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Systematische Beobachtung

Title: Systematische Beobachtung

Seminar Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Nadine Zunker (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Die Beobachtung wird im allgemeinen als die „ursprünglichste“ Datenerhebungstechnik betrachtet, denn hier wird die Nähe zu alltäglichen Techniken zur Erlangung von Informationen besonders deutlich.
Ein Übergang von der alltäglichen „naiven“ Beobachtung zur wissenschaftlichen Beobachtung erfolgt dadurch, dass das Verfahren der Beobachtung kontrolliert und systematisch abläuft.
„Beobachtung ist die planmäßige Erfassung sinnlich wahrnehmbarer Tatbestände, wobei der Forscher dem Untersuchungsobjekt gegenüber eine rezeptive Haltung einnimmt. Durch diese rezeptive Haltung unterscheidet sich die Beobachtung sowohl vom Interview wie auch vom Experiment, indem nämlich darauf verzichtet wird, durch verbale und andere Reize die erwünschten Reaktionen hervorrufen.“ (SCHEUCH, 1958, S. 210)
Der Unterschied zur alltäglichen Beobachtung besteht nicht in der Art und Weise des Beobachtens, sondern vielmehr im Beweggrund des Beobachtens.
„Während alltägliches Beobachten der Orientierung der Akteure in der Welt dient, ist das Ziel der wissenschaftlichen Beobachtung die Beschreibung bzw. Rekonstruktion sozialer Wirklichkeit vor dem Hintergrund einer leitenden Forschungsfrage.“
(ATTESLANDER, 1995, S. 87)
Ein weiterer Unterschied ist die Anwendung systematischer Verfahrensweisen, während die alltägliche Beobachtung eher unreflektiert abläuft. Das Ziel solch einer wissenschaftlichen Beobachtung ist es weiterhin, ihre Ergebnisse einer wissenschaftlichen Diskussion zu unterziehen, das heißt sie ist „wiederholten Prüfungen und Kontrollen hinsichtlich der Gültigkeit, Zuverlässigkeit und Genauigkeit unterworfen“
(KÖNIG, 1972, S. 77)
In der Soziologie findet die Beobachtung allerdings eher selten Anwendung. Darauf weist Jürgen Fiedrichs, mit der Begründung, „dass die Beobachtung Hypothesen über das Verhalten von Individuen verlangt, zu denen dann Analysen und Prognosen nötig sind. In den Hypothesen sind Variablen enthalten, deren Messung anhand der Kategorien des Forschers erfolgt, er interpretiert Bewegung, räumliche Distanz und Interaktion.“, hin.
(FRIEDRICHS, 1985)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Beobachtung

1.1 Begriffsbestimmung „Beobachtung“

1.2 Geschichte der Beobachtung

1.3 Quantitativ/qualitativ orientierte Beobachtung

1.4 Die Beobachtung und ihre Vorteile bzw. Nachteile

2. Elemente der Beobachtung

2.1 Beobachtungsfeld

2.2 Beobachtungseinheit

2.3 Beobachter/Beobachtete

2.4 Protokollieren

3. Beobachtungsformen

3.1 Teilnehmende Beobachtung/ nicht-teilnehmende Beobachtung

3.2 Offene Beobachtung/verdeckte Beobachtung

3.3 Strukturierte Beobachtung/unstrukturierte Beobachtung

3.4 Natürliche Beobachtung/künstliche Beobachtung

3.5 Fremdbeobachtung/Selbstbeobachtung

3.6 Zusammenfassung

4. Diskrepanz zwischen Befragung und Beobachtung

5. Fehlerquellen

5.1 Fehler durch den Beobachter

5.2 Systematische Fehler

5.3 Reaktiver Effekt

6. Beobachtungsverfahren

6.1 Die Interaktionsanalyse

6.1.1 Anwendungsbeispiel der balesschen Interaktionsanalyse

6.1.2 Problematik der balesschen Interaktionsanalyse

6.2 Beispiel einer teilnehmenden Beobachtung: „Street Comer Society“

7. Reflexion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit gibt eine systematische Einführung in die soziologische Methode der Beobachtung, deren Ziel es ist, menschliches Verhalten in sozialen Kontexten methodisch kontrolliert zu erfassen und für den Theorien- und Hypothesentest nutzbar zu machen.

  • Grundlagen und Definition der wissenschaftlichen Beobachtung
  • Unterscheidung verschiedener Beobachtungsformen und ihrer Anwendungsbereiche
  • Analyse von Fehlerquellen bei der Datenerhebung
  • Vorstellung ausgewählter Beobachtungsverfahren wie der Interaktionsanalyse
  • Vergleich zwischen Befragung und Beobachtung als Datenerhebungsmethoden

Auszug aus dem Buch

1.1 Begriffsbestimmung „Beobachtung“

„Beobachtung ist die planmäßige Erfassung sinnlich wahrnehmbarer Tatbestände, wobei der Forscher dem Untersuchungsobjekt gegenüber eine rezeptive Haltung einnimmt. Durch diese rezeptive Haltung unterscheidet sich die Beobachtung sowohl vom Interview wie auch vom Experiment, indem nämlich darauf verzichtet wird, durch verbale und andere Reize die erwünschten Reaktionen hervorrufen.“ (SCHEUCH, 1958, S. 210)

Der Unterschied zur alltäglichen Beobachtung besteht nicht in der Art und Weise des Beobachtens, sondern vielmehr im Beweggrund des Beobachtens.

„Während alltägliches Beobachten der Orientierung der Akteure in der Welt dient, ist das Ziel der wissenschaftlichen Beobachtung die Beschreibung bzw. Rekonstruktion sozialer Wirklichkeit vor dem Hintergrund einer leitenden Forschungsfrage.“ (ATTESLANDER, 1995, S. 87)

Ein weiterer Unterschied ist die Anwendung systematischer Verfahrensweisen, während die alltägliche Beobachtung eher unreflektiert abläuft. Das Ziel solch einer wissenschaftlichen Beobachtung ist es weiterhin, ihre Ergebnisse einer wissenschaftlichen Diskussion zu unterziehen, das heißt sie ist „wiederholten Prüfungen und Kontrollen hinsichtlich der Gültigkeit, Zuverlässigkeit und Genauigkeit unterworfen“ (KÖNIG, 1972, S. 77)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Beobachtung: Definition der Beobachtung als wissenschaftliche Datenerhebungstechnik und Abgrenzung zur alltäglichen Beobachtung.

2. Elemente der Beobachtung: Beschreibung der zentralen Komponenten wie Beobachtungsfeld, Beobachtungseinheit und Protokollierung.

3. Beobachtungsformen: Systematisierung der verschiedenen Ausprägungen wie teilnehmende/nicht-teilnehmende oder verdeckte/offene Beobachtung.

4. Diskrepanz zwischen Befragung und Beobachtung: Darstellung der Differenzen zwischen Selbstauskunft und tatsächlich beobachtbarem Verhalten anhand von Verkehrsstudien.

5. Fehlerquellen: Analyse potenzieller Störfaktoren, die durch den Beobachter oder die methodische Vorbereitung entstehen können.

6. Beobachtungsverfahren: Erläuterung spezieller Analysemodelle, insbesondere der Interaktionsanalyse nach Bales sowie klassischer Feldstudien.

7. Reflexion: Persönliche Auseinandersetzung der Autorin mit der Relevanz der Beobachtungsmethode für den pädagogischen Alltag.

Schlüsselwörter

Beobachtung, Sozialwissenschaft, Interaktionsanalyse, Feldbeobachtung, Qualitative Sozialforschung, Quantitative Sozialforschung, Fehlerquellen, Validität, Reliabilität, Datenerhebung, Soziales Verhalten, Protokollierung, Systematische Beobachtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die systematische Beobachtung als zentrale Datenerhebungsmethode in der Soziologie und deren Anwendungsmöglichkeiten sowie methodische Herausforderungen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit thematisiert Definitionen, Beobachtungsformen, Fehlerquellen, methodische Verfahren wie die Interaktionsanalyse und die Abgrenzung zur Befragung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine fundierte Einführung in die Methodik der systematischen Beobachtung, um deren Funktion und Anwendung in der sozialwissenschaftlichen Forschung zu erläutern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um die verschiedenen Konzepte, Typisierungen und Verfahrensweisen der wissenschaftlichen Beobachtung darzustellen und kritisch zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Grundlagen, die Differenzierung von Beobachtungsformen, die Erörterung von Fehlerquellen und die Vorstellung spezieller Verfahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen insbesondere Systematische Beobachtung, Interaktionsanalyse, Qualitative Sozialforschung, Beobachterfehler und Teilnehmende Beobachtung.

Wie unterscheiden sich offene und verdeckte Beobachtung?

Der Unterschied liegt im Wissen der Beobachtungsobjekte: Bei der offenen Beobachtung sind die Probanden informiert, während sie bei der verdeckten Beobachtung nichts von der Anwesenheit eines Forschers wissen.

Warum ist die Interaktionsanalyse nach Bales bedeutsam?

Sie stellt ein strukturiertes Kategoriensystem dar, das komplexe Interaktionen in Kleingruppen objektivierbar und damit analysierbar macht.

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Details

Title
Systematische Beobachtung
College
University of Education Heidelberg  (Erziehungswissenschaft)
Grade
1,5
Author
Nadine Zunker (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V28418
ISBN (eBook)
9783638302043
ISBN (Book)
9783640149551
Language
German
Tags
Systematische Beobachtung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Zunker (Author), 2004, Systematische Beobachtung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28418
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