Der Fragebogen ist ein Mittel der empirischen Sozialforschung, aber auch der Psychologie, um standardisierte Befragungen zu Meinungen, Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmalen durchzuführen. Verschiedene Frageformen kommen bei der Erstellung des Bogens zum Tragen. Identifikationsfragen, die sich mit der Individualität des Befragten auseinandersetzen, Informationsfragen, die, wie der Name es sagt, sich mit dem Thema der Befragung befassen und Kontrollfragen, denen die explizite Klärung des Sachverhaltes obliegt.
Inhaltsverzeichnis
Was einen Fragebogen definiert
Die Konstruktion eines Fragebogens
Überlegungen zur Grundgesamtheit und die Auswahl der Stichprobe
Schritte zur Erstellung eines Fragebogens
Design, Format und Layout eines Fragebogens
Einen Fragebogen in Umlauf bringen
Der Datensatz und die Grundauswertung
Berichterstattung
Der Pretest
Interviewerschulung
Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, den systematischen Prozess der Fragebogenkonstruktion in der empirischen Sozialforschung darzustellen. Dabei werden die methodischen Anforderungen von der Planung über die Durchführung bis zur Nachbereitung analysiert, um die Qualität und Validität der gewonnenen Daten sicherzustellen.
- Grundlagen der Fragebogenentwicklung und Stichprobenauswahl
- Konstruktionskriterien für eine zielgerichtete Fragenführung
- Strategien zur Qualitätssicherung durch Pretests
- Methoden der Interviewerschulung zur Gewährleistung standardisierter Erhebungssituationen
- Prozessschritte der Datenauswertung und Berichterstattung
Auszug aus dem Buch
Der Pretest
Bevor der Fragebogen an die Betreffenden gelangt, muss man ihn einem empirischen Pretest unterziehen. „[…] Pretests dienen vor allem der Überprüfung
- der ausreichenden Variation der Antworten,
- des Verständnisses der Fragen durch den Befragten,
- der Schwierigkeit der Fragen für den Befragten,
- des Interesses und der Aufmerksamkeit des Befragten gegenüber den Fragen,
- der Kontinuität des Interviewablaufs,
- der Effekte der Fragenordnung,
- der Güte der Filterführung,
- von Kontexteffekten,
- der Dauer der Befragung
- des Interesses des Befragten gegenüber der gesamten Befragung,
- und der Belastung des Befragten durch die Befragung.“
Dieser so genannte Pretest wird durchgeführt um die Probleme zu kontrollieren, sie einzudämmen und schließlich auch zu beseitigen.
Es gibt verschiedene Phasen eines Pretests. Während der „Entwicklungs – Pretest“ alle oben genannten Fehler untersucht, führt der „Abschluss – Pretest“, wie sein Name schon sagt alle abschließenden Betrachtungen durch. Hier wird besonders Wert auf die kleineren Korrekturen, wie beispielsweise Kürzungen, Umstellungen, Veränderung der Filterführung und Layoutänderungen, gelegt.
Insgesamt wird der Aufwand solcher Pretest – Untersuchungen oft unterschätzt. Bei großen Projekten werden in vielen Fällen die Entwicklung und der Test eines Fragebogens zwischen sechs Monaten und einem Jahr eingeschätzt.
Zusammenfassung der Kapitel
Was einen Fragebogen definiert: Der Fragebogen wird als essenzielles Instrument der empirischen Sozialforschung und Psychologie zur standardisierten Erhebung von Meinungen und Merkmalen beschrieben.
Die Konstruktion eines Fragebogens: Dieser Abschnitt erläutert die methodischen Schritte von der Festlegung der Grundgesamtheit bis zur Gestaltung und Publikation des Erhebungsinstruments.
Der Pretest: Es wird die Bedeutung empirischer Vortests zur Identifikation und Korrektur von Schwachstellen im Fragebogen-Design hervorgehoben.
Interviewerschulung: Der Fokus liegt hier auf der notwendigen Vorbereitung von Interviewern, um einen reibungslosen und standardisierten Ablauf der Befragung zu gewährleisten.
Fazit: Das Fazit fasst die Komplexität und den Zeitaufwand der Fragebogenkonstruktion sowie die Notwendigkeit sorgfältiger Planung zusammen.
Schlüsselwörter
Fragebogenkonstruktion, empirische Sozialforschung, Stichprobe, Pretest, Interviewerschulung, Datenerhebung, Filterführung, Forschungsdesign, Standardisierung, Befragung, Kodierung, SPSS, Datenauswertung, Hypothesenprüfung, Validität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodischen Grundlagen und Arbeitsschritte, die bei der Konstruktion eines Fragebogens in der empirischen Sozialforschung beachtet werden müssen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Stichprobenziehung, die inhaltliche Fragenkonstruktion, das Design, die Erprobung durch Pretests sowie die Schulung von Interviewern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Vermittlung einer strukturierten Vorgehensweise, um eine valide Datengrundlage für wissenschaftliche Fragestellungen zu schaffen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird der Prozess der empirischen Befragungsmethode beschrieben, inklusive der Kodierung von Daten und der Nutzung statistischer Software wie SPSS.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die praktische Konstruktion, die technische Umsetzung, das Pretesting und die Qualitätskontrolle durch Interviewerschulungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fragebogenkonstruktion, Pretest, Stichprobenauswahl, Datenauswertung und Interviewerschulung.
Warum ist ein Pretest für die Qualität der Forschung entscheidend?
Ein Pretest ermöglicht es, Verständnisschwierigkeiten, Filterfehler und Layoutprobleme vor dem eigentlichen Feldstart zu identifizieren und zu beheben, um Fehlmessungen zu minimieren.
Warum werden bei der Interviewerschulung Rollenspiele empfohlen?
Rollenspiele erlauben es, den direkten Kontakt mit Befragten zu simulieren, um typische Probleme, wie den Umgang mit Verweigerern, sicher zu trainieren.
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- Saskia Pohl (Author), 2004, Empirische Sozialforschung. Fragebogenkonstruktion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28398