Ansätze und Interventionen zur Prävention und Gesundheitsförderung


Hausarbeit, 2014

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begrifflichkeiten
2.1. Gesundheit
2.1.1Determinanten der Gesundheit
2.2 Gesundheitsförderung
2.3 Prävention
2.3.1 Formen der Prävention

3. Planung und Organisation
3.1 Das „PRECEDE“ -Planungsmodell nach Green und Kreuter
3.2 Klientenzentriertes Planungmodell nach Ewless und Simnett

4. Zentrale Ansätze gesundheitsförderlicher Maßnahmen
4.1 Empowermentansatz
4.2 Der Settingansatz

5. Interventionen zur Gesundheitsförderung in Bezug auf Senioren und ältere Menschen
5.1 Das Alter
5.3 Erfolgreiches Altern als gesundheitsfördernde Handlungsstrategie
5.2.Ziele und Bereiche der Interventionen in der zweiten Lebenshälfte
5.4 Ein Praxisbeispiel: Sturzphrophylaxe

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Formen der Prävention. (Tabelle mit Änderungen entnommen aus: Dapp, 2008:79)

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Determinanten der Gesundheit. (Richter & Hurrelmann, 2010)

Abbildung 2: Das „PRECEDE“ Planungsmodell (Seibt, 2010)

Abbildung 3: Flussdiagramm zur Planung und Evaluierung der Gesundheitsförderung (Naidoo & Jane, 2010:436)

1. Einleitung

>> Die Erhaltung der Gesundheit ist eine Pflicht. Nur wenige sind sich bewußt [!], daß [!] es so etwas wie eine körperliche Moral gibt. <<[1]

Herbert Spencer (1820 - 1903), englischer Philosoph und Soziologe entwickelte das »System der synthetischen Philosophie«

Das Zitat von Herbert Spencer macht deutlich, wieso und weshalb Prävention und Gesundheitsförderung in der heutigen Medizin und Gesellschaft eine Rolle spielen sollten. Jeder Mensch hat es selbst in der Hand seine Gesundheit zu erhalten und zu fördern. Aus meinen Recherchen wird ersichtlich, dass das Bewusstsein auf diesem Gebiet kontinuierlich erweitert werden muss, denn Gesundheitsförderung und Prävention sind unentbehrliche Grundpfeiler für die Förderung, oder auch Verbesserung der Gesundheit und Langlebigkeit. Sie tragen dazu bei, dass Individuen sich wohler fühlen und ihre Lebensqualität ansteigt. Krankheiten mit hoher Prävalenz, welche nicht ansteckend und häufig von chronischer Art sind, wie beispielsweise Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems oder des Muskel-Skelett-Systems, sowie diverse bösartige Neubildungen etc., werden in ihrer Entwicklung durch bestimmte Risikofaktoren beeinflusst. Durch diese gegebenen Faktoren, die jeder Mensch im Laufe seines Lebens entwickelt bzw. vorfindet, wird es zu einem Zwang diesen Risiken vorzubeugen, sie zu verdrängen und gesundheitsbezogene, ressourcenorientierte Intervention in allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten zu betreiben. Insbesondere der vorherrschende demographische Wandel erfordert eine verstärkte Anstrengung, die gesundheitlichen Potenziale der Bevölkerung bis ins hohe Alter zu erhalten und ihnen die Sicherheit zu geben, ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben führen zu können. Im Laufe dieser Arbeit werde ich mich zuerst mit den Begrifflichkeiten zum Thema „Gesundheitsförderung und Prävention“ beschäftigen. Anschließend setze ich mich mit den Methoden zur Planung und Organisation der Gesundheitsförderung auseinander. Des Weiteren werde ich zentrale Ansätze der Gesundheitsförderung vorstellen. Letzteres werde ich aufzeigen, welche Möglichkeiten es bzgl. der Gesundheitsförderung für ältere Menschen gibt und wie man diese gestaltet und durchführt. Vor allem soll klar verdeutlicht werden, wie wichtig es ist, über die gesamte Lebensspanne gesundheitsbewusst zu leben, wie das realisiert werden kann und inwieweit sich dies gesellschaftlich integrieren lässt. Insbesondere möchte ich aufzeigen, wieso besonders die ältere Altersgruppe auf die Gesundheitsförderung und Prävention zurückgreifen sollte. Natürlich gibt es zur „Gesundheitsförderung und Prävention“ weitaus mehr wissenschaftliche Erkenntnisse, doch ich beschränke mich aus Platzgründen auf das Wichtigste, um in die Thematik einzuführen.

2. Begrifflichkeiten

Im Folgenden werden zunächst die Begrifflichkeiten „Gesundheit“, „Gesundheitsförderung“ und „Prävention“ zur Einführung in das Thema erläutert. Die Differenzierung der Begrifflichkeiten Prävention und Gesundheitsförderung gestaltet sich kritisch, da es sich bei beiden um Interventionsmaßnahmen handelt. In der Literatur gibt es viele verschiedene Definitionen und Abgrenzungsversuche, die sich zum Teil enorm unterscheiden. Beide Begrifflichkeiten haben sich im Kontext der „Public Health“ entwickelt. Die „Public Health“ (1920) ist „die Wissenschaft und Fähigkeit zur Vermeidung von Krankheiten, zur Verlängerung des Lebens und zur Förderung der Gesundheit und deren Wirksamkeit durch gesellschaftlich organisierte Maßnahmen zur Umwelthygiene, Bekämpfung übertragbarer Krankheiten, […]“ (Naidoo & Jane, 2010:82, Auslassung J. O.). Somit wird Public Health als die Wissenschaft und Praxis der Gesundheitsförderung verstanden und dient der System- gestaltung des Gesundheitswesens.

Im Folgenden soll versucht werden, die Begriffe zu bestimmen und darzustellen. Dafür ist es ratsam zu Anfang den Fokus auf die diversen Ansichten von Gesundheit zu richten.

2.1. Gesundheit

Der Terminus Gesundheit ist in seiner Definition sehr umstritten und es gibt keine allgemein anerkannte Sichtweise von Gesundheit. Der eine beschreibt Gesundheit als das Gegenteil von Krankheit, der andere beschreibt es als das Nichtvorhandensein von körperlichen Beschwerden. Deshalb berufe ich mich auf die Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die die Basis für ein neues Verständnis legte. Sie beschreibt Gesundheit als einen „[…] Zustand des völlig körperlichen, psychischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen“ (WHO 1946, zitiert nach Hurrelmann, Klotz & Haisch, 2004:13, Auslassung J. O.). Die Begriffserklärung der WHO wurde allerdings auch oftmals kritisiert, denn der Anspruch des „völligen Wohlbefindens“ entspräche nicht der Realität, da auch Einflüsse des Umfelds das Wohlbefinden stören kann. Deshalb werde ich mögliche Determinanten der Gesundheit vorstellen. (Naidoo & Jane, 2010:4 - 6)

2.1.1Determinanten der Gesundheit

Die Grundannahme der Gesundheitsförderung ist die Beeinflussung von Determinanten (Faktoren), die die Gesundheit bestimmen und beeinflussen. Ein allgemeiner Gesundheitsgewinn kann nur entstehen, wenn man die bereits gegebenen Bedingungen, wie beispielsweise Wohnraum und Hygiene, qualitativ verbessert. Durch die Einflussnahme auf die gesundheitlichen Determinanten ist ein allgemein besserer Gesundheitszustand der gesamten Bevölkerung durchaus möglich. Die Abbildung 1 zeigt alle Determinanten, die die Gesundheit beeinflussen können. Sie können positiv oder negativ auf das Wohlbefinden einwirken und stehen in ständiger Wechselwirkung zueinander. Die übereinanderliegenden Schichten sollen verdeutlichen, dass die Determinanten einen direkten und indirekten Einfluss auf die Gesundheit ausüben. Beispielsweise kann das Arbeitsumfeld nicht nur die sozialen und kommunalen Netzwerke beeinflussen, sonder auch die individuelle Lebensweise. Somit ist Gesundheit das Resultat eines Netzes diverser Einflüsse.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Determinanten der Gesundheit. (Richter & Hurrelmann, 2010)

Das Alter, Geschlecht und die erblichen Anlagen bilden die Grundlage der Abbildung, denn diese sind nicht beeinflussbar bzw. veränderbar und bilden den Kern von Gesundheit. Die übrigen Determinanten, die in den umliegenden Schichten verankert sind, kann man durch bestimmte gesundheitsfödernde Maßnahmen (Prävention und Gesundheitsförderung) beeinflussen. Mit Faktoren der Lebensweise ist beispielsweise die Ernährung, Fittness und die Lebenseinstellung gemeint. Diese könnten durch eine Ernährungsberatung beeinflusst werden, was sich im nachhinein durchaus positiv auf die sozialen und kommunalen Netzwerke auswirken kann. Ein gutes Netzwerk aus sozialen Kontakten könnte beispielsweise dabei helfen die psychische und / oder die pysische Gesundheit zu stärken und wirkt schützend auf das jeweilige Individuum, da soziale Kontakte durchaus auch Einfluss auf das Gesundheitsverhalten haben. Das Arbeitsumfeld, der Bildungsstand oder auch die Arbeitslosigkeit haben einen direkten Effekt auf die sozialen Netzwerke und stehen in ständiger Wechselwirkung zueinander. Die letzte und auch komplexeste Determinante stellt die sozioökonomischen, kulturelle und pysischische Umwelt dar, womit beipielsweise soziale Ungleichheiten gemeint sind. Sie bildet die Makrostruktur der Gesundheit und gilt als „Ursache der Ursachen“, wenn es um gesundheitliche Defizite geht. (Richter & Hurrelmann, 2010) Im Anschluss an die Definition der WHO von Gesundheit entwickelte sich das Konzept der „Gesundheitsförderung“.

2.2 Gesundheitsförderung

Der Begriff Gesundheitsförderung war ursprünglich die Bezeichnung für ein gesellschaftspolitisches Programm wobei es um die Erreichung der Ziele „Gesundheit für alle 2000“ ging. Die Ziele und Prinzipien wurden in der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung festgehalten und zusammengefasst. (Kaba-Schönstein, 2011). Die WHO definiert sie in der Ottawa-Charta folgendermaßen:

„Gesundheitsförderung verkörpert einen umfassenden sozialen und politischen Prozess. Dazu gehören nicht nur Maßnahmen zur Stärkung der individuellen Kompetenzen, sondern auch Aktivitäten zur Veränderung der sozialen, wirtschaftlichen und physischen Umweltbedingungen, die zu einer Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung und des Einzelnen beitragen können. Gesundheitsförderung ist damit der Prozess, der den Menschen die Kontrolle über die Faktoren ermöglichen soll, die ihre Gesundheit bestimmen und sie auf dieser Basis zur Verbesserung ihrer Gesundheit befähigt.“ (Naidoo & Jane, 2010:77)

Doch wie schon erwähnt, gibt es auch für die Gesundheitsförderung keine einheitliche Definition. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Gesundheitsförderung auf die Verbesserung der Lebensbedingungen abzielt,um eine maximale gesundheitliche Entfaltungsmöglichkeit zu gewährleisten. Hurrelmann, Klotz & Haisch (2004) sprechen bei der Gesundheitsförderung von „Eingriffshandlungen, die der Stärkung von individuellen Fähigkeiten der Lenbensbewältigung dienen“. (Hurrelmann, Klotz, & Haisch, 2004:14) Somit kann man Gesundheitsförderung auch als eine Art von Intervention betrachten, da man in die Lebensbedingungen der Individuuen eingreift und diese verbessern will, damit krankheitsbegünstigende Determinanten vermindert, oder gar zurückgedrängt werden können. Ziel bei gesundheitsfördernden Maßnahmen ist immer der Gesundheitsgewinn und die Stärkung der gesundheitlichen Ressourcen (Hurrelmann, Klotz, & Haisch, 2004:14). Auch die Prävention ist einer Art der Intervention und eine gesundheitsfördernde Maßnahme, was ich im Folgendem genauer erläutern werde.

2.3 Prävention

In Abgrenzung zur Gesundheitsförderung geht es bei der Prävention um die Verhütung und Beseitigung einzelner, spezieller Krankheiten und nicht um die Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden. Dennoch zielen beide auf einen Gesundheitsgewinn ab. Lediglich die Art der Gewinnung unterscheidet sich. Die Prävention fokussiert dabei die Entstehung von Krankheit und die Gesundheitsförderung die Entstehung von Gesundheit. Jedoch lassen sich in der Praxis die beiden Begrifflichkeiten kaum voneinander unterscheiden, denn das Verhindern einer Krankheit dient selbstverständlich auch der Erhaltung des gesamten Wohlbefindens. Um präventive Maßnahmen genauer zu spezifizieren, kann man diese in vier Unterformen einteilen, welche sich in ihrer Zielsetzung, Durchführung und Zielgruppe unterscheiden. (Becker, 1997:517) (Dapp, 2008:79)

2.3.1 Formen der Prävention

Tabelle 1: Formen der Prävention. (Tabelle mit Änderungen entnommen aus: Dapp, 2008:79)

Eine aktive, präventive Interventionshandlung wird durch die Erkennung von Risikofaktoren, die bei der Entstehung und dem Werdegang von Krankheit beteiligt sind, durchgeführt. Mögliche Risikofaktoren könnten beispielsweise Bluthochdruck, Übergewicht, ein Nikotinabusus und erhöhte Blutfettwerte sein. Wenn Risikofaktoren eindeutig identifiziert werden, wird mit Hilfe einer präventiven Maßnahme Einfluss auf den späteren Krankheitsverlauf genommen (sekundäre Prävention). Im Idealfall werden Risikofaktoren sehr früh erkannt, damit eine Krankheit erst gar nicht eintreten kann (primäre Prävention). Doch ist es dennoch so, dass bestimmte Präventionsarten nur von Wahrscheinlichkeiten ausgehen können, da nicht allgemein bekannt ist, inwiefern sich bestimmte intraindividuelle Risikofaktoren auf das Individuum auswirken. (Hurrelmann, Klotz, & Haisch, 2004:14 - 15) Um Gesundheitsförderung und Prävention auch erfolgreich durchzuführen, bedarf es einer Planung und Organisation. Mit Hilfe von bestimmten Modellen lässt sich dies realisieren, und vereinfacht die organisatorischen Aspekte.

[...]


[1] Gefunden auf: http://www.aphorismen.de/suche?f_thema=Gesundheit&seite=5

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Details

Titel
Ansätze und Interventionen zur Prävention und Gesundheitsförderung
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Gerontologie)
Veranstaltung
Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
22
Katalognummer
V283845
ISBN (eBook)
9783656839347
ISBN (Buch)
9783656839354
Dateigröße
685 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ansätze, interventionen, prävention, gesundheitsförderung
Arbeit zitieren
Jasmin Ottens (Autor), 2014, Ansätze und Interventionen zur Prävention und Gesundheitsförderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283845

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