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Die Theorien der "weiblichen Moral" von Carol Gilligan

Title: Die Theorien der "weiblichen Moral" von Carol Gilligan

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tanja Meyerhofer (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Definition Moral

Unter Moral wird ein System von Norm- und Wertvorstellungen verstanden, das beim Urteilen über richtige und falsche Handlungen Anwendung findet. Da sie von der Mehrheit der Gemeinschaft anerkannt und als verbindlich erachtet werden, stellt Moral sicher, dass Menschen ihre Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft einhalten, um so die Rechte und Interessen der einzelnen Mitglieder der Gemeinschaft durch ein Handeln nicht verletzen. Die Entwicklung zwischenmenschlicher Verantwortung, und damit der Fähigkeit zum moralischen Handeln, entfaltet sich im Laufe der Sozialisation (vgl. Zimbardo, 1995, S. 86). Carol Gilligan kritisiert an derartigen Definitionen von Moral, dass ein Verständnis von Moral im Sinne von rigiden Regeln und allgemeinen Prinzipien einer typisch männlich-abstrakten Denkweise entspricht. Sie ist der Ansicht, Moral sollte in die jeweils konkreten Lebensformen integriert werden (vgl. Nunner- Winkler, 1991, S. 147). Carol Gilligan befasst sich mit dem moralischen Urteilen und Handeln von Frauen. Zudem versucht sie die Unterschiede zur männlichen Moralentwicklung herauszuarbeiten. Sie ist der Meinung, Frauen handeln nicht weniger moralisch denn Männer, sie fällen ihre moralischen Urteile lediglich auf eine andere Art. „Die Entwicklung durchlaufe bei den Frauen vor der Stufe der Selbstverwirklichung eine Stufe des Urteilens auf der Grundlage eines Standards der Fürsorge für andere, während Männer ihre Urteile auf einen Standard der Gerechtigkeit gründeten“ (Zimbardo, 1995, S. 88).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINIGES ZUR PERSON CAROL GILLIGAN

2 DEFINITION MORAL

3 DAS 6-STUFEN-MODELL VON KOHLBERG

4 CAROL GILLIGANS KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT KOHLBERGS MODELL

5 DIE THEORIEN DER „WEIBLICHEN MORAL“ VON CAROL GILLIGAN

5.1 DIE VON CAROL GILLIGAN DURCHGEFÜHRTEN STUDIEN

5.2 DAS STUFENMODELL VON CAROL GILLIGAN

5.2.1 PRÄKONVENTIONELLES STADIUM

5.2.2 KONVENTIONELLES STADIUM

5.2.3 POSTKONVENTIONELLES STADIUM

6 KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DEN THESEN VON CAROL GILLIGAN

7 FAZIT

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit den Theorien von Carol Gilligan zur „weiblichen Moral“ auseinander und untersucht insbesondere deren Abgrenzung zum moralischen Entwicklungsmodell von Lawrence Kohlberg. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gilligan die Unterschiede in der moralischen Urteilsfindung zwischen Frauen und Männern begründet und welche Bedeutung sie dabei sozialen Faktoren und geschlechtsspezifischen Sozialisationserfahrungen beimisst.

  • Person und theoretischer Hintergrund von Carol Gilligan
  • Kritische Analyse des 6-Stufen-Modells nach Kohlberg
  • Methodik und Ergebnisse der Studien von Carol Gilligan
  • Das geschlechtsspezifische Stufenmodell moralischer Entwicklung
  • Wissenschaftliche Rezeption und Auseinandersetzung mit Gilligans Thesen

Auszug aus dem Buch

5.2 Das Stufenmodell von Carol Gilligan

Mit Hilfe der in der Abtreibungsentscheidungsuntersuchung getroffenen Aussagen gelang es Gilligan ein Stufenmodell der moralischen Entwicklung zu entwerfen, das sich an Kohlbergs Modell orientiert. Denn Gilligans „Einwand gegen Kohlbergs Stufenordnung richtet sich nicht gegen die strukturelle Differenzierung seiner Phasen, sondern bezieht sich vielmehr auf die Frage der Stufen und der Sequenz“ (Buse, 1993, S. 32). Bezüglich der Einteilung der moralischen Entwicklung stimmt Gilligan folglich mit Kohlberg überein. Nicht einverstanden ist sie mit seinen inhaltlich getroffenen Definitionen (vgl. Buse, 1993, S. 32).

Auch Gilligans Stufenmodell besteht aus den drei Hauptstadien: präkonventionelles, konventionelles und postkonventionelles Stadium. Allerdings teilt sie ihr Modell nicht wie Kohlberg in insgesamt sechs Stufen (drei Stadien, welche jeweils in zwei Unterstufen gegliedert werden) ein, sondern geht davon aus, jedes Hauptstadium würde lediglich eine Übergangsphase beinhalten (vgl. Buse, 1993, S. 32).

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINIGES ZUR PERSON CAROL GILLIGAN: Dieses Kapitel gibt einen kurzen biografischen Abriss zu Carol Gilligan und ihrer wissenschaftlichen Laufbahn als Mitarbeiterin von Lawrence Kohlberg.

2 DEFINITION MORAL: Hier wird der allgemeine Moralbegriff erläutert und Gilligans Kritik an einer rein regel- und prinzipienorientierten Definition dargestellt.

3 DAS 6-STUFEN-MODELL VON KOHLBERG: Dieses Kapitel beschreibt das auf Studien an Jungen basierende Modell der moralischen Entwicklung nach Kohlberg.

4 CAROL GILLIGANS KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT KOHLBERGS MODELL: Hier werden Gilligans Einwände gegen Kohlbergs Modell dargelegt, insbesondere die Exklusion von Frauen und die einseitige Fixierung auf Gerechtigkeitsprinzipien.

5 DIE THEORIEN DER „WEIBLICHEN MORAL“ VON CAROL GILLIGAN: Dieses zentrale Kapitel analysiert die von Gilligan entwickelten Konzepte der Moral als Fürsorge und Anteilnahme.

5.1 DIE VON CAROL GILLIGAN DURCHGEFÜHRTEN STUDIEN: Beschreibung der drei zentralen Studien, die Gilligans These zur moralischen Entwicklung von Frauen untermauern.

5.2 DAS STUFENMODELL VON CAROL GILLIGAN: Detaillierte Darstellung von Gilligans eigenem, geschlechtsspezifischem Stufenmodell der moralischen Entwicklung.

5.2.1 PRÄKONVENTIONELLES STADIUM: Erläuterung der ersten Phase, die durch die Orientierung am individuellen Überleben und einen Übergang zum Verantwortungsbewusstsein gekennzeichnet ist.

5.2.2 KONVENTIONELLES STADIUM: Beschreibung des zweiten Stadiums, das durch die Orientierung an gemeinsamen Werten und sozialen Beziehungen geprägt ist.

5.2.3 POSTKONVENTIONELLES STADIUM: Analyse des dritten Stadiums, in dem die „Moral der Gewaltlosigkeit“ als höchste Form der moralischen Reife definiert wird.

6 KRITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DEN THESEN VON CAROL GILLIGAN: Gegenüberstellung von Gilligans Ansätzen mit anderen wissenschaftlichen Positionen, wie etwa denen von Gertrud Nunner-Winkler.

7 FAZIT: Abschließende Einordnung von Gilligans Beitrag, wobei hervorgehoben wird, dass sie keine „männliche“ vs. „weibliche“ Wertung anstrebt, sondern ein vollständigeres Bild moralischer Entwicklung einfordert.

Schlüsselwörter

Carol Gilligan, Moralentwicklung, Moral der Fürsorge, Gerechtigkeitskonzept, Lawrence Kohlberg, geschlechtsspezifische Sozialisation, weibliche Stimme, moralisches Urteilen, Verantwortungsbewusstsein, Ethik der Anteilnahme, Moral der Gewaltlosigkeit, Identitätsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Thesen von Carol Gilligan zur Moralentwicklung, welche sie als Gegenentwurf oder Ergänzung zu den klassischen Modellen, speziell dem von Lawrence Kohlberg, entwickelte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die moralische Urteilsfindung, den Vergleich zwischen gerechtigkeits- und fürsorgeorientierter Moral sowie die Auswirkungen der Sozialisation auf die geschlechtsspezifische Entwicklung moralischer Standards.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, Gilligans theoretische Position zur „weiblichen Moral“ darzustellen und kritisch zu prüfen, inwieweit diese einen eigenständigen und wertvollen Beitrag zum Verständnis der moralischen Entwicklung leistet.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Zusammenfassung psychologischer und entwicklungspsychologischer Studien, die Gilligans Aussagen stützen bzw. kritisch hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Kritik an Kohlberg, die Vorstellung von Gilligans Studien zur Abtreibungsentscheidung sowie die detaillierte Beschreibung ihres dreistufigen Modells moralischer Entwicklung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind Carol Gilligan, Moralentwicklung, Moral der Fürsorge, Gerechtigkeitskonzept sowie geschlechtsspezifische Sozialisation.

Wie unterscheidet sich die moralische Entwicklung nach Gilligan von der bei Kohlberg?

Während Kohlberg Moral primär als Streben nach universellen Gerechtigkeitsprinzipien definiert, betont Gilligan die Bedeutung von Fürsorge, Verantwortung und der Aufrechterhaltung zwischenmenschlicher Beziehungen als zentrale moralische Kategorien.

Welche Rolle spielt das „Heinz-Dilemma“ für die Argumentation in diesem Text?

Das Heinz-Dilemma dient als Ausgangspunkt für Kohlbergs Studien und wird von Gilligan als Beispiel für eine einseitig „männlich-logische“ Interpretationsstruktur kritisiert, die weibliche moralische Perspektiven vernachlässigt.

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Details

Title
Die Theorien der "weiblichen Moral" von Carol Gilligan
College
University of Augsburg  (Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Moralentwicklung und prosoziales Verhalten
Grade
1,3
Author
Tanja Meyerhofer (Author)
Publication Year
2003
Pages
16
Catalog Number
V28408
ISBN (eBook)
9783638301961
Language
German
Tags
Theorien Moral Carol Gilligan Moralentwicklung Verhalten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Meyerhofer (Author), 2003, Die Theorien der "weiblichen Moral" von Carol Gilligan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28408
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