Westfalen fasziniert. Das Interesse für diese Gegend findet sich auch sehr deutlich in ihren Werken wieder. Die Autorin bereiste Westfalen des Öfteren und recherchierte gründlich über den historischen Hintergrund der einzelnen Gebiete und las die damals bekannten Volkssagen und Geistergeschichten. Interessanterweise gab es einige Gegenden Westfalens, die sie anderen vorzog. Sie differenzierte die Regionen und die dort lebenden Bewohner, die laut ihrer Meinung häufig nicht unterschiedlicher sein könnten. In ihren Werken „Die Judenbuche“ und „Bei uns zu Lande auf dem Lande“ stellt sie zwei völlig unterschiedliche westfälische Gesellschaften vor. Dorf B ist ein Ort der unmoralischen Sittenlosigkeit, für den die Gegend um Paderborn bis zum Teutoburger Wald als Vorbild diente. Laut der Autorin wären Paderborner die sittenlosesten Menschen überhaupt. In der Judenbuche schreibt sie ihre negativen Beobachtungen über diese Region nieder. Das Münsterland war immer Annette von Droste-Hülshoffs Favorit gewesen, sie schrieb sogar, dass sie eine „Stockmünstlerländerin“ wäre. Doch ihr literarisches Münsterland ist ein anderes als das damals gegenwärtige im 19. Jahrhundert, ihr Münsterland stellt ein Ideal dar, was schon als utopisch und irreal bezeichnet werden kann, oder zumindest aus einer längst vergangenen Zeit zu stammen scheint.
In beiden literarischen Gegenden Westfalens agieren jeweils zwei Außenseiterfiguren, die nicht in die Gesellschaft passen und sich mit den Bewohnern nicht identifizieren können Diese Arbeit soll die Besonderheiten Annette von Droste-Hülshoffs literarischem Westfalen näher erläutern und die zwei Außenseiterfiguren Friedrich Mergel und den Edelmann aus der Lausitz im Bezug auf ihre Umwelt und Wirkung auf die Bewohner genauer untersuchen und vor allem die Frage klären, was macht die beiden Figuren zu Außenseitern?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.Annette von Droste-Hülshoffs persönlicher Bezug zu Westfalen

2.Annette von Droste-Hülshoffs literarisches Westfalen

2.1 Dorf B. - ein Ort der Sittenlosigkeit und der heuchlerischen Frömmigkeit

2.2 Das Münsterland – eine Utopie aus alter Zeit

3.Annette von Droste-Hülshoffs Außenseiterfiguren

3.1 Friedrich Mergel – ein fremdgeleiteter Außenseiter

3.2 Der Edelmann aus der Lausitz – ein ironischer Außenseiter

4.Friedrich und der Edelmann - vorbestimmte Außenseiter?

Schlusswort und Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert Annette von Droste-Hülshoffs literarische Darstellung Westfalens und untersucht die Rollen sowie das Schicksal zweier zentraler Außenseiterfiguren in den Werken „Die Judenbuche“ und „Bei uns zu Lande auf dem Lande“.

  • Regionale Differenzierung und Wahrnehmung Westfalens bei Droste-Hülshoff
  • Gegenüberstellung des „sittenlosen“ Dorf B. und der „utopischen“ Münsterland-Idylle
  • Die Charakterisierung von Friedrich Mergel als Außenseiter in einer moralisch verfallenen Gemeinschaft
  • Die Rolle des namenlosen Edelmanns aus der Lausitz als ironischer Beobachter im Münsterland
  • Analyse der Mechanismen von Ausgrenzung und individuellem Scheitern im sozialen Kontext

Auszug aus dem Buch

3.1 Friedrich Mergel – ein fremdgeleiteter Außenseiter

„Friedrich Mergel, geboren 1738, war der einzige Sohn eines sogenannten Halbmeiers, oder Grundeigentümers geringerer Klasse im Dorf B.“ Bereits dieser erste Satz nach dem ironisch belehrenden lyrischen Prolog vermittelt dem Leser, dass der Protagonist in einer wirtschaftlichen Misere geboren wurde und das zu der in der Handlung deutlich gemachten Außenseiterstellung führt.Wie bereits erwähnt, zählen in dem Dorf nur materielle Werte.

Doch seine unglückliche Lage ist nicht nur von finanziellen Nöten und unsittlicher Moral in der Gesellschaft, sondern auch von familiärem Unglück geprägt: „..Margreth soll sehr geweint haben, als man ihr das Kind reichte.“ Der kleine Friedrich wurde als ungewolltes Kind eines Ehepaars, das sich nicht liebt, geboren. Wenig überraschend verläuft auch seine Kindheit nicht glücklich. Er gilt unter den anderen Kindern wegen seines sozial niederen Standes als Außenseiter und hat schwer unter dieser Isolation zu leiden. Nur der Vater scheint seine einzige Bezugsperson zu sein und akzeptiert den Kleinen, wie er ist: „Der Vater hatte ihn sehr lieb, kam nie nach Hause, ohne ihm ein Stückchen Wecken oder dergleichen mitzubringen..“ Die Geburt des einzigen Sohnes scheint den Trunkenbold verändert zu haben und bei dieser Vater-Sohn Beziehung kann man durchaus von einer kurzen, heimatlichen Idylle sprechen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Faszination der Autorin für Westfalen und Vorstellung der zentralen Außenseiter-Problematik in den Werken.

1.Annette von Droste-Hülshoffs persönlicher Bezug zu Westfalen: Untersuchung der historischen Inspiration und der privaten Briefe der Autorin im Hinblick auf ihre literarische Westfalen-Rezeption.

2.Annette von Droste-Hülshoffs literarisches Westfalen: Präsentation der zwei kontrastierenden literarischen Welten der Autorin.

2.1 Dorf B. - ein Ort der Sittenlosigkeit und der heuchlerischen Frömmigkeit: Analyse des Schauplatzes aus „Die Judenbuche“ als Ort moralischer Verkommenheit und sozialer Härte.

2.2 Das Münsterland – eine Utopie aus alter Zeit: Betrachtung des idealisierten, fast utopischen Schauplatzes aus „Bei uns zu Lande auf dem Lande“.

3.Annette von Droste-Hülshoffs Außenseiterfiguren: Einleitung in die gemeinsamen Charakteristika der Protagonisten als Außenseiter.

3.1 Friedrich Mergel – ein fremdgeleiteter Außenseiter: Tiefenanalyse der Entwicklung von Friedrich Mergel unter dem Einfluss von familiärem Umfeld und gesellschaftlichem Druck.

3.2 Der Edelmann aus der Lausitz – ein ironischer Außenseiter: Untersuchung der Rolle des namenlosen Stadtmenschen und seiner skeptischen Wahrnehmung der ländlichen Idylle.

4.Friedrich und der Edelmann - vorbestimmte Außenseiter?: Synthese der Gemeinsamkeiten in der Außenseiterstellung trotz unterschiedlicher gesellschaftlicher Hintergründe.

Schlusswort und Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Modernität der Texte und der zeitlosen Relevanz der Außenseiter-Problematik.

Schlüsselwörter

Annette von Droste-Hülshoff, Westfalen, Außenseiter, Die Judenbuche, Bei uns zu Lande auf dem Lande, Friedrich Mergel, Münsterland, Dorf B., Gesellschaftskritik, Literaturanalyse, Identität, Utopie, Moral, soziale Isolation, 19. Jahrhundert.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung Westfalens bei Annette von Droste-Hülshoff und untersucht, wie spezifische soziale Strukturen ihre Protagonisten zu Außenseitern formen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die regionale Differenzierung Westfalens, den Gegensatz zwischen moralischem Verfall und idealisierter Utopie sowie die psychologische Untersuchung von Außenseiterfiguren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu klären, was die Figuren Friedrich Mergel und den Edelmann aus der Lausitz zu Außenseitern macht und inwiefern ihr Schicksal durch ihre Umgebung determiniert ist.

Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?

Die Arbeit basiert auf der Analyse von Primärtexten der Autorin sowie der Einbeziehung literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur zu den behandelten Werken.

Was wird im Hauptteil inhaltlich behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst das historische Westfalen-Bild der Autorin und ihre fiktiven Orte (Dorf B. und Münsterland) analysiert, gefolgt von einer detaillierten Betrachtung der beiden Protagonisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Die wichtigsten Schlagworte sind Droste-Hülshoff, Westfalen, Außenseiter, Identität, soziale Isolation und Literaturanalyse.

Warum empfindet der Leser für Friedrich Mergel eher Mitleid als Abscheu?

Trotz seines kriminellen Weges wird er als Figur gezeichnet, die durch soziale Zwänge und ein familiär traumatisiertes Umfeld in eine Außenseiterrolle gedrängt wurde, statt als rein böser Charakter.

Inwiefern unterscheidet sich der Edelmann aus der Lausitz von Friedrich Mergel?

Während Mergel in eine kriminelle Dorfstruktur integriert ist und diese verachtet, agiert der Edelmann als ironischer, weltgewandter Beobachter, der aufgrund seiner städtischen Herkunft und Bildung nicht in die bäuerliche Idylle passt.

Welche Funktion hat die „restaurative Utopie“ im Kontext des Münsterlandes?

Sie dient als nostalgischer Gegenentwurf zur modernen Industrialisierung, stellt jedoch durch die Stilisierung des Idealen gleichzeitig eine Flucht vor der Realität dar.

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Details

Title
Annette von Droste Hülshoffs literarisches Westfalen und seine Außenseiterfiguren
College
University of Freiburg  (Philologische Fakultät Deutsches Seminar)
Course
Annette von Droste-Hülshoff Seminar
Grade
0.0
Author
Nicole Timpe (Author)
Publication Year
2014
Pages
26
Catalog Number
V283579
ISBN (eBook)
9783656832874
ISBN (Book)
9783656830627
Language
German
Tags
Droste-Hülshoff Judenbuche Friedrich Mergel Aussenseiter Aussenseiterfigur Bei uns zu Lande auf dem Lande
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Timpe (Author), 2014, Annette von Droste Hülshoffs literarisches Westfalen und seine Außenseiterfiguren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283579
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