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Pierre Bourdieus Sicht auf das Fernsehen und seine manipulativen Kräfte

Title: Pierre Bourdieus Sicht auf das Fernsehen und seine manipulativen Kräfte

Term Paper , 2011 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: B.Ed. Christoph Hendrichs (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Nach einer durch ARD und ZDF veranlassten Studie für das Jahr 2010 verbringen die Deutschen täglich 9 Stunden und 43 Minuten mit Medien aller Art. Angesichts dieser Zahlen ist es unbestritten, dass die Medien einen gewaltigen Einfluss auf unser Leben nehmen. Gleichzeitig mit dem Anwachsen der Medienkultur entstanden hier und da kritische Stimmen, die vor dem Medienkonsum und der potentiellen Macht der Medien warnen. Beispielsweise Adorno erklärte die Medien zu einem Machtmittel der Kulturindustrie. Er geht dabei davon aus, dass die Medien von den ökonomisch Stärksten dazu missbraucht werden, Macht über die Gesellschaft auszuüben. In diesem Zusammenhang drängt sich die Frage auf, ob wirklich Personen bzw. Personengruppen bewusst und zielgerichtet Prozesse in der Medienwelt steuern. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit zwei Vorlesungen auseinander, die der Soziologe Pierre Bourdieu über das Fernsehen und dessen Wirkungsweise gehalten hat. Er konzentriert sich hierbei weniger auf die Dämonisierung von Personen oder Personengruppen, die auf die Medien einwirken, sondern beschreibt unsichtbare Mechanismen, die auf und zwischen Journalisten und Medien wirken. Es soll also der Frage nachgegangen werden, inwiefern Rezipienten nach Bourdieu durch die Medien manipuliert werden. Um das zu verstehen, müssen neben einer knappen Übersicht über Bourdieus Verständnis von Soziologie, Kenntnisse über "unsichtbare" Mechanismen erlangt werden, die im Zusammenhang mit dem Journalismus, dem Fernsehprogramm und der Gesellschaft wirken. Im letzten Punkt wird dabei auf gesellschaftliche Folgen eingegangen, die aus dem gesendeten Fernsehprogramm resultieren. Vor diesem Hintergrund soll auch die Frage beantwortet werden, inwiefern das Fernsehen manipulativ wirken könnte.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Soziologie und das Fernsehen

2.1 Die sozialen Felder und ihre Ressourcen

2.2 Die Aufgabe der Soziologie

3. Einflüsse auf das journalistische Feld

4. Die Auswirkungen auf das Fernsehprogramm

4.1 Die „omnibus-Themen“

4.2 Die „sentimentale und karitative Mobilisierung“

4.3 Die „Gemeinplätze“

4.4 Das homogene Programm

5. Wirkung des Fernsehprogramms auf den Zuschauer

6. Schluss

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage der Feldtheorie von Pierre Bourdieu die strukturellen Mechanismen des Fernsehens, um zu klären, inwiefern das Medium auf Journalisten sowie Zuschauer manipulativ wirkt und zu einer Entpolitisierung der Gesellschaft beitragen kann.

  • Strukturelle Analyse des journalistischen Feldes
  • Kommerzielle Zwänge und der Kampf um Einschaltquoten
  • Mechanismen der Homogenisierung von Programminhalten
  • Soziologische Betrachtung von symbolischer Gewalt
  • Auswirkungen der Medienlogik auf die politische Bildung

Auszug aus dem Buch

4.3 Die „Gemeinplätze“

Der von der Einschaltquote ausgehende ökonomische Zwang setzt sich laut Bourdieu in Zeitdruck um, der wiederum innerhalb des Feldes die Konkurrenzsituation verschärft und einen Wettlauf um Sensationsberichte entfacht. Dieser Prozess führe schließlich dazu, dass „fast thinkers“ Einzug in das Fernsehen hielten. Gemeint seien hiermit Leute, die besonders zügig eine Stellungnahme zu bestimmten Sachverhalten abgeben könnten. Laut Bourdieu hat das zur Folge, dass lediglich Gemeinplätze im Fernsehen vorgetragen werden können. Diese Gemeinplätze stünden in Gegensatz zu durchdachten Argumentationen, die eine Beweiskette bildeten, und daher notwendig an Zeit gebunden seien. Für das Fernsehprogramm hieße das konkret, dass es lediglich „geistiges fast-food, […] vorgekaute, vorgedachte geistige Nahrung“ anbieten könne. Zudem führe der Zeitdruck dazu, dass keine Fachleute zu bestimmten Themen befragt würden, sondern beliebig einsetzbare, medienkompetente, feste Interviewpartner. Der Medienwissenschaftler Neil Postman stellte in diesem Zusammenhang fest, dass die immer schneller produzierten Meldungen auf Kosten von fundiertem Wissen nur noch den Zweck erfüllten, dass Zuschauer „Bescheid wüssten“ oder „von etwas gehört“ hätten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Medienmacht und Vorstellung der Fragestellung zur manipulativen Wirkung des Fernsehens auf Basis Bourdieus.

2. Die Soziologie und das Fernsehen: Erläuterung der Feldtheorie und der Rolle der Soziologie bei der Aufdeckung unsichtbarer Mechanismen im Fernsehen.

3. Einflüsse auf das journalistische Feld: Analyse der politischen und ökonomischen Zwänge sowie des Kampfes um Prestige, die das journalistische Handeln beeinflussen.

4. Die Auswirkungen auf das Fernsehprogramm: Untersuchung der Folgen von Quotendruck und Konkurrenz auf die Themenwahl und Programmstruktur.

5. Wirkung des Fernsehprogramms auf den Zuschauer: Erörterung der gesellschaftlichen Folgen, insbesondere der Gefahr symbolischer Gewalt und Entpolitisierung.

6. Schluss: Zusammenfassende Erkenntnis, dass eine strukturelle Manipulation stattfindet, der durch Reflexion und Bewusstsein begegnet werden kann.

Schlüsselwörter

Pierre Bourdieu, Fernsehen, journalistisches Feld, Medienmacht, Manipulation, Einschaltquote, symbolische Gewalt, Entpolitisierung, ökonomische Zwänge, homogene Programme, omnibus-Themen, Gemeinplätze, Mediensoziologie, öffentliche Wahrnehmung, symbolisches Kapital.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strukturen des Fernsehens und die darin wirkenden unsichtbaren Mechanismen auf Basis der soziologischen Feldtheorie von Pierre Bourdieu.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das journalistische Feld, ökonomische Zwänge durch Einschaltquoten, die Homogenisierung von Programminhalten und die gesellschaftliche Wirkung des Fernsehens.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzudecken, wie strukturelle Zwänge im Journalismus das Fernsehprogramm beeinflussen und ob diese Prozesse zu einer manipulativen Entpolitisierung der Zuschauer führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die Bourdieus Vorlesungen zum Fernsehen und seine Feldtheorie auf das journalistische Handeln anwendet und kritisch reflektiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Einflüssen auf das journalistische Feld, der Entstehung von omnibus-Themen, der Verwendung von Gemeinplätzen und der zunehmenden Homogenität des Programms.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem journalistisches Feld, symbolische Gewalt, Einschaltquote, Entpolitisierung und ökonomische Zwänge.

Was versteht Bourdieu unter „omnibus-Themen“?

Dies sind Themen, die so allgemein und stromlinienförmig aufbereitet sind, dass sie ein möglichst breites Publikum ansprechen, ohne zu provozieren oder kontroverse Probleme aufzuwerfen.

Warum sind laut der Arbeit öffentlich-rechtliche Sender ebenfalls von Quotendruck betroffen?

Die Arbeit argumentiert, dass öffentlich-rechtliche Sender fälschlicherweise hohe Einschaltquoten mit Qualität gleichsetzen und sich durch den Konkurrenzkampf mit privaten Sendern einer ähnlichen Logik unterwerfen.

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Details

Title
Pierre Bourdieus Sicht auf das Fernsehen und seine manipulativen Kräfte
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Course
Massenmedien und Kulturkritik
Grade
1,0
Author
B.Ed. Christoph Hendrichs (Author)
Publication Year
2011
Pages
13
Catalog Number
V284184
ISBN (eBook)
9783656841838
ISBN (Book)
9783656841845
Language
German
Tags
pierre bourdieus sicht fernsehen kräfte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.Ed. Christoph Hendrichs (Author), 2011, Pierre Bourdieus Sicht auf das Fernsehen und seine manipulativen Kräfte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284184
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