GPSY. Auswirkungen der Zusammensetzung von Gruppen und des Persönlichkeitsmerkmals Offenheit auf die Leistung einer Kreativgruppe


Hausarbeit, 2012

26 Seiten, Note: 1,8

Cleo van Merten (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Zusammenfassung:

1 Einleitung: Warum ist das Thema Gruppenleistung/ Zusammenstellung von Gruppen überhaupt ein Problem?

2 Zentrale Erkenntnisse zum Thema Gruppenarbeit und Gruppenleistung
2.1 Definition einer Gruppe
2.2 Definition eines Teams
2.3 Vorteile von Gruppenarbeit gegenüber Einzelarbeit
2.4 Gruppenleistung
2.4.1 Vorteile der Gruppenarbeit
2.4.2 Nachteile der Gruppenarbeit

3 Hypothese – mögliche Zusammenhänge von Persönlichkeitsmerkmal Offenheit und Gruppenleistung
3.1 Arbeitsphasen
3.2 Das Persönlichkeitsmerkmal Offenheit und Kreativberufe

4 Darstellung der Ergebnisse der Literaturrecherche und
4.1 Begründung wofür die Erkenntnisse dieser Arbeit in der Praxis hilfreich sein könnten
4.2 Zusammenhang zwischen Kreativität und Offenheit mit der Aufgabenart
4.3 Die Phasen und deren unterschiedliche Ansprüche an die Ausprägung des Persönlichkeitsmerkmals Offenheit
4.4 Zusammenhang zwischen offenen Einzelpersonen des Teams und deren Einfluss auf das Kreativteam

5 Handlungsempfehlungen für die Zusammensetzung leistungsstarker Gruppen
5.1 Aspekt 1 Gruppenleistung:
5.1.1 Konkrete Vorschläge zur Personalauswahl
5.1.2 Veränderungen des Persönlichkeitsmerkmals Offenheit im Alter
5.1.3 Heterogene vs. Homogene Gruppen
5.2 Aspekt 2: Führung des kreativen Teams im Zusammenhang mit Offenheit
5.2 Optimale Rahmenbedingungen für kreative Teams

6 Stellungnahme
6.1 Persönliche Sichtweise – optimale Teamzusammensetzung aus meiner Praxiserfahrung
6.2 Wie hoch ist die Machbarkeit in der Praxis

7 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 2.1 Zusammenhänge zwischen Umfeld, Aufgabe und Gruppe bei der Betrachtung der Teamleistung (Becker, 2007) auf www.wpgs.de/content/view/529/366

Abbildung 3.1 Hollands Hexagon mit entsprechenden Big-Five-Ausprägungen in Anlehnung an Howard, P.J. & Mitchell Howard, J., 2001, S. 138

Abbildung 4.1. Innovationsprozess in Anlehnung an Farr (2007), Honold, 2012, S. 9.

Abbildung 5.1 Kohortenmittelwerte der Big-Five Faktoren nach Dehne & Schupp (2007), S. 55

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zusammenfassung:

In dieser Arbeit wird die Auswirkung des Persönlichkeitsmerkmals Offenheit in Bezug auf die Leistung eines Kreativteams untersucht. Zunächst stecken Definitionen den Rahmen ab, diese werden durch empirische Befunde belegt und daraus eine Modellvorstellung für Kreativteams entwickelt. Die Zusammenhänge zwischen Offenheit und Kreativleistung konnten nachgewiesen werden.

Zusätzlich wurden die einzelnen Phasen der Gruppenarbeit in Zusammenhang mit der Teamauswahl und der Offenheit gebracht. Für die postulierten Zusammenhänge zwischen ausgleichenden Faktoren bei der Gruppenzusammenstellung können eindeutige Bestätigungen vorgetragen werden.

1 Einleitung: Warum ist das Thema Gruppenleistung/ Zusammenstellung von Gruppen überhaupt ein Problem?

Teams gewinnen in modernen Organisationen zunehmend an Bedeutung. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen der ‚Fortune 500’ beschäftigen über die Hälfte ihrer Mitarbeiter bereits in Teams (Strozniak, 2000).

Angeregt vom internationalen Wettbewerb und von der Herausforderung interdisziplinär zu arbeiten, wurden starre hierarchische Strukturen - die ablauf- und funktionsorientiert und daher in dynamischen Umwelten nicht mehr wettbewerbsfähig waren - durch flexible, abteilungsübergreifende Teams ersetzt.

Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsmerkmalen von Teammitgliedern und der Effektivität von Arbeitsgruppen wurden beispielsweise durch Barrick, Steward, Mount, Barry & Stewart untersucht und nachgewiesen (zitiert nach Honold, 2012).

„Der gemeinsame Nenner ist Leistung sowohl für das Individuum als auch das Unternehmen. […] Ihr Erfolg hängt im hohen Maße davon ab, ob Sie die Dynamik von Persönlichkeit am Arbeitsplatz verstehen und wie Sie damit umgehen.“ (Howard, P. J. & J. Mitchell Howard, J., 2001 S. 22)

Metaanalysen wiesen Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und Arbeitsweisen in verschiedenen Berufssituationen nach (Mount & Barrick, 1998).

Die Persönlichkeit eines jeden Gruppenmitglieds setzt sich aus unterschiedlich geprägten Persönlichkeitsmerkmalen zusammen. Jedes Unternehmen sollte bei der Gruppenzusammenstellung viel Wert auf die Auswahl passender Persönlichkeiten legen um Persönlichkeitsmerkmale optimal zu kombinieren und effiziente Arbeit zu garantieren, sowie ein zukunftsorientiertes und stabiles Team aufzubauen. Es stellt sich also die Frage, welche Persönlichkeitsmerkmale dazu beitragen, die Gruppenleistung zu steigern.

2 Zentrale Erkenntnisse zum Thema Gruppenarbeit und Gruppenleistung

2.1 Definition einer Gruppe

Eine Gruppe lässt sich als eine Ansammlung von zwei oder mehr Personen (max. 20 Personen) definieren. Sie weist Interaktion, gemeinsame Ziele, ‚Wir-Gefühl’ und zeitliche Stabilität als Kriterien auf und grenzt sich dadurch gegenüber einer bloßen Ansammlung von Menschen ab. Die Existenz gemeinsamer Ziele ist essentiell für die Gruppenarbeit und die Definition der Gruppe (Brodeck, Anderson, & West, 2000).

2.2 Definition eines Teams

In dieser Arbeit wird Team als ein Synonym für Gruppe gesehen.

2.3 Vorteile von Gruppenarbeit gegenüber Einzelarbeit

Die Vorteile der Gruppenarbeit basieren zum Einen auf materiellen, zum Anderen auf psychologischen Nutzen. Als materielle Vorteile gelten Macht, Sicherheit und Schutz sowie damit verbundene Möglichkeiten, Ziele zu verwirklichen. Der psychologische Nutzen ergibt sich aus dem Zugehörigkeitsgefühl sowie der Identifikation mit der Gruppe und der damit verbundenen Steigerung des Selbstwertgefühls des Einzelnen. Normen, Rollen, Kohäsion und Status bilden das Grundgerüst einer jeden Gruppe.

2.4 Gruppenleistung

Die in der Sozialpsychologie begründete Formel für die Gruppenleistung lautet: „Netto-Gruppenleistung = Summe potenzieller Produktivität + Prozessgewinne – Prozessverluste“ (Werth & Mayer, Sozialpsychologie, 2008, S.352).

2.4.1 Vorteile der Gruppenarbeit

Arbeitet eine Gruppe effizient, so ergeben sich Prozessgewinne.

Die potenzielle Produktivität entspricht der Leistung, die erreichbar ist, wenn alle Mitglieder ihre Ressourcen (Fähigkeiten sowie Persönlichkeitsmerkmale) optimal einsetzen. Mit Prozessgewinnen wird der Leistungszuwachs beschrieben, der die Summe aller potenziellen Einzelleistungen übertrifft und damit nur in der Gruppe erfolgen kann. (Werth, SOPS 3/H, 2012) Es handelt sich also um einen klaren Vorteil, der für die Bildung von Arbeitsgruppen spricht.

Des Weiteren bestehen Zusammenhänge zwischen der Gruppenleistung und der Aufgabenart (Bower et al., 2000). Dabei sind 3 verschiedene Aufgabentypen zu unterscheiden, die das Gruppenergebnis maßgeblich beeinflussen: additive, konjunktive und disjunktive Aufgaben. Auf sie wird später näher eingegangen. Hier soll vorab noch darauf hingewiesen werden, dass Umfeld und Aufgabe nicht von der Teamleistung getrennt betrachtet werden können, sondern aufeinander abgestimmt werden sollten, wie Abbildung 2.1 zeigt.

Abbildung 2.1 Zusammenhänge zwischen Umfeld, Aufgabe und Gruppe bei der Betrachtung der Teamleistung (Becker, 2007) auf www.wpgs.de/content/view/529/366

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.4.2 Nachteile der Gruppenarbeit

Natürlich kann es auch zu Prozessverlusten durch Leistungsminderung kommen, z.B. durch misslungene Kommunikation, soziales Faulenzen und Trittbrettfahren. Steiner (1972) zeigte bei der Untersuchung von Gruppenprozessen auf, dass Gruppenleistungspotenzial in bestimmten Situationen zu Leistungseinbußen führen kann. Ein Beispiel sind die aus einer zu hohen Anzahl an Teammitgliedern entstehenden Koordinations- und Kommunikationskoordinationsschwierigkeiten (Campion, Medsker, & Higgs, 2006). In ‚Brainstorming’-Sitzungen entstehen durch Produktivitätsblockaden Leistungsnachteile gegenüber Einzelpersonen, dann wenn Teammitglieder ihre Ideen nicht zeitnah artikulieren können. (Paulus & Yang, 2000). Ebenso können Motivations- und Leistungsreduktionen eines Teammitglieds erfolgen, wenn der persönliche Beitrag als nicht zuordenbar wahrgenommen wird. (Werth, Gruppen - SOPS 3/H, 2012)

3 Hypothese – mögliche Zusammenhänge von Persönlichkeitsmerkmal Offenheit und Gruppenleistung

Wie bereits angedeutet, können sich Prozessgewinne durch Persönlichkeitsmerkmale ergeben. Da ich über weitreichende Erfahrung in der Arbeit mit Kreativteams verfüge, soll dies speziell für diese Gruppen nachgewiesen werden.

Kreativteams sind in der Werbebranche Gruppen, die für die Entwicklung neuer Ideen verantwortlich sind (Luther, 2011). Sie denken interdisziplinär und handeln medienübergreifend. Dabei formen sie Inhalte neu, sind ideenreich und innovationsstark. (Jung von Matt, 2011)

Ihre Aufgaben sind die Kreation des ‚Looks-and-Feels’, sowie Markenpositionierung und Werterhalt. Dabei werden verschiedene Phasen durchlaufen.

3.1 Arbeitsphasen

In der Kreativphase werden Marketingideen gesammelt. Hier gilt es, so innovativ und kreativ wie möglich zu arbeiten. In der Umsetzungs- /Implementierungsphase hingegen geht es um die Detailausarbeitung und konsequente Umsetzung der Ideen.

Kreativität ist nach Guilford (1967) „… das schöpferische Vermögen, [...] Es kann unterteilt werden in die Komponenten Sensibilität gegenüber Problemen, Flüssigkeit des Denkens, sowie die Flexibilität.“ (Ullmann, 1987, S. 452f).

Die Komponente Sensibilität gegenüber Problemen hilft Problemstellungen zu erkennen und alternative Erklärungen zu suchen. Unter Flüssigkeit des Denkens versteht man die Fähigkeit, verschiedene Lösungsansätze zu finden. Offenheit ist dabei entscheidend, da sie Quantität und Originalität des Denkens erhöht. (Asendorf, 2012)

Ein weiterer Baustein der Kreativität ist das divergente Denken (Guilford, 1967), welches ebenfalls vom Persönlichkeitsmerkmal Offenheit gefördert wird (Harrison, Neff, Schwall & Zhao (2006) zitiert nach Honold, 2012). Dehne und Schupp (2007) belegen zudem starke Überschneidungen mit der Kreativität.

Es bestehen also eindeutige Zusammenhänge mit dem Big-5-Faktor Offenheit. Sie umfasst die Facetten Offenheit für: Fantasie (O1), Ästhetik (O2), Gefühle (O3), Handlungen (O4), Ideen (O5), sowie Normen- und Wertesysteme (O6).

Nach dem „CentACS-Profil“ beruflicher Kompetenz besitzt das Konstrukt Kreativität folgende Persönlichkeitsmerkmalausprägungen: „E+ E46+ O++ O12345+ A1+ C- C26-“ (Howard & Mitchell Howard, 2001 S. 198). Daraus kann ersehen werden, dass Offenheit für kreative Arbeit entscheidend ist. Personen mit hoher Offenheit sind einfallsreich und können neue Strategien entwickeln. Eine positive Einstellung gegenüber Veränderungen korreliert ebenfalls mit hoher Offenheit (vgl. Furnham, A., Crump, J. & Whelan. J., Mc Daniel, Costa, P.T., Jr & Mc Crae, zitiert nach Howard & Mitchell Howard, 2001).

Zufriedenheit mit Ambiguität und Paradoxon hilft, offen mit Theorien und Unbekanntem umzugehen. Für den Kreativprozess ist dies ausschlaggebend (vgl. Howard, 2000a zitiert nach Howard & Mitchell Howard, 2001).

Risikobereitschaft und Offenheit begünstigen Wissbegier und Spontaneität im Umgang mit Ungewöhnlichem sowie für Humor und spielerische Kreativität. (vgl. Howard & Mitchell Howard, 2001).

3.2 Das Persönlichkeitsmerkmal Offenheit und Kreativberufe

‚Hollands Karrieretypen’ (Abb. 3.1) zeigen Verbindungen zwischen Offenheit und künstlerisch-kreativen Berufen:

Abbildung 3.1 Hollands Hexagon mit entsprechenden Big-Five-Ausprägungen in Anlehnung an Howard, P.J. & Mitchell Howard, J., 2001, S. 138

Hohe Ausprägung an Offenheit beschreibt z.B. folgende kreative Berufe: Marketingspezialist, Designer, Visionär.

Geringe Offenheitsausprägungen stehen für die Bevorzugung von Vertrautem und stören den Kreativprozess (Howard & Mitchell Howard, 2001).

„Offenheit für Erfahrung ist laut Metaanalysen als einziges Persönlichkeitskonstrukt eindeutig positiv korreliert mit Kreativität.“ (Herbig, Glaser & Gunkel, 2008, S.26)

Kreativgruppen bringen vermutlich Bestleistungen, wenn sie aus offenen Mitgliedern bestehen, insbesondere in der Kreativphase. Als Hypothese wird angenommen, dass Offenheit einen wesentlichen Einfluss auf die Gruppenleistung in Kreativteams hat.

4 Darstellung der Ergebnisse der Literaturrecherche und

4.1 Begründung wofür die Erkenntnisse dieser Arbeit in der Praxis hilfreich sein könnten

Markus Winkler untersuchte innovative Teams. Diese sind mit Kreativteams vergleichbar, da auch hier kreativ gearbeitet wird und folgende Eigenschaften gefragt sind: Intuition und Integratives Denken, Kreativität, Experimentierfreude, Fähigkeit zu visualisieren, Analytisches sowie Intuitives Denken, Vertrauen, Spaß und Leidenschaft, Offenheit, Neugierde sowie Wissbegier. Er dokumentiert, dass ein Mehrwert der Teamarbeit durch die Perspektivenvielfalt entsteht, die zu einer besseren Qualität der Lösungen führen kann. Auf die Frage, welche Faktoren für die Leistung eines kreativ arbeitendes Teams ausschlaggebend sind, antworteten befragte Experten „An vorderster Front Offenheit, Curiosity, Spirit und Wissbegier.“ (Winkler M., Innovative Teams im Design-Thinking; S.110). Zudem werden Offenheit für Neues und die Fähigkeit, Alternativen zu erdenken als wichtige Eigenschaften gesehen. Die befragten Experten waren sich einig, dass Offenheit für kreatives Arbeiten unabdingbar sei. (Winkler, 2010) Mehr Offenheit führt zu weniger Gruppendenken. Da Gruppendenken die Meinungsvielfalt und damit die Kreativität hemmt, ist Offenheit besonders in Kreativgruppen äußerst wichtig.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
GPSY. Auswirkungen der Zusammensetzung von Gruppen und des Persönlichkeitsmerkmals Offenheit auf die Leistung einer Kreativgruppe
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Veranstaltung
Studiengang Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie
Note
1,8
Autor
Jahr
2012
Seiten
26
Katalognummer
V283652
ISBN (eBook)
9783656833147
ISBN (Buch)
9783656831204
Dateigröße
619 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
GPSY, Offenheit, Persönlichkeitsmerkmal, Kreativgruppe
Arbeit zitieren
Cleo van Merten (Autor), 2012, GPSY. Auswirkungen der Zusammensetzung von Gruppen und des Persönlichkeitsmerkmals Offenheit auf die Leistung einer Kreativgruppe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283652

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