Michel von Lönneberger, Findus , Pumuckl und Pipi Langstrumpf – alle diese Kinderbuch Helden zeigen Symptome einer Aufmerksamkeitsdefizitstörung mit Hyperaktivität auf.
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Doch was ist dieses Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom überhaupt? Und auf welche Weise kann Betroffenen geholfen werden? Ist eine medikamentöse Behandlung die einzig wirksamen Option? Das sind Themen, mit denen sich diese Hausarbeit befasst. Der Hauptteil liefert ein Überblick darüber, was ADHS ist, welche Symptome es haben kann und anhand welcher Symptome die Diagnose gestellt werden kann. Außerdem werden sich mit zwei verschiedenen Methoden der Behandlung auseinander gesetzt. Hierfür wird zunächst auf die medikamentöse Behandlung mit den Unterpunkten Methylphendiat, Atomoxetin und Dexamfetamine eingegangen,um dann zu besprechen ob akute oder chronische körperliche Betätigung ebenfalls einen positiven Effekt auf die Symptome der Erkrankung haben kann. Im Schlussteil wird zuletzt noch diskutiert, ob körperliche Betätigung generell die Einnahme von konzentrationsfördernden Medikamenten ersetzen kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. ADHS bei Kindern
3. Behandlungsmöglichkeiten
3.1 Medikamentöse Behandlung
3.1.1 Methylphendiat
3.1.2 Atomoxetin
3.1.3 Dexamfetamin
3.1.4 Trends
3.2 Körperliche Betätigung
3.3 Körperliche Betätigung vs. Medikamentöse Behandlung
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Behandlungsmöglichkeiten bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Vergleich zwischen der medikamentösen Therapie und dem Einsatz körperlicher Betätigung liegt. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern sportliche Aktivität die Symptome lindern und ob sie gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung ersetzen oder ergänzen kann.
- Grundlagen und Symptomatik von ADHS bei Kindern
- Pharmakologische Behandlungsansätze (Methylphenidat, Atomoxetin, Dexamfetamin)
- Einfluss von chronischer und akuter körperlicher Betätigung auf ADHS-Symptome
- Vergleichende Analyse der Wirksamkeit von Sport versus Medikation
- Diskussion über Langzeitperspektiven und ganzheitliche Therapiekonzepte
Auszug aus dem Buch
3.2 Körperliche Betätigung
Generell lassen sich verschiedene Arten der körperlichen Betätigung unterscheiden. Es wurde herausgefunden, dass für eine bessere Konzentrationsfähigkeit aerobische Übungungen den größten Erfolg haben. Es gibt einen positiven Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und und den exekutiven Funktionen der Kinder, damit sind unter anderem kognitive Prozesse und Impulskontrolle gemeint (vgl. Berwid et al., 2012).
In einer Studie von Verret et al (2010) musste eine Übungsgruppe aus Kindern zehn Wochen lang drei mal die Woche trainieren. Dieses Training startete mit einer kurzen Aufwärmphase, um dann mit progressive Aerobicaktivitäten zu starten. Damit den Kindern nicht zu langweilen wird, wurden verschiedene Spiele gewählt, zum Beispiel Ballspiele (Basketball, Fußball) oder Zirkeltraining. Danach folgten Aufgaben für Muskeln und motorische Fähigkeiten. Die Übungseinheit endet mit einer Cooldown- Phase. Sowohl die Trainings- als auch die Kontrollgruppe, deren Mitglieder alle eine ADHS Diagnose haben, wurde zehn Tage vor Beginn und innerhalb einer Woche nach dem Ende der Trainingswochen getestet. Bei dem zweiten Test hat sich ergeben, dass die Übungsgruppe einen signifikant besseren Bewegungs-Score als die Kontrollgruppe erreichen konnte. Weiterhin waren die motorische Fähigkeiten stärker. Zudem zeigte die Übungsgruppe eine Tendenz zu einem höheren Objektkontrollierungs-Score.
Auch für das Verhalten haben sich Veränderungen ergeben. Eine signifikante Verbesserung lag bei dem totalen Problem-Score, sowie den drei Unters-Scores soziale Probleme, Aufmerksamkkeitsprobleme und Denkprobleme vor. Das neuropsychologische Verhalten konnte ebenfalls verbessert werden. Die Übungsgruppe hat ein signifikant höheres Level in Informationsverarbeitung erreicht, verbesserte sich in der Schnelligkeit beim visuellen Suchen und zeigt eine bessere auditive Aufmerksamkeit. Es lässt sich also insgesamt anhand dieser Studie sagen, dass Sport einen positiven Einfluss auf die Symptomatik von Kindern mit ADHS hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ADHS ein, illustriert Symptome anhand bekannter Kinderbuchfiguren und skizziert die Fragestellung nach der Wirksamkeit von Medikamenten versus körperlicher Betätigung.
2. ADHS bei Kindern: Dieses Kapitel erläutert die diagnostischen Kriterien nach DSM-IV und ICD-10 sowie die vielfältigen biologischen und sozialen Ursachen der Störung.
3. Behandlungsmöglichkeiten: Dieser Abschnitt bietet einen umfassenden Überblick über gängige medizinische Wirkstoffe und nicht-medikamentöse Therapieformen durch Sport.
3.1 Medikamentöse Behandlung: Hier werden die Wirkweise und Nebenwirkungen von Methylphenidat, Atomoxetin und Dexamfetamin detailliert analysiert.
3.1.1 Methylphendiat: Fokus auf den Marktführer unter den ADHS-Medikamenten, seine Wirkweise und gängige Präparate wie Ritalin oder Concerta.
3.1.2 Atomoxetin: Vorstellung dieses Medikaments aus der Gruppe der Sympathomimetika als Alternative bei Unverträglichkeit von Methylphenidat.
3.1.3 Dexamfetamin: Beschreibung der Wirkweise als zentrales Sympathomimetikum für Fälle, in denen andere Wirkstoffe keine ausreichende Wirkung zeigen.
3.1.4 Trends: Analyse der Verschreibungsstatistiken von ADHS-Medikamenten in Deutschland anhand von Diagrammen aus den Jahren 1993 bis 2013.
3.2 Körperliche Betätigung: Untersuchung des positiven Einflusses von chronischem und akutem Training auf die Konzentrationsfähigkeit und exekutive Funktionen von Kindern.
3.3 Körperliche Betätigung vs. Medikamentöse Behandlung: Ein Vergleich der Wirksamkeit beider Therapieansätze anhand aktueller Studien zur Leistungsfähigkeit und Verhaltensänderung.
4. Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse, wonach Sport eine wertvolle Ergänzung darstellt, jedoch die medikamentöse Behandlung in der Regel nicht vollständig ersetzen kann.
Schlüsselwörter
ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung, Medikamente, Methylphenidat, Atomoxetin, Dexamfetamin, körperliche Betätigung, Sporttherapie, Kinder, Verhaltensstörung, Konzentrationsfähigkeit, Impulskontrolle, Therapie, Diagnose, Symptomatik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Behandlungsmöglichkeiten von ADHS bei Kindern und vergleicht die medikamentöse Therapie mit dem Einsatz von körperlicher Betätigung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die diagnostischen Kriterien von ADHS, die pharmakologische Behandlung mit verschiedenen Wirkstoffen sowie der Einfluss von Sport auf die Symptomkontrolle.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu erörtern, ob körperliche Betätigung eine wirksame Alternative oder Ergänzung zur medikamentösen Behandlung bei Kindern mit ADHS darstellen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene klinische Studien und statistische Daten zum Vergleich der Behandlungsmethoden heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die pharmakologischen Grundlagen (Methylphenidat, Atomoxetin, Dexamfetamin) und eine Analyse der Auswirkungen von Sportprogrammen auf kognitive und motorische Funktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen ADHS, Methylphenidat, körperliche Betätigung, Therapie, Impulskontrolle und Diagnosekriterien.
Wie wirkt Methylphenidat bei ADHS-Kindern?
Es erhöht die Dopamin-Konzentration im Gehirn, was eine schnellere Reizleitung ermöglicht und den Kindern hilft, ihr Verhalten besser zu kontrollieren und sich zu konzentrieren.
Können sportliche Aktivitäten die Medikation ersetzen?
Laut der vorliegenden Analyse ist es meist nicht möglich, mit körperlicher Betätigung allein einen gleichen Leistungsstand wie mit medikamentöser Unterstützung zu erreichen, weshalb Sport eher als ergänzende Maßnahme gesehen wird.
Warum ist die Diagnose von ADHS problematisch?
Die Diagnose ist stark von subjektiven Einschätzungen außenstehender Personen wie Lehrern oder Eltern abhängig, weshalb sie durch Falschaussagen oder Verwechslungen mit anderen Störungen beeinflusst werden kann.
Welchen Effekt hat chronische körperliche Betätigung laut den zitierten Studien?
Chronisches Training kann signifikante Verbesserungen bei motorischen Fähigkeiten, der Informationsverarbeitung und den sozialen Verhaltensscores bewirken.
- Arbeit zitieren
- Juline Hagemann (Autor:in), 2014, ADHS bei Kindern. Behandlung durch Medikamente oder körperliche Betätigung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283780