Eine Frau mit vielen Gesichtern. Wolfram von Eschenbachs eigenwillige Darstellung der Herzeloyde als Herrscherin, Ehefrau und Mutter


Hausarbeit, 2014
37 Seiten, Note: 1,0
Lucia Nußbaum (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Figur der Herzeloyde als andauernde Kontroverse in der Parzival-Forschung

3. Chrétiens und Wolframs Mutterfigur im Vergleich

4. Herzeloyde als Herrscherin, Ehefrau und Mutter
4.1 „diu künegin von Wâleis“ (60,9) und ihre Forderung
4.2 Ehefrau für kurze Zeit, dann Witwe auf Lebenszeit
4.3 Herzeloyde als Mutter in der Abgeschiedenheit von Soltane

5. Schluss

Abkürzungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Dominante Herrscherin, egoistische Mutter und selbstbestimmte Ehefrau oder doch Muttergottes-Allegorie und trauernde Witwe? Die Frauenfigur der Herzeloyde in Wolframs von Eschenbach Parzival wird in der Forschung bis heute kontrovers diskutiert. Sie spielt eine zentrale Rolle in Wolframs archaischem Versepos und obwohl sie lediglich in ihrer Rolle als Ehefrau, Witwe und Mutter des Neugeborenen als Protagonistin in den Vordergrund tritt1, wird der Figur der Herzeloyde ebenso als Königin dreier Länder und Mutter des heranwachsenden Parzivals eine große Bedeutung beigemessen.

Wolfram von Eschenbach verweist schon im Prolog darauf, dass sich die Darstellung seiner Frauenfiguren an der Realität orientiert und er vor allem das Ziel hat, von wîplîchez wîbes reht (4,11)2 zu erzählen, also mit seinem Werk Frauenfiguren zu erschaffen, „die der rechten fraulichen Wesensart entsprechen“3. Nicht selten findet sich im höfischen Roman eher eine „Objekthaftigkeit der Frau“4, die dem Leser eine „permanent fremdbestimmt[e]“5 höfische Dame präsentiert, deren „große Passivität“6 im Gedächtnis bleibt. So wird die Frau objektiviert, ihrer Stimme beraubt und ohne Anrecht auf Selbstbestimmung „verheiratet, als Preis verliehen und herumgereicht“7. Von diesem gängigen Darstellungsmuster der höfischen Epik distanziert sich Wolfram mit seiner eigenwilligen Charakterzeichnung der Herzeloyde. So ist es beispielsweise nicht etwa ein männliches Familienmitglied Herzeloydes, von dem sie zum Preis eines Turniers ausgeschrieben wird, sondern sie selbst entscheidet eigenmächtig, als Preis zur Gemahlin des Gewinners im Turnier von Kanvoleis gemacht zu werden. Sie fällt durch „unwomanly forwardness“8, die für eine Frau untypische Direktheit auf, indem sie von Beginn ihrer Einführung an selbstbestimmt handelt und ihr Leben nach ihren eigenen Vorstellungen gestaltet. Wolframs zentrale Mutterfigur sprengt durch ihr Handeln den „traditionell engen Verhaltenskodex einer höfischen Dame“9 und wird als eine Frau mit verschiedenen Gesichtern sehr unterschiedlich rezipiert.

Die vorliegende Arbeit möchte deshalb zunächst einen Überblick über die verschiedenen Tendenzen der Interpretation Herzeloydes in der Forschungsliteratur geben. Der anschließende Hauptteil der Arbeit fragt nach der Besonderheit der Charakterzeichnung Herzeloydes und bietet einen Vergleich mit Wolframs Vorlage, nämlich Chrétiens de Troyes Conte du Graal, um sich daraufhin im Rahmen einer intensiven Textanalyse dem eigenwilligen Charakter der Herzeloyde zu widmen. Dabei lassen sich drei dem Handlungsverlauf folgende Etappen feststellen, anhand derer die Entwicklung Herzeloydes zu einer Frau mit vielen Gesichtern präsentiert und analysiert werden soll: die jungfräuliche Witwe und Herrscherin über drei Königreiche, die Ehefrau und Witwe des Ritters Gahmuret und Mutter Parzivals in Soltane.10

Somit soll in dieser wissenschaftlichen Arbeit schließlich aufgezeigt werden, weshalb Wolfram seine Herzeloyde mit einem solch eigenwilligen Charakter ausgestattet hat und welche Funktion sie durch eben diese Gestaltung im Gesamtwerk einnimmt.

Hauptteil

2. Die Figur der Herzeloyde als andauernde Kontroverse in der Parzival-Forschung

Herzeloyde fällt vor allem dadurch auf, dass sie in Wolframs Parzival „bekanntlich mehrere Rollen [spielt]“11 und dabei „ganz verschiedene Charaktereigenschaften [zeigt]“12. Da sich die Forschung „mit der vielseitigen Gestalt Herzeloydes [oft schwer getan hat]“13 und die Interpretation dieser besonderen Frauengestalt nun schon seit über einem Jahrhundert höchst kontrovers diskutiert wird, sollten die wichtigsten Stimmen aus der Forschung nicht unerwähnt bleiben.

Wie bereits erwähnt, erweist sich die Interpretation der Herzeloyde als wichtige Frauenfigur in Wolframs Versroman im Allgemeinen als keine leichte Aufgabe und auch Susanne Heckel zählt Herzeloyde bewusst zu den „schwierige[n] Frauen […] des Mittelalters“14. Dies begründet sie mit der Vielschichtigkeit der Figur. Heckel verweist auf eine grundlegende Notwendigkeit der differenzierten Betrachtung, um der Herzeloyde-Darstellung Wolframs durch eine Interpretation gerecht zu werden. Was oft genug in der Forschung zu Kontroversen geführt hat, war der Versuch einer einsträngigen Untersuchung, bei der voreilig Fragestellungen formuliert wurden, die ohne Berücksichtigung des vielschichtigen Handlungsverlaufes unbefriedigende Ergebnisse hervorbrachten. Im Zusammenhang mit solchen einseitigen Charakteranalysen stellt Heckel eine faszinierende Vielfalt an Positionen fest, die teils in den Himmel loben, teils erfüllt sind von harscher Kritik.15

Auch der portugiesische Germanist John Greenfield verweist auf die unterschiedlichen Tendenzen in der Parzival-Forschung, im Rückblick hat sich „die Forschung […] oft schwer getan mit […] dem Versuch, das äußerst differenzierte Charakterbild [Herzeloydes] auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen“16.

Heckel und Greenfield erwähnen beide eine frühe positive Interpretation aus dem Jahre 1927. Dem germanistischen Mediävisten Gustav Ehrismann erschien Herzeloyde als das „menschliche Abbild der schmerzensreichen Mutter Jesu“17. Ehrismann sah im Leiden Herzeloydes eine Verbindung zu Maria. Diese Verbindung wird auch von Herzeloyde selbst geknüpft, indem sie sich selbst nach dem Tod ihres Gemahlen als dessen muoter und […] wîp (109,25) bezeichnet. Dieser erste Vergleich Herzeloydes mit der Gottesmutter18 wird in der Forschung von Karl Bartsch ergänzt, der darauf hinweist, dass „Maria […] nach einer beliebten religiösen Formulierung Gottes Mutter, Tochter und Frau zugleich“19 sei. Dass sich Herzeloyde schließlich dafür entscheidet, ihren Sohn Parzival selbst zu stillen (113,10f.), ist in den Augen der israelischen Historikerin Shulamith Shahar der „vollendete[…] Ausdruck mütterlicher Hingabe“20 und so wird Herzeloyde auch von ihr deutlich positiv, als „die stillende Muttergottes“21 gedeutet.

Auch Hartmann greift das Marienelement in seinem Kommentar zum zweiten Buch des Parzival Wolframs Eschenbach auf, bezweifelt aber eine von Wolfram selbst beabsichtigte Nähe zu Maria stark:

Dass Wolfram hier traditionelle marianische Topik aufnimmt, die die Gleichsetzung von Mutter und Geliebter des Sohnes kennt, ist nicht auszuschließen, gleichwohl aber unwahrscheinlich. Man müsste konsequenterweise Gahmuret und Parzival mit Gottvater und Christus identifizieren, was völlig abwegig wäre.22

Auf Grundlage dieser eigenen Einordnung Herzeloydes wurden solche „Analogien zu Maria und anderen religiösen Frauen“23 in der Forschung wiederholt thematisiert. Auch für Walter Johannes Schröder gab es Parallelen zwischen Herzeloyde und Maria. In seiner Analyse der Soltane-Erzählung fasst Schröder Mutter Herzeloyde, Vater Gahmuret und deren Sohn Parzival zu einer festen Einheit zusammen und erklärt, dass die Beziehung der kleinen Familie zueinander „in der Beziehung der göttlichen Personen zueinander vorgebildet“24 sei.

Abgesehen von der starken Tendenz zum Lob der Herzeloyde in Verbindung mit marianischer und religiöser Topik gibt es auch weitere Stimmen aus der Forschung, die den eigenwilligen Charakter der Herzeloyde in ihren Arbeiten in ein positives Licht rücken. Die Britin Marion E. Gibbs sieht es als notwendig an, dass die Mutter des Gralkönigs nur eine „truly noble woman“25 wie Herzeloyde sein kann und ihrer Interpretation zufolge ist es Herzeloyde, die sich durch Wolframs Lob klar von seinen anderen Frauenfiguren abhebt: „[he gives ] Herzeloyde […] the most direct praise“26. Im Gegensatz zu Gibbs' positiver Bewertung, die vor allem durch ihre einseitige Interpretation auffällt, nähert sich der britische Mediävist David N. Yeandle der Charakteranalyse Herzeloydes sehr neutral und versucht, die simple Beschreibung ihres Handelns isoliert von den Erzählerkommentaren zu betrachten. Zwar gelangt er dadurch zum Schluss, dass ihr Handeln eher negativ zu betrachten ist: „viewed strictly, her negative actions outweigh the positive“27, schließt seine Analyse jedoch mit der Feststellung, dass in Wolframs Kombination verschiedenster feiner Charakterzüge ein „psychological realism“28 zum Verschein kommt, der es zulässt, Herzeloyde in einer Gesamtbetrachtung als „predominately positive [and] sympathetic“29 zu beurteilen.

Die jüngere Forschung schlägt andere Wege ein und konzentriert sich zunehmend auf die negativen Aspekte der Herzeloyde. So deutet die Kanadierin Gertrude Jaron Lewis bereits mit dem Titel ihres Forschungsberichtes Die unheilige Herzeloyde. Ein ikonoklastischer Versuch, eine Distanzierung von lobenden Worten und an religiös-transzendente Motive angelehnte Bewertung an. Für sie steht Herzeloydes Egoismus im Mittelpunkt und sie kommt zu dem Schluss, dass Wolfram mit Parzivals Mutter Herzeloyde eine köngliche Frau […] mit all ihren Intrigen, ihren um Mitleid heischenden Schwächen, ihrem Stolz, ihren selbstischen Plänen und ihrer letzten Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit30 darstellt. Auch Eder widmet sich in ihrer Arbeit der Figur Herzeloydes, die diese als einen „einzigartige[n] Fall in der mittelhochdeutsche-höfischen Klassik“31 bezeichnet. Im Gegensatz zu Lewis bewertet Eder ihr Werben um Gahmuret als „gesunden Egoismus“ und verfolgt ihr selbstbestimmtes Handeln von „Beginn ihres Auftretens im Epos bis zu ihrem Ende“32 mit dem Fokus auf ihrer Funktion als Mutter und Geliebte im Handlungsgefüge des Parzival.

Für die vorliegende Arbeit ist auch der Ansatz von Lydia Miklautsch nicht unwichtig, der sich auf Herzeloyde als Mutter konzentriert.33 Der Kontrast zwischen idealisierenden Erzählerkommentaren und Herzeloydes selbstbestimmtem Handeln bereitet Miklautsch im Gegensatz zu anderen Forschern vor ihr keine allzu großen Probleme34, im Gegenteil, Miklautsch zufolge schafft es Wolfram gerade durch dieses Vorgehen eine Figur zu schaffen, die sich ganz elementar von den schablonenhaften, nur in ihrer starren Idealisierung charakterisierten Figuren unterscheidet, die in der mittelhochdeutsche Literatur, vor allem bei den Frauengestalten, sehr häufig anzutreffen sind35.

Dieser Überblick sollte klar machen, dass die Konzeption der Herzeloyden-Figur nach wie vor in der Forschung umstritten ist und seit Jahrzehnten ganz unterschiedliche Interpretationen formuliert werden, die immer wieder neue Facetten dieser vielschichtigen Figur aufdecken und erörtern. Die vorliegende Arbeit möchte sich vor allem kritisch mit diesen Interpretationen auseinandersetzen und selbst einen Beitrag zur Interpretation der so eigenwilligen Herzeloyde leisten.

3. Chrétiens und Wolframs Mutterfigur im Vergleich

Als Wolframs Hauptquelle wird heute Chrétien de Troyes' Conte du Graal angesehen, ein mit 15 vollständigen Handschriften und 3 Fragmenten überliefertes Werk, das von dem Grafen Philipp von Flandern in Auftrag gegeben wurde.36 Wolfram selbst verweist in seinem Werk auf eine andere Quelle, nämlich den Provenzalen Kyôt und befindet zudem in seinem Epilog Chrétiens de Troyes Erzählung als unrecht: ob von Troys meister Cristjân / disem mære hât unreht getân, / daz mac wol zürnen Kyôt, / der uns diu rehten mære enbôt. (Parzival, 827, 1ff.)37. Trotz dieser harschen Zurückweisung Wolframs haben Quellenuntersuchungen zweifellos die Vorbildlichkeit Chrétiens erwiesen und bestätigen Wolframs intensive Arbeit mit der altfranzösischen Vorlage.38 Unklar ist jedoch, wie Wolfram in den Besitz der Handschriften gelangte.39

Allgemein verweist Bumke vor allem auf die Unterschiede im Erzählstil der beiden Verfasser: Chrétiens Conte du Graal zeichnet sich im Erzählen durch den „Zauber des Geheimnisvollen“40 und eine „feine Ironie“41 aus, während Wolframs Werk ein komplexes „Netzwerk der Sinnbezüge, das alle Einzelheiten überspannt“42, ist, das von den Lesern durch „Überraschungen und Dissonanzen […] ein ständiges Mitdenken“43 verlangt. Wolfram „baut den Roman weiter“44, erzählt Chrétiens unvollständiges Werk zu Ende und verleiht den Figuren aus dem Conte du Graal individuelle Züge.45 Für Wolfram scheinen die Personen seines Versromans mehr zu sein als abstrakte Wesen, denn im Gegensatz zu Chrétien, der sich mit Appellativen zur Benennung seiner Figuren begnügt, legt Wolfram Wert auf individuelle Namen, die nicht selten eng mit Geschichte, Charakter oder Funktion der Figur verbunden sind.46 Chrétiens „namenlose Figuren“47 werden in Wolframs detaillierter Bearbeitung des Stoffes neu getauft und so wird bei Wolfram aus dem riche roi pescheor48 (Conte du Graal, 3495) Anfortas, aus dem saint hermite49 (Conte du Graal, 6500) Trevrizent und der laide damoisele50 (Conte du Graal, 4610 ff.) die Botin Cundrie. Auch die Mutter des Helden verdient bei Chrétien zunächst keinen Namen und wird von dem französischen Dichter lediglich als la veve dame51 (Conte du Graal, 74) bezeichnet.

Chrétiens verwitwete Herrin wird von Wolfram nicht nur mit dem vielsagenden Namen Herzeloyde bedacht, sondern entwickelt sich zudem durch gezielte Schwerpunktsetzung von dem blassen Charakter in der altfranzösischen Vorlage zu einem schillernden Charakter in Wolframs Parzival.

Grundlegend für die ausführliche Charakterzeichnung bei Wolfram ist die Tatsache, dass Wolframs Erzählung zu einem viel früheren Zeitpunkt beginnt, die Geschichte von Gahmuret und Herzeloyde miteinbezogen und der Charakter der Herzeloyde somit auch weitaus früher eingeführt werden kann. Während Chrétiens Conte du Graal mit der Jugend Parzivals in einem abgeschiedenen Wald, dem gaste forest52 (Conte du Graal, 75), nahe dem manoir [de] sa mere53 (Conte du Graal, 80) einsetzt, wurden bei Wolfram die Gahmuret-Bücher als Vorgeschichte hinzugefügt. Dies war ein ganz neues Element im höfischen Roman, eine solch ausführliche Vorgeschichte des Elternpaares verwebte vor Wolfram noch kein anderer Dichter in sein Werk.54 Wie man jedoch bei gründlicher Lektüre des Romans feststellen kann, ist die Elterngeschichte bei Wolfram nicht wegzudenken und beinhaltet zudem vorausdeutende Elemente, die für den gesamten weiteren Handlungsverlauf von entscheidender Bedeutung sind.55

Denn mit seiner Vorgeschichte liefert Wolfram zunächst einmal eine plausible Erklärung für den Rückzug nach Soltane, für den sich Herzeloyde wegen Parzival entscheidet: si brâhte dar durch flühtesal / des werden Gahmuretes kint (Parzival, 117,14-15). Diese fehlt zu Beginn des Conte du Graal völlig, Chrétien begründet „die Ausschließung seines Helden von Herrschaft und höfischem Leben zunächst nicht“56 und beschreibt lediglich den Sohn der Witwe beim Ausritt.57 Eine ausführliche Erklärung für die Flucht in die Einöde liefert Chrétien außerhalb des Haupttextes in dem Bliocadran-Prolog58, einem 800 Verse umfassenden Prolog, der zu den 15 überlieferten altfranzösischen Handschriften aus dem Jahre 1530 gehört.59 Darin geht Chrétien auf die Geschichte von Parzivals Vater, Bliocadran, ein, der in einem Turnier ums Leben kommt, bevor sein Sohn Parzival geboren wird.60 Eben diese für den Handlungsverlauf nicht unwichtige Geschichte wurde von Wolfram für sein eigenes Werk verwendet, wo sie vor die Soltane-Erzählung tritt61 ; in Chrétiens Conte du Graal wird Bliocadrans Schicksal demgegenüber erst viel später im Roman von Parzivals Mutter angesprochen:

»Biaus doz filz, de chevalerie / Vos cuidoie si bien garder / Que ja n'an oїssiez parler / […] Biau filz, se Damedeu pleüst / Que voste pere vos eüst gardé / […] Vostre pere […] / [morut] del duel des filz[«]62 (Conte du Graal, 408ff.).

Offensichtlich maß Chrétien dieser Vorgeschichte keine so grundlegende Bedeutung wie Wolfram bei. So ließen sich jedenfalls die Unterschiede zwischen dem Prolog und dem Conte du Graal erklären, denn im Prolog stirbt Bliocadran bei einem Turnier, Parzivals Mutter erklärt ihrem Sohn im Conte du Graal jedoch, dass der Vater vor Kummer über den Tod seiner anderen Söhne selbst gestorben sei.63

Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht in der Frage nach dem freiwilligen Rückzug. Chrétiens trauernde Witwe blieb nach dem Tod ihres Mannes mit ihrem einzigen noch lebenden Sohn in der Wildnis. Ihr verstorbener Mann hatte, nachdem er im Kampf an den Beinen verwundet wurde, bis auf einen wilden Forst all seine Besitztümer verloren: Sa granz terre, ses granz tresors, / Que il avoit come prodon, / Ala tot a perdicion, / Si cheї an grant povreté64 (Conte du Graal, 438ff.). Diese „unstandesgemäße Umgebung“65 stellte für die Familie den letzten Ausweg dar und wurde somit nicht primär von einer „überängstlichen Mutter“66 als neue Heimat gewählt, sondern hing vor allem mit der tragischen Vorgeschichte der Familie zusammen.

Natürlich erwähnt auch Chrétiens Mutter im Gespräch mit Parzival, dass sie ihn schützen wollte und deshalb beschloss, auch nach dem Tod ihres Mannes in der Wildnis zu leben.67 Allerdings wird sie nicht wie Wolframs Herzeloyde vor die Wahl gestellt, all ihre Besitztümer zu behalten oder ihren Sohn zu schützen:

frou Herzeloyd diu rîche / ir drîer lande wart ein gast / […] sich zôch diu frouwe jâmers balt / ûz ir lande in einen walt (Parzival, 116,28ff.).

Für Bumke bildet Herzeloyde durch ihre Verhalten die „Antinomie des höfisch-ritterlichen Lebens ab“68 und sichert durch ihren Verzicht in seinen Augen Recht und Frieden.69 Ob Herzeloyde diese Entscheidung aus reiner Mutterliebe trifft oder aus egoistischer Angst davor, Parzival wie ihren Mann an das Rittertum zu verlieren, spielt zu Beginn in Chrétiens Roman keine Rolle. Im Bezug auf Wolframs Parzival, wo der Dichter zu Beginn bewusst weitaus mehr Details preisgibt, scheint diese Frage notwendig und soll deshalb auch in einem späteren Teil der vorliegenden Arbeit geklärt werden.

Interessant ist auch die andere Familienkonstellation bei Chrétien: die Mutter im Conte du Graal verliert nicht nur ihren geliebten Ehemann, sie muss außerdem den Tod zweier Söhne verwinden. Ruth Sassenhausen weist in ihrer Untersuchung Wolframs von Eschenbach „Parzival“ als Entwicklungsroman auf den offensichtlich größeren „Verlust der Mutter“70 hin. Während Herzeloyde ihren Sohn wegen Gahmurets Tod vor dem Rittertum schützen will, hat Chrétiens Mutter ihren Mann und „ihre beiden ältesten Söhne durch Ritterschaft verloren“71 und muss, rein objektiv betrachtet, eine schwerwiegendere Tragödie verkraften als Herzeloyde.72

Letztlich zeigt auch ein Vergleich der Abschiedsszene zwischen Mutter und Sohn einen wichtigen Unterschied: Chrétiens Held sieht, dass seine Mutter stirbt, kümmert sich jedoch nicht darum und reitet davon:

Quant li vaslez fu esloigniez / Le giet d'une pierre menue, / Si regarda et vit cheüe / Sa mere au chief del pont arriere; / Et jut pasmee an tel meniere / Con s'ele fust cheüe morte. / Et cil ceingle de la reorte / Son chaceor parmi la crope; / Et cil s'an va, qui pas n'açope, / Einz l'an porte grant aleüre73 (Conte du Graal, 620ff.).

Auch Wolframs Herzeloyde stirbt vor Kummer über den Verlust ihres Sohnes. Ihren Tod bemerkt dieser allerdings nicht:

dô si ir sun niht langer sach / […] dô viel diu frouwe valsches laz / ûf die erde, âlda si jâmer sneit / sô daz se ein sterben niht vermeit. (Parzival 128, 18 ff.).

In Wolframs Roman erfährt Parzival somit erst zu einem späteren Zeitpunkt, dass seine Mutter gestorben ist, im Gegensatz zu dem Sohn in der Vorlage Chrétiens macht er sich also nicht „der unterlassenen Hilfe [schuldig]“74.

Mit dieser Gegenüberstellung von Wolframs Vorlage und seiner eigenen Umsetzung sollte vor allem gezeigt werden, dass Wolfram das Material von Chrétien de Troyes bewusst verändert hat, um die Figur der Herzeloyde in ein anderes Licht zu rücken. Percevals Mutter agiert quasi als Statistin im Werk des Franzosen – schon durch die fehlende Vorgeschichte wird klar, dass Chrétien kein Interesse daran hatte, mit der verwitweten Herrin in seinem Werk eine wichtige Botschaft zu vermitteln. Demgegenüber macht Wolfram sie wohl durchdacht zu einer zentralen Figur, die durch die neu hinzugefügten Gahmuret-Bücher neben ihrem Mann und Sohn in eine entscheidende Rolle des Versromans schlüpft.

Weshalb überdachte Wolfram also die Rolle der Herzeloyde in seinem Werk so viel sorgfältiger als Chrétien? Und welche Funktion nimmt die selbstbestimmte und eigensinnige Frau dadurch in seinem Werk ein?

Eine umfassende Antwort auf diese zentralen Leitfragen soll der folgende Analyseteil liefern, in dem die Entwicklung Herzeloydes von der fordernden Landesherrin, über die Witwe bis hin zur Mutter in Soltane näher betrachtet werden soll.

4. Herzeloyde als Herrscherin, Ehefrau und Mutter

4.1 „diu künegin von Wâleis“ (60,9) und ihre Forderung

Die Königreiche Waleis und Norgals, eine jungfräuliche Witwe und ein Turnier, das entscheidet, wer als Sieger an die Seite Herzeloydes tritt: Bereits die Einführung der walisischen Königin in Wolframs von Eschenbach Parzival deutet darauf hin, dass das Publikum mit Herzeloyde einen eher speziellen Charakter der höfischen Literatur kennenlernen wird.

Herzeloyde ist die Tochter des ehemaligen Gralkönigs Frimutel und nimmt bereits dadurch in ihrer Familie eine besondere Stellung ein, dass sie als einziges Kind Frimutels einen Erben der Graldynastie gebiert. Ihr Bruder Anfortas verlor seine Potenz im Kampf: mit einem gelupten sper / wart er ze tjostieren wunt, / sô daz er nimmer mêr gesunt / wart, der süeze œheim dîn, / durch die heidruose sîn. (479,8ff.)75. Trevrizent, ihr anderer Bruder, ist ein einsidel (268,30). Er entsagt den Genüssen der Welt und hat sich dazu entschlossen, lieber als heilic man (448,23), denn als Oberhaupt einer Familie zu sterben. Schoysiane, ihre Schwester, stirbt im Kindbett: [die] swester Tschoysîâne ein kint / gebar: der frühte lac si tôt (477,2f.) und deren Tochter Sigune geht vor Kummer über den Tod ihres Geliebten zu Grunde, ohne je Mutter gewesen zu sein: mîner jæmerlîchen zîte jâr / wil ich im minne gebn für wâr. / […] magetuom ich ledeclîche hân: / er ist iedoch vor gote mîn man (440,1ff.).

Die einzige Tochter Frimutels, die ebenfalls einen Sohn zur Welt bringt, ist Repanse de schoye: Repanse de schoye […] gebar sît in Indyân / ein sun, der hiez Jôhan. (822,21f.). Dieser schlägt jedoch eine Laufbahn als Priester ein: priester Jôhan man den hiez (822,25). Somit sticht Herzeloyde in ihrer Familie dadurch hervor, dass sie als einzige unter ihren Geschwistern als Mutter eines Sohnes in der Lage ist, den „Fortbestand der Graldynastie“76 zu sichern.

Vor der Geburt Parzivals ist Herzeloyde jedoch zunächst einmal eine jungfräuliche Witwe, die nach dem Tod ihres Gatten auf der Suche nach einem neuen Ehemann ist. Um einen rechtmäßigen neuen Herrscher über ihre zwei Länder zu finden, richtet die Jungfrau ein Turnier aus und verspricht sich selbst als Preis:

diu künegîn von Wâleis / gesprochen hete ze Kanvoleis / einen turney alsô gezilt, / […] si was ein maget, niht ein wîp, / und bôt zwei lant unde ihr lîp / swer dâ den prîs bezalte. (60, 9ff.).

Mit dieser ersten Nennung Herzeloydes wird die Königin von Waleis in Wolframs Werk eingeführt. Für die Jungfrau scheint dieser sehr „exaltierte“77 Weg der richtige zu sein, um einen neuen Gatten zu bestimmen, da das Turnier den Adel von weit her in die Hauptstadt Kanvoleis lockt und ihre Auswahl an potentiellen Ehemännern vergrößert. Nach der Ankunft zahlreicher Ritter in Kanvoleis wird die Königin bereits am Morgen des Vorturniers auf einen besonderen Gast aufmerksam gemacht:

»sîn volc daz ist kurtoys, / beidiu heidensch und franzoys: / etslîcher mag ein Anschevîn / mit sîner sprâche iedoch wol sîn.[«] (62,3ff.).

Nicht nur Herzeloydes Gefolge bemerkt bei der Ankunft des Fremden dessen besonderes Auftreten, auch die Königin selbst ist schnell beeindruckt von dem ritter âne bart (63,28), der die Anwesenden beim Turnier in Kanvoleis durch seine rîcheit (63,29) verblüfft. Denkbar ist, dass Herzeloyde bereits beim Einzug des künec von Zazamanc (65,19) den Entschluss fasst, dass es nur dieser edle Held und kein anderer sein soll, dem sie ihr Herz und die Herrschaft über das Erbe ihres verstorbenen Gatten Castis schenken will.78 Die Entscheidung trifft die jungfräuliche Königin jedenfalls schnell und ohne Umschweife schon vor dem eigentlichen Turnier, nachdem sie ihn beim Kämpfen bewundert hat: [»]doch wæne et Gahmuretes tât / den hœsten prîs derworben hât.« (82,3f.). Sie weiß sich nicht zu helfen, wird aber auf der Stelle von der Liebe zu Gahmuret ergriffen: si twanc iedoch sîn minne (84,2) und möchte umgehend ihre Ansprüche auf das Objekt ihrer Begierde geltend machen. Am Abend nach dem Vorturnier machen erste Annäherungsversuche deutlich, dass die Königin von Wales keineswegs zurückhaltend ist, wenn es darum geht, ihren Willen durchzusetzen. Bei ihrem ersten persönlichen Gespräch ist es für Herzeloyde selbstverständlich, ihren Sieger mit einem Willkommenskuss zu begrüßen: [»]ruocht irs daz i'uch küssen sol, / daz ist mit mînem willen wol.« (83,15f.). Dass es Gahmuret sichtlich unangenehm ist, als einziger im Zelt geküsst zu werden und er sie deshalb dazu auffordert, alle anderen Herren ebenfalls zu küssen, scheint die selbstsichere Königin wenig zu kümmern: si kuste dies tâ wâren wert: / des hete Gahmuret gegert. (83,23f.). Nach der Begrüßung kommen sich Herzeloyde und Gahmuret nahe, sie sitzen eng beieinander und der Erzähler weist darauf hin, dass es der Königin keine Mühe gekostet hätte, sich näher zu ihrem Turniersieger zu beugen und ihn eng an sich zu ziehen: er saz für si sô nâhe nidr, / daz sin begreif und zôch in widr / anderhalp vast an ir lîp. (84,3ff.). Mit diesem Einwurf könnte der Erzähler bereits darauf hinweisen, dass Herzeloyde Gahmuret nicht nur in diesem einen Moment an sich ziehen kann, sondern auch sehr bald die Gelegenheit ergreift, den edlen Ritter ganz für sich zu gewinnen, ihn also nicht nur für den Moment, sondern auch für den Rest seines Lebens an sich ziehen will. Dass Gahmuret die Königin von Wales erobert und somit alle anderen Ritter ausgestochen hat, erheitert ihn selbst jedoch am wenigsten, da er kurz zuvor vom Tode seines eigenen Bruders erfahren hat und eigentlich als einziger Ritter im Turnier nicht gekämpft hat, um die Königin Herzeloyde ernsthaft zu erobern. Denn neben Herzeloyde, die nun schonungslos einen Weg in Gahmurets Herz sucht, spielen im Leben des starken Ritters noch zwei weitere Frauen eine nicht ganz unwichtige Rolle. Gahmuret, der den Menschen in Kanvoleis durch seinen orientalischen Prunk, wie den edlen Helmschmuck mit golde von Arâbî (70,28) auffällt, hat diesen an sich genommen, nachdem er seine erste Frau, die Mohrenkönigin Belacane, verlassen hatte. Zudem gibt es noch eine zweite Frau, die Königin Ampflise, die nach dem Tod ihres Mannes mit einem Eilboten um die Hand Gahmurets anhält und so fast zeitgleich mit Herzeloyde Anspruch auf den edlen Ritter geltend macht:

[»]kum wider, und nim von mîner hant / krône, zepter unde ein lant. / daz ist mich an erstorben: / daz hât dîn minne erworben.[«] (Parzival 77,1ff).

Ampflise weiß, dass Gahmuret zu dem Turnier nach Kanvoleis gezogen ist, in dem der Turnierpreis die Königin von Wales selbst ist, versucht ihn jedoch durch ihr Schreiben für sich zu gewinnen:

[»]du solt ouch mîn ritter sîn / ime lande ze Wâleis / vor der houbtstat ze Kanvoleis.[«] (77,8f.).

Sie misst sich selbst mit Herzeloyde und kommt in ihrem Brief zu dem Schluss, dass sie Gahmuret weitaus mehr bieten kann als die Königin von Waleis:

[»]ich bin schœner unde rîcher, / unde kan och minneclîcher / minne enphâhn und minne gebn.[«](77,13ff.).

Gahmuret beabsichtigt jedoch keinesfalls, noch eine dritte Frau zu diesem komplizierten Verhältnis hinzuzufügen, obwohl er einen kurzen Augenblick lang gezeigt hat, dass er auch die Jungfrau Herzeloyde für attraktiv hält:

von dem liehten schîne, / der von der künegîn erschein, / derzuct im neben sich sîn bein: / ûf rihte sich der degen wert, / als ein vederspil, daz gert (64,4ff.).

[...]


1 vgl. Yeandle, David N.: Herzeloyde: Problems of Characterization in Book III of Wolfram's Parzival. In: Euphorion 75 (1981), 1-28, hier 5.

2 Die Zitate folgen der Ausgabe: Wolfram von Eschenbach: Parzival. Nach der Ausgabe Karl Lachmanns rev. und komm. von Eberhard Nellmann, übertr. von Dieter Kühn. Band I. 3. Aufl. Frankfurt 2013.

3 Emmerling, Sonja: Geschlechterbeziehungen in den Gawan-Büchern des »Parzival«. Wolframs Arbeit an einem literarischen Modell. Tübingen 2003, 157.

4 Kellermann-Haaf, Petra: Frau und Politik im Mittelalter. Untersuchungen zur politischen Rolle der Frau in den höfischen Romanen des 12.,13. und 14. Jahrhunderts. Göppingen 1986, 1.

5 ebd., 1.

6 ebd., 1.

7 ebd., 1.

8 Duckworth, David: Herzeloyde and Antikonie. Some aspects compared. In: GLL 41 (1987/88), 332-344, hier 332.

9 Emmerling, Geschlechterbeziehungen (wie Anm. 2), 159.

10 vgl. Yeandle, Herzeloyde (wie Anm. 1), 1; Lewis, Gertrud J.: Die unheilige Herzeloyde. Ein ikonoklastischer Versuch. In: JEGP 74 (1975), 465-486, hier 466.

11 Greenfield, John: Wolframs zweifache Witwe. Zur Rolle der Herzeloyde-Figur im »Parzival«. In: Meyer, Matthias / Schiewer, Hans-Jochen (Hg.): Literarische Leben. Rollenentwürfe in der Literatur des Hoch- und Spätmittelalters. Tübingen 2002, 159-173, hier 160.

12 ebd., 160.

13 ebd., 159.

14 Heckel, Susanne: „die wîbes missewende vlôch“ (113,12). Rezeption und Interpretation der Herzeloyde.

In: Haas, Alois M. / Kasten, Ingrid (Hg): Schwierige Frauen – schwierige Männer in der Literatur des

Mittelalters. Bern 1999, 35-52, hier 51.

15 vgl. ebd., 51f.

16 Greenfield, John: ''wande ich wil Gahmureten klagn“ (Parzival, 111,13). Überlegungen zu Herzeloyde als Witwe. In: Revista da Faculdade de Letras. Línguas e Literaturas (2001), 287-301, hier 287.

17 Ehrismann, Gustav: Geschichte der deutschen Literatur bis zum Ausgang des Mittelalters. 2. Teil, 2. Abschnitt, 1. Hälfte. München 1927, 263.

18 Lewis, Die unheilige Herzeloyde (wie Anm. 10), 472.

19 Bartsch, Karl (Hg.): Wolframs von Eschenbach Parzival und Titurel. 4. Auflage von Marta Marti. Leipzig 1927-1932, 112.

20 Shulamith, Shahar: Kindheit im Mittelalter. Übers. von Barbara Brumm. München 1991, 72.

21 ebd, 72.

22 Hartmann, Heiko: Gahmuret und Herzeloyde. Kommentar zum zweiten Buch des Parzival Wolframs von Eschenbach. Bd. 1 und 2. Herne 2000, 337.

23 Heckel, „die wîbes missewende vlôch“ (wie Anm. 14), 51.

24 Schröder, Walter Johannes: Die Soltane-Erzählung in Wolframs Parzival. Studien zur Darstellung und Bedeutung der Lebensstufen Parzivals. Heidelberg 1963, 76.

25 Gibbs, Marion E.: Wîplîchez wîbes reht. A Study of the Woman Characters in the Works of Wolfram von

Eschenbach. Duqesne 1972 (= Duquesne Studies, Philological Series 15), 4.

26 ebd., 4.

27 Yeandle, Herzeloyde (wie Anm. 1), 6.

28 ebd., 6.

29 ebd., 6.

30 Lewis, Die unheilige Herzeloyde (wie Anm. 10), 485.

31 Eder, Annemarie: Macht - und Ohnmachstrukturen im Beziehungsgefüge von Wolframs „Parzival“: Die Herzeloydentragödie. In: Bennewitz, Ingrid (Hg.): Der frauwen buoch. Göppingen 1989, 179-212, hier 187.

32 Eder, Macht – und Ohmachtstrukturen (wie Anm. 32), 190.

33 vgl. Miklautsch, Lydia: Studien zur Mutterrolle in den mittelhochdeutschen Großepen des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts. Erlangen 1991, 53-75.

34 Miklautsch, Studien zur Mutterrolle (wie Anm. 33), 115.

35 ebd., 115.

36 vgl. Bumke, Joachim. Wolfram von Eschenbach. Achte Auflage. Stuttgart 2004, 237.

37 Angaben nach Zitaten in diesem Kapitel genauer: Parzival oder Conte du Graal in allen Anmerkungen.

38 Mertens, Gral (wie Anm. 36), 51.

39 vgl. Bumke, Wolfram (wie Anm. 38), 238.

40 ebd., 239.

41 ebd., 239.

42 ebd., 239.

43 ebd., 239.

44 Mertens, Gral (wie Anm. 36), 52.

45 Die Zitate folgen der Ausgabe Chrétien de Troyes: Der Percevalroman (Le Conte du Graal). Übers. und eingel. von Monica Schöler-Beinhauer. München 1991 (Klassische Texte des Romanischen Mittelalters 23).

46 vgl. ebd., 53.

47 Bumke, Wolfram (wie Anm. 38), 239.

48 'Fischer' [Übersetzungen richten sich nach der Ausgabe: Chrétien de Troyes: Der Percevalroman (wie Anm. 46)].

49 'heiliger Einsiedler'

50 'hässliches Fräulein'; Mertens Fleury, Katarina: Leiden Lesen. Bedeutungen von compassio um 1200 und die Poetik des Mit-Leidens im 'Parzival' Wolframs von Eschenbach. Berlin 2006, 169.

51 'die verwitwete Herrin“

52 'einsamer Forst'

53 'Landsitz seiner Mutter'

54 Mertens, Gral (wie Anm. 36), 54.

55 ebd., 54.

56 ebd., 29.

57 vgl. Conte du Graal, 69ff..

58 Mertens, Gral (wie Anm. 36), 30.

59 vgl.,ebd., 30.

60 Wolfgang, Lenora D.: Bliocadran. Beihefte zur Zeitschrift für Romanische Philologie. Band 150. Tübingen 1976, 82.

61 vgl. Mertens, Gral (wie Anm. 36), 30; Bumke, Wolfram (wie Anm. 38), 239.

62 „ʻLieber, teurer Sohn, vor dem Rittertum / gedachte ich euch so gut zu bewahren / dass ihr niemals davon reden hörtet, / lieber Sohn, wenn es Gott, dem Herrn gefallen hätte, / euch euren Vater […] zu bewahren. / […] / Vor Schmerz um die Söhne starb der Vater.ʼ“

63 vgl. Lacy, Norris J. (Hg.): The new Arthurian encyclopedia. New York, 41.

64 „ʻSein großes Land, seine großen Schätze, / die er als trefflicher Ritter besaß, / gingen gnäzlich verloren, / und er fiel in große Armut.ʼ“

65 Sassenhausen, Ruth: Wolframs von Eschenbach „Parzival“ als Entwicklungsroman: Gattungstheoretischer Ansatz und literaturpsychologische Deutung. Köln 2007, 139.

66 ebd., 139.

67 vgl. Chrétien de Troyes: Der Percevalroman (wie Anm. 46), 408f.

68 Bumke, Wolfram (wie Anm. 38), 60

69 vgl. ebd., 60.

70 Sassenhausen, Entwicklungsroman (wie Anm. 64), 140.

71 ebd., 140.

72 vgl. ebd., 140.

73 „Als der Knabe um die Wurfweite / eines kleinen Steines entfernt war, / blickte er [zurück] und sah seine Mutter hinter [sich], / die auf dem oberen Ende der Brücke gestürzt war; / und sie lag ohnmächtig in solcher Weise, / als ob sie tot umgefallen wäre. / Doch er peitscht mit der Weidengerte / auf die Kruppe seines Jagdpferdes; / und es geht davon ohne zu straucheln, / vielmehr trägt es ihn eilig fort.“

74 Mertens, Gral (wie Anm. 36), 62.

75 Ab hier ausschließlich Auszüge aus Wolfram von Eschenbach: Parzival (wie Anm. 2), deshalb lediglich Versangaben in Anmerkungen.

76 Schmitz, Michaela: Der Schluss des Parzival von Wolfram von Eschenbach. Kommentar zum 16. Buch. Berlin: 2012, 38.

77 Heinzle, Joachim (Hg.): Wolfram von Eschenbach. Ein Handbuch – Studienausgabe. Berlin, 2014, 885.

78 vgl., ebd., 885.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Eine Frau mit vielen Gesichtern. Wolfram von Eschenbachs eigenwillige Darstellung der Herzeloyde als Herrscherin, Ehefrau und Mutter
Veranstaltung
Wolframs 'Parzival'
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
37
Katalognummer
V283886
ISBN (eBook)
9783656840916
ISBN (Buch)
9783656840923
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine, frau, gesichtern, wolfram, eschenbachs, darstellung, herzeloyde, herrscherin, ehefrau, mutter
Arbeit zitieren
Lucia Nußbaum (Autor), 2014, Eine Frau mit vielen Gesichtern. Wolfram von Eschenbachs eigenwillige Darstellung der Herzeloyde als Herrscherin, Ehefrau und Mutter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/283886

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