Als zentralen Denkanstoß, der die Diskussion um die Prozesskostenrechnung (PKR) entfacht hat, kann der von Miller und Vollmann veröffentlichte Aufsatz „The Hidden Factory“ angesehen werden. Im Rahmen ihrer Untersuchung stellten sie fest, dass sich in amerikanischen Industrieunternehmen die vorherrschenden Kostenstrukturen im Laufe der Zeit stark verändert haben. Es zeigte sich ein drastischer Anstieg des Anteils der Gemeinkosten bei gleichzeitigem Rückgang des Anteils der Einzelkosten an der Wertschöpfung und an den Gesamtkosten der Unternehmen.
Aus dem Inhalt:
- Entwicklung und grundlegende Merkmale der Prozesskostenrechnung
- Überprüfung der Prozessstrukturen in Dienstleistungsunternehmen
- Entstehungsgründe der PKR als Problemfelder in Dienstleistungsunternehmen
Inhaltsverzeichnis
1. Entstehungsgründe der Prozesskostenrechnung
2. Entwicklung und grundlegende Merkmale der Prozesskostenrechnung
3. Vorgehensweise in der Prozesskostenrechnung
4. Vor- und Nachteile für die Verwendung in Dienstleistungsunternehmen
5. Die Entstehungsgründe der PKR als „klassische“ Problemfelder in Dienstleistungsunternehmen
6. Überprüfung der Prozessstrukturen in Dienstleistungsunternehmen
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung der Prozesskostenrechnung (PKR) für den Dienstleistungssektor. Dabei wird analysiert, inwieweit die aus der Industrie bekannten Entstehungsgründe und Prozessstrukturen auf Dienstleistungsunternehmen übertragbar sind, um eine verursachungsgerechtere Kostenverrechnung und ein effizientes Gemeinkostenmanagement zu ermöglichen.
- Grundlagen und Entstehungsgründe der Prozesskostenrechnung
- Systematische Vorgehensweise bei der Einführung einer PKR
- Anwendungsmöglichkeiten in Kalkulation und Gemeinkostenmanagement
- Vor- und Nachteile im Vergleich zu traditionellen Kostenrechnungssystemen
- Analyse der Prozessstrukturen in Dienstleistungsunternehmen
Auszug aus dem Buch
Tätigkeitsanalyse und Bildung einer Prozesshierarchie
Bei der Einführung einer PKR stellt die Tätigkeitsanalyse, die bis hin zum Aufbau einer Prozesshierarchie reicht, den wichtigsten aber auch zeitaufwendigsten Schritt dar. Die folgende Abbildung 3 zeigt die dabei zu bewältigenden Teilaufgaben.
Damit eine Prozesshierarchie jedoch endgültig festgelegt werden kann, müssen die in der Abbildung 3 genannten Schritte ggf. häufig wiederholt werden. Es bietet sich daher an, vor der eigentlichen Tätigkeitsanalyse, Hypothesen über die im Unternehmen zu identifizierenden Hauptprozesse und deren kostenverursachenden Faktoren aufzustellen. Diese Vorgehensweise ermöglicht es, den beauftragten Projektteams, im Rahmen der Tätigkeitsanalyse, gezieltere Fragen zu stellen und bietet konkretere Vorstellungen hinsichtlich möglicher Strukturierungsansätze innerhalb der Kostenstellen.
Mit Hilfe der sich anschließenden Tätigkeitsanalyse werden die in den einzelnen Bereichen bzw. Kostenstellen ablaufenden Tätigkeiten und Teilprozesse identifiziert. Außerdem muss der Anteil ermittelt werden, den sie an der Gesamtkapazität der jeweiligen Kostenstelle tragen. Unter einem Teilprozess wird die Zusammenfassung sachlich zusammenhängender Tätigkeiten innerhalb einer Kostenstelle verstanden, deren Anfall mit einer Maßgröße bestimmt wird. Somit lässt sich jeder Teilprozess einer Kostenstelle eindeutig zuordnen, wobei in einer Kostenstelle durchaus mehrere Teilprozesse auftreten können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Entstehungsgründe der Prozesskostenrechnung: Das Kapitel erläutert den historischen Kontext und die ökonomischen Gründe, wie steigende Gemeinkosten, die zur Entwicklung der PKR geführt haben.
2. Entwicklung und grundlegende Merkmale der Prozesskostenrechnung: Es werden die Ursprünge im Activity Based Costing sowie die wesentlichen Charakteristika der PKR als Vollkostenrechnung beschrieben.
3. Vorgehensweise in der Prozesskostenrechnung: Dieses Kapitel detailliert die praktischen Schritte, von der Tätigkeitsanalyse bis hin zur Ermittlung von Prozesskostensätzen.
4. Vor- und Nachteile für die Verwendung in Dienstleistungsunternehmen: Hier werden die spezifischen Stärken und Herausforderungen des Instruments im Dienstleistungssektor gegenübergestellt.
5. Die Entstehungsgründe der PKR als „klassische“ Problemfelder in Dienstleistungsunternehmen: Dieses Kapitel prüft, ob die für die Industrie identifizierten Problemlagen auch für Dienstleister kennzeichnend sind.
6. Überprüfung der Prozessstrukturen in Dienstleistungsunternehmen: Es wird geklärt, ob trotz hoher Integrativität und Individualität von Dienstleistungen ausreichend repetitive Strukturen für eine PKR bestehen.
Schlüsselwörter
Prozesskostenrechnung, Gemeinkostenmanagement, Dienstleistungsunternehmen, Kostentransparenz, Prozesshierarchie, Tätigkeitsanalyse, Cost Driver, Prozesskostensatz, Vollkostenrechnung, Kalkulation, Prozessorientierung, Ressourcenverbrauch, Leistungsbündel, Prozessmengen, Gemeinkosten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung und Anwendung der Prozesskostenrechnung (PKR) in Dienstleistungsunternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der methodischen Vorgehensweise, der Kostenverrechnung in indirekten Bereichen und der strategischen Analyse von Prozessstrukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Vorteilhaftigkeit der PKR für Dienstleister zu bewerten und zu prüfen, ob die hohen Anforderungen an repetitive Prozessabläufe in diesem Sektor erfüllt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse betriebswirtschaftlicher Kostenrechnungsmethoden sowie einen Transfer der in der Industrie entwickelten PKR-Konzepte auf den Dienstleistungsbereich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen, die schrittweise Einführung der Prozesskostenrechnung und die kritische Würdigung ihrer Anwendungsmöglichkeiten (Kalkulation und Gemeinkostenmanagement) erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernelemente sind Prozesskostenrechnung, Gemeinkosten, Prozesshierarchie, Cost Driver, Dienstleistungsunternehmen und Prozessorientierung.
Wie unterscheidet sich die PKR von traditionellen Verfahren bei der Gemeinkostenverrechnung?
Im Gegensatz zu pauschalen Zuschlagssätzen ermöglicht die PKR eine verursachungsgerechte Verrechnung über Cost Driver, die den tatsächlichen Ressourcenverbrauch abbilden.
Warum ist die Prozesshierarchie für die Einführung entscheidend?
Sie ermöglicht es, betriebliche Tätigkeiten strukturiert zu identifizieren, Teilprozesse zu Hauptprozessen zu verdichten und so die Grundlage für eine präzise Kostenkalkulation zu schaffen.
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- Diplom-Betriebswirt Timo Werner (Author), 2006, Merkmale, Anwendung sowie Vor- und Nachteile der Prozesskostenrechnung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283692