Die vorliegende Hausarbeit ist in dem Seminar „Der Film als Medium im Unterricht“ geschrieben worden. Zugrunde liegen Szenen der 1968 veröffentlichten „sinfonischen Film-Dichtung“ des Regisseurs Stanley Kubrick „2001: Odyssee im Weltraum“.
Unter dem Aspekt, dass der „Übermensch“, den Friedrich Nietzsche in seinem Buch „Also sprach Zarathustra“ beschreibt, erst möglich wird, wenn das Licht des Geistes die Dunkelheit durchbricht und erhellt, sollen im Folgenden die drei Sequenzen des vorgenannten Filmes untersucht werden,
die von Richard Strauß’ „Also sprach Zarathustra“ musikalisch untermalt worden sind. Es handelt sich dabei stets um den Beginn des ersten Teils der Sinfonie, dessen Titel „Einleitung, oder Sonnenaufgang“ lautet (auch das erste Kapitel des literarischen Werkes ist so benannt!) und dessen Dauer jeweils eine Minute und 17 Sekunden umfasst.
Der Film beginnt mit dem „1. Satz (Morgenröthe der Menschheit)“ und endet mit dem „4. Satz (Tod und Wiedergeburt)“, der Geburt des Sternenkindes. Laut Nietzsche soll das traditionelle Wesen des Menschen in drei Stufen überwunden werden, um zur Weisheit, zum Übermenschen zu
gelangen - das alte alchemistische (oder auch naturphilosophische) Prinzip, das seinen Kern in der Transformation hat: die Verwandlung einer niedrigen Substanz in eine höhere. Und so ist auch das Kapitel „Von den drei Verwandlungen“ dasjenige, in dem die drei Stufen des geistigen Entwicklungsprozesses behandelt werden.
Der Vollständigkeit halber und zum besseren Verständnis wird zwischen der zweiten und dritten Sequenz eine weitere eingeschoben, die die letzte gewissermaßen einleitet.
Abschließend erfolgt eine Erörterung, ob die aufgestellte These, dass das Licht eine Notwendigkeit für die Bildung des Übermenschen darstellt, bei näherer Betrachtung standhält.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Szenenanalysen
2.1 Erste Sequenz
2.1.1 Beschreibung
2.1.2 Analyse
2.2 Zweite Sequenz
2.2.1 Beschreibung
2.2.2 Analyse
2.3 Dritte Sequenz
2.3.1 Beschreibung
2.3.2 Analyse
2.4 Vierte Sequenz
2.4.1 Beschreibung
2.4.2 Analyse
3. Von den drei Verwandlungen
3.1 Wie der Geist zum Kamele wird…
3.2 … und zum Löwen das Kamel…
3.3 … und zum Kinde zuletzt der Löwe.
4. Schlussbemerkung
5. Quellenverzeichnis
5.1 Literatur
5.2 Internetquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht ausgewählte Sequenzen aus Stanley Kubricks Film "2001: Odyssee im Weltraum" im Kontext von Friedrich Nietzsches Werk "Also sprach Zarathustra". Ziel ist es zu erörtern, inwieweit das Licht als notwendige Voraussetzung für die geistige Entwicklung des Menschen hin zum „Übermenschen“ fungiert.
- Analyse der Transformation des Menschen in Analogie zu Nietzsches "drei Verwandlungen des Geistes".
- Untersuchung der filmischen Darstellung von Licht, Dunkelheit und Sonnenaufgang als Symbole der Erkenntnis.
- Interpretation der Kreisstruktur des Films in Verbindung mit der Lehre der ewigen Wiederkunft.
- Vergleich der symbolischen Bedeutung des Raumanzugs und der Höhle Zarathustras als hermetische Gefäße.
- Diskussion des filmischen Endes als Metapher für geistiges Erwachen und Neugeburt.
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Analyse
Diese Szene scheint aus Nietzsches Fabel „Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne“ adaptiert, denn dort wird sie genau so beschrieben:
„In irgend einem abgelegenen Winkel des in zahllosen Sonnensystemen flimmernd ausgegossenen Weltalls gab es einmal ein Gestirn, auf dem kluge Thiere das Erkennen erfanden.“
Auch diese Szene wird mit einem Sonnenaufgang eingeleitet, der für einen Neubeginn steht. Ferner handelt es sich hier wieder um eine Eklipse! Nun muss eine Krise nicht zwangsläufig in einer Katastrophe enden, denn sie leitet auch einen Wendepunkt ein. In der Tat handelt es sich hier auch um einen solchen, den bereits erwähnten Neubeginn: aus dem Pflanzenfresser ist ein Jäger geworden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der filmischen Adaption von Nietzsches Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der musikalischen Untermalung und des Transformationsprozesses.
2. Szenenanalysen: Detaillierte Untersuchung und Interpretation von vier Schlüsselszenen, die als Wendepunkte im geistigen Entwicklungsprozess der Menschheit fungieren.
3. Von den drei Verwandlungen: Übertragung von Nietzsches Konzept der drei Stufen des Geistes (Kamel, Löwe, Kind) auf die filmische Handlung und Entwicklung der Protagonisten.
4. Schlussbemerkung: Zusammenfassende Betrachtung der Kreisstruktur des Werkes sowie der Bedeutung des Lichts als essenzielles Element für Erkenntnis und Überwindung des Menschen.
5. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der Internetquellen zur theoretischen Fundierung der Analyse.
Schlüsselwörter
Stanley Kubrick, 2001 Odyssee im Weltraum, Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Übermensch, Lichtmetaphorik, Transformation, Metamorphose, Erkenntnis, Geist, Filmästhetik, Symbolik, Sonnensymbolik, Ewige Wiederkunft, Geistiger Entwicklungsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die philosophischen Gehalte in Stanley Kubricks Film "2001 – Odyssee im Weltraum" und setzt diese in Beziehung zu den Lehren von Friedrich Nietzsche.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Konzepte des Übermenschen, die drei Verwandlungen des Geistes, das Licht als Symbol der Erkenntnis sowie die zyklische Struktur der Menschheitsentwicklung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob das Licht eine zwingende Voraussetzung für die Bildung des Übermenschen darstellt und wie dieser Prozess visuell im Film dargestellt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Szenenanalyse, die mit literaturwissenschaftlichen und philosophischen Interpretationsansätzen kombiniert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Filmszenen und eine theoretische Reflexion über die Transformation des Geistes nach Nietzsche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Transformation, Erkenntnis, Sonnensymbolik, Übermensch und der Prozess der Geistwerdung.
Welche Bedeutung hat das "Kamel" im Kontext des Films?
Das Kamel symbolisiert den Geist in seiner anfänglichen, anpassungsfähigen aber schweren Phase, die sich durch eine noch unbewusste Auseinandersetzung mit der Materie auszeichnet.
Wie deutet die Autorin das Ende des Films?
Das Ende wird als Hinweis auf ein geistiges Erwachen interpretiert, bei dem der Mensch die Materie transzendiert und dem Göttlichen näherkommt, ähnlich wie Nietzsches Zarathustra am Ende seiner Wandlung.
- Arbeit zitieren
- Claudia Rehmann (Autor:in), 2012, Der ewige Kreislauf anhand von Stanley Kubricks "2001 - Odyssee im Weltraum" oder wie das Licht die Dunkelheit überwindet, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284191