Eine Untersuchung der Kommunikationsform Webforum

Textsorten, Themen und Sprache im Internet


Examensarbeit, 2013

91 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Technische Voraussetzungen und Möglichkeiten

3. Einordnung zwischen E-Mail und Chat
3.1. Warum das Forum als Gegenstand?
3.2. Vor- und Nachteile
3.3. Webforum vs. Internetforum - Neu gegen Alt
3.4. Begriff der Online-Community

4. Kommunikationsform und Textsorten – Überlegungen zum Forum
4.1. Begriffsdefinitionen
4.1.1. Kommunikationsform
4.1.2. Textsorte im hiesigen Verständnis
4.2. Beschreibungsdimensionen
4.2.1. Situativität
4.2.2. Funktionalität
4.2.3. Thematizität und Strukturiertheit
4.2.4. Formulierungsadäquatheit
4.3. Verwendung für das Forum – Zusammenfassung Kapitel 4

5. Ausgewählte Themen in Foren und Realisierungen von Textsorten
5.1. Hilfegesuche und Diskussionen
5.1.1. Handlungsrollen und Rechte
5.1.2. Auswahl an Foren
5.2. Gesetzte Schwerpunkte
5.2.1. Geforderte Textsorten
5.2.2. Texte des Kernbereichs
5.2.3. Texte des Nicht-Kernbereichs
5.3. Randthemen und ihre inhaltlichen Ausflüge – Zwischenfazit

6. Sprache der Foren-Nutzer
6.1. Mündlichkeit vs. Schriftlichkeit
6.2. Leidwesen der Orthografie
6.3. Internetsprache und Webforen
6.4. Anonymität und Aggressivität

7. Thema und Sprache als Spiegel der Nutzerschaft?
7.1. Erwartungsbilder
7.2. Vergleich von zwei Webforen
7.2.1. Nutzer
7.2.2. Themen/Threads
7.2.3. Sprache
7.2.4. Fazit

8. Forum = Community? - Kurzer Ausblick

9. Rückblick: Einordnung zwischen E-Mail und Chat

10. Exkurs: Bedeutung für die schulische Ausbildung Jugendlicher

11. Zusammenfassung

Abbildungen

Tabellen

Anhang

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die mediale Landschaft verfügt mit dem Internet über ein scheinbar grenzenloses Mittel zur Realisierung von Kommunikation. Während die E-Mail und der Internetchat bereits als feste Größen angesehen werden müssen und ihre Möglichkeiten im privaten wie auch institutionellen Sektor Verwendung finden, wurden die Kommunikationsform Brief und das klassische Beratungsgespräch stellenweise verdrängt oder ersetzt. Gleichzeitig erleben wir gegenwärtig ein schier unaufhaltbares Wachstum im Bereich der sogenannten Social Media. Dienste wie Facebook oder Twitter verändern auf verschiedenen Ebenen das gesellschaftliche Miteinander und geben ein rasantes Tempo bzgl. der Erklärung oder Kommentierung verschiedener Ereignisse vor.

Zwischen diesen Entwicklungen liegt das webbasierte Internetforum, welches Gegenstand dieser Arbeit ist. Das Forum bietet als Kommunikationsform bis heute einen Platz zum Informations- und Meinungsaustausch für seine Nutzer. Die nur spärlich vorhandene Literatur beschäftigt sich dahingehend zumeist mit organisatorischen Fragen, etwa bei technischen, finanziellen und rechtlichen Aspekten.1 Darüber hinaus bieten in Foren veröffentlichte Inhalte in ihrer Analyse Anhaltspunkte für Erhebungen wirtschaftlicher Natur.2 Vereinzelt untersuchen Sprach- und Kommunikationswissenschaftler die Sprache in Foren oder stellen mögliche Kategorien zur Analyse der Kommunikationssituation zur Diskussion.3

Die Zielstellung der vorliegenden Arbeit liegt in der Aufnahme und Verknüpfung einzelner Fäden, um das Webforum ganzheitlich als Kommunikationsform darzustellen. Dabei müssen unterschiedliche Einflüsse auf diese berücksichtigt werden. Den Leser begleiten drei Arbeitsthesen:

1. Die dominierende Textsorte im Webforum stellt der Forumsbeitrag dar.
2. Webforen bilden jeweils eine themenorientierte Online-Community (ab).
3. Thema und Sprache des Webforums charakterisieren die dort anwesende Nutzerschaft.

Diese Arbeitsthesen sind dabei nicht hierarisch zu lesen, sondern bedingen einander. Eine dominierende Textsorte kann einen Kommunikationsbereich konstituieren, insofern dieser hier als Gemeinschaft innerhalb der Grenzen der Kommunikationsform Webforum besteht. Die Nutzer des Angebots müssen sich aufgrund des angebotenen, bzw. selbst gewählten Themas in ihrer Sprache verständigen können, d.h. themenspezifische Begriffe und Symbole zu verstehen und zu deuten. Um der angestrebten Ganzheitlichkeit Rechnung zu tragen, werden neben den textlinguistischen auch Begrifflichkeiten aus der Technik, der Kommunikationswissenschaft und der Systemtheorie hinzugezogen – wobei diese drei Kategorien nur punktuell aufgegriffen werden können.

Der erste Teil der Arbeit umfasst somit eine allgemeine Einordnung des Webforums, Begriffsdefinitionen zur Kommunikationsform und zur Textsorte sowie hierzu gehörende Beschreibungsdimensionen. Bereits dabei sollen konkrete Überlegungen zum Forum hinzugezogen und in einer abschließenden Kapitelzusammenfassung festgehalten werden. Danach werden auf Grundlage der Themen und Nutzerrollen ausgewählte Textsorten vorgestellt und bzgl. ihres Status im und für das Forum eingeordnet.

Der zweite Teil der Arbeit umreißt zunächst kurz die sprachlichen Merkmale der Internetkommunikation, welche in ihrer Gemeingültigkeit ebenso für das Forum zutreffen. Hiermit kann sichergestellt werden, neben Aspekten der Nutzer und des Themas die Sprache als dritte Kategorie zum Vergleich von Webforen heranzuziehen. Der Text endet mit einer Einschätzung der Ergebnisse sowie einer kurzen didaktischen Reflexion für den schulischen Bereich.

2. Technische Voraussetzungen und Möglichkeiten

Kommunikationsformen, welche sich des Mediums Internet bedienen und gleichermaßen auf Seiten der Produzenten und Rezipienten einen webfähigen Computer verlangen, um bspw. Nachrichten verfassen und lesen zu können, werden den sogenannten tertiären Medien zugeschrieben.4 Neben der E-Mail-Kommunikation finden wir in diesem Sektor auch das Webforum, welches über einen der zahlreichen Internetbrowser erreichbar ist. Die modernen und zugleich aktuellen Varianten dieser Kommunikationsform erfordern vom potentiellen Nutzer eine Registrierung, welche ausschließlich über eine eigene E-Mail-Adresse abzuschließen ist.5 Dementsprechend muss ein neues Mitglied über einen gültigen und regelmäßig zu überprüfenden E-Mail-Account verfügen. An diesen wird nach kurzer Zeit ein vom System generiertes Passwort verschickt, welches mit dem vom Nutzer ausgewählten Nicknamen verbunden ist und zum Einloggen in das Webforum dient.6

Die Betreiber der Foren, meist vertreten durch den Administrator, erlauben den nicht registrierten Besuchern sehr oft das Lesen aller bereits vorhandenen Beiträge und ermöglichen so die primäre Überlegung, inwiefern eine Registrierung, bzw. Anmeldung für das eigene Interesse lohnenswert wäre. Häufig klären sich themenbezogene Fragen bereits durch einen einmaligen Besuch des Forums (ohne Anmeldezwang) oder die inhaltliche oder soziale Struktur missfällt dem Leser.7 Webforen unterscheiden sich darüber hinaus in ihrem Erscheinungsbild für Leser und angemeldete Mitglieder (Abb. 1).

Abb. 1: Begrüßungszeilen für nicht registrierte oder angemeldete Mitglieder im Webforum der Förderabteilung des Hamburger Sportvereins.8

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Erscheinungsbild eines Webforums ist variabel. Nach einer erfolgreichen Anmeldung bietet sich dem Mitglied ein verändertes Bild. Oftmals werden erst dann Zusatzfunktionen wie integrierte Kalender (inkl. Geburtstagstermine anderer Mitglieder) oder Chatfenster sichtbar. Die aktuell verbreitete Software gewährt dem Nutzer sogar ein individuelles Skin. Das Webforum erscheint dann mit dem Log-In für jedes einzelne Mitglied in einer anderen, selbst ausgewählten Farbe, Schriftart oder Aufteilung bzgl. des Themenangebots. Außerdem werden nach der erfolgreichen Anmeldung alle Unterforen grafisch hervorgehoben, in welchen seit dem letzten Besuch neue Beiträge veröffentlicht wurden. Demnach sind Webforen immer in Unterforen eingeteilt. Analog zum Schwarzen Brett werden diese auch Bretter, im Internet vorwiegend Boards genannt.9

Inhaltlich gefüllt werden diese Unterforen mit den Themen oder auch Threads, innerhalb derer die Mitglieder ihre Beiträge posten.10 Das Webforum der Förderabteilung des Hamburger Sportvereins bspw. unterteilt sich in die Kategorien HSV-Talk, Marktplatz sowie Sonstiges. Erstere verfügt über das Unterforum Letztes Spiel, welches den Nutzern Threads ermöglicht, in welchen sie u.a. die letzte Partie des Vereins anhand ihres Beitrags diskutieren oder bewerten können. Für die Anordnung der Foren ist in erster Linie der Administrator zuständig, für die Einhaltung des gleichberechtigten Umgangs untereinander sind die Moderatoren verantwortlich. Diese werden meist aus vertrauenswürdigen und aktiven Mitgliedern rekrutiert. Moderatoren können z.B. Beiträge editieren oder diese zwischen den Unterforen verschieben.

Das Verfassen von Beiträgen gleicht der Anfertigung einer E-Mail. Im dazugehörigen Browserfenster geben die Nutzer ihren Text ein und können diesen gemäß den gängigen Optionen von Textverarbeitungsprogrammen gestalten. Hinzu kommt die für das Forum äußerst wichtige Funktion des Zitierens, das Quoting. Hiermit können ganze Beiträge oder Auszüge aus diesen in den eigenen Text integriert werden.

Die ersten und unvollständigen Ausführungen zu den technischen Voraussetzungen und Möglichkeiten bzgl. der Foren-Kommunikation sollen im Hinblick auf Begriffe und Funktionen zunächst sensibilisieren. Weitere Bestandteile werden im Zuge der kommenden Kapitel einzeln aufgegriffen und im Hinblick auf ihre Relevanz für hiesige Überlegungen erläutert.

3. Einordnung zwischen E-Mail und Chat

3.1. Warum das Forum als Gegenstand?

Die Entwicklung des Webforums zur vorliegenden Kommunikationsform, wie sie hier dargestellt werden soll, unterlag während der anfänglichen Etablierung des Internets einem nicht unerheblichen technischen Einfluss.11 Dieser begründet bis heute eine oftmals undifferenzierte Auseinandersetzung mit der Thematik, u.a. im Hinblick auf realisierte Textsorten. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Forum sowie damit konnotierte Bilder und Funktionen führten zwangsweise zu seiner inflationären Anwendung im kommunikationswissenschaftlichen und linguistischen Bereich. Häufig wird die Möglichkeit, im Internet Kommentare, Rezensionen o.ä. zu veröffentlichen, mit den Kommunikationsformen Internet- oder Diskussionsforum umschrieben. Diese Vorgehensweise lässt auf eine mangelnde einheitliche Darstellung schließen.

Dorostkar und Preisinger benennen die wichtigen Merkmale der Kommunikation per Webforum, suchen jedoch die beispielhafte Verbindung zu sogenannten Zeitungsforen.12 Hierbei rücken oftmals unerkannt die Kommentarfunktionen der Online-Zeitungen in den Blickpunkt. Hieraus ergeben sich bzgl. des Forums die beiden falschen Schlussfolgerungen, dass die meisten Beiträge nicht auf andere antworten und ihre Kürze auf eine Limitierung der erlaubten Zeichenmenge zurückzuführen ist.13 Ausgangspunkt der Nutzertexte sind in diesem Fall jedoch journalistische Texte, die eine Reaktion der Leser in Form ihres Kommentars nicht explizit einfordern, aber erlauben. Im Gegensatz zum Webforum steht hier nicht der Austausch der Nutzer untereinander, sondern deren Meinung zum Textinhalt im Vordergrund.

Die größten Ähnlichkeiten ergeben sich so mit dem Leserbrief, speziell mit der von Sommerfeldt hierzu aufgestellten ersten Gruppe: „Kurze Leserbriefe meist einzelner Personen und fast immer zu einem einzelnen Problem.“14 Auch diese Textsorte unterliegt einer Limitierung der zu verwendeten Zeichen. Redaktionen behalten sich zumeist das Recht auf eine Kürzung vor, sollten die Längenvorgaben überschritten werden. Im Gegensatz zum Redakteur übernimmt für die Kommentarfunktion im Internet das Computersystem diese Aufgabe.15 Oftmals bedarf die Veröffentlichung eines Online-Kommentars auch der Zustimmung eines Moderators. Schuegraf und Meier verweisen in ihren Überlegungen zur Forenanalyse ebenso auf den Leserbrief, der im Offline-Bereich allerdings nur Ähnlichkeiten mit Beiträgen im Forum aufweist und im Normalbetrieb damit nicht gleichgesetzt werden darf.16

Das Webforum als eigenständige Technologie verlangt die Diskussion zwischen seinen Mitgliedern. Die Initiative zu den Beiträgen obliegt eindeutig den Nutzern, die mit Fragen oder Hinweisen ihren Thread eröffnen und anderen die Möglichkeit bieten, mit ihren Beiträgen wiederum hierauf zu reagieren.17 Primär existiert somit keine festgelegte Orientierungsinstanz (wie Meldung, Nachricht, Bericht), auf welche sich die Nutzer beziehen müssen. Innerhalb der inhaltlichen Rahmen der Kommunikationsform Webforum können sie die Themen der Threads selbst bestimmen. Einem Mitglied im HSV-Forum ist es somit möglich, im passenden Unterforum sein persönliches Anliegen zum Verein oder Fragen bzgl. der Bundesligamannschaft einzustellen, ohne dabei Bezug zu einer bereits getätigten Veröffentlichung nehmen zu müssen. Nur die darauf folgenden Beiträge sollen thematisch hieran anknüpfen.

Gerade innerhalb der Linguistik müssen durch die „Digitalisierung der Kommunikation“ die immer neueren und zahlreichen Kommunikationsformen differenzierter betrachtet werden, um die ebenso neuen Textsorten in ihrer Eigenart herauszustellen.18 Insofern sollte bzgl. kontextueller und funktionaler Aspekte das Webforum immer als eigene und klar von anderen abgegrenzte Kommunikationsform gesehen werden, welche nach ersten Überlegungen zunächst vorrangig als Diskussionsplattform dient. Hieraus ergibt sich die Frage, ob sich das Webforum hauptsächlich über die neue Textsorte Forumsbeitrag definiert – hierzu wird im Laufe der Arbeit noch auf den Kernbereich und die Kerntextsorten zurückzugreifen sein. Die Herausstellung des Forumsbeitrags als eigenständige Textsorte, die Ähnlichkeiten zu anderen (z.B. Leserbrief) aufweisen kann, würde eine Nebeneinandereihung und einen Vergleich erlauben, der sich bspw. auf unterschiedliche Beteiligungsmöglichkeiten von Lesern und Nutzern sowie sprachliche Variationen innerhalb der jeweiligen Kommunikationsformen beziehen könnte. Im Mittelpunkt stünden dann vielleicht Reaktionen auf gleiche Themen, jeweils realisiert in Zeitungen, Fernsehsendungen und Webforen.

Das Hauptseminar „Medienwandel und Textsortenwandel“ im Sommersemester 2011 an der Universität Greifswald beschäftigte sich u.a. mit der E-Mail, welche in der früheren Forschung zunächst als eigenständige Textsorte, heute jedoch korrekterweise als Kommunikationsform gesehen wird.19 Gleichzeitig wurde sie, trotz Ähnlichkeiten in Technik und Sprache, klar von der Chat-Kommunikation abgegrenzt.20 Zwischen E-Mail und Chat müssen wir nun der Vollständigkeit wegen das Webforum verorten. Richling gibt zu Beginn der hiesigen Überlegungen einen Überblick zu den gegenwärtigen Internet-Kommunikationsformen und -Technologien:

Abb. 2: Übersicht von Internet-Kommunikationsformen und –Technologien.21

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die fettgedruckten Technologien zeigen jeweils die Kommunikationsform an, für welche sie vorrangig entwickelt wurden.22 Das Forum wurde primär für die asynchrone Mehrere-zu-Mehreren-Kommunikation (m:n) konzipiert. Darüber hinaus können die Technologien auch in anderen Formen der Kommunikation verwendet werden. Kursiv gedruckte sind in einigen Foren bspw. als private Nachrichten möglich, aber nicht zwangsweise installiert, in Klammern stehende Bereiche sind „für die Technologie eigentlich atypisch“, aber dennoch in Beispielen „denkbar“.23 Wichtig sind die Hauptfunktionen bzgl. der kommunikativen Intention. Während E-Mail und Chat hauptsächlich der asynchronen Eins-Zu-Eins, bzw. der synchronen Mehrere-zu-Mehreren-Kommunikation angehören, steht das Webforum als Hauptvertreter der asynchronen Mehrere-zu-Mehreren-Kommunikation fest. Die Newsgroups müssen als Vorgänger angesehen werden, die immer mehr verdrängt werden.24 Die hier bereits angesprochene Online-Zeitung wird als Eins-zu-Mehreren-Kommunikation aufgeführt, ohne näher auf deren Kommentarfunktion hinzuweisen. Diese könnte u.U. mit der kursiv gedruckten Statischen Webseite erklärt werden, insofern hier für Nutzer eingebundene Techniken zur Kommentierung gemeint sein sollen.

Die Aufteilung in technologische und kommunikative Aspekte untermauert das Interesse der Arbeit, das Webforum als Kommunikationsform ganzheitlich darzustellen. Trotz der verschwommenen Grenzen, welche uns die Abbildung letztlich auch offenbart, können wir es so zunächst in seiner Eigenständigkeit und primären Funktion einordnen, die Frage nach einer neuen, dominierenden Textsorte (Forumsbeitrag) bestärken und hier aus linguistischer Perspektive mit Kapitel Vier anknüpfen.

3.2. Vor- und Nachteile

Ähnlich den Feststellungen bzgl. der E-Mail und der Chat-Kommunikation aus den letzten Jahren, lassen sich die Vor- und Nachteile des Webforums klar darstellen. Abfalterer stellt zunächst die Ortsungebundenheit der Nutzer sowie die Asynchronizität heraus, durch welche nicht alle Beteiligten der Forumsdiskussion anwesend sein müssen, um diese fortzusetzen.25 Dadurch ergebe sich gleichzeitig auch die Chance, in ausgedehnteren Zeiträumen intensiver und reflektierender mit gebotenen Inhalten umgehen zu können. Ein weiterer Vorteil sei die Möglichkeit, auf alle Beiträge zugreifen und so gleichzeitig an mehreren „Diskussions- und Meinungsbildungsprozessen“ teilnehmen zu können.26

Nachteile sieht er im Fehlen nonverbaler Kommunikation und in der zeitlichen Unabhängigkeit, welche „das Forum als Ort für rasche Entscheidungsfindung ungeeignet erscheinen lässt“.27 Im Kontext seiner Überlegungen, das Forum neben anderen Online-Kommunikationsformen als Unterrichtsgegenstand in der Schule anzuwenden, sieht er den „stetigen Zuwachs an Text“ kritisch, da dieser seiner Meinung nach „zu Lasten der Übersichtlichkeit gehen kann“.28 Die mögliche Unübersichtlichkeit könne zwar Schüler und Lehrer in Lehr-/Lernprozessen gleichermaßen überfordern, sie steht jedoch der allgemeinen Tatsache gegenüber, dass kaum genutzte und beitragslose Webforen erfolglos sind und Nutzer abschrecken.29 Die Mitglieder eines Selbsthilfe-Forums diskutieren in einem Thread ihre Ansichten zu Vor- und Nachteilen, welche ein Nutzer in seinem Beitrag zusammenfasst:

Abb. 3: Auszug aus einem Beitrag bzgl. Vor- und Nachteilen eines Webforums.30

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die am Thread beteiligten Nutzer stimmen in den meisten Punkten mit Abfalterer überein, so werden bspw. die fehlenden Kommunikationsebenen und somit die Unpersönlichkeit der Kommunikationssituation beschrieben, welche gleichzeitig als allgemeingültig für den Austausch über das Internet gelten.31 Darüber hinaus werden mögliche Konflikte und Missverständnisse angeführt, die nur schwer über eine derartige Kommunikation zu klären seien. Ebenso bestünde die Gefahr der Sucht, verbunden mit der Abkehr von der Realität. Dagegen dominieren in ihrer Anzahl die aufgelisteten Vorteile des Webforums. Hinzu kommen aus Sicht der Mitglieder eine sinkende Hemm- sowie niedrigere Schamschwelle, wodurch es leichter sei, Inhalte zunächst schriftlich darzulegen. Während Abfalterer seine Überlegungen mit dem Einsatz im schulischen Bereich verknüpft und dabei zwangsweise Themen für verschiedene didaktische Ebenen bedenken muss, verbinden die Nutzer des Selbsthilfe-Forums ihre gesetzten Vor- und Nachteile mit Bezugspunkten gemäß dem inhaltlichen Rahmen ihrer Kommunikationsform. Die Beurteilung des Webforums erfolgt über die thematische Einordnung, welche es durch den gegebenen Kontext, Titel und beschriftete Unterforen selbst mitbestimmt.

Ein Fußballfan im HSV-Forum wird die allgemeinen Vor- und Nachteile der Kommunikationsform bestätigen, jedoch keine Äußerungen bzgl. der Praktikabilität im schulischen Unterricht tätigen oder niedrigere Schamschwellen für seine Beiträge anbringen. Während die E-Mail und der Chat zunächst anhand ihrer technischen Merkmale definiert werden, unterliegt ein Webforum immer auch seiner thematisch-inhaltlichen Relevanz.32

3.3. Webforum vs. Internetforum - Neu gegen Alt

Im vorletzten Kapitel wurde eine uneinheitliche Darstellung des Internetforums bemängelt. Es wurde die Gefahr geäußert, dass der Begriff fälschlicherweise für diverse andere Technologien und Kommunikationsformen des Internets verwendet wird. Dabei wurde die Forderung herausgestellt, das Forum als Plattform des Austausches zu definieren, dessen Themen durch ihre Nutzer und den kontextuellen Rahmen bestimmt werden. Der Begriff Webforum soll dies intendieren.

„Ein Internetforum (von lat. forum, Marktplatz; engl. Bezeichnungen: internet forum, message board und webboard), auch Diskussionsforum, ist ein virtueller Platz zum Austausch und Archivierung von Gedanken, Meinungen und Erfahrungen.“33

Die Definition der Online-Enzyklopädie Wikipedia gibt bei Suche nach dem Webforum wiederum zwei andere Begriffe (Internetforum/Diskussionsforum) aus. Im weiteren Verlauf des Artikels wird jedoch darauf hingewiesen, dass die Kommunikationsform Webforum mittlerweile die dominierende Form des Internetforums und diese durch den Vorgang der Registrierung gekennzeichnet sei und so zugleich eine Online-Community bilde.34 Somit stehen die anderen Begriffe als Synonyme für das Webforum fest, welches – wie in Kapitel 2 beschrieben – von der Titelseite (siehe Abb. 4) aus in Unterforen aufgeteilt ist, innerhalb deren die Threads mit den Beiträgen der Mitglieder zu finden sind (siehe Abb. 5).

Abb. 4: Titelseite des Webforums Ryckwärts, studentisches Forum für Greifswald.35

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Titel ist angelehnt an den Fluss Ryck, der inhaltliche Rahmen wird mit „Leben & Studieren in Greifswald“ festgemacht. „Leben“ und „Studieren“ bilden die beiden Hauptkategorien, in denen die Unterforen zu finden sind. Die linke Spalte bietet das Log-In Fenster für Mitglieder, Geburtstagsmeldungen, Statistiken zu Themen/Beiträgen sowie diverse Links auf. Unten links findet sich ein Fenster für Werbung (z.B. zur Finanzierung des Servers).

Abb. 5: Unterforum „Lehrveranstaltungen und Prüfungen, Philosophische Wissenschaften“ des Webforums Ryckwärts.36

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die ersten sechs Themen/Threads, chronologisch geordnet nach den neuesten Beiträgen innerhalb dieser. U.a. mit Angabe des Threaderstellers/Autors sowie Zeit/Datum/Autor des letzten Beitrags.

Die Hervorhebung des Webforums entgegen der Bezeichnung Internetforum ist neben der klaren Abgrenzung zu anderen Online-Kommunikationsformen auch der Tatsache geschuldet, dass sich wesentliche Charakteristika über die Zeit weiterentwickelt haben, bzw. durch neue ersetzt wurden. Somit wird die Gegenüberstellung Webforum vs. Internetforum auch als Abgrenzung zwischen einer neuen und einer sogenannten klassischen (alten) Variante verstanden. Münz unterscheidet dabei zwischen Foren und Boards. Während er in der Baumstruktur des Threads die Darstellung einer Diskussion sieht, negiert er dies für die Themen in Boards (siehe Abb. 6), die hier als Unterforen bezeichnet werden:

„Es ist auch gar nicht die konzeptionelle Absicht von Boards, Diskussionen abzubilden. Boards sind themenorientiert, und Beiträge in einem Board haben den Charakter eines Statements zu einem Thema.“37

Abb. 6: Links: Darstellung eines Threads als Baumstruktur. Rechts: Thema und Beiträge dazu ein einem Board.38

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Baumstruktur entspricht dabei der verdrängten Darstellungsform von Internetforen, die gegenübergestellte Aufreihung von Beiträgen jener des Webforums. Während erstere bzgl. des Threads in Ziffern die Chronologie und anhand der Linien ihre Bezugspunkte festmachte, kann das aktuelle Konzept der Unterforen und dazugehörigen Threads/Themen als äußerlich starr definiert werden. Jedoch bieten bspw. die Techniken des Quotings und des Verlinkens weitaus mehr Möglichkeiten, als es ein reines Statement (nach Münz) vermuten lässt.39 Letztlich sind weitere Überlegungen hierzu als überflüssig anzusehen, da das Webforum schon aus seiner gegenwärtigen Auffassung heraus auf die Baumstruktur verzichtet und sich des Board-Systems bedient.40 Von größerer Bedeutung könnten sich jedoch die genannte Themenorientierung und das damit verbundene Statement erweisen. Diese Sichtweise könnte als Beleg für die Eigenständigkeit und damit verbundene Herausstellung des Forumsbeitrags als Textsorte gesehen werden, wie sie Betreiber und Nutzer längst aufgreifen.41 Dagegen steht laut Fandrych und Thurmair die Textlinguistik mit mangelnden Begrifflichkeiten hierzu dieser Aussage kritisch gegenüber.42 Die beiden fassen in ihrer Analyse „die Gesamtheit der thematisch aufeinander bezogenen Beiträge als textsortenähnliche kommunikative Ereignisse.“43

3.4. Begriff der Online-Community

„Die Kommunikation im virtuellen Raum kann […] zu Online-Gemeinschaften führen. Hierbei werden die einzelnen Kommunikationsformen eingesetzt, um gemeinsame Ziele zu verfolgen, eigene Regeln zu entwickeln und gegebenenfalls Sanktionen bzw. Honorierungen umzusetzen.“44

Leitner kommt ebenso zu dem Schluss, dass eine Online-Community eine Gemeinschaft von Menschen sei, „die online (über ein entsprechendes Internet-Kommunikationssystem) in Kontakt kommen und zur Erreichung bestimmter Ziele kooperieren.“45

Zunächst ist eine Online-Community immer ein technisches System, bspw. in Form eines Webforums, welches gegenüber dem Chat einen langsameren Austausch der Mitglieder bewirkt und somit beim Schreiben der Beiträge zum Überdenken der Argumente und der getätigten Formulierungen animiert.46 Eine Online-Community stellt auch immer ein soziales System dar, welches die Gleichheit der Mitglieder in ihrem Status herausstellt.47 Dieser Status ist jedoch nicht mit der Realität vergleichbar, da zwischen den Nutzern keine Hierarchien bestehen und sie sich ausgesetzter Kritik erwehren müssen.48 Schneider ergänzt diese Überlegungen mit dem Begriff des geteilten Sinns, also der Annahme, dass Gemeinschaften „geteilte Regeln, Weltsichten und Werte“ brauchen, um Gemeinschaften zu sein.49 Nach Luhmann sei es dieser Sinn, der Gemeinschaften Grenzen zu anderen ziehen lässt. In der Moderne bedürfe es keiner physischen Grenzen mehr, jedoch müssen sie aufgrund ihrer Unsichtbarkeit und Durchlässigkeit genauso aufgebaut und bewahrt werden.50

Nach Döring lassen sich für den Erfolg und das Funktionieren sowohl von Online- wie auch Offline-Communities (beides im Verständnis von sozialen Gruppen) vier Grundzüge aufstellen und nachweisen: „Ständige Kommunikationsmöglichkeit“, „Abgrenzung von der Umwelt und Binnenstruktur“, „Zugehörigkeitsgefühl“ und „Kollaboration“.51 Beeinflusst wird der Erfolg insbesondere von den bereits erwähnten sozialen und technischen Gestaltungselementen, aber auch von den ökonomischen, wenn die Gemeinschaft aus unternehmerischen Interessen heraus aufgebaut wird.52 Weiterhin stellt Döring fünf Klassifikationskriterien aus der Literatur vor, die nach den Besitzern der Online-Community, der technischen Plattform, der inhaltlichen Fokussierung, der Zielsetzung und der Bindung der Mitglieder fragen.53

Das Kriterium der Bindung unterteilt sich dabei in Gruppen, die speziell Übereinstimmungen im Interesse an einem Thema oder aber an einer Zielsetzung zeigen oder jener Art von Gruppe, welche sich vor allem aus den guten Beziehungen untereinander festigt.54 Die ausgewählten Webforen werden im Zuge der Darstellung von Themen und Textsorten auch hiernach indirekt eingeordnet und bewertet.55

Der hier zu verwendende Begriff der themenorientierten Online-Community schließt die Klassifikationskriterien insofern zusammen, dass das Webforum als technische Plattform an dieser Stelle als gegeben erscheint und inhaltliche Fokussierung, Zielsetzung und Bindung immer durch das Thema mitbestimmt sind und eine selektive Sichtweise hier als nicht produktiv gesehen wird. Durch die Rahmenbedingungen der Kommunikationsform erfolgt bereits eine kontextuelle/situative Einordnung. Nutzer können bspw. ihre Ziele nicht erreichen, wenn sie hierfür versuchen, Foren eines anderen inhaltlichen Rahmens zu instrumentalisieren (HSV-Forum ≠ Uni-Forum). Der allgemeine Konsens, Online-Communities, wie sie auch durch Webforen gebildet werden, als soziales System zu sehen, ermöglicht uns eine erste Einordnung bzgl. textlinguistischer Überlegungen, aufbauend auf systemtheoretische.

In ihren Ausführungen zu Kommunikationsbereichen als soziale Systeme und Textsorten nehmen Gansel und Jürgens ebenso Bezug auf Luhmann sowie auf Krause.56 Die Gesellschaft schließe als soziales System wiederum von ihr unterschiedene soziale Systeme wie Interaktion, Organisation und funktional ausdifferenzierte mit ein.57 Das Interaktionssystem Liebe verfügt hierbei bspw. über die Textsorte Liebesbrief, das Organisationssystem Schule über den Stundenplan und die Politik über Parteiprogramme.58 Der Forumsbeitrag könnte insofern als Textsorte für ein soziales System (àInteraktionssystem) Webforum, bzw. themenorientierte Online-Community eingeordnet werden. Das vierte sowie fünfte Kapitel werden sich u.a. hiermit auseinandersetzen.

4. Kommunikationsform und Textsorten – Überlegungen zum Forum

4.1. Begriffsdefinitionen

Bevor die Beschreibungsdimensionen als Instrumentarium zur Untersuchung ausgewählter Texte in Webforen vorgestellt werden, sollen die Begriffe Kommunikationsform und Textsorte im Sinne hiesiger Verwendung kurz definiert und dargestellt werden.

4.1.1. Kommunikationsform

„Kommunikationsformen bilden den äußeren Rahmen kommunikativen Geschehens“.59 Aus technischer Hinsicht wurde das Webforum diesem bereits zugeordnet (vgl. Abb. 2, S. 10). Zur Verbindung mit textlinguistischen Überlegungen bedarf es einer Einordnung, welche in eindeutigem Bezug zum Begriff der Textsorte steht. Ziegler greift auf Androutsopoulos und Schmidt zurück und benennt den Zeichentyp, die Kommunikationsrichtung, die Kapazität des Mediums zur Speicherung und Übertragung von Daten, die Zeitlichkeit und die Anzahl der Kommunikationspartner als Kriterien zur Bestimmung und Abgrenzung von Kommunikationsformen.60 Dürscheid hingegen ordnet nach sechs Kriterien ein:

Tab. 1: Merkmale von Kommunikationsformen nach Dürscheid, ergänzt mit der Einordnung des Webforums.61

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kommunikation in Webforen verläuft über geschriebene Sprache und ist dialogisch. In besonderen Einzelfällen wird die Richtung als monologisch bezeichnet, z.B. in Ankündigungen seitens der Betreiber, auf welche keine Beiträge folgen (dürfen/können) oder in privaten Nachrichten, die an einzelne oder mehrere Nutzer verschickt werden und Termine o.ä. übermitteln. Die Anzahl der Kommunikationspartner ist variabel. Funktionierende Foren verfügen über eine Vielzahl an Mitglieder, die sich an der Kommunikation beteiligen. Diese teilen sich auf die verschiedenen und bevorzugten Unterforen und Threads auf, sind jedoch jederzeit potentielle Ansprechpartner für alle. Die räumliche und die zeitliche Dimension wurden in den letzten Kapiteln als Merkmal des Webforums bereits aufgenommen.

Gemäß allen bekannten internetbasierten Kommunikationsformen wird eine räumliche Distanz überwunden, im Gegensatz zum Chat verläuft diese asynchron. Das Hauptmedium zur Kommunikation bildet der Computer mit Webzugang, heutige tragbare Geräte (Smartphone, Tablet-PC) sind je nach technischer Ausstattung mit einbezogen. Die von Ziegler aufgeführte Kapazität des Mediums kann hier mit überdurchschnittlich groß angegeben werden. Die Speicherung von Beiträgen erfolgt in langfristiger Sicht und hängt nur an der Erreichbarkeit des Webforums. Meist wird der Inhalt nur durch dessen Einstellung gelöscht. Anders als beim Chat oder der E-Mail kann so von einer hohen Dauerhaftigkeit bzgl. des Zugangs zu Inhalten ausgegangen werden.62 Nicht nur technisch reiht sich das Webforum somit zwischen beiden ein:

„Kommunikationsformen sind bestimmte (mediale und bezüglich Kommunikationsablaufs bzw. der Kommunikationsmöglichkeiten) Präformierungen, die allerdings für verschiedene Zwecke und Textfunktionen genutzt werden können.“63

Als oft zitierter Rahmen der Kommunikation trifft auch das Webforum als Plattform „bestimmte Vorentscheidungen für die Realisierungsmöglichkeiten der Textsorten bzw. Diskursarten“.64 Sie ist als Beschreibungsebene der zu untersuchenden Textsorte hierarchisch übergeordnet.65

Ziegler definiert dieses Verhältnis über die Beziehung der Merkmale von Kommunikationsformen (vgl. Tab. 1, S. 19) zu den Rahmenkategorien der situativen Ebene von Textsorten.66 Dabei nennt er nach Heinemann den Kommunikationsbereich (hier: textlinguistischer Begriff für soziales System)67, das Medium, den Tätigkeitsrahmen der Kommunizierenden, die Umgebung und die sozialen Rollen der Interagierenden.68 Letztlich stellt er dar, dass Textsorten sich dem äußerlichen Rahmen beugen und sie in verschiedenen Kommunikationsformen realisiert werden können. Gleichzeitig können aber in einer speziellen Kommunikationsform verschiedene Textsorten vorkommen.69

Das Webforum ließ sich zunächst technisch einordnen und wird infolgedessen als Ort für die Herstellung von Textsorten gesehen. Darüber hinaus muss beachtet werden, dass das Forum als eigener Kommunikationsbereich herausgestellt wurde, bzw. deren Mitglieder sich der Technik bedienen und somit ein soziales System abbilden. Technische und systemtheoretische Aussagen dürfen nicht als kongruent angesehen werden. Der abstrakte Begriff des Webforums bildet keine Gemeinschaft, erst das Eintreten der Mitglieder und deren Kommunikation baut diese auf. Inwieweit diese Gemeinschaft in sich kohärent ist und nach außen hin stark erscheint, obliegt in Beobachtungen und Untersuchungen verschiedenen Aspekten.

Über die Analyse von Texten, die im (jeweiligen) Webforum realisiert und bis zu einem gewissen Grad durch die Kommunikationsform mitbestimmt werden, besitzen wir die Möglichkeit, Aussagen zu Themen (Threads) und Sprache zu treffen und diese Ergebnisse u.a. zur Charakterisierung der Nutzerschaft (Online-Community) zu verwenden.

4.1.2. Textsorte im hiesigen Verständnis

Mit der Einordnung des Textsortenbegriffs in den Forschungsbereich der Textlinguistik öffnet sich zugleich ein breites Feld an Forschungsfragen und Methoden.70 Zwei Perspektiven zur Bestimmung von Textsorten scheinen dabei immer am Anfang zu stehen: Der alltägliche sowie der wissenschaftliche Blick. Intuitiv kann jedes Mitglied einer Sprachgemeinschaft unterschiedliche Textsorten auseinanderhalten und benennen.71 Der Gefahr der nur subjektiv angesetzten Kategorien sowie einer zumeist beliebigen Textklassifikation in der gegenwärtigen Sprache steht die Textsorte als „Modell der Wahrnehmung und Einschätzung“ gegenüber, „so dass Texte als Einzelexemplare zur Orientierung für den Umgang mit anderen Texten herangezogen werden können und dann als Vorlage fungieren.“72 Den Rahmen hierbei bilden die Situation und der Kommunikationsbereich, innerhalb derer jene Mitglieder der Gemeinschaft Textsorten vorfinden:73 „Von daher vermitteln Kommunikationsbereiche rezeptive und produktive Textsortenkompetenz.“74

Im Vorfeld hiesiger Überlegungen zu Textsorten wurde das Webforum als Kommunikationsform und Treffpunkt für Online-Communities definiert und dargestellt. Letztere stellen für sich genommen soziale Systeme dar, in denen kommuniziert wird. Hierbei wird das soziale System als Ort der Kommunikation und Handlung (durch Sprache) verstanden, als Kommunikationsbereich. Insofern könnten die erwähnten Hervorhebungen des Forumsbeitrags seitens Nutzer und Betreiber als Benennung einer für gültig erkannten Textsorte interpretiert werden, wie sie sich auch zumeist in den Nutzungsbedingungen bzgl. ihrer Realisierung und rechtlichen Relevanz niederschlägt. Dahingegen kann dem wissenschaftlichen Blick die bloße Benennung von Textsorten nicht genügen oder gar ausreichen, wenn es um die Einordnung und Klassifikation geht: „Vielmehr ist die Ermittlung der Kommunikationsbereiche und ihrer funktionalen Ausdifferenzierung in gesellschaftlichen Systemen erforderlich.“75

Brinker geht hierbei von einem handlungstheoretisch orientierten Ansatz aus, welcher in großen Teilen dem alltagssprachlichen Textsortenwissen entspricht und in dieser Definition oftmals zitiert wird:

„Textsorten sind konventionell geltende Muster für komplexe sprachliche Handlungen und lassen sich als jeweils typische Verbindungen von kontextuellen (situativen), kommunikativ-funktionalen und strukturellen (grammatischen und thematischen) Merkmalen beschreiben.“76

Dabei gelten stark normierte Textsorten (z.B. Wetterbericht) in ihrem Auftreten als größtenteils vorgegeben, andere Textsorten (z.B. Werbeanzeige) erscheinen speziell in strukturellen Aspekten ihrer Realisierung als weitaus variabler.77 Im Zuge dieses Zitates spricht Adamzik kurz vorher von der uneinheitlichen Terminologie bzgl. höherer Abstraktionsebenen in der Textklassifikation und von der Textsorte, welche auf einer niedrigeren Ebene verortet wird.78 Letzteres entspräche der Auffassung, hier genannt mit den Ausführungen von Brinker, „dass es sich bei Textsorten um Phänomene handelt, die durch Merkmalbündel zu beschreiben sind.“79 Schließlich handelt es sich bei dem Artikel von Adamzik über Textsorten und deren Beschreibung um einen Appell, der aus linguistischer Sicht eine Art freieren Umgang mit Texten einfordert. U.a. sollen verschiedene Abstraktionsebenen und Kriterien zur Klassifikation herangezogenen werden, deren Auswahl wiederum an Fragestellungen und gegebenen Material angepasst sind.80 Darüber hinaus fordert sie einen Wechsel zu einer „dynamisch-verwendungsorientierten“ Sicht auf Texte und Textsorten und kritisiert eine Analyse anhand begrenzter abzuarbeitender Standards, welche das Risiko bergen, eine „Vielzahl relevanter(er) Fragestellungen auszublenden“.81

Dementsprechend muss in der Analyse der Forumstexte das übergeordnete Ziel der darzustellenden Ganzheitlichkeit bedacht werden. Hierbei sollen die Texte als Produkte einer Internetgemeinschaft gesehen werden, welche gleichermaßen durch die ausgewählte Kommunikationsform geprägt sind. Die Ergebnisse dienen dabei nicht dem zwanghaften Versuch, übermittelte (und evtl. „neue“) Textsorten in diverse linguistische Modelle zu drängen, sondern anhand ausgewählter Überlegungen und selbst gesetzter Kategorien allgemeine Aussagen über das Webforum treffen zu können, bspw. über Themen und Sprache sowie deren Charakteristika. Insofern soll keine Allgemeingültigkeit verlangt, sondern ein Plädoyer für weitere und andere Perspektiven gesprochen werden. Somit gilt die Textsorte im hiesigen Verständnis primär als lokales Produkt des Kommunikationsbereichs (im Sinne der Nutzerschaft des jeweiligen Webforums), welches zunächst und ausschließlich als dieses zu sehen ist.82

Bzgl. der allgemeinen Festlegung von Textsorten ist bei den Beschreibungsebenen von textexternen sowie textinternen Merkmalen auszugehen, anhand welcher sich die Textsorte immer konstituiert.83 Textexterne Eigenschaften meinen die im vorigen Kapitel beschriebenen Einflussfaktoren (Medium, soziale Rollen, usw.), welche die jeweiligen Kommunikationsbereiche definieren.84 Gleichzeitig stehen sie für die hierarische Verwendung der Begriffe Textklasse, Textsorte und Textsortenvariante durch die Textlinguistik. Der Kommunikationsbereich wird dabei als Dominante definiert, an welcher sich Texte hierarchisch orientieren, bzw. als Rahmen für die Ausbildung von Textsorten gesehen.85 Mit dem Begriff der Textklasse wird „das Vorkommen einer Menge von Texten in einem abgegrenzten, […] definierten kommunikativen Bereich, in dem sich Textsorten ausdifferenzieren“, betrachtet.86

Zur Beschreibung der textinternen Eigenschaften wird die Kategorie Textstruktur als Beschreibungsgröße und Klassifikationsindikator herangezogen. Hierbei steht die Annahme im Zentrum, dass sich die Struktur durch das gemeinsame In-Beziehung-Stehen der textuellen Elemente bildet.87 Zufällige und individuelle Strukturen sind jedoch nur an Einzeltexten festzustellen, da sie gegen die eigene Verbindlichkeit sprechen, Gültigkeit für einen Kommunikationsbereich zu haben.88 Bzgl. textinterner Merkmale spricht Ziegler von Architektur und Komposition: Äußerlichkeiten, also Formaspekte der Textteile, und Textanordnung nach komplexen Sinneinheiten.89 Gansel kategorisiert textinterne Merkmale nach Stil, Medialität, Textfunktion auf der Basis sprachlicher Indikatoren sowie Themenentfaltung/Vertextung.90 Die sogenannten Texttypen, welche anhand letztgenannter Kategorien zusammengefasst werden, unterliegen im Gegensatz zur Textsorte nicht der Dominante des Kommunikationsbereichs.91

4.2. Beschreibungsdimensionen

Im Zuge des Seminars zum Medienwandel und Textsortenwandel wurden die Texte, bzw. Textsorten innerhalb der E-Mail-Kommunikation analysiert und näher beschrieben. Hierzu dienten die der Textsortenlinguistik entnommenen Beschreibungsdimensionen, welche über mehrere Sitzungen hinweg in Form eines Tafelbildes zusammengefasst wurden (siehe Tab. 2., S. 25). Diese Schablone soll in der Arbeit mit den in der Kommunikationsform Webforum übermittelten Textsorten ihre erneute und weitere Verwendung finden.

Tab. 2: Beschreibungsdimensionen der Textsortenlinguistik.92

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Beschreibungsdimensionen dienen im Umgang mit den Forumstexten als feste Orientierungsgrößen, weniger als abzuarbeitende Merkmale in der Analyse. Sie bilden in hiesiger Definition den Rahmen der Untersuchung und fordern dabei ex- sowie implizit den Rückbezug auf sich.93 Im Folgenden werden die Dimensionen kurz erläutert.94

4.2.1. Situativität

Die Situativität beschreibt das soziale System, innerhalb welchem kommuniziert wird, bzw. die Systeme, welche miteinander kommunizieren. Von Bedeutung sind hierbei die sozialen Beziehungen und die Rollen, die Beteiligte durch ihre Handlungen einnehmen. In der Schule sind dies Lehrer und Schüler, im universitären Bereich Dozent und Student. Das Webforum als Kommunikationsform bestimmt diese Rollen als gleichzeitiges Abbild einer Gemeinschaft teilweise vor - Administratoren, Moderatoren und Nutzer wurden (auch hinsichtlich techn. Möglichkeiten) bereits genannt. Letztere wurden dabei als gleichberechtigt herausgestellt, allerdings entstehen durch das individuelle Ausfüllen dieser Rollen oftmals große Unterschiede.95 Weiterhin werden die veröffentlichten Textsorten durch das Medium mitbestimmt.96 Beiträge in öffentlichen Diskussionen, bspw. auf Parteitagen, unterscheiden sich von solchen in politischen, Wohnungsanzeigen auf dem schwarzen Brett von solchen in studentischen Webforen.

Zentrale Position nehmen in der Frage nach der Leistung der Textsorten die sogenannten Kerntextsorten ein. Diese treten – aus systemtheoretischer Sicht - sowohl in Interaktionssystemen als auch Organisationsystemen (Universität, Schule usw.) und funktional ausdifferenzierten gesellschaftlichen Teilsystemen (Politik, Religion usw.) auf97: „Kerntextsorten sind konstitutiv für derartige soziale Systeme.“98 Für ein System, welches durch die Technik des Webforums kommuniziert, wäre der Forumsbeitrag, insofern als selbstständige Textsorte vorhanden, als womöglich konstitutiv anzusehen, da er Hauptträger zum Austausch von Gedanken und Meinungen sein könnte. Weitere Leistungen von Textsorten können in der Anschlusskommunikation oder der strukturellen Kopplung liegen.99 Textsorten der Anschlusskommunikation verlangen eine Reaktion innerhalb des eigenen Systems, Textsorten der strukturellen Kopplung kommunizieren feste Bindungen zu anderen Systemen.100

4.2.2. Funktionalität

Das Merkmalbündel der Funktionalität wird aufgeteilt in Textfunktion, Bereichsfunktion sowie Bewirkungsfunktion.101

Die Textfunktion wird hier als textinterne Funktion definiert. Bzgl. der Überlegungen zum sozialen System als gedachtest Kommunikations- und Handlungssystem informiert oder appelliert der Textproduzent, indem er, indirekt signalisiert durch kontextuelle Faktoren, eine Mitteilungshandlung vollzieht und der Leser wiederum, anhand direkt signalisierter sprachlicherer und thematischer Faktoren, diese selektiert.102 Dagegen stellen die Bereichs- und die Bewirkungsfunktion textexterne Funktionen dar.

Die Bereichsfunktion definiert sich über die Erhaltung des eigenen Systems und die Leistung für andere Systeme. Sie steht in Verbindung zur Informationsselektion und ist hinsichtlich der Kommunikationsstruktur des Systems eng verknüpft mit Merkmalen der Situativität (vgl. Tab. 2, S. 25)103:

„Die Bereichsfunktion einer Kerntextsorte betrifft Informationsselektionen, die für das eigene System relevant erscheinen. Textsorten struktureller Kopplung hingegen selektieren Informationen in Hinblick auf die Herstellung von Beziehungen zu anderen Systemen.“104

Somit wäre für das Webforum zu erwarten, dass darin abgebildete Systeme, bzw. Kommunikationsbereiche (hier: Online-Communities) Textsorten entwickeln und deren Relevanz in der eigenen Erhaltung oder der Verknüpfung mit anderen Bereichen liegt. Die Bewirkungsfunktion orientiert sich ausschließlich am Rezipienten. Dahinter verbirgt sich die Frage nach Intention und Wirkung des Textes. Systemtheoretisch wird, nach Information und Mitteilung, vom Verstehen gesprochen.105 Adamzik wiederum fragt bzgl. der Textfunktion nach der übergeordneten Kategorie des Ertrags, also dem, was Autor und Leser aus dem Text als Gewinn für sich betrachten.106 107

4.2.3. Thematizität und Strukturiertheit

Die Beschreibungsdimension der Thematizität und Strukturiertheit unterteilt sich ebenfalls in drei Kriterien: dem Thema an sich, seiner Entfaltung sowie den Strukturierungstypen.108 Durch das Thema einer Textsorte weist diese nach Brinker eine temporale sowie eine lokale Orientierung auf. Somit bestünde eine Relation zwischen Thema und Sprechzeitpunkt (vorzeitig, gleichzeitig oder nachzeitig), bzw. zwischen Thema und Produzent/Rezipient (das Thema kann somit aufseiten des Produzenten, Rezipienten oder außerhalb der Kommunikationspartner liegen).109 Gansel sieht hierin wenig Potential zur Differenzierung von Textsorten und verweist auf die Annahme, dass soziale Systeme ihre Themen bestimmen.110 Dieses deckt sich mit den Aussagen bzgl. des Webforums, welche als Kommunikationsform Inhalte für Online-Communities vorgibt. Nach äußerlichen Vorgaben (Kategorien, Unterforen usw.) entwickeln die Benutzer ihre Threads. Aus systemtheoretischer Perspektive werden durch Brinker die Sinndimensionen (sachlich und zeitlich) umschrieben, hier zu ergänzen mit der sozialen Sicht auf das Thema.111 Danach haben Themen immer einen sachlichen Gehalt, sind neu oder alt und zeugen von Interesse oder Desinteresse der Beteiligten und sagen somit über diese etwas aus.112

[...]


1 Vgl. Ebner 2008. Ebner umschreibt das Internetforum in seinem Vorwort als Projekt, welches entweder durch Erfolg oder Misserfolg geprägt ist.

2 Vgl. Zaefferer 2011. Social Media Monitoring wird hier als unternehmerische Maßnahme dargestellt, um bspw. sämtliche Beiträge eines Forums auf Nennung des eigenen Produktes hin zu untersuchen.

3 Vgl. Richling 2008 sowie Schuegraf/Meier, Stand: 01.03.13.

4 Vgl. Dürscheid 2005, S. 5.

5 Vgl. Ebner 2008, S. 12-18.

6 Vgl. ebd., S. 18f.

7 Hierzu gehören u.a. fehlende Überschneidungen zwischen Interesse/Informationsbedarf des Lesers und angebotener Themenauswahl oder abschreckende Beiträge registrierter Mitglieder.

8 http://hsv-forum.de/index.php. Stand: 01.03.13.

9 Vgl. Ebner 2008, S. 20.

10 Vgl. ebd., S. 20.

11 Vgl. http://de.wikipedia.org/Wiki/Internetforum. Stand: 01.03.13. Das Webforum, wie es in Kapitel 2 beschrieben wird, musste sich in der Entwicklung ähnlichen Kommunikationsformen gegenüber durchsetzen und verdrängte diese letztlich.

12 Vgl. Dorostkar/Preisinger 2008, S. 77.

13 Vgl. ebd., S. 77.

14 Sommerfeldt 2001, S. 8.

15 Kommentarfunktionen unterliegen (soweit bekannt) immer einer begrenzten Zeichenmenge von wenigen hundert. Beiträge in Webforen sind in ihrer Länge kaum begrenzt. Dem Nutzer stehen meist viele tausend Zeichen zur Verfügung, die er kaum auszunutzen vermag.

16 Vgl. Schuegraf/Meier, Stand: 01.03.13, S. 2.

17 Vgl. Zaefferer 2011, S. 13.

18 Vgl. Schmitz 2000, S. 269.

19 Vgl. Sühl 2012, S. 5-9.

20 Vgl. ebd., S. 25f.

21 Richling 2008, S. 18.

22 Vgl. ebd., S. 19.

23 Richling 2008, S. 19.

24 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Newsgroup. Stand: 01.03.2013.

25 Vgl. Abfalterer 2007, S. 61.

26 Vgl. ebd., S. 61.

27 Ebd., S. 61.

28 Abfalterer 2007, S. 61.

29 Vgl. ebd., S. 61.

30 https://www.selbsthilfe-interaktiv.de/forum/beitrag/vor-und-nachteile-von-web-foren. Stand: 18.03.13.

31 Vgl. Görl 2007, S. 40.

32 Abfalterer deutet gewollt oder ungewollt hierauf hin, wenn er von erfolglosen Webforen spricht. Fehlende Forumsbeiträge implizieren u.a. mangelndes Interesse seitens potentieller Nutzer, auch aufgrund thematisch-inhaltlicher Irrelevanz. Der Nutzen des Webforums wird bei längerem Bestehen immer mehr durch die Foren-Mitglieder mitbestimmt (Außenwirkung). Vgl. hierzu Kap. 3.4 sowie 5.1.1.

33 http://de.wikipedia.org/wiki/Webforum. Stand: 18.03.13.

34 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Webforum#Webforum. Stand: 18.03.13.

35 http://ryckwaerts.de/index.php. Stand: 18.03.13.

36 http://ryckwaerts.de/viewforum.php?f=54. Stand: 18.03.13.

37 Münz 2002.

38 Ebd.

39 Ziel ist nicht die Herausstellung oder besondere Abbildung einer Diskussions-Situation, jedoch ist diese heutzutage in Webforen durch aktuelle Techniken ebenso gegeben!

40 Der Begriff des Webforums muss klar abgegrenzt vom Begriff (Web-)Board gesehen werden. Dieser wird hier lediglich als Synonym zum Unterforum verstanden. Die Analogie zum „Schwarzen“ Brett (vgl. u.a. Schütte 2000, S. 150f.) wird den unterschiedlichen Medien und Kommunikationssituationen nicht gerecht.

41 Vgl. hierzu Kap. 4.1.2.

42 Vgl. Fandrych/Thurmair 2011, S. 28.

43 Ebd., S. 28.

44 Schuegraf/Meier, Stand: 01.03.13, S. 1.

45 Leitner 2003, S. 17.

46 Vgl. ebd., S. 20f.

47 Vgl. ebd., S. 37.

48 Vgl. ebd., S. 39.

49 Schneider 2003, S. 102.

50 Vgl. ebd., S. 102f.

51 Döring 2010, S, 173.

52 Vgl. ebd., S. 173.

53 Vgl. ebd., S. 175f.

54 Vgl. ebd., S. 176.

55 Vgl. u.a. Kap. 5.1.1 sowie 5.1.2.

56 Vgl. Gansel/Jürgens 2007, S. 76f.

57 Vgl. ebd., S. 76.

58 Vgl. ebd., S. 76.

59 Dürscheid 2005, S. 9.

60 Ziegler 2002, S. 21.

61 Vgl. Dürscheid 2005, S. 8.

62 Vgl. Dorostkar/Preisinger 2012, S. 13.

63 Fandrych/Thurmair 2011, S. 25.

64 Ebd., S. 25.

65 Vgl. ebd., S. 25.

66 Vgl. Ziegler 2002, S. 21f. Die hiermit aufgegriffenen textexternen Faktoren werden im nächsten Kapitel bzgl. des Textsortenbegriffs näher erläutert.

67 Kommunikationsbereich soll hier in der Übernahme von Handlungsrollen durch Individuen verstanden werden. Die Begriffe des sozialen Systems und des Kommunikationsbereichs (Systemtheorie vs. Handlungstheorie) dürfen nicht gleichgesetzt werden. Gansel nutzt deswegen den Begriff soziales System in ihrer Verwendung als gedachtes Kommunikations- und Handlungssystem, vgl. hierzu Gansel 2011, Kap. 2.

68 Vgl. Ziegler 2002, S. 20.

69 Vgl. ebd., S. 22 sowie Abb. 1, S.23.

70 Vgl. Janich 2008.

71 Vgl. Ziegler 2002, S. 17.

72 Ziegler 2002, S. 17.

73 Vgl. Gansel/Jürgens 2007, S. 54.

74 Ebd., S. 54.

75 Ebd., S. 57.

76 Brinker 2010, S. 125.

77 Vgl. ebd., S. 125.

78 Vgl. Adamzik 2008, S. 170f.

79 Ebd., S. 171.

80 Vgl. ebd., S. 175.

81 Ebd., S. 175.

82 Benennungen von Textsorten dienen zunächst als sogenanntes Mittel-zum-Zweck, um dem übergeordneten Ziel der Arbeit Rechnung zu tragen. Inwiefern gewisse Standpunkte höherer Ebenen darüber hinaus diskutiert oder verworfen werden sollten, müssten weitere Untersuchungen klären.

83 Vgl. Ziegler 2002, S .19.

84 Vgl. hierzu auch Gansel 2011, S. 12.

85 Vgl. ebd., S. 12.

86 Ebd., S.12.

87 Vgl. Ziegler 2002, S. 19.

88 Vgl. ebd., S. 19.

89 Vgl. ebd., S. 19.

90 Vgl. Gansel 2011, S. 13.

91 Vgl. ebd., S. 13.

92 Tafelbild nach Gansel 2011, Kap. 3 und 4. Vgl. Sühl 2012, S. 10.

93 Die ausgewählten Beiträge aus Kap. 5 und 7 (siehe Anhang) werden bzgl. der genannten Dimensionen beschrieben. Hierbei können und sollen nicht alle zu bearbeitenden Merkmale angesprochen, sondern nur punktuell aufgegriffen werden. Darüber hinaus steht dem Leser mitsamt den noch anzugebenden Kategorien für die Aufteilung des Textkorpus ein Instrumentarium zur Verfügung, um Beiträge in Foren eigenständig untersuchen zu können. Insofern werden hier nur für das Ziel der Arbeit relevante Aspekte besprochen.

94 Vgl. Adamzik 2004, Kap. 4.

95 Vgl. Kap. 5.1.1.

96 Vgl. Gansel 2011, S. 51.

97 Vgl. Gansel/Jürgens 2007, S. 78.

98 Ebd., S. 78.

99 Vgl. ebd., S. 78.

100 Vgl. ebd., S. 78.

101 Vgl. Adamzik 2004, Kap. 5.

102 Vgl. Gansel 2011, S. 68f. Bzgl. systemtheoretischer Überlegungen wird Kommunikation als dreifache Selektion von Information, Mitteilung und Verstehen beschrieben (Vgl. ebd., S. 30). „In Bezug auf Textsorten ist zu fragen, welche systemspezifischen Informationsselektionen zur Entwicklung der Textsorte führen (Themen) und zu ihrer Reproduktion beitragen, inwiefern die Form der Mitteilungsselektion (sprachliche und nicht-sprachliche Strukturen) systemspezifisch ausfällt und inwiefern Verstehensselektionen zu systemspezifischen Anschlusskommunikationen (Textsortenanschlüsse) führen“(Ebd., S. 30).

103 Vgl. ebd., S. 69.

104 Ebd., S. 69.

105 Vgl. ebd., S. 70f.

106 Vgl. Adamzik 2004, S. 116.

107 Vgl. ebd., Kap. 6.

108 Vgl. Gansel 2011, S. 34f.

109 Vgl. Brinker 2010, S. 131.

110 Vgl. Gansel 2011, S. 35.

111 Vgl. ebd., S. 35.

112 Vgl. ebd., S. 35.

Ende der Leseprobe aus 91 Seiten

Details

Titel
Eine Untersuchung der Kommunikationsform Webforum
Untertitel
Textsorten, Themen und Sprache im Internet
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Institut für Deutsche Philologie)
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
91
Katalognummer
V283638
ISBN (eBook)
9783656835905
ISBN (Buch)
9783656835912
Dateigröße
4040 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Internetforum, Webforum, Textsorten, Sprachwissenschaft, Kommunikationsform, Internetsprache
Arbeit zitieren
Matthias Sühl (Autor:in), 2013, Eine Untersuchung der Kommunikationsform Webforum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283638

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Titel: Eine Untersuchung der Kommunikationsform Webforum



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