Von Giraffen und Wölfen: Gewaltfreie Kommunikation in Theorie und Praxis


Fachbuch, 2014

130 Seiten


Leseprobe

Inhalt

Sabrina Jung (2012): Kommunikation und Konflikt – Eine Übersicht
Einleitung
Kommunikation
Konflikt
Lösungsansätze
Fallbeispiel
Fazit
Literaturverzeichnis

Maria Reitzki (2007): Ist Gewaltfreie Kommunikation alltagstauglich? Eine kritische Auseinandersetzung mit der GfK nach Rosenberg im Vergleich mit anderen Kommunikationsmodellen
Einleitung
Die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
Einflüsse auf die Methode der Gewaltfreien Kommunikation
Gefahren der Gewaltfreien Kommunikation
Schlussbetrachtung
Literaturverzeichnis

Juliane Strätz (2012): Emotion und Sprache Wie kann man mithilfe der Gewaltfreien Kommunikation dazu beitragen, dass Missverständnisse in der zwischenmenschlichen Kommunikation verhindert werden?
Einleitung
Begriffsbestimmungen
Der Zusammenhang zwischen Emotion und Sprache
Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg
Die Gewaltfreie Kommunikation in der Schule
Fazit
Quellen

Karin Eck (2004): Macht und Sprache. Wie eine gewaltfreie Kommuni-kation zwischen Männern und Frauen gelingen kann
Vorwort
Einleitung
Sprache und Geschlecht – die linguistische Genderforschung
Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Kommunikation
Macht und Sprache – wie drückt sich Macht in der Kommunikation aus?
Möglichkeiten zu einer Veränderung der Kommunikation
Gewaltfrei kommunizieren – Chancen und Grenzen der Gewaltfreien Kommunikation
Resümee – Ausblick
Literaturverzeichnis

Einzelbände

Sabrina Jung (2012): Kommunikation und Konflikt – Eine Übersicht

Einleitung

Zielsetzung und Vorgehensweise

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Missverständnissen in der Kommunikation, die schnell zu Konflikten führen können. Aufgrund der schlechten Abgrenzbarkeit der Begriffe Kommunikation und Konflikt kann in dieser Arbeit nur ein Auszug von einzelnen Bereichen dargestellt werden. Im ersten Teil der Studienarbeit erfolgt ein Definitionsversuch des Begriffes Kommunikation. Des Weiteren wird auf den Prozess der Kommunikation sowie auf einzelne Theorien der Kommunikation eingegangen. Der zweite Teil bezieht sich auf den Punkt Konflikt. Es werden die Funktionen von Konflikten und weiterführende Erläuterungen aufgeführt. Abschließend befasst sich die Arbeit mit verschiedenen Lösungsansätzen um die zwischenmenschliche Kommuni­kation zu verbessern und Konflikten vorzubeugen beziehungsweise diese zu beseitigen.

Insgesamt soll die Studienarbeit einen Überblick über die Begriffe Kommuni­kation und Konflikt schaffen um ein Grundverständnis für die jeweils ablaufenden Prozesse zu erlangen. An dieser Stelle sei noch kurz erwähnt, dass aufgrund der leichteren Lesbarkeit nur die Männlichkeitsform verwendet wird. Angesprochen sind beide Geschlechter gleichermaßen.

Aktualität und Bedeutung

Der Begriff „Kommunikation“ gehört für uns ganz selbstverständlich zur alltäglichen Sprache. Wir nutzen das Medium „Kommunikation“ nahezu in jeder Lebenssituation, egal ob bewusst oder unbewusst. Dazu zählen nicht nur die gesprochenen Worte, sondern auch Interaktionen wie Körpersprache, Mimik oder Tonfall. Setzt man sich mit diesen Prozessen genau auseinander, so wird einem erst deutlich wie komplex und umfangreich diese Vorgänge sind.

„Atomkonflikt“, „Nahostkonflikt“, „Armenier-Konflikt“, „Syrien-Konflikt“, etc. Das alles sind Ausdrücke die uns täglich nicht nur in den Nachrichten begegnen. Heutzutage wird das Wort „Konflikt“ in vielen verschiedenen Zusammenhängen verwendet. Doch was bedeutet „Konflikt“ überhaupt? Wie funktioniert dieser? Das sind alles Fragen, die diese Arbeit grundsätzlich zu erläutern versucht.

Kommunikation

Definition Kommunikation

Kom│mu│ni│ka│ti│on, die; -, -en (Verständigung untereinander; Verbindung, Zusammenhang)[1]

Gibt man „Definition Kommunikation“ bei der Suchmaschine „Google“ ein, bekommt man ungefähr 20.600.000 Ergebnisse. Dies verdeutlicht, dass es keine einheitliche Definition der Kommunikation gibt, da dieser Begriff für viele verschiedene Fachbereiche verwendet wird und deshalb auch unterschiedliche Bedeutungen hat.

Folgendes kann als Definitionsversuch herangetragen werden:

„Kommunikation bezeichnet den Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehreren Personen, wobei die Mitteilung sprachlich (verbal) oder / und nichtsprachlich (nonverbal) erfolgen kann“.[2]

Kommunikationsgeschichte

Die Entstehung der sprachlichen und nichtsprachlichen zwischenmenschlichen Kommunikation hat mehrere Millionen Jahre in Anspruch genommen. Dennoch gibt es bis heute keine einheitliche Theorie der Kommunikationsgeschichte. Forscher sind sich nur hinsichtlich der Tatsache einig, dass die Geschichte der Kommunikation in einzelne Zeitabschnitte eingeteilt werden kann. Der erste existierende Kommunikationsweg war die Körpersprache, diese ist mehr als 6Millionen Jahre alt. Anschließend entwickelte sich die gesprochene Sprache, die Grundlage für die Übermittlung von geheimem Wissen, überlebenswichtige Informationen, Rituale, Mythen sowie Legenden und Sagen war. Ungefähr 34.000 vor Christus bis zum 3.Jahrtausend vor Christus waren Felszeichnungen Vorgänger für Schriftzeichen. Bald darauf, ungefähr zwischen Mitte des 3.Jahrtausend vor Christus bis zum 15.Jahrtausend nach Christus, wurden die ersten Schriftzeichen verwendet und weiterentwickelt. 1450 verhalf Johannes Gutenberg der Druckmaschine zum Durchbruch in Europa. Daraufhin folgten Bild- und Tonmedien und die „Multimedialisierung“ in unserer Gegenwart. Das alles waren Entwicklungen, die die zwischenmenschliche Kommunikation revolutionierten.[3]

Ziel der Kommunikation

Die zwischenmenschliche Kommunikation verfolgt eine Vielzahl von Zielen. Unter anderem bietet sie die Möglichkeit zum Austausch von unterschiedlichen Ansichten zu einem Thema. Auch können wichtige Informationen, Inhalte oder Ideen vermittelt werden. Kommunikation kann die Koordination von Handlungsmöglichkeiten auslösen, außerdem können komplexe Gegenstände und Sachverhalte erfasst und beschrieben werden. Somit kann man zusammen­fassend sagen, dass Kommunikation die Basis für Verständnis und Erklärung, als auch Entwicklung von zwischenmenschlichen Beziehungen ist.[4]

Kommunikationsarten

Kommunikation findet bewusst oder unbewusst seit Beginn des Lebens statt. Menschen kommunizieren selbst dann wenn sie es nicht wollen. Wie man in der nachfolgenden Grafik entnehmen kann liegt der Kern der menschlichen Kommunikation in der nonverbalen Kommunikation. „Mit Händen und Füßen reden“ ist ein Sprichwort das schon Jahrzehnte lang existiert und, wie man in den folgenden Punkten feststellt, große Bedeutung hat.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Verteilung der Kommunikationsarten[5]

Verbale Kommunikation

Unter verbaler Kommunikation versteht man die Kommunikation über das gesprochene Wort beziehungsweise über die Sprache. Die verbale Kommuni­kation ist sehr komplex und unterschiedlich. Die verschiedenen Arten differieren in den einzelnen Kulturen und können somit als kulturabhängige Kommuni­kationsstile eingeordnet werden. Auch werden diese an die nächsten Generationen weitergegeben. Ein Beispiel für die Weitergabe von Ausdrucks­weisen wäre zum Beispiel der Dialekt, der von Region zu Region unter­schiedlich ist. „Durch die Sprache können die Menschen ihre Eindrücke, Empfindungen, Gedanken, Wünsche, Bedürfnisse und Erfahrungen der sozialen Umwelt mitteilen, sich und andere vor Gefahren schützen und ihre Lebensart, Werte, Normen, Sitten und Umgangsformen pflegen, verbessern und den Umständen anpassen.“ Die verbale Kommunikation ist somit unter anderem für das gegenseitige Verstehen oder Missverstehen verantwortlich und war ausschlaggebend für die Entwicklung des Homo-sapiens zum modernen Kulturmenschen.[6]

Nonverbale Kommunikation

„Man kann nicht nicht kommunizieren“[7]

Dieser Satz sagt bereits alles über die nonverbale Kommunikation aus. Als nonverbale Kommunikation wird der nichtsprachliche Bereich der menschlichen Kommunikation bezeichnet. Ein Synonym für nonverbale Kommunikation ist der Begriff „Körpersprache“. Darunter fallen körperliche Bewegungen wie Mimik, Gestik oder Blickwechsel, aber auch andere Symptome wie Schwitzen oder Erröten. Das heißt, wenn Menschen nicht verbal kommunizieren spricht der Körper allein, wobei sich die anfangs genannte These bestätigt.[8]

Die meisten nonverbalen Signale werden unbewusst gesendet. Diese sind schlechter zu beeinflussen als die gesprochenen Worte und somit sind auch die Botschaften des Körpers „ehrlicher“ beziehungsweise „echter“. Die nonverbale Kommunikation ist von Kultur zu Kultur unterschiedlich, zum Beispiel der Körperkontakt bei der Begrüßung. In Deutschland gibt man sich meistens die Hand, in Japan hingegen ist es üblich sich vor dem Gegenüber zu Verbeugen.[9]

Paraverbale Kommunikation

Bei der zwischenmenschlichen Kommunikation ist die Art und Weise wie man spricht und wie die Sprache eingesetzt wird ein ausschlagegebender Aspekt. Zum paraverbalen Bereich des Sprechens gehören Punkte wie Tonhöhe, Tonhöhenverlauf, Tonhöhenänderungen, Sprachtempo, Pausen sowie Laute und Geräusche. Bei der paraverbalen Kommunikation geht es vor allem darum „wie“ etwas gesagt wird. Diese Signale werden in den meisten Fällen mit anderen Kommunikationsarten wie zum Beispiel der nonverbalen Kommunikation kombiniert. Durch diese Kommunikationssignale kann man den Kommuni­kationsprozess beeinflussen, da man Emotionen, Gedanken, Stimmungen etc. effektiver ausdrücken kann. Ebenfalls kann der Gesprächspartner durch den Klang der Stimme Eigenschaften wie Enttäuschung, Ablehnung oder Begeisterung besser bewerten.[10]

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich auf die verbale Kommunikation am meisten Einfluss nehmen lässt, da Menschen dazu in der Lage sind eine „bewusste Wortwahl“ zu treffen. Bei der paraverbalen Kommunikation wird dies schon schwieriger, da es komplizierter ist eine entsprechende Wirkung der gesprochenen Wörter zu erzielen. Nahezu unmöglich ist die komplette Beeinflussung der menschlichen Körpersprache.[11]

Kommunikationstheorien

Kommunikationsmodell von Schulz von Thun

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2 Die vier Ohren einer Nachricht[12]

Die Basis der menschlichen Kommunikation beruht auf der Annahme, dass es einen Sender gibt, der eine Botschaft vermitteln möchte. Er verschlüsselt seine Nachricht mittels eines Mediums. Der Interaktionspartner des Senders ist der Empfänger. Dieser entschlüsselt die Botschaft, sodass eine Verständigung stattfinden kann. Schulz von Thun hat ein Modell entwickelt bei dem die zwischenmenschliche Kommunikation auf vier Ebenen abläuft. Die Sachebene enthält die Sachinformation der Nachricht, also worüber der Sender versucht zu informieren. Des Weiteren gibt es die Ebene der Selbstoffenbarung, das heißt was der Sender von sich selbst kundgibt. Dieser Punkt beinhaltet auch Informationen über die Person des Senders. Deshalb werden diese Botschaften auch „Ich-Botschaften“ genannt. Mit dieser Seite der Nachricht sind viele Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation verbunden. Auf der Beziehungsebene wird ausgedrückt, wie man zum Empfänger der Nachricht steht beziehungsweise wie die Interaktionspartner zueinander stehen. Deshalb werden diese Botschaften auch entweder „Du-Botschaften“ genannt, also wenn der Sender ausdrücken will was er vom Empfänger hält, oder „Wir-Botschaften“, wenn die Beziehung zwischen den Interaktionspartnern dargestellt werden soll. Die vierte und letzte Ebene beinhaltet den Appelcharakter, da man seinen Gesprächspartner versucht in seinem Denken, Fühlen und Handeln zu beeinflussen. Die meisten Botschaften, die vermittelt werden, versuchen den Interaktionspartner zu etwas veranlassen.[13]

Kommunikationsmodell von Shannon amp; Weaver

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3 Kommunikationsmodell Shannon amp; Weaver[14]

Das Modell von Shannon amp; Weaver wurde 1949 entwickelt und ist eines der bekanntesten und auch im Bereich der Psychologie am häufigsten zitierten Kommunikationsmodelle. Es war anfangs ein rein technisch orientiertes mathematisches Modell, dessen ursprünglichen Nutzen es war, die Kommuni­kation der amerikanischen Armee zu verbessern.[15] Nach der Kommunikations­theorie von Shannon amp; Weaver müssen folgende sieben Elemente beinhaltet sein: Informationsquelle, Verschlüsselung, Nachricht, Kanal, Entschlüsselung und Empfänger.[16] Das heißt „die Gedanken eines Sprechers (Senders) werden mehrfach verändert, bevor sie der Empfänger hört.

- Gesagt ist noch nicht gehört
- Gehört ist noch nicht verstanden
- Verstanden ist noch nicht einverstanden
- Einverstanden ist noch nicht angewendet
- Angewendet ist noch nicht beibehalten“[17]

Axiome von Watzlawick

Der Kommunikations- und Sozialpsychologe Paul Watzlawick entwickelte ein Modell, das sich auf die zwischenmenschliche „Sender-Empfänger-Beziehung“ fokussiert. Sein Modell beruht auf der Annahme von verschiedenen System­theorien, deren Ausführungen in dieser Arbeit aufgrund deren Komplexität nicht möglich sind. Diese Kommunikationstheorie stützt sich auf die Störungen von zwischenmenschlicher Kommunikation, also all jene Faktoren, die die Kommunikation beeinträchtigen wie zum Beispiel Missverständnisse.[18] Watzlawick hat fünf grundsätzliche Regeln aufgestellt, die sogenannten „Pragmatischen Axiome“, die die menschliche Kommunikation erklären sollen und die damit verbundenen Paradoxien aufzeigen sollen.

- Man kann nicht nicht kommunizieren
- Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt
- Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung
- Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten
- Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär[19]

Transaktionsanalyse

Das Modell der Transaktionsanalyse wurde von dem amerikanischen Psychologen Eric Berne auf Basis von menschlichen Verhaltensbeobachtungen entwickelt. „Die Transaktionsanalyse ist eine Methode, mit der wir unser Verhalten deuten, kontrollieren und verbessern können.“ Es werden drei Verhaltenszustände unterschieden: das „Eltern-Ich“, das „Kindheits- Ich“ und das „Erwachsenen-Ich“. Abhängig von der jeweiligen Situation und vom Interaktionspartner profiliert sich eines der drei verschiedenen Ich-Zustände unbewusst. Auch können die einzelnen „Ichs“ während der Kommunikation wechseln. Erkennbar welcher Ich-Zustand gerade vorherrscht, wird anhand von Gestik, Mimik, Tonfall oder Wortwahl.

- Eltern-Ich: Beinhaltet vor allem Regeln, Gebote und Verbote die einem als Kind von den Eltern überliefert wurde. In der Interaktion mit einem Gesprächspartner tendiert das Erwachsenen-Ich dazu diesen zu bevormunden.
- Erwachsenen-Ich: Der Gesprächspartner wird gleichwertig wahr­genommen und man kommuniziert weitgehend sachlich und objektiv.
- Kind-Ich: eim Kind-Ich lebt sozusagen das „Kind in einem“ wieder auf und in Gesprächssituationen können Reaktionen und Aktionen trotzig, uneinsichtig und impulsgesteuert sein. Aber es beinhaltet auch positive Eigenschaften wie zum Beispiel die Kreativität und Phantasie.[20]

Das Modell der Transaktionsanalyse geht von folgenden Grundannahmen aus. Basierend auf diesen Annahmen wurde das Kommunikationsmodell entwickelt was zur besseren Verständlichkeit des Kommunikationsverhaltens dient.[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4 Grundvoraussetzungen der Transaktionsanalyse[22]

Kommunikationsstörungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5 Kommunikationsstörung[23]

Der Prozess der Kommunikation ist sehr komplex und daher kann es zu verschiedenen Störungen kommen. Als Kommunikationsstörungen werden Abläufe definiert in denen zwischen Interaktionspartnern aus unterschiedlichen Gründen Differenzen entstehen, also wenn die Gesprächspartner in einem Kommunikationsverlauf bezüglich eines Themas verschiedenen Ansichten, Wünsche, Erwartungen oder Absichten haben, die nicht miteinander vereint werden können.[24] Ein weiterer Faktor ist, wenn sich die Interaktionspartner aus verbalen oder paraverbalen Gründen nicht verständigen können. Zum Beispiel sprechen sie nicht die gleiche Sprache oder verstehen sich aus Dialektgründen nicht. Aber auch der nonverbale Bereich spielt bei Kommunikationsstörungen eine wichtige Rolle. Die meisten nonverbalen Signale werden unbewusst auch in alltäglichen Situationen gesendet wozu es zu einer gestörten Kommunikation führen kann. Beispiele hierfür wären eine unangemessen Kleidung, die Mimik widerspricht dem gesprochenen Wort (inkongruente Nachricht) oder sonstige Einflüsse wie starker Körpergeruch.[25] Dennoch entstehen die meisten Kommunikationsstörungen weil man auf verschiedenen Ebenen sendet und mit unterschiedlichen Ohren zuhört. Es sind nicht immer alle Empfangskanäle gleichzeitig erreichbar und deshalb können Gespräche unterschiedlich verlaufen. Auf welchem Ohr die Botschaft ankommt und welche Ohren gerade aktiv sind, kann einen wesentlichen Einfluss auf das Gespräch haben.[26]

Zusammenfassend kann man sagen, dass man nicht davon ausgehen kann, dass das gesendete Signal dem tatsächlichen Empfangenen entspricht. Diese Fakten sind auch für die Entstehung von Missverständnissen und damit für die Schaffung von Konfliktpotential verantwortlich.

Konflikt

Definition Konflikt

Kon│flikt, der; -[e]s, -e ‹lat. Zusammenstoß› (Zwiespalt, [Wider]streit)[27]

Gibt man „Definition Konflikt“ bei der Suchmaschine „Google“ ein, bekommt man ungefähr 6.830.000 Ergebnisse. Dies verdeutlicht, dass es im Gegensatz zu dem Suchparameter „Definition Kommunikation“ eine weitgehend einheitliche Definition des Begriffes gibt und auch in den meisten Bereichen einheitlich verstanden wird.

Folgendes kann als Definitionsversuch herangetragen werden:

„Sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten im Denken/Vorstellen/Wahrnehmen und/oder Fühlen und/oder Wollen mit dem anderen Aktor (anderen Aktoren) in der Art erlebt, dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolge.“[28]

Konfliktarten

Heißer Konflikt

Heiße Konflikte sind leichter zu erkennen, da sie meistens offensichtlich, lautstark und emotional ausgetragen werden. Heiße Konflikte sind auch dadurch geprägt, dass ein Interaktionspartner versucht den anderen von seinem Standpunkt oder einer bevorzugten Lösung zu überzeugen, da man davon überzeugt ist, dass die eignen Vorstellungen besser sind als die der Gegenseite. Der Vorteil von heißen Konflikten liegt darin, dass sie durch ihren Verlauf erkennbar und somit leichter zu bewältigen sind.[29]

Kalter Konflikt

Kalte Konflikte hingegen werden ohne verbale Kommunikation der Beteiligten ausgetragen. Außerdem sind diese meist mit einer emotionalen Belastung verknüpft.[30] Kalte Konflikte sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die beteiligten Personen sabotieren, verzögern und blockieren. Es geht primär darum den Interaktionspartner zu schädigen anstatt zu überzeugen. Dadurch sind die Gesprächspartner meistens frustriert und desillusioniert. Oft sind kalte Konflikte das Ergebnis eines heißen Konflikts, der nicht adäquat gelöst wurde.[31]

Konflikttypen

Es gibt zahlreiche verschiedene Ansätze um Konflikte zu kategorisieren. Da die einzelnen Autoren aus verschiedenen Fachbereichen kommen gibt es keine einheitliche Typologie von Konflikten.

Beziehungskonflikt

Ein Beziehungskonflikt entsteht wenn zwei Interaktionspartner unterschiedliche Gefühle haben oder wenn Kommunikationsstörungen auftreten oder wenn bereits Differenzen wie zum Beispiel Vorurteile vorhanden sind.[32]

Wertekonflikt

Bei dieser Art von Konflikten stehen die Wertvorstellungen beziehungsweise Weltbilder von Menschen im Mittelpunkt. Somit kann man den Wertekonflikt auch als ideologischen Konflikt bezeichnen, da er sich auf die Einstellungen, Meinung und Verhaltensweisen bezüglich eines Themas fokussiert, zum Beispiel auf unterschiedliche Religionen, Ideologien oder Ethiken.[33]

Interessenskonflikt

Interessenskonflikte entstehen dadurch, dass beide Kommunikationspartner die gleichen Ziele oder Bedürfnisse an einer Sache haben. Die Beteiligten werden zu Konkurrenten, wenn das angestrebte Gut unteilbar ist oder für nur einen zur Verfügung steht.[34]

Identitätskonflikt

Man spricht von einem Identitätskonflikt, wenn eine Bedrohung für das eigene Selbstbild empfunden wird oder für die Eigenschaften, die charakterisierend für eine Person sind.[35]

Konfliktfunktionen

Konflikte sind nicht ausschließlich negativ zu bewerten. Die Funktionen eines Konflikts liegen zum einen darin die möglichen Ursachen für die Unzufrieden­heit er Interaktionspartner zu finden, indem die Beteiligten erfahren wo die Probleme liegen. Auch sind Konflikte zum anderen eine Garantie für Veränderungsprozesse, da sie signalisieren, dass eine Veränderung notwendig ist. Konflikte stärken ebenfalls die Gemeinsamkeit indem sich die Gesprächs­partner besser verstehen lernen und herausfinden wo die Prioritäten des anderen liegen.[36] Die aufgeführten Punkte waren nur Beispiele, da es eine Vielzahl von Aspekten gibt, wie ein Konflikt als Chance wahrgenommen werden kann.

Konfliktursachen

Es gibt verschiedene Gründe, die ausschlagegebend für einen Konflikt sein können. Folgende Ausführungen umfassen deshalb nur einen Teil der möglichen Konfliktursachen. Einerseits spielen die unterschiedlichen Vorstellungen und Wertesysteme der Interaktionspartner eine entscheidende Rolle. Nicht außer Acht zu lassen sind, wie bereits in den vorangegangenen Punkten, die Störungen der Kommunikation, dazu zählt auch die Verweigerung von Kommunikation. Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die aktuelle Situation in der sich die Gesprächspartner befinden. Zum Beispiel kann die Umgebung einen Konflikt begünstigen oder beschwichtigen.[37] Konflikte können auch entstehen wenn die Beziehungsebene der Gesprächspartner nicht geklärt ist. Das heißt bei einem Kommunikationsprozess wurden die Inhalts- und Beziehungsaspekte falsch interpretiert.[38]

Lösungsansätze

Gewaltfreie Kommunikation

Als erstes stellt sich die Frage warum diese Methode als „Gewaltfreie Kommunikation“ bezeichnet wird. Der Begriff „gewaltfrei“ wird aus dem indischen Sanskrit-Begriff „Ahimsa“ abgeleitet, der von Mahatma Gandhi verwendet wurde:[39]

„Ahimsa umfasst dabei mehr als nur gewaltfreien Widerstand oder gewaltfreie Handlungen. Ahimsa bezeichnet eine Lebenseinstellung, die grundsätzlich eine Schädigung und Verletzung anderer vermeidet. Dazu gehört auch die Veränderung der eigenen Gedankenwelt mit möglichen Feindbildern und einer Sprache, die anderen für die eigenen Gefühle verantwortlich macht und damit die Eskalation von Konflikten fördert.“[40]

Die gewaltfreie Kommunikation ist ein Modell, dass von Marshall B. Rosenberg in den 70er Jahren entwickelt wurde, um den zwischenmenschliche Kommunikationsfluss zu verbessern und Konflikte konstruktiv zu lösen. Die Grundvoraussetzung für die gewaltfreie Kommunikation ist unter anderem die Empathie. Das einfühlsame Verhalten ist ein wichtiger Aspekt um die versteckten Beobachtungen, Gefühle, Bedürfnisse und Bitten hinter den Worten zu entdecken. Auch ist es wichtig den Gesprächsinhalt des Kommutations­partners nochmal mit eigenen Worten zu reflektieren.[41] Ziele der gewaltfreien Kommunikation sind zum Beispiel negative Kommunikation entgegen zu wirken, Konflikte aktiv als Chance zur Verbesserung nutzen und die eigenen Wünsche und Belange zu erfüllen ohne Mitmenschen zu beeinträchtigen.[42]

Das Modell der gewaltfreien Kommunikation beinhaltet vier Komponenten die erfordern, dass man sie ehrlich ausdrückt und empathisch aufnimmt. Diese können in jeder Situation angewendete werden:

1. Beobachtungen: Als ersten Schritt muss das Geschehen in einer Situation beobachtet und erfasst werden. Diese müssen dann dem Gesprächspartner möglichst ohne persönliche Wertung mitgeteilt werden.
2. Gefühle: Der zweite Schritt umfasst die Aussprache der Gefühle während der Beobachtungssituation.
3. Bedürfnisse: Im dritten Schritt werden die Bedürfnisse ausgesprochen, die hinter den Gefühlen stecken.
4. Bitten: Als letzter Schritt muss deutlich formuliert werden, was man von seinem Gesprächspartner will damit sich die Situation verbessert.[43]

Somit ist die gewaltfreie Kommunikation auch eine Interaktion, da man versucht diese vier Aspekte klar und verständlich auszudrücken, aber auch von den Mitmenschen aufzunehmen.[44] Diese Technik zur Kommunikationsverbesserung kann nicht als Universallösung in allen Situationen hinweg angewendet werden. Man muss sie entsprechend den Gegebenheiten und unterschiedlichen Situationen sowie Kulturen verändern und anpassen.

Metakommunikation

Meta-Kommunikation kann als Kommunikation über die Art und Weise der ablaufenden Kommunikation bezeichnet werden. Die Metakommunikation ist vor allem für die Teamkommunikation wichtig. Metakommunikation ist die am meisten verbreitete Methode, um gestörter Kommunikation entgegen zu wirken. Ziel ist es, von der aktuellen verfahrenen oder angespannten Situation Abstand zu nehmen, da das Gespräch in dieser Situation nicht mehr weiterkommt und um die Situation besser reflektieren zu können. Anschließend soll geklärt werden, wie miteinander umgegangen wurde und wie die gesendete Nachricht eigentlich gemeint war und wie diese entschlüsselt wurde sowie die damit verbundene Reaktion. Metakommunikation wird im Alltag selten genutzt, obwohl sie eine effektive Methode ist um Konflikte zu entschärfen, da viele Menschen ungern über das aktuelle Gespräch reden. Ein Grund hierfür könnte unter anderem sein, dass die Anwendung dieser Technik voraussetzt, dass die eigenen Wahr­nehmungen offenbart werden.[45]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 6 Metakommunikation[46]

Effektive Kommunikation

Ein wesentlicher Aspekt, wie man Missverständnisse vorbeugen kann, ist auch die Art und Weise wie man kommuniziert. Es gibt viele Tools und Techniken, die eine effektive und effiziente Kommunikation fördern. Wichtige Aspekte im verbalen Bereich wären zum Beispiel die Verbesserung von Stimmbildung, das heißt die Art wie man sich artikuliert sowie in welcher Lautstärke oder in welchem Tempo man spricht. Auch spielen Zuhör- und Fragetechniken eine bedeutende Rolle in der zwischenmenschlichen Kommunikation, denn dadurch können schon frühzeitig Unstimmigkeiten aufgedeckt werden.[47]

Nonverbale Faktoren können ebenfalls zu einer verbesserten Kommunikation beitragen. Das Hauptaugenmerkt liegt hierbei im Bereich der Körpersprache, wie vorangegangen bereit s erläutert, da dies einen entscheidenden Einfluss auf den Gesprächsverlauf hat. Dabei kommt es vor allem auf die Mimik, Gestik, Blickwechsel, Haltung, Körperbewegungen und die äußere Erscheinung an. Beispiele hierfür wären eine angemessene Kleidung sowie ein gepflegtes Äußeres in einem Bewerbungsgespräch. Das heißt man muss sich der Situation anpassen damit man verhindert, dass falsche Signale, wie in diesem Beispiel ein Desinteresse an der Stelle, gesendet werden.[48]

Fallbeispiel

Frau Meier ist seit 8 Wochen in der neuen Firma und stellt heute die Ergebnisse ihrer Arbeit bei der Vorstandssitzung vor. Kurz nach Beginn ihres Vortrages, den sie mit Power-Point Grafiken zu visualisieren und unterstützen versucht, unterbricht sie der Vorstandsvorsitzende Herr Kaiser lautstark: „Ich will diesen Mist nicht sehen, hören Sie auf!“ Frau Meier reagiert erschrocken: „Äh, ja gut, Sie wollen nichts mehr hören? Ich dachte Sie interessiert das?“ Sie schaltet den Beamer aus, fährt den Laptop herunter, packt die Leinwand und Unterlagen zusammen um zu gehen. Herr Kaiser: „Was ist denn jetzt los? Warum gehen Sie raus?“ Frau Meier: „Na, ich dachte, Sie haben doch gerade gesagt ...“ Herr Kaiser: „Ich habe gesagt, ich will das nicht sehen, nicht ich will das nach hören!“ Frau Maier: „Aha, ich soll es Ihnen mündlich vortragen?“ – Herr Kaiser: „Ja! Und jetzt machen Sie endlich!“ Also erzählt Frau Meier verunsichert die Details ihrer Arbeit. Am nächsten Tag im Büro kreisen die Gedanken von dem gestrigen Tag in Frau Meiers Kopf und sie kann sich nicht auf ihre Arbeit konzentrieren. Deswegen fasst sie einen Entschluss, dass sie sich das nicht gefallen lassen kann und das klären muss.

Lösung mithilfe der gewaltfreien Kommunikation

Um diese Konfliktsituation mit der gewaltfreien Kommunikation lösen zu können, muss Frau Meier vor allem auf die Wünsche, Bedürfnisse, Gefühle und Bitten hinter den Worten des Herrn Kaisers achten, aber ihre eigenen dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Vermutlich haben Herrn Kaiser die vielen Grafiken in der Präsentation nicht gefallen, weshalb er einen mündlichen Vortrag ohne visuelle Unterstützung hören wollte. Frau Meier sollte sich nicht rechtfertigen warum von ihr Grafiken verwendet wurden, sondern im Gespräch darauf eingehen, warum Herr Kaiser diese nicht sehen wollte. Das klärende Gespräch sollte somit versuchen die Beweggründe des Herrn Kaisers zu klären und Frau Meier Gelegenheit bieten, ihre Gefühle und Bedürfnisse mitzuteilen ohne dass Herr Kaiser sich angegriffen oder in seiner Autorität missachtet fühlt. Ein mögliches Gespräch könnte demzufolge so verlaufen:

[...] Frau Meier: „Also, Sie können die Grafiken nicht ausstehen?“ Herr Kaiser: „Ja genau, haben Sie eine Ahnung, wie oft ich meinen Führungskräften sage, dass unsere Mitarbeiter ihre Zeit nicht mit so einem Kram verschwenden sollen? Wir bezahlen die Leute nicht, damit sie Bildchen malen, sondern damit sie arbeiten.“ Frau Meier: „Das bedeutet also, dass Sie Wert auf den Inhalt legen und nicht auf die Form?“ [...]

Lösung mithilfe der Metakommunikation

Diese Situation kann auch mittels der Metakommunikation gelöst werden. Diese Technik wird während der aktuellen Gesprächssituation verwendet und deshalb muss als erster Interaktionspunkt Abstand vom aktuellen Geschehen genommen werden. Somit ist es sinnvoll das Gespräch vor die Türe oder in einen separaten Raum zu verlagern, damit die Kommunikation nicht durch die anderen Teil­nehmer gestört wird. Anschließend muss über die bereits abgelaufene Situation gesprochen werden. Dieser Schritt wird für Frau Meier am schwierigsten sein, da Herr Kaiser nicht nur Vorgesetzter sondern auch Vorstandsvorsitzender ist. Ein möglicher Gesprächsbeginn wäre:

[...] Frau Meier: „Was stört Sie an meiner Präsentation? Es wäre für mich wichtig zu wissen, da noch weitere Präsentationen anstehen.“ Herr Kaiser: „Ich kann die vielen Bildchen und Grafiken nicht leiden. Dadurch kann man sich nicht auf den wesentlichen Inhalt konzentrieren.“ Frau Meier: „Habe ich das richtige verstanden, dass ich mich auf den Inhalt und auf die Fakten konzen­trieren soll und weniger auf die Form der Präsentation?“ Herr Kaiser: „Ja, mir ist es wichtig, dass sie Ihre Arbeit erledigen und die Zeit nicht mit Bildchen malen verschwenden.“ Frau Meier: „Gut, das habe ich jetzt verstanden und verstehe Ihre Position auch. Mir war es unangenehm, dass Sie mich vor allen An­wesenden darauf angesprochen haben.“ [...]

Lösung mithilfe der effektiven Kommunikation

Die effektive Kommunikation kann die Bewältigung des Konfliktgesprächs nur unterstützen, indem Frau Meier zum Beispiel eine für den Anlass entsprechende Business-Kleidung wählt, um seriös und kompetent zu wirken. Ebenfalls sollte sie darauf achten, während des Gesprächs keine verschlossene und ablehnende, sondern eine offene und lernbereite Körperhaltung zu bewahren. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist das empathische Zuhören. Das heißt Mimik und Gestik sollten signalisieren, dass sie an einem positiven Gesprächsverlauf interessiert ist. Zuhörtechniken wie Kopfnicken spielen eine wichtige Rolle, da es dem Gesprächspartner Aufmerksamkeit vermittelt. Um Interesse zu vermitteln und sich aktiv an einer Lösung zu beteiligen sollten verschiedenen Fragetechniken eingebracht werden.

Fazit

Zusammenfassend kann man behaupten, dass der Vorgang „Kommunikation“ ein sehr vielseitiger und komplexer ist. Erst wenn man sich mit diesem Thema befasst, wird einem deutlich, dass man sich dem Ablauf der Kommunikation nicht entziehen kann. Dieser findet auf vielen verschiedenen Ebenen bewusst oder unbewusst statt. Eine gute Kommunikationsfähigkeit ist somit wichtig für das zwischenmenschliche Zusammenleben, da sie Möglichkeiten bietet, um Konflikte, Missverständnisse oder Kommunikationsprobleme zu vermeiden. Im zweiten Teil dieser Arbeit wurde der Punkt „Konflikt“ bearbeitet. Da die zwischenmenschliche Kommunikation nicht immer fehlerfrei funktioniert, braucht man verschiedene Lösungsansätze um bei Konflikten richtig zu interagieren. Diese Methoden sind sehr umfangreich und können bei richtiger Anwendung die Kommunikationsfähigkeit verbessern oder Konfliktsituationen entschärfen.

Literaturverzeichnis

Buchquellen

Andreas Basu / Liane Faust (2011). Gewaltfreie Kommunikation. Freiburg: Haufe-Lexware. Andreas Edmüller / Heinz Jiranek (2010). Konfliktmanagement – Konflikte vorbeugen, sie erkennen und lösen. 3. Auflage. Freiburg: Haufe-Lexware.

Doris Ternes (2008). Kommunikation – eine Schlüsselqualifikation. Paderborn: Junfermann Verlag.

Duden (2004).Die deutsche Rechtschreibung (Band 1). 23.Auflage. Mannheim: Dudenverlag.

Friedmann Schulz von Thun (2010). Miteinander Reden (Band 1). 48. Auflage. Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag.

Friedrich Glasl (2010). Konfliktmanagement – Ein Handbuch für Führungskräfte, Beraterinnen und Berater. 9. Auflage. Stuttgart: Haupt Verlag Bern.

Gerhard Schwarz (2010). Konfliktmanagement – Konflikte erkennen, analysieren, lösen. 8. Auflage. Wiesbaden: Gabler / GWV Fachverlage.

Marshall B. Rosenberg (2010). Gewaltfreie Kommunikation – Eine Sprache des Lebens. 9. Auflage. Paderborn: Junfermann Verlag.

Michael Argyle (2005). Körpersprache und Kommunikation – Das Handbuch zur nonverbalen Kommunikation. 9. Auflage. Paderborn: Junfermann Verlag.

Paul Watzlawick / Janet H. Beavin / Don D. Jackson (2011). Menschliche Kommunikation – Formen und Störungen. 12. Auflage. Bern: Verlag Hans Huber.

Philipp Radtke / Sabine Stocker / Alexander Bellabarba (1998). Kommunikationstechniken – 7 Techniken für eine effektive Kommunikation. Wien: Hanser Verlag.

Rasoul Tanghatar (2011). Kommunikation und Körpersprache. 1. Auflage. Gelnhausen: Wagner Verlag.

Roland Burkart / Walter Hömberg (2007). Kommunikationstheorien. 4. Auflage. Wien: Braumüller Universitäts- und Verlagsbuchhandlung.

Walter Simon (2004). Gabals großer Methodenkoffer – Grundlagen der Kommunikation. Offenbach: Gabal Verlag.

Winfried Pohl / Gisela Sämann (2008). Effektive Kommunikation – Die Kunst der Beziehungsgestaltung im beruflichen Alltag. Bergisch Gladbach: Verlag Andreas Kohlhage.

Internetquellen

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Kommunikation.shtml#Shannon25ff. Abrufdatum: 11.02.2012

http://elearning-ss11.fham.de/moodle/file.php/2031/komm_ss2008_grundlagen_neu.pdf Abrufdatum: 03.02.2012

http://www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de/sites/3/3_03.htm Abrufdatum: 09.02.2012

http://www.gewaltfrei-kommunizieren.de/grundl.htm Abrufdatum: 10.02.2012

http://lexikon.stangl.eu/535/kommunikation/ Abrufdatum: 02.02.2012

http://www.steinrisser.at/tc/startseite/service/menschliche_kommunikation/ Abrufdatum: 10.02.2012

http://www.transkulturelles-portal.com/index.php/8/verbale-nonverbale-paraverbale-kommunikation Abrufdatum: 11.02.2012

Maria Reitzki (2007): Ist Gewaltfreie Kommunikation alltagstauglich? Eine kritische Auseinandersetzung mit der GfK nach Rosenberg im Vergleich mit anderen Kommunikationsmodellen

Einleitung

„Worte können Fenster sein – oder Mauern“[49]

Dr. Marshall B. Rosenberg

― Durch einfühlsames und partnerschaftliches Kommunizieren lässt sich tief in den anderen Menschen hinein blicken. Es wird eine Art Fenster zu den Gefühlen und Bedürfnissen seines Gegenübers geschaffen, denen respektvoll begegnet werden sollte. Verletzende oder vorwurfsvolle Äußerungen dagegen lösen schnell eine ablehnende, sich zurückziehende oder verteidigende Reaktion beim anderen aus. So ziehen die abwertenden Worte häufig eine Mauer zwischen den Gesprächspartnern hoch, die sich im Laufe der Zeit und bei weiterem Gebrauch einer urteilenden und diagnostizierenden Sprache nur verhärten wird. ―

Dies ist eine Deutungsmöglichkeit des Zitats von Dr. Marshall B. Rosenberg, dem Begründer der Gewaltfreien Kommunikation (GfK). Rosenberg verwendet diese Metapher in seinem Hauptwerk zur Gewaltfreien Kommunikation[50] in Anlehnung an einen Songtitel seiner Kollegin Ruth Bebermeyer, der ebenfalls in seinem Hauptwerk erwähnt wird.[51] Doch was genau bedeutet Gewaltfreie Kommunikation? Welche Intention liegt der GfK zugrunde? Wie ist sie entstanden?

Konflikte mit unseren Mitmenschen sind immer Teil des Zusammenlebens. Mittlerweile gibt es viele Ansätze zum Umgang mit Konflikten und zur Bewältigung von Differenzen. Doch gibt es bisher keine, die sich als einzig wahre Theorie durchsetzen konnte. Könnte dieser Anspruch möglicherweise für die GfK erhoben werden? Ist sie ein geeigneter Ansatz zur Konflikt­bewältigung? Laut Rosenberg lässt sich GfK in den unterschiedlichsten Situationen erfolgreich anwenden. Dazu zählt er „enge Beziehungen, Familien, Schulen, Organisationen und Institutionen, Therapie und Beratung, diplo­matische und geschäftliche Verhandlungen, Auseinandersetzungen und Konflikte aller Art.“[52]

Doch ist GfK ein Ansatz, der nicht nur als Theorie besteht, sondern gerade dort, wo Konflikte tatsächlich entstehen, im alltäglichen Umgang mit anderen, seine Wirkung zeigt? Und kann die GfK auch abseits von Konflikten den Menschen im Leben weiterhelfen? Rosenberg gibt an, das Ziel der GfK sei es, „Beziehungen aufzubauen, deren Basis Offenheit und Mitgefühl ist“.[53]

Aus diesen Überlegungen heraus ist eine übergeordnete Forschungsfrage entstanden: Ist Gewaltfreie Kommunikation alltagstauglich?[54] Bei der Untersuchung dieser Frage werde ich mich ausschließlich an dem originären Modell von Marshall B. Rosenberg und seiner Literatur orientieren. Zwar gibt es eine Vielzahl von Autoren, die teilweise zudem als GfK-Trainer tätig sind, die das Modell Rosenbergs weiterentwickeln und sich dabei auf bestimmte Anwendungsgebiete spezialisieren.[55] Um allerdings möglichst nah an der ursprünglichen GfK zu arbeiten, werde ich mich in dieser Arbeit auf Werke Rosenbergs beschränken.[56]

[...]


[1] Duden (2004). Die deutsche Rechtschreibung (Band 1). Seite 558.

[2] http://lexikon.stangl.eu/535/kommunikation/

[3] Roland Burkhart / Walter Hömberg (2007). Kommunikationstheorien. Seite 234 ff.

[4] http://elearning-ss11.fham.de/moodle/file.php/2031/komm_ss2008_grundlagen_neu.pdf

[5] Selbst erstellte Grafik in Anlehnung an http://www.transkulturellesportal.com/index.php/8/verbale-nonverbale-paraverbale-kommunikation

[6] Rasoul Tanghatar (2011). Kommunikation und Körpersprache. Seite 28.

[7] Paul Watzlawick (2011). Menschliche Kommunikation – Formen und Störungen. Seite 58.

[8] Michael Argyle (2005). Körpersprache und Kommunikation. Seite 57ff.

[9] http://www.transkulturelles-portal.com/index.php/8/verbale-nonverbale-paraverbale-kommunikation

[10] Rasoul Tanghatar (2011). Kommunikation und Körpersprache. Seite 52f.

[11] Doris Ternes (2008). Kommunikation – eine Schlüsselqualifikation. Seite 37.

[12] http://www.schulz-von-thun.de/index.php?rex_img_type=bild_gross_textbereichamp; rex_img_file=bild3.jpg

[13] Friedmann Schulz von Thun (2010). Miteinander Reden (Band 1). Seite 25ff.

[14] http://www.bildung-und-medien.de/wp-content/uploads/2011/05/Weaver.jpg

[15] Doris Ternes (2008). Kommunikation – eine Schlüsselqualifikation. Seite 45f.

[16] http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/KOMMUNIKATION/Kommunikation.shtml# Shannon25ff.; Doris Ternes (2008). Kommunikation – eine Schlüsselqualifikation. Seite 4.

[17] http://www.steinrisser.at/tc/startseite/service/menschliche_kommunikation/

[18] Walter Simon (2004). Gabals großer Methodenkoffer – Grundlagen der Kommunikation. Seite 22.

[19] Paul Watzlawick (2011). Menschliche Kommunikation – Formen Störungen Paradoxien. Seite 57ff.

[20] Walter Simon (2004). Gabals großer Methodenkoffer – Grundlagen der Kommunikation. Seite 32ff.

[21] Walter Simon (2004). Gabals großer Methodenkoffer – Grundlagen der Kommunikation. Seite 42f.

[22] Selbst erstellte Grafik in Anlehnung an Walter Simon (2004). Gabals großer Methodenkoffer – Grundlagen der Kommunikation. Seite 42.

[23] http://images.wikia.com/marketing/de/images/0/0f/Sender-Empf%C3%A4nger-Modell.png

[24] Rasoul Tanghatar (2011). Kommunikation und Körpersprache. Seite 153.

[25] Rasoul Tanghatar (2011). Kommunikation und Körpersprache. Seite 154ff.

[26] Friedmann Schulz von Thun (2010). Miteinander Reden (Band 1). Seite 61ff.

[27] Duden (2004). Die deutsche Rechtschreibung (Band 1). Seite 561.

[28] Friedrich Glasl (2010). Konfliktmanagement. Seite 17.

[29] Friedrich Glasl (2010). Konfliktmanagement. Seite 77ff.

[30] Andreas Edmüller / Heinz Jiranek (2010). Konfliktmanagement. Seite 54f.

[31] Friedrich Glasl (2010). Konfliktmanagement. Seite 80ff.

[32] Friedrich Glasl (2010). Konfliktmanagement. Seite 58f.

[33] Friedrich Glasl (2010). Konfliktmanagement. Seite 63f.

[34] Friedrich Glasl (2010). Konfliktmanagement. Seite 55.

[35] Gerhard Schwarz (2010). Konfliktmanagement. Seite 132f.

[36] Gerhard Schwarz (2010). Konfliktmanagement. Seite 24ff.

[37] http://www.germanistik-kommprojekt.uni-oldenburg.de/sites/3/3_03.htm

[38] Paul Watzlawick (2011). Menschliche Kommunikation. Seite 95ff.

[39] Andreas Basu / Liane Faust (2011). Gewaltfreie Kommunikation. Seite 9ff.

[40] Andreas Basu / Liane Faust (2011). Gewaltfreie Kommunikation. Seite 9f.

[41] Marshall B. Rosenberg (2010). Gewaltfreie Kommunikation. Seite 35ff.

[42] http://www.gewaltfrei-kommunizieren.de/grundl.htm

[43] Marshall B. Rosenberg (2010). Gewaltfreie Kommunikation. Seite 25.

[44] http://www.gewaltfrei-kommunizieren.de/grundl.htm

[45] Friedmann Schulz von Thun (2010). Miteinander Reden (Band 1). Seite 91ff.

[46] http://www.metrionconsulting.de/sites/default/files/image/newsletter14/elb_01.gif

[47] Philipp Radtke / Sabine Stocker / Alexander Bellabarba (1998). 7 Techniken für eine effektive Kommunikation. Seite 13ff.

[48] Winfried Pohl / Gisela Sämann (2008). Effektive Kommunikation. Seite 81ff.

[49] Rosenberg, Marshall B.: Gewaltfreie Kommunikation: Aufrichtig und einfühlsam miteinander sprechen. Neue Wege in der Mediation und im Umgang mit Konflikten. 4.Auflage. Paderborn: Junfermann 2003. Buchrückseite.

[50] Rosenberg, Marshall B.: Gewaltfreie Kommunikation: Aufrichtig und einfühlsam miteinander sprechen. Neue Wege in der Mediation und im Umgang mit Konflikten. 4.Auflage. Paderborn: Junfermann 2003.

[51] Vgl. Rosenberg, M.: Gewaltfreie Kommunikation. S. 14. Bei Bebermeyer lautet es „Worte sind Fenster (Oder sie sind Mauern)“.

[52] Ebd. S. 23.

[53] Ebd. S. 94.

[54] ‚Alltagstauglich’ soll hier und in der gesamten übrigen Arbeit als alltäglich anwendbar und den Ansprüchen des Alltags entsprechend verstanden werden. Eine neue alltagstaugliche Kommunikationsform muss demnach dazu geeignet sein, den Platz herkömmlicher, bisheriger Sprechweisen einnehmen können.

[55] Z.B. Pásztor, Susann, Klaus-Dieter Gens: Ich höre was, das du nicht sagst. Gewaltfreie Kommunikation in Beziehungen. Paderborn: Junfermann 2004 (=gewaltfrei leben). Hart, Sura, Victoria Kindle Hodson: Empathie im Klassenzimmer. Gewaltfreie Kommunikation im Unterricht. Ein Lehren und Lernen, das zwischenmenschliche Beziehungen in den Mittelpunkt stellt. Paderborn: Junfermann 2006.

[56] Es werden auch aus anderen Büchern zitiert, soweit sich diese Stellen auf die GfK nach Rosenberg beziehen.

Ende der Leseprobe aus 130 Seiten

Details

Titel
Von Giraffen und Wölfen: Gewaltfreie Kommunikation in Theorie und Praxis
Autoren
Jahr
2014
Seiten
130
Katalognummer
V284244
ISBN (eBook)
9783656837565
ISBN (Buch)
9783956871566
Dateigröße
1918 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
giraffen, wölfen, gewaltfreie, kommunikation, theorie, praxis
Arbeit zitieren
Sabrina Jung (Autor)Maria Reitzki (Autor)Juliane Strätz (Autor)Karin Eck (Autor), 2014, Von Giraffen und Wölfen: Gewaltfreie Kommunikation in Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284244

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