Römer, Germanen und der Limes

Wirtschaftlicher Austausch und grenzüberschreitender Handel im Herzen Europas vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr.


Bachelorarbeit, 2014
51 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Limes als Forschungsgegenstand
2.1 Limes – Wort und Begriff
2.2 Die Erforschung des Limes in Deutschland
2.3 Der obergermanische-raetische Limes
2.3.1 Der Verlauf des obergermanisch-raetischen Limes
2.3.2 Ausbauphasen

3. Zu den grundlegenden Begriffen des Handels und der Wirtschaft
3.1 Handel und Wirtschaft
3.2 Akteure und Rahmenbedingungen des Wirtschaftslebens
3.3 Probleme der Quellenlage

4. Limesdurchgänge, Wirtschaftsaustausch und Grenzverkehr
4.1 Römische Exporte
4.1.1 Lebensmittel
4.1.2 Waffen
4.1.3 Metallgefäße, Keramik und Glas
4.1.4 Schmuck, Edelsteine und Edelmetalle
4.2 Zusammenfassende Betrachtung der wirtschaftlichen Bedeutung des obergermanisch-raetischen Limes für die römischen Exporte
4.3 Germanische Exporte
4.3.1 Pelze, Federn, Haar und Seife
4.3.2 Nutztiere und Nahrungsmittel
4.3.3 Sklaven
4.3.4 Bernstein
4.4 Zusammenfassende Betrachtung der wirtschaftlichen Bedeutung des obergermanisch-raetischen Limes für die germanischen Exporte

5. Die wirtschaftliche Bedeutung obergermanisch raetischen Limes

Verzeichnis

1. Einleitung

Der obergermanisch-raetische Limes wurde durch seine Aufnahme in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes im Jahre 2005 einer breiten Öffentlichkeit bekannt.[1] Die Aufnahme in die Gemeinschaft der Welterbestätten, zu denen unter anderem die Pyramiden von Gizeh und das Tay Mahal in Indien zählen, sind eine große Auszeichnung und Verantwortung für das Land, dem die Erhaltung dieses Bodendenkmals unterliegt.[2] Der obergermanisch-raetische Limes verläuft durch vier Bundesländer. Er ist mit einer Länge von knapp 550 Kilometer sowie einer Gesamtfläche von 260 km² das größte Bodendenkmal Deutschlands und zudem „eines [seiner] wichtigsten Denkmäler der Vor- und Frühgeschichte“[3]. Seine enormen Ausmaße werden durch Zahlen wie die von rund sechzig Kastellen und mindestens neunhundert Wachtürmen sowie unzähligen Feldwachen widergespiegelt.[4] Doch nicht nur Zahlen sind in Bezug auf dieses meisterhafte Bauwerk relevant für das Forschungsinteresse, vielmehr sind die Funktionsweise, der Aufbau und die Bedeutung für das römische Imperium aber auch für die Germanen zu beleuchten. Zweifellos trennte der Limes zwei Welten: Die zivilisierte Welt des römischen Imperiums von der wilden Welt des Barbarici. Diese Sicht, welche aus vielen Schriften der antiken römischen Philosophen und Geschichtsschreiber zu entnehmen ist, soll hinterfragt werden. War der Limes ein undurchdringliches, zur Abwehr der Barbaren bestimmtes Bollwerk, oder mehr als ein rein militärisches Bollwerk? Aus diesem Diskurs leitet sich meine Hauptfragestellung ab: Welche wirtschaftliche Bedeutung hatte der obergermanisch-raetische Limes in der römischen Kaiserzeit vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr.? Gab es Handelsströme, die der Limes beeinflusste und wie funktionierte der Warenaustausch zwischen Germanen und Römern?

Innerhalb dieser Arbeit möchte ich den Fokus auf die wirtschaftliche Bedeutung des obergermanisch-raetischen Limes richten.

Zunächst ist festzuhalten, dass eine Betrachtung der antiken Wirtschaft problematisch ist. Aufgrund der technischen Möglichkeiten, der demografischen Strukturen und der Wertesystem, ist das wirtschaftliche Leben nicht mit dem heutigen zu vergleichen. Aus diesem Grund möchte ich mich dem eigentlich Untersuchungsgegenstand und der Fragestellung über die Bedeutung des obergermanisch-raetischen Limes von zwei Seiten nähern. Im ersten Teil dieser Arbeit wird der Limes als Untersuchungsgegenstand eingegrenzt, skizziert und charakterisiert. Hierbei werden das Verständnis des Limes aus heutiger Sicht und die römische Wahrnehmung kontrastiv gegenübergestellt. Zudem wird der obergermanisch-raetische Limes geografisch eingegrenzt und die entscheidenden Bauphasen skizziert. Im zweiten Schritt werden die für den Schwerpunkt dieser Arbeit wichtigen Grundbegriffe und die Faktenlage ausgearbeitet. An dieser Stelle werden die Begriffe ‚Handel‘ und ‚Wirtschaft‘ näher eingegrenzt und für die Arbeit funktionalisiert. Zudem wird der antike Bezug durch die Erfassung von antiken Akteuren innerhalb von Wirtschaft und Handel hergestellt. Abgeschlossen wird dieser Abschnitt mit einer Problematisierung der Quellenlage, um die Grundlage für die Analyse abzuschließen.

Innerhalb der Analyse werden die Exportgüter in Hauptgruppen unterteilt und zuerst, hinsichtlich der Römer und der Germanen getrennt, voneinander betrachtet. Der Schwerpunkt der Analyse liegt auf Transport und Verkauf der Güter. Nur teilweise werden an dieser Stelle Produktionsorte mit einfließen, die aufgrund ihrer Lage oder Größe essentiell für die Wirtschaft waren und somit als Prototypen gesehen werden können. Die Quellenauswahl besteht innerhalb des Hauptteils aus literarischen, archäologischen, epigraphischen und numismatischen Quellen, um ein möglichst differenziertes Bild zu erhalten. Zudem schließt jeder Teilschritt mit einer kurzen Zusammenfassung ab, der die wirtschaftliche Bedeutung des obergermanisch-raetischen Limes für die jeweilige exportierende Seite bewertet. Den Abschluss der Analyse bildet die kontrastive Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen in Bezug auf die wirtschaftliche Bedeutung des obergermansich-raetischen Limes, die in Zusammenhang mit Ausbauphasen und Entwicklungen in Region gesetzt werden. Hierbei wird der Zeitkontext der Arbeit gänzlich ausgeschöpft: Die Zeitspanne vom Baubeginn am Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. über die verschiedenen Ausbauphasen, bis hin zum Fall des Limes Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr., werden miteinbezogen. Das Ziel ist, ein möglichst differenziertes Bild zu erhalten und die Wirtschaftsstrukturen aus dieser quellenarmen Epoche soweit wie möglich aufzudecken.

Auf einen grundlegenden Aspekt möchte ich an dieser Stelle bereits hinweisen: Die Bezeichnungen Römer oder römisch respektive Germane oder germanisch werden nicht gesondert in einem Kapitel definiert. Innerhalb dieser Arbeit meint Römer die Menschen, die innerhalb des römischen Imperiums lebten. Eine Differenzierung zwischen Römern mit und ohne römisches Bürgerrecht wird wenn nötig, benannt und kurz bewertet. Der Begriff Germane ist innerhalb der Ausarbeitungen als Oberbegriff für alle germanischen Stämme zu verstehen und fungiert als künstlicher Hilfsbegriff, um die Handhabung zu vereinfachen. Aus diesem Grund werden an Stellen, wo die Möglichkeit besteht, Bezüge zu einzelnen Stämmen oder Regionen hergestellt.

Aus der umfangreiche Literatur- und Quellenbasis nenne ich an dieser Stelle stellvertretend für den Forschungsstand nur die zentralen Werke. In Bezug auf den Limes bilden Schallmayer mit „Der Limes“, Klee mit „Der Limes zwischen Rhein und Main“ und Baatz mit „Der römische Limes“ die Grundlagenwerke für dieses Forschungsfeld. Die wirtschaftlichen Bezüge beruhen vor allem auf den Erarbeitungen im Werk „Formen des römisch-germanischen Handels“ von Schlette und in „Die Wirtschaft der griechisch-römischen Welt“ von Kloft. Neben weiterer Literatur, wird außerdem auf das „Handbuch zur europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte“ zurückgegriffen und auf Artikel aus dem „Neuen Pauly“. Die antike römische Literatur zeichnet ein Bild der Germanen, das aufgrund seiner Einseitigkeit kritisch zu hinterfragen ist. Dennoch stellt Tacitus mit den „Annalen“, „Historien“ und der „Germania“ den größten Teil unserer heutigen Kenntnisse über die Germanen dar. Ergänzt werden diese Beschreibungen noch durch Cassius Dio[5], Vergil[6] und Caesar[7].

2. Der Limes als Forschungsgegenstand

2.1 Limes – Wort und Begriff

Die heute weitverbreitete Vorstellung mit dem Wort ‚Limes‘ ein abgeschlossenes und undurchlässiges Bollwerk zu verstehen, lässt sich durch die gewählte Bezeichnung aus römischer Sicht nicht herleiten. Vielmehr verbanden die Römer mit diesem Begriff in erster Linie einen einfachen „Weg“[8], eine „Besitzgrenze“[9] oder „Schneise“[10]. Die Bezeichnung stammt, wie u.a. von Wilhelm Schleiermacher nachgewiesen, aus der Fachsprache der römischen Landvermessung.[11] Hier resultiert er aus den verwendeten Mitteln zur Bestimmung von Grenzen durch den agrimensor oder gromaticus, wobei hier Grenze als Weg zwischen zwei Felder oder Grundstücken zu verstehen ist.[12] Aus diesem Grund wird häufig der „künstlich gebahnte und gerade, ein Gebiet durchquerende Weg“[13] beschrieben, durch dessen Bau die Römer über Jahrhunderte Europa in römisch und nicht römisch teilten. Ein hervorstechender Abschnitt des Limes, auf welchen diese Beschreibung passt, ist die „schnurgerade, 80 km lange Strecke von Walldürn bis Welzheim, wo die Grenzlinie keinerlei Rücksicht auf die topographischen Gegebenheiten zu nehmen scheint.[14] Es wird vermutet, dass mit dieser Meisterleistung der Bauingenieurskunst die Überlegenheit der römischen Kultur präsentiert und die Völker jenseits des Limes entsprechend beieindruckt werden sollten. Mit dem hier verwendeten Begriff der ‚Grenze‘ oder ‚Grenzlinie‘ ist dennoch keinesfalls eine Staatsgrenze im modernen Sinne zu verbinden[15], denn ob die Römer überhaupt eine Staatsgrenze im heutigen Sinne kannten, das ist bis heute nicht eindeutig geklärt.[16] Im Kontext des römischen Verständnisses ist der Limes also vielmehr als eine Art Grenzweg[17], zu verstehen, der eine offene Strecke beschreibt, sodass sich schnelle Truppenbewegungen realisieren lassen. Velleius benutzt den Begriff limites[18] in seinem Werk in Bezug auf eben jene Marsch- und Nachschubwege, die durch den Limes entstanden sind. Die Truppen konnten sich so schnell auf den Feind zubewegen oder ihm durch parallele Bewegungen entlang des Limes folgen.[19] Tacitus fügt in seinen Ausarbeitungen eine weitere Differenzierung des Begriffsverständnisses herbei. Er nutzte limes als Bezeichnung für die trockene Grenze, den Grenzwall[20] und ripa für die nasse Rheingrenze[21], dementsprechend den Grenzfluss als solchen.[22] Durch den in dieser Analyse gesetzten wirtschaftlichen Schwerpunkt wird diese Differenzierung, welche in den nachfolgenden Jahrhunderten ohnedies immer mehr an Bedeutung und Klarheit verlor, keine signifikante Bedeutung mehr spielen. Dennoch verweist Tacitus auf ein nicht zu vernachlässigendes Faktum: Die Differenzierung der unterschiedlichen Gegebenheiten an den Grenzverläufen im Gebiet von Rhein und Donau.[23] Die verschiedenen Transportwege für Ware, zu Wasser und zu Land und die damit verbundenen logistischen Strukturen, werden hier berücksichtigt. An diesem Beispiel zeigt sich bereits, dass militärische, strategische und defensive Aspekte, die Tacitus vor allem durch diese Unterscheidung hervorheben wollte, nicht immer haarscharf von wirtschaftlichen Strukturen zu trennen sind.

Der obergermanisch-raetische Limes sollte also eher als Demarkationslinie[24] verstanden werden, welche mit der zunehmenden Befestigung in den Jahrhunderten die Kennzeichnung der römisch beherrschten Gebiete verdeutlichte. Auch wenn dieser Limesabschnitt in den Jahrhunderten weiter ausgebaut wurde, diente die relativ geringe Besatzung eher zur Überwachung als zur Abwehr anstürmender Feinde.[25] Dies bildet einen deutlichen Kontrast zu anderen Limites des Reiches, beispielsweise in Britannien, die als „uneinnehmbares Bollwerk“[26] konzipiert und etabliert wurden. In diesen Zusammenhang lässt sich Vergils Ausspruch zu den Römer, der in der Aeneis sehr zutreffend und zusammenfassend überliefert ist, setzen: „Du aber, Römer, gedenke die Völker der Welt zu beherrschen (denn darin liegt deine Kunst) und schaffe Gesittung und Friede.“[27] Durch diese Aussage lässt sich das Verständnis oder auch die Deutung der Römer in Bezug auf das Wort ‚Limes‘ klar erkennen. Eine abgeschlossene Grenze, welche zur reinen Verteidigung des römischen Gebietes dient, kann nicht mit dem Machtstreben und der Idee verbunden werden, welche die Herrschaft über alle Völker der Welt proklamiert. So war Hauptaufgabe des obergermanisch-raetischen Limes, wie es Schurbein ebenfalls skizziert, den „Grenzverkehr zu kontrollieren [und] zu kanalisieren“.[28] Die Sicherung und Kontrolle der Wirtschaftsströme nach Germanien und in das römische Reich hinein konnten so organisiert und für das römische Reich nutzbar gemacht werden.

2.2 Die Erforschung des Limes in Deutschland

Die Erforschung des Limes auf dem heutigen deutschen Staatsgebiet hat eine lange Tradition. Erste wissenschaftliche Werke gehen in das 16. Jahrhundert zurück.[29] Die Beschäftigung mit der römischen Reichsgrenze und Untersuchungen des Limesverlaufes wurden zur Zeit des Humanismus weitergeführt.[30] Doch waren diese Versuche teils von „dilettantische[r]“ Natur, sodass besonders die Anfänge mehr Denkmalsubstanz zerstörten, als dass sie wahre Ergebnisse für die Forschung gewannen.[31] Diesen Fakt erkannte Theodor Mommsen früh, was seine Aussage über die damalige Forschung am Limes eindrücklich widerspiegelt:

„Solange die Zufälligkeiten hier walten, solange man nur gräbt, wo zufällig Dilettanten und Geld sich dafür bereit finden, und an anderen Stellen, wo es viel nötiger und aussichtsvoll wäre, die Zerstörungsarbeit ihren stillen Gang unaufhaltsam weitergeht, solange bleibt diese Aufgabe der deutschen Geschichtsforschung ungelöst, und diese am wenigsten können wir späteren Generationen vermachen.“[32]

Als Christian Ernst Hanßelmann, durch eine Preisauslobung der Preußischen Akademie der Wissenschaften zusätzlich motiviert,[33] in den Jahren zwischen 1766 und 1770 begann, durch fundierte und gezielte Forschungen, relevante Zusammenhänge und mehr als „Beschreibungen größerer Limesabschnitte“[34] zu erstellen, wurde die Basis für die durchdachte wissenschaftliche Erforschung des Limes gelegt.[35] Durch Vereine, Initiativverbände[36] und das Interesse der neu entstandenen Staaten am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Erforschung des Limes sukzessive vorangetrieben.[37] Auch die Altertumsvereine des 19. Jahrhunderts widmeten der „Teufelsmauer“ immer größere Aufmerksamkeit.[38] Durch den Ersten und Zweiten Weltkrieg kam die Forschung schließlich fast zum Erliegen. Den Wendepunkt bildet der Internationale Limeskongress von 1949, bei dem internationale Forschungskontakte wieder aufgenommen wurden und so der Ausgangspunkte für die moderne Limesforschung gelegt wurde. Besonders in den letzten drei Jahrzehnten konnten enorme Mengen an Ergebnissen zum Bau, Verlauf und zur Entwicklungsgeschichte des Limes auf den Gebieten der einzelnen Bundesländer zusammengetragen werden. Hervorzuheben sind hierbei Baden-Württemberg und Bayern,.[39]

2.3 Der obergermanische-raetische Limes

2.3.1 Der Verlauf des obergermanisch-raetischen Limes

Der zentrale Untersuchungsgegenstand ist der obergermanisch-raetische Limes. Daher beschränke ich mich aus Gründen der Übersichtlichkeit vor allem auf zwei erarbeitete Karten. Diese wurden in den Werken von Menghin[40] und Planck[41] veröffentlicht. Die hier verzeichneten Teilstücke des Odenwald-, Neckar- und Alblimes finden in dieser Arbeit keine Berücksichtigung, sondern es wird ausschließlich der Verlauf der gut „500 km von Rheinbrohl/Bad Hönningen am Rhein bis Eining an der Donau“[42] untersucht. Bei Bad Hönningen beginnt der obergermanisch-raetischen Limes,[43] welcher von dort entlang der „Grenzlinie vom Taunus über den Odenwald, am Neckar entlang und von dort nach Osten abbiegend bis hin zur Donau bei Eining“[44] verläuft. Herauszuheben ist die Ausbuchtung des Limesverlaufs rund um die Wetterau. Dieses Gebiet wurde aufgrund seiner Fruchtbarkeit vereinnahmt und der längere Grenzverlauf in Kauf genommen. Im Abschnitt über die Produktion von Keramik wird diese Region explizit in den Fokus genommen.

2.3.2 Ausbauphasen

Die Ausbauphasen des obergermanisch-raetischen Limes werden in zahlreichen Werken rekonstruiert und analysiert. Dies geschieht zumeist in Bezug auf die militärische Entwicklung und Bedeutung des jeweiligen Ausbaus. Die Betrachtung seiner wirtschaftlichen Rolle rückt andere Faktoren in den Mittelpunkt: Tore, Durchgänge und Zollstationen zum Beispiel.

Grundlegend lässt sich die Entwicklung dieses Limesabschnittes, wobei die Forschung hier in weiten Teilen übereinstimmt, in vier große Abschnitte gliedern.[45] ;[46] Der Ausbau am obergermanischen Teil und am raetischen Abschnitt verlief ähnlich. Margot Klee beschreibt die Entwicklung dieser „Verteidigungsanlage“[47], welche laut ihr nie als eine geplant war, als zweckgebunden und den Aufgaben entsprechend. Ihre Skizzierung der vier Ausbaustufen, welche im Werk „Der Limes zwischen Rhein und Main“ zu finden ist[48], veranschaulicht die Entwicklung dieses Limesabschnittes präzise. Sehr ähnlich werden diese Ausbauphasen in den Werken von Britta Rabold[49] und Dietwulf Baatz[50] beschrieben. Dennoch lässt sich eine wesentliche Unterscheidung der Entwicklungsstufen zwischen dem germanischen und dem raetischen Abschnitt in den Forschungsergebnissen von Britta Rabold finden. Als der Limes 90 n. Chr. angelegt wurde, bestand er nur aus einfachen Holztürmen, welche durch einen Weg miteinander verbunden waren. Innerhalb der zweiten Ausbauphase wurde eine Palisade, welche rund um 120 n. Chr. sukzessiv über die ganze Länge ausgebaut wurde, zum effektiveren Schutz und zur besseren Kontrolle der Region errichtet.[51] Die Holztürme wurden in der dritten Ausbauphase schließlich durch Steintürme ersetzt, welche durch größere Robustheit überzeugen konnten. Innerhalb der letzten Ausbauphase wurde der germanische Limesabschnitt durch einen Wall und einen Graben zusätzlich befestigt. Der raetische Teil wurde hingegen durch eine durchgehende Mauer gesichert.[52] [53] So rührt das typische Bild[54] der germanischen und raetischen Wehranlagen aus der Zeit des späten 2. Jh. n. Chr.[55] und bildet den Höhepunkt des Ausbaus dieses Teilstücks des Limes. Diese Darstellungen beschreiben den Bestand dieses Limesabschnitts bis zu seinem Fall um ca. 260 n.Chr.[56] ;[57]

Nach der ausführlichen Eingrenzung und Charakterisierung des Untersuchungsgegenstandes, wird im nachfolgenden Kapitel die begriffliche Basis für die Analyse erarbeitet, um ein differenziertes und transparentes Ergebnis in Bezug auf seine wirtschaftliche Bedeutung möglich zu machen.

3. Zu den grundlegenden Begriffen des Handels und der Wirtschaft

3.1 Handel und Wirtschaft

Um eine gezielte Untersuchung der wirtschaftlichen Bedeutung des Limes leisten zu können, muss ein Umriss der Begriffe ‚Handel‘ und ‚Wirtschaft‘, als Basis gegeben sein. Nach Ludwig Beutin ist „Wirtschaft […] die Erzeugung, der Austausch und der Konsum von Gütern“[58]. Diese zuerst einmal sehr allgemeine Aussage skizziert den Facettenreichtum des Begriffs der Wirtschaft. Die vielschichtigen Bereiche wie die Herstellung, Warenumschlag und Transport zum endgültigen Käufer oder Konsumenten, beschreibt Hans Kloft ebenfalls.[59] Hierbei ist zu bedenken, dass die genannten Komponenten der Gesamtheit der Wirtschaft der heutigen Bevölkerung viel bewusster sind als dem antiken Menschen.[60] Durch das Fehlen der begrifflichen Voraussetzungen konnte die antike Ökonomie und deren Wirkungskreis nicht vollständig erkannt und beschrieben werden.[61] Dennoch ist Wirtschaft als Einheit mit dem Menschen untrennbar verbunden, sodass „der Mensch als Gestalter der Wirtschaft“[62] oder als „Wirtschaftssubjekt“[63] verstanden werden kann. Durch das „Herstellen (techne), die Deckung des Bedarfs (chreia) und de[n] Austausch über das Geld (nomisma) [auf dem] Markt (agora-forum)“[64] wurde von den damaligen Menschen nicht nur zielgerichtete Handeln abverlangt. Die Wirtschaft wurde auch „durchdacht und reflektiert“,[65] zwar nicht im Sinne moderner Wirtschaftstheorien, sondern in Bezug auf „politische, philosophische und ethische“[66] Regeln und Phänomene. Insgesamt ist die wirtschaftliche Gestaltung demnach auf den Menschen ausgerichtet, wobei aber nicht klar festgelegt werden kann, wie die „Gestaltung[skraft]“[67] des einzelnen Individuums, den aktiv Handelnden, den passiven Konsumenten oder ganzen Gruppen, charakterisiert werden kann. Die Versorgung von Menschen oder auch ganzen Regionen wird zweifellos durch die Wirtschaft ermöglicht, wobei es zumeist um eine „Versorgung mit knappen Gütern“[68] geht. Aus diesen Definitionsansätzen lässt sich ein wichtiger Fakt für diese Arbeit ableiten: Zum ersten ist die Wirtschaft durch Menschen konstruiert, folglich übernehmen bestimmte Akteure einen Teil der anfallenden Aufgaben, um einen sicheren Ablauf und eine konstante Versorgung zu gewährleisten. Zum Zweiten wird Handel nur dann getrieben, wenn ein Produkt in einer Region mehr benötigt wird als direkt vor Ort produziert werden kann. Der Einfluss von sozialem Prestige in Bezug auf den Besitz bestimmter Güter, senkt den rein rationalistischen Charakter dieser Definition und sollte nicht außer Acht gelassen werden.[69] Besonders in Bezug auf Kunstgegenstände und Edelmetalle wird dieser Punkt in der Analyse eine zentrale Rolle einnehmen.

Im Kontext dieser Arbeit nimmt die Nähe der Provinzen Germania Superior und Raetien einen sehr wichtigen Platz ein, denn die örtlichen ökonomischen Aktivitäten waren zu großen Teilen auf die Versorgung der stationierten Legionen ausgerichtet. Zudem wurde durch die Stationierung der Legionen und Hilfstruppen wie auch mit der Ansiedlung von Angehörigen und der Verwaltung das „Verhältnis der Provinzialbevölkerung [am obergermanisch-raetischen Limes] von vornherein sehr zu Ungunsten der produktiven Bevölkerungsschichten verschoben“[70]. Zudem waren grenznahe Überfälle und Plünderungen ein viel größerer Einflussfaktor für den Handel im Inneren vom Imperium Romanum. Gerade bei kriegerischen Auseinandersetzungen, welche in das Gebiet des Imperiums getragen wurden, kam es zu beträchtlichen Einschränkungen des Binnenhandels[71] und zur Zerstörung von Produktionsorten und Infrastruktur.[72]

Die Untersuchung der wirtschaftlichen Bedeutung des obergermanisch-raetischen Limes wird innerhalb der Analyse den Fokus auf den Handel gelegt. Hier wird der Warentransport und Verkauf beleuchtet. Die Produktion wird nur an wenigen und wichtigen Stellen erwähnt werden.

3.2 Akteure und Rahmenbedingungen des Wirtschaftslebens

Die Händler wurden in erster Linie nach Spezialisierung, also nach den Warentypen, mit denen sie handelten, unterschieden. Otto Schlippschuh hat hier eine ausführliche Differenzierung erarbeitet.[73] Diese Benennungen gelten nur für die Händler auf römischer Seite. Die Bezeichnungen innerhalb meiner Analyse sind Schlippschuh zurückzuführen. Doch gibt es eine Kontroverse innerhalb der Forschung, die hier Berücksichtigung finden soll: das Ansehen von Händlern.[74] Bereits Gaius Julius Caesar erwähnt in seinen Schriften, die während der ersten Jahre des Gallischen Krieges entstanden, Kaufleute.[75] Die mercatorum[76] sollen bereits Kontakt zu germanischen Stämmen gehabt haben[77]. Wichtiger aber ist, dass römische Händler ein hohes Risiko auf sich genommen haben, um Waren zu vertreiben. Tacitus berichtet ebenfalls von Händlern in germanischen Gebieten, welche die Kriegsbeute anboten.[78] Durch das Töten von römischen Händlern im Jahre 25 v. Chr. soll sogar der Rachefeldzug des M. Vinicius ausgelöst worden sein, wie es Cassius Dio berichtet.[79] Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass Händler und Gewerbetreibende für das Imperium Romanum wichtig waren und Verbrechen an ihnen nicht toleriert wurden. Dennoch war ihr Ansehen im gesamten römischen Imperium eher gering[80] und so wurde der „Handel […] meist von Freigelassenen, Zugewanderten und Fremden ausgeübt“[81]. Dieser Befund wird von Henri Pleket gestützt, welcher dem Handel und Gewerbe eine marginale Rolle zuschreibt. Dies wird auf den geringen sozialen Status der Händler zurückgeführt. Doch bedingt die marginale Rolle des Handels den geringen sozialen Status der Händler im gleichen Ausmaß. Zudem hat das Fehlen von interdependenten Märkten negative Folgen für die Entwicklung des Handels.[82] Doch kam es trotz des zumeist niedrigen sozialen Ranges des Händlers zu „Geldkonzentrationen“[83] und der „Umschlag von bedeutende[n] und teure[n] Waren“[84] kann durch dieses Charakteristikum nicht ausgeschlossen werden. Die Grundhaltung breiter Teile der römischen Oberschicht, keine Bereitschaft zu zeigten, Kapital in Handels- oder Gewerbeprojekte zu investieren, verdeutlicht die Mentalität zusätzlich[85]. Die Produktion von Gütern galt als ehrenhafter als ihr Vertrieb. Bereits Cato der Ältere schreibt 150 v. Chr. in seinem Werk „De agri cultura“[86], dass er „lieber Kaufmann geworden [wäre], diese Tätigkeit aber sei unehrenhaft, und so habe er sich der Landwirtschaft zugewendet, die schon von den Vorfahren hoch geschätzt war.“[87] Schinzinger schlussfolgert daraus: „Es galt zumeist als unwürdig, sich mit wirtschaftlichen Dingen zu befassen.“[88] Das erschwert den Handel und das Gewerbe. Die Investitionen wurden vor allem genutzt, um Land zu erwerben und dieses zu bebauen, wodurch keine Akkumulation des Kapitals im großen Rahmen entstehen konnte.[89] Doch sind diese Ausführungen nicht gleichzusetzen und mit einer unterentwickelten und marginalen Wirtschaft zu assoziieren. Das geringe Ansehen der Händler zeigt nur die Randständigkeit dieser Sektoren und verschweigt, dass auch Senatoren Kontakte zum Handel und Gewerbe hatten.[90] Häufig waren diese durch „Mittelsmänner kleineren Zuschnitts“[91] mittelbar und somit unsichtbar in den Handel involviert. So baute die reichgewordene Oberschicht ihr Ansehen und ihren Reichtum oft auf eine Verbindung von „Grundbesitz mit Handelstätigkeiten“[92] auf.

Somit sind die Voraussetzungen für den Handel grundlegend von denen der Frühen Neuzeit zu unterscheiden. Allerdings ist die ursprüngliche Einschätzung einer extremen Unterentwicklung der antiken Wirtschaft heute nicht mehr haltbar.[93] Die Risiken waren höher und der Transport, gerade über Land deutlich langsamer.[94] Andererseits sorgte das Villenwesen, welches sich vom heutigen Italien aus in den Norden des Imperiums ausgebreitet hatte, für eine regionale Überproduktion und war daher auf eine Handels- und Gewerbestruktur angewiesen.[95]

3.3 Probleme der Quellenlage

In Bezug auf die Rekonstruktion der antiken wirtschaftlichen Verhältnisse ist eine besondere Problemlage zu nennen: Zuerst einmal gibt es keine Aufzählungen, Regierungsakten, Statistiken etc., welche über die Wirtschaft aufklären, sodass nur ein sehr lückenhaftes Bild der antiken Wirtschaft im Raum des obergermanisch-raetischen Limes gewonnen werden kann.[96] Die Lücken, welche durch die spärlichen Überlieferungen entstehen, müssen „aus eignem Denken und im Rückgriff“[97] auf andere Informationen kompensiert und vervollständigt werden. So werden nicht nur literarischen Quellen herangezogen, sondern es fließen archäologische, epigraphische und numismatische Quellen mit ein, um eine bestmögliche Rekonstruktion und Bewertung des obergermanisch-raetischen Raumes und seiner Wirtschaftsaktivitäten zu erreichen.[98] Die Bedeutung der verschiedenen Quellengattungen ist bereits bekannt und anerkannt. Nur so lässt sich erklären, dass Peter Heinz über die Erarbeitung von Finleys folgendes äußert:

„Da sich Finley leider auf eine zu enge Quellengrundlage verließ, epigraphische, papyrologische, und vor allem archäologische Zeugnisse in seinen Forschungen weniger berücksichtigte, ist sein Bild der römischen Wirtschaft zwar von beeindruckendem Format, entbehrt aber der Tiefenschärfe und der Zwischentöne.“[99]

Eben dieser Fehler soll hier vermieden werden, sodass Quellengattungen nebeneinander analysiert und interpretiert werden, auch und besonders dann, wenn diese zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

4. Limesdurchgänge, Wirtschaftsaustausch und Grenzverkehr

4.1 Römische Exporte

4.1.1 Lebensmittel

Die Landwirtschaft stellt innerhalb der römischen Wirtschaft den größten Beschäftigungsanteil dar und ist zudem durch das im heutigen Italien entwickelte und schließlich auch in Germanien ausgebreitete Villenwesen zu charakterisieren.[100] Die Villenwirtschaft ist hierbei nicht die einzige, aber typische Form innerhalb der Provinzen des Imperium Romanums,[101] wobei an der Anzahl der villae auch der Grad der Romanisierung des Gebiets gemessen werden kann. Die häufige Ansiedlung, die teils im staatlichen Auftrag erfolgte, fing in der Nähe von Kastellen oder städtischen Zentren an, die den Absatzmarkt der Überproduktion darstellen.[102] Villae rustica wurden auch in eher „siedlungsfeindlichen, hochwassergefährdeten Tallagen gegründet“[103], diese lagen dann an den römischen Fernstraßen oder in der Nähe von Handelskontoren und Warenumschlagsplätzen. Dieser Fakt legt nahe, dass es mehr als eine Absatzgruppe für die Waren gab.[104] Denn nicht nur das Militär und die Bewohner der Zivilsiedlungen waren Abnehmer dieser Produkte. Tacitus berichtet, dass ebenfalls die Hermuduren „in Augsburg, der Hauptstadt der Provinz Rätien“[105] regelmäßig römische Märkte besuchten.[106] Die Auswahl der Lebensmittel scheint groß gewesen zu sein. Denn entlang des Rheins wurden Getreide wie Dinkel, Gerste und Roggen, aber auch Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen und Bohnen angebaut. Zum Warenangebot zählten auch Kräuter, Wurzelgemüse und regionale Obstsorten.[107] Die Germanen fragten römische Lebensmittel stark nach, wobei Wein und großes römisches Vieh häufig erwähnt werden.[108] Als eines der wenigen Nahrungsmittel lässt sich Vieh römischer Abkunft durch archäologische Funde nachweisen und bestätigt so das Bild, welches die literarischen Quellen überliefern.[109] Die Knochenfunde haben besonders im Siedlungsgebiet der Chatten und Hermunduren eine hohe Dichte und Größe, was darauf hinweist, dass gerade diese beiden Stämme das kleinere germanische Vieh durch römische Zuchten ergänzten.[110] Durch die „größere Widerristhöhe“[111] zeigen sich bei den archäologischen Funden von Rinder- und Pferdeknochen deutliche Unterschiede zu den germanischen Rassen, sodass diese sicher unterschieden werden können.[112] Die „Einkreuzung fremder Rinderrassen“ führte zu einer beachtlichen Größenzunahme der einheimischen germanischen Arten und steigerte deren Qualität und Wert.[113] Dieser Befund nimmt mit zunehmender Distanz zum Limes kontinuierlich ab. Ein Fakt, der auf die damalige Schwierigkeit hindeutet, „römische Zuchttiere über längere Strecken in entsprechender Zahl […] kontinuierlich in die peripheren Zonen des Imperiums“[114] zu transportierten. Aus diesem Grund wurden Vieh und besonders verderbliche Waren zumeist nur auf lokalen Märkten angeboten, da größere Distanzen aufgrund der Transportgeschwindigkeit auf dem Land kaum zurückgelegt werden konnten. So wurden in „städtischen Zentren und Dörfern […] lokale Märkte [an] Markttagen“[115], die nundinae abgehalten.[116] Die Entwicklung dieser lokalen wirtschaftlichen Zentren war nur durch die im Ausbau begriffene Infrastruktur innerhalb der Provinzen germania superior und raetia möglich.[117] So zeigt sich das Militär in einer wichtigen Rolle am obergermanisch-raetischen Limes, denn durch das Militär entstand jenes Straßensystem, welches anschließend von den Handeltreibenden als Verkehrsweg genutzt wurde.[118] Das Straßensystem ermöglichte zudem die Erschließung neuer Regionen, hatte aber einen entscheidenden Nachteil gegenüber dem Seehandel: Die niedrigere Zuladung und die Langsamkeit der Ochsen und Maultiere führten zu höheren Transportkosten.[119] Dennoch konnte durch diese Art des Transports gerade auf kurzen Strecken Waren sicher transportiert und auf die Märkte gebracht werden, was einen „kontinuierlichen Binnenaustausch ermöglicht[e]“[120]. Um die Problematik in Bezug auf weitere Transportwege zu entschärfen, wurden Baumaßnahmen, zumeist durch das Militär umgesetzt, vorangetrieben. Primär für die bessere Sicherung der Grenzprovinzen gedacht, profitierte der Handel immens von dem konstant wachsenden Straßennetz.[121] Die Entstehung von Brücken, Kanälen und Toren am Limes trug zu einer wirtschaftsfreundlichen Infrastruktur bei.[122] Wie schon erwähnt war eine Vielzahl von Lebensmittel durch ihre Verderblichkeit auf dem Land nicht weit transportfähig. So wurden in Germanien der Rhein und die Donau samt ihren weitverzweigten Nebenflusssystemen als ein weiterer Transportweg nutzbar gemacht. Die Flüsse ermöglichten, größere Mengen schneller zu bewegen.[123] Diese Entwicklung wird in besonderem Maße durch die archäologischen Funde in und um Mogontaicum, dem heutigen Mainz, belegt. Olaf Höckmann beschreibt die römische Hafenstadt Mainz und die private wie gewerbliche Schifffahrt, die in diesem Binnenhafen unter den Römern entstand.[124] Die Vielzahl an entdeckten Schiffstypen, darunter Prähme, Liburnen, Lusorien, Iudiciarien und Caudicarien[125], lassen auf eine rege Schifffahrt und große Transportmengen, welche auf den Flüssen bewegt wurden, schließen. Diese Entwicklung, gerade in friedlichen Zeiten, zeigt eine deutliche Tendenz hin zum Transport über die großen Flüsse und bescherte den Hafenstädten als Umschlagplätze einen deutlichen Zuwachs an wirtschaftlicher Bedeutung.[126]

Die am Ende erläuterte Differenzierung in Bezug auf die Transportwege gilt für alle Waren, welche von den Römern gehandelt wurden. Aus diesem Grund werden die bisher erarbeiteten Charakteristika innerhalb der weiteren Analyse vorausgesetzt, nicht aber hinsichtlich anderer Waren erneut problematisiert. Zum Abschluss dieser Warengruppe lässt sich ein niedriger Quellenbestand in dieser Region in Bezug auf den Export von Nahrungsmitteln festhalten. Dessen ungeachtet beschreibt Tacitus, dass der Besuch von germanischen Stämmen auf römischen Märkten nichts Ungewöhnliches war.[127] Der Handel mit landwirtschaftlichen Produkten ist aber vor allem dadurch zu charakterisieren, dass die Güter nicht direkt in das germanische Gebiet jenseits des Limes gebracht wurden, sondern der Verkauf an die Germanen in der Regel auf grenznahen Märkten auf römischem Gebiet stattfand.[128] Der Handel mit Nahrungsmitteln wurde, wie es Tacitus berichtet, nur in Ausnahmefällen auf germanischem grenznahem Gebiet vollzogen.[129] So sicherten sich die Römer mehrere zentrale Vorteile: Zuerst wurde der weitere Verkauf durch die Germanen selbst organisiert und geregelt und es bedurfte keiner weiteren römischen Akteure.[130] Der Transport ins Innere Germaniens wäre ohnehin unprofitabel gewesen, weil die Stämme zumeist in Form von Naturalgütern bezahlten und der Transport durch die fehlende Infrastruktur weiter erschwert worden wäre.[131] Zudem konnten die Römer so auf dem Rückweg Zölle am Limes erheben, wodurch dessen wirtschaftliche Bedeutung herausgestellt wird. Diese Aufgabe übernahmen Beneficiarstationen, welche an den Toren und Durchlässen des Limes entstanden waren.[132] An den Außengrenzen des Reiches wurden ein- und ausgeführte Waren (portorium, vectigal) mit Zöllen bis zu 25% belegt[133], was enorme Einnahmen für das Imperium Romanum generiert. Diese Abgaben am Grenzgebiet haben die Exporte für die Römer offenbar lukrativ gemacht, denn die Germanen forderten, wie von Tacitus überliefert, von den römischen Städten die Aufhebung von Zöllen und Abgaben sowie die Beendigung der Flussüberwachung.[134] Nicht nur Zölle konnten erhoben werden, sondern auch der Warenausgang kontrolliert und reguliert werden. Beides geschah durch die Tore und Durchgänge, welche auch beim Ausbau des Limes in den Jahrhunderten n. Chr. Bestand hatten.[135] So nutzten die Römer die Nachfrage der Germanen nach Wein, Getreide und anderen Lebensmittel auch als Machtinstrument. Hierbei wurde ihnen der Zugang zu den römischen Märkten beispielsweise in Kriegszeiten untersagt,[136] wodurch die Römer die wirtschaftliche Abhängigkeit der Germanen als militärisches Druckmittel nutzten. Ein Argument, das die Bedeutung der Nahrungsmittelexporte, besonders für sehr verderbliche Waren beschränkt, ist, dass die „Römer den Limes meist durch unbewohnte oder nur wenig bewohnte Gebiete geführt“[137] haben.[138] Nur kleinere Stammesteile siedelten beispielsweise im Gießener Becken und waren so nahe am Nordteil des Limes in der heutigen Wetterau. Eine zweite kleinere germanische Gruppe ist in der Gegend von Öhringen nachzuweisen, was einen direkten Kontakt zum obergermanischen Limes nahelegt.[139] Diese kleinen Gruppen durften sich höchstwahrscheinlich nur mit Billigung der Römer innerhalb dieses Gebietes ansiedeln; ein Vertragsverhältnis (Foedus) liegt nahe.[140] Aufgrund der geringen Anzahl germanischer Siedlungen in direkter Umgebung zeigt sich, dass Waren über ein ca. 150-200 Kilometer breites Gebiet transportiert werden mussten, für das es keine signifikanten Nachweise für Güter aus römischer Herstellung vorliegen.[141] Aus diesem Grund lässt sich vermuten, dass Wein, Öle oder auch Vieh eine wesentlich größere Rolle spielten als beispielsweise frisches Fleisch oder Brot, welche durch den längeren Transport in Mitleidenschaft gezogen worden wäre.

[...]


[1] Offenhäußer, D.; Brincks-Murmann, C.: Der obergermanisch-rätische Limes, in.: Deutsche Unesco-Kommision e.V. im Internet.

[2] Gloser, G.: Rede anlässlich der Übergabe der Ernennungsurkunde, in: Deutsche Limeskomission (Hrsg.): Der Limes. Nachrichtenblatt der Deutschen Limeskommission, Remshagen 2007, S. 16.

[3] Rabold, B.: Der Limes. Die deutsche Limes-Strasse vom Rhein bis zur Donau, Stuttgart 2000, S. 6.

[4] Sanader, M.: Über das Römische Reich und seine Grenzen, in: Deutsche Limeskomission (Hrsg.): Der Limes. Nachrichtenblatt der Deutschen Limeskommission, Remshagen 2007, S. 15.

[5] Dio, Cassius: Römische Geschichte, hrsg. von Carl Andresen u.a., übersetzt von Otto Veh, München u. Zürich 1986.

[6] Vergilius Maro, Publius: Aeneis, hrsg. von Maria Götte, übersetzt von Johannes Götte. Mit e. Nachwort von Bernhard Kytzler, Zürich 1994.

[7] Caesar, Gaius Julius: Der Gallische Krieg, hrsg. von Otto Schönberger, Zürich 1994.

[8] Baatz, Dietwulf: Der römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein und Donau. Gebr. Mann Verlag: Berlin 1974, S. 43.

[9] Ebd.

[10] Ebd.

[11] Schleiermacher, Wilhelm: Der römische Limes in Deutschland. Ein archäologischer Wegweiser für Autoreisen und Wanderungen. Gebr. Mann Verlag: Berlin 1959, S. 13.

[12] Ternes, C.-M.: Die Römer an Rhein und Mosel, Stuttgart 1975, S. 93.

[13] Plank, Dieter: Der Limes in Südwestdeutschland. Limeswanderung Main – Rems – Wörnitz. 2. völlig neubearbeitete Auflage. Theiss Verlag: Stuttgart 1987, S. 13.

[14] Rabold 2000, S. 9.

[15] Plank 1987, S. 13.

[16] Rabold 2000, S. 9.

[17] Schleiermacher 1959, S. 13.

[18] Verg. Aen. 2.120,1-6.

[19] Schleiermacher 1959, S. 14.

[20] Schallmayer, Egon: Der Limes. Geschichte einer Grenze, München 2006, S. 14.

[21] Ebd.

[22] Schleiermacher 1959, S. 14.

[23] Vergleich hierzu Abbildung 1.

[24] Rabold 2000, S. 10.

[25] Baatz 1974, S. 43.

[26] Rabold 2000, S. 10.

[27] Verg. Aen. 6.844-855.

[28] Schnurbein von, S.: Vom Einfluß Roms auf die Germanen. Westdeutscher: Opladen 1995, S. 7-8.

[29] Schleiermacher 1959, S. 11.

[30] Rabold 2000, S. 10.

[31] Ebd.

[32] Thiel, A.: Wege am Limes. 55 Ausflüge in die Römerzeit, Stuttgart 2005, S. 9.

[33] Schleiermacher 1959, S. 11.

[34] Ebd.

[35] Rabold 2000, S. 10.

[36] Klee, M.: Limes zwischen Rhein und Main. Vom Beginn des obergermanischen Limes bei Rheinbrohl bis zum Main bei Großkrotzenburg. Konrad Theiss Verlag: Stuttgart 1989, S. 9-12.

[37] Rabold 2000, S. 10-12.

[38] Schleiermacher 1959, S. 11.

[39] Ebd. S. 12.

[40] Vergleiche hierzu Abbildungsverzeichnis Abbildung 1.

[41] Vergleiche hierzu Abbildungsverzeichnis Abbildung 2.

[42] Rabold 2000, S. 8.

[43] Ebd. S. 25.

[44] Menghin, Wilfried: Kelten, Römer und Germanen. Archäologie und Geschichte. Prestel: München 1980, S. 178-179.

[45] Klee 1989, S. 12.

[46] Rabold 2000, S. 16.

[47] Klee 1989, S. 12.

[48] Vergleiche hierzu Abbildungsverzeichnis: Abbildung 3.

[49] Vergleiche hierzu Abbilungsverzeichnis: Abbildung 4.

[50] Vergleiche hierzu Abbildungsverezeichnis Abbildung 5.

[51] Schnurbein 1995, S. 7.

[52] Ebd., S. 7.,

[53] Vergleiche hierzu Abbildungsverzeichnis: Abbildung 6.

[54] Vergleiche hierzu Abbildungsverzeichnis: Abbildung 6 und 7.

[55] Schnurbein 1995, S. 7.

[56] Klee 1989, S. 12.

[57] Rabold 2000, S. 16.

[58] Beutin, L.: Einführung in die Wirtschaftsgeschichte, Köln/Graz 1958, S.3.

[59] Kloft, H.: Die Wirtschaft der griechisch-römischen Welt. Eine Einführung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft: Darmstadt 1992, S. 1.

[60] Ebd. S.3.

[61] Finley, M.I.: Die antike Wirtschaft, München 1977, S. 12-13.

[62] Meyers Enzyklopädisches Lexikon 25, 91979, S. 422.

[63] Ebd.

[64] Kloft 1992, S. 3

[65] Ebd.

[66] Ebd.

[67] Kloft 1992, S. 2.

[68] Müller, H.J.: Art. Wirtschaft, Herder Staatslexikon. Freiburg 1989, Sp. 1002 ff.

[69] Polanyi, K.: Die Rolle der Volkswirtschaft in Gesellschaften, in: Ökonomie und Gesellschaft, Frankfurt 1979, S. 206.

[70] Johne, K.-P.: Gesellschaft und Wirtschaft des Römischen Reiches im 3. Jahrhundert, Berlin 1993, S. 52-53.

[71] Obmann 2001, S. 100.

[72] Baatz 1974, S. 61-62.

[73] Schlippschuh, Otto: Die Händler im römischen Reich in Gallien, Germanien und den Donauprovinzen Rätien, Noricum und Pannonien., Amsterdam 1974, S. 3-11,14,40,55,65 und 75.

[74] Linfert-Reich, I.: Römisches Alltagsleben in Köln. Römisch-Germanisches Museum: Köln 1975, S. 56.

[75] Caes., Der Gallische Krieg, hrsg. von Otto Schöneberger, Zürich 1994.

[76] Caes. BG I,39.

[77] Erdrich, M.: Rom und die Barbaren. Das Verhältnis zwischen dem Imperium Romanum und den germanischen Stämmen vor seiner Nordwestgrenze von der späten römischen Republik bis zum Gallischen Sonderreich, Mainz a.R. 2001, S. 75.

[78] Tac. Ann. II 62,3.

[79] Dio. 53.26,4.

[80] Ebd.

[81] Ebd.

[82] Pleket, H. W.: Die wichtigsten Trends in der Erforschung der Wirtschaft des Römischen Imperium Romanum, in: Fischer, W. (Hrsg.): Handbuch der europäischen Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 1, Stuttgart 1990, S. 25 und 36.

[83] Kloft 1992, S. 226.

[84] Ebd.

[85] Finley, M. I.: The Ancient Economy, Berkeley 1973, S. 19-22 und 96-100.

[86] Thielscher, P.: Des Marcus Cato Belehrung über die Landwirtschaft, Berlin 1963.

[87] Schinzinger, F.: Ansätze ökonomischen Denkens von der Antike bis zur Reformationszeit, Darmstadt 1977, S. 31 (=Erträge der Forschung Bd. 68).

[88] Ebd., S. 30.

[89] Vgl.: Schneider, H.: Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Römischen Kaiserzeit, Darmstadt 1981, S. 10-12.

[90] Pleket 1990, S. 42-45.

[91] Kloft 1992, S. 226.

[92] Ebd.

[93] Drexhage, H.J.: Die Wirtschaft des Römischen Reiches (1.-3. Jahrhundert). Eine Einführung, Berlin 2002, S. 21.

[94] Kloft 1992, S. 224-225.

[95] Jüttich, I.: Die ländliche Besiedlung und ihre wirtschaftlichen Grundlagen, in: Wamser, L.;u.a., Die Römer zwischen Alpen und Nordmeer. Zivilisatorisches Erbe einer europäischen Militärmacht, Mainz 2000, S. 108-110.

[96] Garney,P./Saller, R.: Das Römische Kaiserreich. Wirtschaft. Gesellschaft. Kulutr, Hamburg 1989, S. 65.

[97] Kloft 1992, S. 40.

[98] Ebd. S. 38-40.

[99] Herz, P.: Studien zur römischen Wirtschaftsgesetzgebung. Die Lebensmittelversorgung, in: Historia. Zeitschrift für alte Geschichte. Einzelschriften, Heft 55, Wiesbaden 1988, S.13.

[100] Jüttich 2000, S. 108-110.

[101] Johne 1993, S. 19-20.

[102] Jüttich 2000, S. 108-110.

[103] Rabold 2000, S. 22.

[104] Ebd.

[105] Schnurbein 1995, S. 6.

[106] Tac. Germ. 41.

[107] Jüttich 2000, S. 112.

[108] Schlette, F.: Formen des römisch-germanischen Handels, in: Grünert, H. (Hrsg.): Römer und Germanen in Mitteleuropa, Berlin 1975, S. 127.

[109] Carroll, M.: Römer, Kelten und Germanen. Leben in den germanischen Provinzen Roms, Stuttgart 2003, S. 127.

[110] Ebd.

[111] Schnurbein 1995, S. 18.

[112] Ebd.

[113] Stoll, O.: Terra pecorum fecunda, sed plerumque improcera oder: Warum die Germanen nicht an der Blüte der Tierzucht der Römer teilhatte, in: Ruffing, K; Tenger, B. (Hrsg.): Miscellanea oeconomica. Studien zur antiken Wirtschafsgeschichte, St. Katharinen 1997 (=Pharos. Studien zur griechisch-römischen Antike Band IX), S. 160-161.

[114] Ebd.

[115] Kloft 1992, S. 220.

[116] Ebd., S. 173.

[117] Vergleich hierzu Abbildungsverzeichnis: Abbildung 1 und 10.

[118] Obmann, J.: Verkehr, in: Fischer, T. (Hrsg.): Die Römischen Provinzen. Eine Einführung in ihre Archäologie, Stuttgart 2001, S. 100.

[119] Kloft 1992, S. 224-225.

[120] Casson, L.: Reisen in der Alten Welt, München 1976, S. 44.

[121] Vergleich hierzu Abbildungsverzeichnis: Abbildung 10.

[122] Fischer, T.: Die römische Armee als Wirtschaftsfaktor, in: Wamser, L. (Hrsg.): Die Römer zwischen Alpen und Nordmeer. Zivilisatorisches Erbe einer europäischen Militärmacht, Rosenheim 2000 S. 49-52.

[123] Drexhage 2002, S. 141-143.

[124] Höckmann, O.: Mainz als römische Hafenstadt, in: Klein, M. J. (Hrsg.): Die Römer und ihr Erbe. Fortschritt durch Innovation und Integration, Mainz. 2003, S. 87-92.

[125] Ebd. S. 98 und 100.

[126] Drexhage, H.J.: Handel, in: DNP Bd. 5, 1998, Sp. 117-119.

[127] Tac. Germ. 41.

[128] Tausend, K.: Im Inneren Germaniens. Beziehungen zwischen den germanischen Stämmen vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr., Stuttgart 2009, S. 187 und 192-196.

[129] Tac. Ann. II, 62, 3.

[130] Ebd.

[131] Krüger, B.: Die Germanen. Geschichte und Kultur der germanischen Stämme in Mitteleuropa. Von den Anfängen bis zum 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, Berlin 1976, S. 496.

[132] Schnurbein 1995, S. 10

[133] Schallmayer 2006, S. 92.

[134] Tac. Hist. IV, 65.

[135] Klee 1989, S. 16.

[136] Schlette 1975, S. 127.

[137] Baatz 1974, S. 50

[138] Schlette 1975, S. 123.

[139] Vergleiche hierzu Abbildungsverzeichnis: Abbildung 8.

[140] Ebd.

[141] Schlette 1975, S. 126.

Ende der Leseprobe aus 51 Seiten

Details

Titel
Römer, Germanen und der Limes
Untertitel
Wirtschaftlicher Austausch und grenzüberschreitender Handel im Herzen Europas vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n. Chr.
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Alte Geschichte
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
51
Katalognummer
V284254
ISBN (eBook)
9783656839859
ISBN (Buch)
9783656839866
Dateigröße
4521 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
eine, untersuchung, bedeutung, limes, kaiserzeit, jahrhundert, handel, römer, germanen, Krieg, Frieden, Wirtschaft, Austausch, Grenze, Kaiser, römisches Reich, Germanien, freies Germanien
Arbeit zitieren
Thorsten Kade (Autor), 2014, Römer, Germanen und der Limes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284254

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