Auswahlkriterien von ERP-Systemen in der Versicherungsbrache


Hausarbeit, 2009

17 Seiten, Note: 1,3

Patrick Seifert (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. ERP-System
2.1 ERP - System: Definition
2.2 ERP - System: Geschichtliches
2.3 ERP - System: Klassifizierung
2.4 ERP - System: Eingruppierung

3. Grundkonzept: Von Neumann
3.1 Architektur des Von-Neumann-Rechnermodells
3.2 Programmablaufkonzept des von-Neumann-Rechner
3.3 Von-Neumann-Flaschenhals

4. Technische Realisierung in einem modernen Multi-Core-Prozessor

5. Fazit

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Durch die andauernd verschärfte Wettbewerbssituation ist es vor allem für mittelständische Unternehmen unabdingbar, ihre vorhandenen Ressourcen, wie zum Bespiel die Verwaltung von Kapital, Personal und Betriebsmittel möglichst effizient in ihren betrieblichen Ablauf zu integrierten.

Da Unternehmensprozesse heutzutage nicht mehr ausschließlich innerhalb der Unternehmung beginnen und enden, ist eine Optimierung der Ressourcenverteilung sowie dessen Einsatz, die zentrale Strukturgrößen einer heutigen Unternehmensstrategie darstellen, von entscheidender Bedeutung.

Die so genannte „New Economy“ hat die Wettbewerbssituation noch zusätzlich verschärft. Um dieser entgegenzuwirken, wurden IT-Systeme entwickelt, um Geschäftsprozesse zu modellieren, IT-technisch abzubilden sowie die Mitarbeiter bei der Ausübung dieser zu unterstützen.

ERP-Systeme werden seit Anfang der 90er Jahre eingesetzt und bilden das Herzstück von IT-Landschaften in mittleren aber auch größeren Unternehmen.

Die vorliegende Arbeit gibt einen historischen Rückblick auf die Entwicklungsgeschichte der Informationstechnologie, speziell der Rolle der ERP-Systeme. Weiterhin wird der Funktionsumfang einer ERP Lösung, indem die Kernbereiche eines Unternehmens aufgezeigt werden, die durch den Einsatz dieser unterstützt und somit optimiert werden können, auf abstrakter Ebene grob beschrieben. Des Weiteren wird der Begriff Software im Allgemeinen klassifiziert und ERP-Systeme hierin eingeordnet und somit eine Abgrenzung zur Individualsoftware vorgenommen.

Ziel der Arbeit ist es, verschiedene Auswahlkriterien für den Einsatz einer ERP Lösung herauszuarbeiten und diese mithilfe einer Evaluationsmatrix und einer darauf aufbauenden Nutzwertanalyse innerhalb der Versicherungsbranche zu analysieren und anschließend zu beurteilen.

Ein Fazit beendet die Arbeit.

2. ERP-System

In diesem Kapitel wird eine allgemeine Definition des ERP Begriffs vorgenommen sowie dessen Entwicklungsgeschichte aufgezeigt. Anschließend wird ERP Software anhand des Softwarebegriffs näher klassifiziert, eingruppiert und der Funktionsumfang einer typischen ERP Lösung vorgestellt.

2.1 ERP - System: Definition

Die aus dem Englisch kommende Abkürzung ERP steht für Enterprise Ressource Planning und beschreibt eine integrierte betriebswirtschaftliche Standardsoftware, die in nahezu jedem Betrieb oder Unternehmen zum Einsatz gebracht werden kann. Mit ihr lassen sich betriebswirtschaftliche Aufgaben aus den verschiedensten Unternehmensbereichen, wie zum Beispiel dem Finanzwesen, der Produktion, der Logistik und dem Personalwesen IT-gestützt bearbeiten. Hierbei enthält es alle Teilprozesse von der strategischen und operationalen Planung, über Herstellung, Distribution bis hin zur Steuerung von Auftragsabwicklung und Bestandsmanagement.

Insbesondere Informationen über Finanzen, personelle Ressourcen, Produktion, Vertrieb und Einkauf, sowie Kundendatenbanken, Auftragsverwaltung, Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung, können durch den Einsatz einer ERP Software miteinander verknüpft werden. Durch die andauernde Weiterentwicklung und Neuimplementierung von Modulen ist es jedem Betrieb möglich, auf Basis einer ERP Grundsoftware nur die für den Betrieb wichtigen Module zu installieren. Es gibt Systeme die komplett auf JAVA und andere, die auf mehreren Programmiersprachen aufsetzen. Seinesgleichen können die eingesetzten Datenbanksysteme, MYSQL, Oracle, aber auch propritäre Datenbanken sein.

2.2 ERP - System: Geschichtliches

Die Anfänge von ERP Systemen sind eng verbunden mit der Gründung der SAP AG. SAP steht für Systemanalyse und Programmentwicklung und wurde im Jahre 1972 von drei ehemaligen IBM Ingenieuren in Mannheim gegründet.

Ziel des Unternehmens war es, Software zur Verknüpfung von Daten aus unterschiedlichen Funktionen zu entwickeln und somit eine bessere Prozessintegration und damit einen reibungslosen Geschäftsbetrieb zu gewährleisten (vgl. Jungebluth, 2008, S.15). Die hierfür konzipierte Software wurde modular entwickelt und ermöglicht somit eine Erweiterung bzw. Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen.

Da anfangs die IT Infrastruktur vieler Unternehmen noch nicht ausgereift war, wurden diese Systeme in erster Linie nur bei großen multinationalen Firmen eingesetzt. Diese Firmen waren bereits Anfang der 80er Jahre dahingegen bestrebt, ihre Geschäftsprozesse zu standardisieren und beschäftigten hierfür ausreichend Fachkräfte, die das System betreuen konnten. Nachdem der Markt für Großunternehmen gewonnen worden ist, fing die SAP AG an, Module für klein- und mittelständische Unternehmen zu entwerfen.

Mittlerweile ist das Monopol der SAP AG gefallen und am Markt eine Vielzahl von Anbietern anzutreffen, die vom kleinen Modul bis hin zur Komplettversion für nahezu allen Arten und Größen von Betrieben, ERP Software anbieten.

2.3 ERP - System: Klassifizierung

Um Software allgemein klassifizieren zu können, eignen sich Merkmale, wie die Nähe zur Hardware bzw. zum Anwender der Grad der Standardisierung, die jeweiligen Aufgaben sowie der Anwendungsbereich (vgl. Hesseler, Görtz, 2007, S. 7).

Der Begriff Software lässt sich im Folgenden in zwei Kategorien unterteilen, der System- und der Anwendungssoftware.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Klassifizierung: Software, eigene Darstellung in Anlehnung an Diehl (2000, S. 13)

Zur Systemsoftware zählen Betriebssysteme, Übersetzungsprogramme, wie zum Beispiel ein Compiler, Linker und Interpreter oder auch Dienstprogramme, wie Netzwerksoftware oder Hardwaretreiber. Da schnell ersichtlich ist, dass ERP Systeme keine Einordnung in Systemsoftware findet, wird im Weiteren nur noch die Kategorie der Anwendungssoftware näher betrachtet.

Die Anwendungssoftware lässt sich durch ein weiteres Klassifizierungsmerkmal, nämlich dem Grad der Standardisierung und somit der Individualität in Standard- und Individualsoftware unterteilen.

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Abb. 2: Klassifizierung: Anwendungssoftware, eigene Darstellung in Anlehnung an Abts. u.a. (2002, S. 54)

Individualsoftware wird in erster Linie einmalig und für spezielle Aufgabenstellungen entwickelt. Es handelt sich somit um maßgeschneiderte Software, die entweder von internen Softwareentwicklern als Eigenentwicklung oder durch externe Softwarehäuser als Fremdentwicklung zur Verfügung gestellt wird.

Da sich ERP Software, wie bereits im Kapitel 2.1 erwähnt, in das Standardsoftwareumfeld einordnen lässt, wird eine weitere Gliederung der Standardsoftware vorgenommen.

Die Klassifizierung von Standardsoftware kann fortgesetzt werden, indem verschiedene Aufgabeklasse aufgezeigt werden. Zum einen lässt sich Standardsoftware nach dem Merkmal der Aufgabenklasse in technische Systeme, in betriebswirtschaftliche und in gemischte Systeme differenzieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Klassifizierung: Standardsoftware, eigene Darstellung in Anlehnung an Abts. u.a. (2002, S. 54)

Als erste Unterteilung sind technische Systeme zu nennen, die zur Unterstützung technischer Aufgabenstellung, wie zum Beispiel, CAD-Systeme, CAP Systeme oder Case Systeme entwickelt worden sind.

Die zweite Unterteilung, die betriebswirtschaftlichen Systeme, wurden zur Unterstützung betriebswirtschaftlicher Aufgaben innerhalb einer Unternehmung entwickelt. Folglich dienen sie zur informationstechnischen Abwicklung betriebswirtschaftlicher Geschäftsprozesse, wie zum Beispiel, der Logistik, dem Rechnungs- und dem Personalwesen.

Die letzte Aufgabenklasse beinhaltet die gemischten Systeme, die eine Kombination zwischen bereits genannten Aufgabenklassen darstellen. Zielsetzung dieser ist die Unterstützung sowohl technischer als auch betriebswirtschaftlicher Systeme durch ein einziges System (vgl. Hesseler, Görtz, 2007, S. 9).

Da ERP Systeme betriebswirtschaftliche Prozesse IT-gestützt bearbeiten sollen werden im Folgenden die betriebswirtschaftlichen Systeme hinsichtlich ihres Anwendungsbereiches gegliedert. Hierbei kann zwischen Branchen-, Funktions- und Spezialsoftware unterschieden werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Klassifizierung: betriebswirtschaftliche Systeme, eigene Darstellung in Anlehnung an Hesseler, Görtz. (2007, S. 11)

Unter Branchensoftware, auch Brachenlösung genannt, innerhalb der betriebswirtschaftlichen Systeme versteht man Software, die speziell auf die Bedürfnisse eines konkreten Wirtschaftszweiges ausgerichtet ist (vgl. Kravets, 2003, S. 7). Die unterschiedlichen Wirtschaftszweige, wie zum Beispiel Handel, Land- und Forstwirtschaft, Baugewerbe oder Kredit- und Versicherungsgewerbe, zeichnen sich durch spezifische Ausprägungen ihrer Geschäftsprozesse aus, die als Alleinstellungsmerkmal betrachtet werden können. Die Anforderungen werden durch die jeweilige Branchenlösung abgedeckt

Weiterhin unterteilen sich betriebswirtschaftliche Systeme in so genannte Spezialsoftware, die zur Unterstützung eines ganz konkreten betrieblichen Aufgabenspektrums, wie zum Beispiel Statistik, Prognosen oder lineare Optimierung dienen. Während bei der Spezialsoftware die Unterstützung ganz spezieller Aufgaben im Vordergrund steht, umfasst die Funktionssoftware alle Aufgaben eines spezifischen Anwendungsbereiches. Typische Beispiele hierfür sind das Finanzwesen, die Produktion verbunden mit der Logistik und das Personalwesen.

2.4 ERP - System: Eingruppierung

Wie dem Kapitel 2.3 bereits zu entnehmen ist, siedeln sich ERP Lösungen im Bereich der betriebswirtschaftlichen Standardsoftware an.

Aspekte, wie die Integration, die betriebswirtschaftliche Orientierung sowie die Softwarestandardisierung schließen eine Eingruppierung in Branchensoftware aus. Die Eingruppierung in Spezialsoftware erscheint ebenfalls nicht angebracht, da es nicht die Aufgabe eines ERP Systems ist, nur einzelne Aufgaben innerhalb einer Unternehmung abzudecken. Folglich beliebt nur noch die Zuordnung in die Funktionssoftware. Ein ERP System zeichnet sich dadurch aus, Funktionen verschiedener Anwendungsbereiche einer Unternehmung als integrierte Software zur Verfügung zu stellen.

Unter Integration wird in der Wirtschaftsinformatik die Verknüpfung von Menschen, Aufgaben und Technik, um die künstliche Trennung zwischen Funktinen , Prozessen und Abteilungen zu Gunsten eines einheitlichen Unternehmensgeschehens zu überwinden, verstanden (vgl. Mertens,2001, S. 1).

János von Neumann zu Margitta, bekannt als John von Neumann, wurde 1903 in Budapest geboren. Bereits in seiner Kindheit zeigte er überdurchschnittliche Intelligenz und konnte im Alter von sechs Jahren achtstellige Zahlen im Kopf dividieren. Er besuchte das deutschsprachige Lutheraner Gymnasium in Budapest und fiel damals schon wegen seiner hervorragenden Kenntnisse in Mathematik auf. Nebst einem angefangenen Studium des Chemieingenieurwesens galt von Neumanns Interesse stets der Mathematik. Er besuchte daher regelmäßig Mathematikkurse und war 1923 bis 1926 als Mathematiker und Physiker jüngster Privatdozent der Berliner Universität.

Von Neumann gilt als einer der Väter der Informatik. Nach ihm wurde die so genannte von-Neumann-Architektur, auch von-Neumann-Rechner, benannt (vgl. Heims, 1982, S.17).

Ab 1949 leitete er am Institute for Advanced Study in Princeton ein eigenes Computerprojekt, durch das er seine Ideen verwirklichen konnte.

Von Neumann starb am achten Februar 1957 im Alter von 53 Jahren in Washington D.C., USA.

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Details

Titel
Auswahlkriterien von ERP-Systemen in der Versicherungsbrache
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Nürnberg früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
17
Katalognummer
V284005
ISBN (eBook)
9783656840800
ISBN (Buch)
9783656840817
Dateigröße
575 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
auswahlkriterien, erp-systemen, versicherungsbrache
Arbeit zitieren
Patrick Seifert (Autor), 2009, Auswahlkriterien von ERP-Systemen in der Versicherungsbrache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284005

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