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Gary Beckers ökonomische Theorie der Heirat

Title: Gary Beckers ökonomische Theorie der Heirat

Seminar Paper , 2003 , 26 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Vera Rohloff (Author)

Economics - Micro-economics
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Einleitung

Empirische Untersuchungen zeigen, dass die Zahl der Eheschließungen zurückgeht, das Heiratsalter ansteigt, die Kinderzahl sinkt und die Zahl der Scheidungen zunimmt. So kamen im Jahre 1950 in Deutschland auf 1000 Einwohner 11 Eheschließungen, während es im Jahre 2001 nur noch 4,7 Eheschließungen waren. Das Heiratsalter lediger Personen stieg allein in den Jahren 1985 bis 2001 um 5 Jahre an. Die Anzahl nichtehelicher Lebensgemeinschaften belief sich im Jahre 1999 bereits auf 2,05 Mio. Diese Tendenzen sind so stark ausgeprägt, dass
in absehbarer Zeit nicht mit einem Ende der Entwicklung gerechnet werden kann.
Dieser vielzitierte Wandel der Familie ist es, der zunehmend auch das Interesse der Wirtschaftswissenschaften auf sich gezogen hat. Als Begründer der ökonomischen Theorie in diesem Bereich gilt Gary S. Becker, der 1973 seine „Theorie der Heirat“ veröffentlichte und
damit nicht nur Begeisterung auslöste. Die Ausweitung der ökonomischen Betrachtungsweise auf Bereiche, die von Gefühlen, Emotionen und Liebe geprägt sind, verursachte Befürchtungen
auf „Entzauberung“ des familialen Bereichs und brachte Becker die Bezeichnung eines „ökonomischen Imperialisten“ (vgl. Pies (1998) S. 2) ein. Dennoch ist die Ehe der ökonomischen Analyse zugänglich, da knappe Ressourcen – vor allem die Zeit – Verwendung finden, mit denen im Hinblick auf eine Nutzenmaximierung gehaushaltet werden muss. Darauf aufbauend haben sich eine Vielzahl von Wissenschaftlern mit der Haushalts- und Familienökonomik beschäftigt und sie entsprechend den fortschreitenden gesellschaftlichen Veränderungen weiterentwickelt.
Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht eine ökonomische Betrachtung des Heiratsverhaltens. Es soll zunächst gezeigt werden, dass der Anreiz von Männern und Frauen als rationale Individuen darin besteht, ihren Ehenutzen zu maximieren. Dazu werden der mögliche Ertrag aus Haushaltsproduktion und Konsum den Kosten gegenüber gestellt. Schließlich werden Liebe und Fürsorge in die Betrachtung einbezogen. Erläuterungen zur Wirkungsweise des Heiratsmarktes sowie der spezifischen Partnerzuordnung nach bestimmten Eigenschaften
bilden den Abschluss des ersten Teils.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ökonomische Theorie der Heirat

2.1 Erträge aus Haushaltsproduktion und Konsum

2.2 Kosten der Ehe

2.3 Bedeutung der Liebe

2.4 Heiratsmarkt und Partnerzuordnung

3. Der familiale Wandel

3.1 Einfluss der Bildungsexpansion auf die Ehebereitschaft von Frauen

3.2 Einfluss der Frauenerwerbstätigkeit auf den Ehegewinn

3.3 Risiken der traditionellen Rollenverteilung

4. Die Ehe als Auslaufmodell ?

5. Fazit und wirtschaftspolitische Erwägungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Heiratsverhalten und den Wandel familialer Strukturen aus einer ökonomischen Perspektive, wobei Gary Beckers Theorie als theoretisches Fundament dient, um Rationalitätsentscheidungen bei der Eheschließung und dem Familienleben zu analysieren.

  • Ökonomische Analyse von Haushaltsproduktion, Konsum und Ehegewinn
  • Bedeutung von Liebe und emotionaler Bindung im ökonomischen Modell
  • Wirkungsweise des Heiratsmarktes und Mechanismen der Partnerwahl
  • Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen, wie die Bildungsexpansion und Frauenerwerbstätigkeit, auf das Heiratsverhalten
  • Diskussion der Ehe als Institution im Wandel sowie wirtschaftspolitische Handlungsempfehlungen

Auszug aus dem Buch

2.1 Erträge aus Haushaltsproduktion und Konsum

Die folgenden Gedanken basieren insbesondere auf den Arbeiten von Becker (1993), McKenzie, Tullock (1984) und Ott (1998).

Aus ökonomischer Sicht ist die Ehe eine Produktions- und Konsumgemeinschaft. Wie bereits erwähnt, ziehen die Partner ihren Nutzen in erster Linie aus dem „Genuss all jener Güter und Leistungen, die die Familie produzieren kann.“ (McKenzie, Tullock (1984) S. 135).

Zunächst sollen produktionstheoretische Überlegungen angestellt werden. Aus dieser Sicht wird der Haushalt als „kleine Fabrik“ (Becker (1965) S. 496) betrachtet. Die Haushaltsmitglieder produzieren die Basisgüter, aus denen der Nutzen der Beteiligten gezogen wird. Werden alle Basisgüter zu einem einzigen Aggregat Z zusammengefasst, ergibt sich die Nutzenmaximierung für jede Person aus der Maximierung der Menge Z. Zielfunktion des Optimierungsproblems ist die Haushaltsproduktionsfunktion, die den Output Z zu den genannten Inputs Marktgüter und –dienstleistungen (xi) sowie eingesetzte Zeit der Haushaltsmitglieder (ti) in Beziehung setzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel der Familie, führt in Gary Beckers ökonomische Theorie der Heirat ein und definiert den Fokus der Arbeit auf rationale Entscheidungen zur Nutzenmaximierung in der Ehe.

2. Ökonomische Theorie der Heirat: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen dar, indem es den Haushalt als Produktionsgemeinschaft begreift, Kosten und Erträge (inklusive Liebe) analysiert und die Funktionsweise des Heiratsmarktes sowie der Partnerzuordnung erläutert.

3. Der familiale Wandel: Das Kapitel untersucht, wie sich Faktoren wie die Bildungsexpansion, die zunehmende Frauenerwerbstätigkeit und die damit verbundenen Risiken traditioneller Rollenverteilungen auf das Heiratsverhalten ausgewirkt haben.

4. Die Ehe als Auslaufmodell ?: Hier wird die Zukunftsfähigkeit der Ehe diskutiert und aufgezeigt, dass die formale Ehe zwar an Attraktivität verloren hat, aber oft noch durch nichteheliche Lebensgemeinschaften substituiert oder als Zielform angestrebt wird.

5. Fazit und wirtschaftspolitische Erwägungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Familie trotz Wandel bedeutend bleibt und plädiert für eine moderne Familienpolitik, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch strukturelle Anpassungen fördert.

Schlüsselwörter

Haushaltsökonomik, Ehegewinn, Nutzenmaximierung, Heiratsmarkt, Haushaltsproduktion, Bildungsexpansion, Frauenerwerbstätigkeit, Traditionelle Rollenverteilung, Humankapital, Opportunitätskosten, Familiärer Wandel, Nichteheliche Lebensgemeinschaft, Familienpolitik, Fertilität, Partnerwahl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das zwischenmenschliche Verhalten bei der Eheschließung und Gründung von Familien mithilfe der ökonomischen Theorie, insbesondere basierend auf dem Ansatz von Gary S. Becker.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die ökonomische Bewertung von Haushaltsproduktion, die Kosten und Nutzen einer Heirat, der Wandel familialer Rollenbilder sowie die Einflüsse gesellschaftlicher Entwicklungen wie der Bildungsexpansion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie rationale Individuen durch den Vergleich von Erträgen und Kosten ihren Ehenutzen maximieren und wie sich veränderte Rahmenbedingungen auf das Heiratsverhalten auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt produktionstheoretische Modelle der Familienökonomik, um Entscheidungen innerhalb von Haushalten zu erklären und ökonomische Schlussfolgerungen für den familialen Wandel abzuleiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die ökonomische Theorie der Ehe, die Auswirkungen von Bildung und Berufstätigkeit auf Frauen sowie die Risiken und Veränderungen in den Strukturen von Partnerschaften und Ehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Konzepte umfassen den Ehegewinn, den Heiratsmarkt, die Haushalts- und Familienökonomik sowie den Einfluss der Opportunitätskosten auf die Lebensgestaltung.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Liebe in ökonomischen Modellen?

Die Liebe wird als Faktor integriert, der den Ehegewinn erhöht, da sie die gemeinsame Haushaltsproduktion und den gemeinsamen Konsum begünstigt und somit die Effizienz des Haushalts steigert.

Welche wirtschaftspolitischen Schlussfolgerungen zieht die Autorin?

Die Autorin empfiehlt, Familienpolitik nicht mehr auf die Förderung traditioneller Rollenmodelle auszurichten, sondern egalitäre Partnerschaften zu unterstützen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Geburtenraten zu verbessern.

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Details

Title
Gary Beckers ökonomische Theorie der Heirat
College
University of Hagen  (Volkswirtschaftspolitik)
Grade
2,0
Author
Vera Rohloff (Author)
Publication Year
2003
Pages
26
Catalog Number
V28375
ISBN (eBook)
9783638301732
ISBN (Book)
9783640935994
Language
German
Tags
Gary Beckers Theorie Heirat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Vera Rohloff (Author), 2003, Gary Beckers ökonomische Theorie der Heirat, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28375
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