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Die Synchronizität zwischen "Kid A" und "Vanilla Sky"

Oder: Der Versuch einer multi-medialen Migration

Title: Die Synchronizität zwischen "Kid A" und "Vanilla Sky"

Seminar Paper , 2014 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lukas Lohmer (Author)

Communications - Movies and Television
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„Mach die Augen auf“, flüstert eine Stimme. Ein Mann folgt der Aufforderung und erwacht aus einem Traum, der ihm anfangs wie das echte Leben vorgekommen sein muss. Bis er bemerkte, dass er der einzige Mensch in New York City zu sein schien. Die Rede ist von David Aames, Protagonist des 2001 veröffentlichen Films VANILLA SKY, ein Remake von Alejandro Amenábars Film ABRE LOS OJOS aus dem Jahre 1997. Begleitet wird die Szene von einem Song der britischen Art-Rock-Band RADIOHEAD. Er trägt den Titel EVERYTHING IN ITS RIGHT PLACE und passt, auch wenn man dies erst retrospektiv erfährt, perfekt zur Handlung des Films. Nun ist es keine Seltenheit, dass die Songs, die Teil des Soundtracks eines Films sind, textlich oder auch musikalisch zu dem passen, was auf der Bildebene erzählt wird. Ganz im Gegenteil. Es ist in der Regel aktiv gewollt, Bild und Ton als dialektische Einheit zu inszenieren und markiert nicht für wenige die Besonderheit des Mediums „Film“, dem es so gelingt verschiedene Modalitäten ineinander zu integrieren. Dies ist auch bei VANILLA SKY der Fall. Die positiv rezipierte Filmmusik von VANILLA SKY besteht ausschließlich aus Pop- oder Rocksongs, so genanntem „Pop-Scoring“ , und auch diese Songs tragen, was ebenfalls nicht gerade schockieren mag, ihren Teil zu Handlung bei, passen von ihrer Musikalität zum filmisch Gezeigtem, haben eine kommentierende Funktion, eine symbolische Wirkungskraft oder nehmen diegetisch am filmischen Geschehen teil. Was hingegen überrascht, ist, was sich zeigt, wenn man das, zum ersten im Film gezeigten Song gehörige Album KID A aufmerksam anhört. Der Eindruck, dass die jeweiligen Songs bzw. das Album in seiner Ganzheit auf fast beängstigende Weise die Handlung von VANILLA SKY um- bzw. beschreibt, erklärt oder begleiten zu scheint, drückt sich gerade zu auf. Was auch der Grund für das folgende essayistische Experiment ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Bedeutung von Filmmusik

3. Vanilla Sky & Kid A

3.1 Vor dem Unfall: „Ich lebe den Traum!“

3.1.1 Everything In Its Right Place

3.1.2 The National Anthem

3.1.3 Kid A

3.1 Nach dem Unfall: „Wir sehen uns im nächsten Leben.“

3.2.1 Optimistic

3.2.2 Idioteque

3.2.3 Motion Picture Soundtrack

3.3. Im Traum: „Ich will aufwachen!“

3.3.1 How To Disappear Completely

3.3.2 In Limbo

3.3.3 Morning Bell

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die medienübergreifende Synchronizität zwischen dem Album "Kid A" der Band Radiohead und dem Film "Vanilla Sky". Ziel ist es, die musikalischen Strukturen des Albums als analytisches Werkzeug zu nutzen, um die Handlung, Psychologie und Symbolik des Films zu dekonstruieren und eine "multi-mediale Migration" zu vollziehen.

  • Analyse der narrativen und psychologischen Parallelen zwischen Album-Tracks und Filmsequenzen.
  • Untersuchung von Filmmusik-Funktionen nach Zofia Lissa im Kontext von "Pop-Scoring".
  • Dekonstruktion von Realität, Traum und Identitätsverlust bei der Hauptfigur David Aames.
  • Hinterfragung der Medialität durch intertextuelle Bezüge und die Dekodierung symbolischer Bildsprache.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 The National Anthem

Hieß es zuvor noch, „alles sei an seinem Platz“, ist nun alles und jeder so nah: Everyone is so near. So wie sich das anfänglich geordnete, als treibender Rocksong breitbeinig-posende THE NATIONAL ANTHEM zunehmend in einer chaotischen Kakophonie kulminiert und schließlich zu einer auditiven Repräsentation von Klaustrophobie wird. Einerseits eine Voraussicht auf das mentale Chaos, das David noch bevorsteht, inklusive der treffenden noch zu stellenden Frage „What's going on?“, andererseits aber auch eine adäquate Beschreibung für Davids aktuellen Zustand. Er bemerkt sein Problem mit Nähe, mit persönlichem Kontakt zu anderen Menschen, aber auch mit dem Alleinsein. Spiegel dominieren seine Wohnung, reflektieren das Bild Davids nahezu überall wo er steht. Ein Hinweis auf seinen ausgeprägten Narzissmus, aber auch seine Einsamkeit, da sie ihm das Gefühl von Gesellschaft vermitteln.

Zwar grüßt er auf der Arbeit jeden Mitarbeiter, läuft lächelnd durch die Gänge, aber er befindet sich dort auch auf einer Art unpersönlichem Areal. Doch auch dies macht ihn noch lange nicht unangreifbar. Der Aufsichtsrat seiner Firma, von ihm „Die Sieben Zwerge“ getauft, wollen David, nach seinen Angaben, loswerden, um die Mehrheit der Firma zu übernehmen. Sie fürchten, der eher unerfahrene Lebemann David könne die Firma ruinieren. Und David fürchtet, sie könnten kurz davor stehen, dies zu erreichen. Everyone is so near. Everyone has got the fear.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das experimentelle Vorhaben ein, eine symbiotische Korrelation zwischen dem Film "Vanilla Sky" und dem Album "Kid A" herzustellen.

2. Zur Bedeutung von Filmmusik: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen der Filmmusik, insbesondere die Funktionen nach Zofia Lissa, und begründet die Anwendung auf ein nicht-klassisches Soundtrack-Album.

3. Vanilla Sky & Kid A: Dies ist der Hauptteil, der in drei Unterkapitel gegliedert ist, welche die Lebensphasen des Protagonisten David Aames anhand der Musikstücke von Radiohead analysieren.

3.1 Vor dem Unfall: „Ich lebe den Traum!“: Analysiert Davids Leben als erfolgreicher Unternehmer und die anfängliche Diskrepanz zwischen seiner perfekten Fassade und innerer Leere.

3.1 Nach dem Unfall: „Wir sehen uns im nächsten Leben.“: Untersucht die Zeit nach dem Autounfall, in der sich Davids Weltbild sowie sein soziales Umfeld durch Entstellung und psychische Krisen fundamental verändern.

3.3. Im Traum: „Ich will aufwachen!“: Behandelt die finale Phase, in der die Grenzen zwischen Realität und synthetischer Scheinwirklichkeit verschwimmen und David die Entscheidung zum Erwachen trifft.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Musik von Radiohead als wirksames Analyseinstrument zur emotionalen und symbolischen Dekodierung des Films fungieren kann.

Schlüsselwörter

Vanilla Sky, Kid A, Radiohead, Filmmusik, Synchronizität, Mediale Migration, David Aames, Traumanalyse, Narzissmus, Intertextualität, Pop-Scoring, Existenzialismus, Wahrnehmung, Identität, Dekonstruktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht eine intermediale Korrelation zwischen dem Film "Vanilla Sky" und dem Album "Kid A" von Radiohead, um die Handlung des Films durch die musikalischen Strukturen des Albums tiefergehend zu erschließen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die Konzepte von Identitätsverlust, der Unterschied zwischen subjektiver Wahrnehmung und objektiver Realität sowie die Rolle der Musik als Kommentar und Symbolik im Film.

Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel?

Das Ziel ist der Versuch einer "multi-medialen Migration", bei der geprüft wird, ob und wie die Musik von "Kid A" dazu dienen kann, die psychologische Entwicklung des Protagonisten David Aames zu dekonstruieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine essayistisch-wissenschaftliche Analyse, die musikwissenschaftliche Konzepte (Filmmusikfunktionen nach Lissa) mit filmwissenschaftlichen Analysetechniken kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert den Film in drei Phasen: das Leben vor dem Unfall, das Leben nach dem Unfall und die Traumphase. Jede Phase wird durch die Analyse spezifischer Songtexte und musikalischer Strukturen von Radiohead illustriert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Synchronizität, Intertextualität, Existenzialismus, "Pop-Scoring" und Mediale Migration charakterisieren.

Warum wird David Aames als "unzuverlässiger Erzähler" bezeichnet?

Aufgrund der Erkenntnis, dass große Teile des Films in einem luziden Traum stattfinden, erweist sich die Erzählperspektive von David als instabil, da Wünsche und Erinnerungen die dargestellte Wirklichkeit verformen.

Welche Bedeutung hat das Zitat "Ohne das Bittere ist das Süße nie so süß" in der Analyse?

Es dient als philosophische Begründung für Davids Entscheidung, aus seinem synthetischen, perfekten Traumleben in die schmerzhafte, aber echte Realität zurückzukehren, da menschliches Glück ohne die Möglichkeit zu trauern keinen Wert hat.

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Details

Title
Die Synchronizität zwischen "Kid A" und "Vanilla Sky"
Subtitle
Oder: Der Versuch einer multi-medialen Migration
College
University of Siegen
Grade
1,0
Author
Lukas Lohmer (Author)
Publication Year
2014
Pages
18
Catalog Number
V283752
ISBN (eBook)
9783656833406
ISBN (Book)
9783656833413
Language
German
Tags
synchronizität vanilla oder versuch migration
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Lohmer (Author), 2014, Die Synchronizität zwischen "Kid A" und "Vanilla Sky", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283752
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