In dieser Arbeit geht es um die Machttheorie des französischen Philosophen Michel Foucault. Anhand des im Semester bearbeiteten Textes wird im ersten Teil der Arbeit der Foucaultsche Machtbegriff erklärt und in die Machtanalyse eingeführt. Im zweiten Teil wird anhand der Machtanalyse die Machtasymmetrie in der Beziehung zwischen Pflegenden und Ärzten im Gesundheitswesen beschrieben und wie sie historisch gewachsen ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Foucaults Machtbegriff und die Machtanalyse
3. Die Machtbeziehung zwischen Pflegenden und Ärzten
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Machttheorie von Michel Foucault und wendet diese auf das Machtgefüge zwischen Ärzten und dem Pflegepersonal im modernen Gesundheitswesen an, um historische sowie aktuelle Machtasymmetrien kritisch zu beleuchten.
- Grundlagen des Foucaultschen Machtbegriffs und der Machtanalyse
- Die produktive und repressive Dimension von Macht in sozialen Beziehungen
- Analyse der hierarchischen Machtstrukturen im Klinikalltag
- Historische Genese der Dominanz ärztlicher Deutungshoheit
- Professionalisierungsbestrebungen und der Kampf um pflegerische Autonomie
Auszug aus dem Buch
2. Foucaults Machtbegriff und die Machtanalyse
Michel Foucaults‘ Werke aus den 1970er Jahren sind größtenteils von der Frage nach dem Wesen, der Herkunft, der Ausprägungen und des Wirkens von Macht geprägt. In dem im Rahmen des Semesters behandelten Text „Subjekt und Macht“ aus „Analytik der Macht“ (Foucault 1982) beschreibt der französische Philosoph u.a. das Wesen der Macht, die Subjektivierung von Menschen und stellt seine Machtanalysemethode dar.
Zunächst soll hier eine Annäherung an den Begriff Macht im Foucaultschen Sinne gegeben werden, denn der französische Philosoph vermeidet es weitgehend eine genaue Definition von Macht zu geben und hält die Begriffs-Umschreibung dadurch flexibel, aber auch diffus (Friesacher 2008, S. 99). Foucault selbst sagt:
„Unter Macht, scheint mir, ist zunächst zu verstehen: die Vielfältigkeit von Kräfteverhältnissen, die ein Gebiet bevölkern und organisieren; das Spiel, das in unaufhörlichen Kämpfen und Auseinandersetzungen diese Kräfteverhältnisse verwandelt, verstärkt, verkehrt; die Stützen, die diese Kraftverhältnisse aneinander finden (sic!), indem sie sich zu Systemen verketten – oder die Verschiebungen und Widersprüche, die sie gegeneinander isolieren; und schließlich die Strategien, in denen sie zur Wirkungen gelangen und deren große Linien und institutionelle Kristallisierungen sich in Staatsapparaten, in der Gesetzgebung und in den gesellschaftlichen Hegemonien verkörpern.“ (Foucault 1995: 113 - 114)“ (in Friesacher 2008, S. 99).
Er beschreibt Macht also als eine Art Kraft die auf verschiedenen Ebenen und „Gebieten“ menschlichen Handelns wirkt. Damit meint Foucault, dass Macht in den Breiten und Tiefen unserer Gesellschaft vorzufinden und keineswegs nur auf z.B. einen lenkenden Staatsapparat zu beschränken ist. Sie existiert in Familien, in Fabrikhallen oder in Krankenhäusern, kurzum: überall dort wo Menschen miteinander interagieren lässt sich die Mikrophysik der Macht entdecken. Macht steckt also tief in unseren sozialen Beziehungen. Sie existiert dabei nur als Handlung und wirkt auf das Handeln anderer ein (Foucault 1982, S. 255). Grundsätzlich weist Foucault der Macht aber nicht nur destruktive und repressive Attribute zu, sondern er erkennt, dass Macht produktive Seiten inne hat, die Wirklichkeit schafft (Friesacher 2008, S. 101). Sie ist demnach eine Kraft die das Miteinander
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Machttheorie Michel Foucaults ein und skizziert das Ziel, die Machtasymmetrie zwischen Pflegenden und Ärzten anhand dieser Theorie zu untersuchen.
2. Foucaults Machtbegriff und die Machtanalyse: Dieses Kapitel erläutert Foucaults Verständnis von Macht als allgegenwärtiges, produktives Geflecht von Kräfteverhältnissen und stellt die Methode der Machtanalyse vor.
3. Die Machtbeziehung zwischen Pflegenden und Ärzten: Hier wird die Foucaultsche Machtanalyse auf das Gesundheitssystem angewandt, um die historische und alltägliche Unterordnung der Pflege gegenüber der Ärzteschaft zu analysieren.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das Machtungleichgewicht trotz Professionalisierungsbestrebungen der Pflege aufgrund historischer Strukturen weiterhin Bestand hat.
Schlüsselwörter
Michel Foucault, Machtanalyse, Machttheorie, Subjektivierung, Mikrophysik der Macht, Pflegewissenschaft, Arztberuf, Gesundheitswesen, Machtasymmetrie, Professionalisierung, Herrschaft, Widerstand, Identitätsbildung, Historische Analyse, Institutionelle Dominanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Machttheorie des Philosophen Michel Foucault und deren Anwendung auf die soziale Dynamik zwischen verschiedenen Berufsgruppen im Gesundheitswesen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Definition von Macht bei Foucault, die Analyse von sozialen Interaktionen sowie die historische Entwicklung der Hierarchie zwischen Pflegekräften und Ärzten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Machtasymmetrie im Krankenhausalltag mittels Foucaults Konzept der Machtanalyse offenzulegen und die Ursachen für die historisch gewachsene Dominanz der Ärzteschaft zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Foucaultsche Machtanalytik, die darauf abzielt, Machtverhältnisse über das Wechselspiel von Strategien und Widerständen in alltäglichen Interaktionsarenen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Foucaults Machtbegriff sowie eine angewandte Analyse der Machtkämpfe und historischen Entwicklung des Pflegeberufs im deutschen Gesundheitssystem.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Machtasymmetrie, Mikrophysik der Macht, institutionelle Vorherrschaft, Professionalisierungsbestrebungen und Foucaults Machtbegriff.
Wie definiert Foucault laut Autor den Begriff Macht?
Foucault versteht Macht nicht als ein festes Gut, sondern als ein komplexes, allgegenwärtiges Geflecht von Kräfteverhältnissen, das menschliches Handeln nicht nur einschränkt, sondern auch formt und Wirklichkeit schafft.
Warum ist das Machtverhältnis im Krankenhaus laut Autor asymmetrisch?
Das Machtgefälle resultiert aus einer historisch gewachsenen Struktur, in der ärztliche Deutungshoheit und administrative Delegation das Pflegepersonal lange Zeit auf eine assistierende Rolle reduziert haben.
- Arbeit zitieren
- Mario Schröder (Autor:in), 2010, Die Machtbeziehung zwischen Pflegenden und Ärzten nach Michel Foucaults Theorie der Macht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284001