Der Witz bei Sigmund Freud als Regression auf das Kindliche. Zur Theorie des Witzes in der frühen Psychoanalyse


Hausarbeit, 2009
34 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Psychogenese des Witzes aus dem Kindlichen
2.1. Unsinn als kindliche Lust
2.2. Von der Unsinnlust zum Witz als ökonomisches Lustprinzip

3. Der Witz als psychische Regression auf das Kindliche in Bezug auf Sexualität und Aggression
3. 1. Freuds Trieb- und Tendenzlehre
3.2 Aggression in Kind und Witz
3.3. Sexualität in Kind und Witz

4. Der Anteil des Kindlichen am Komischen und am Humor

5. Abschließende Bemerkungen

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das 1905 verfasste Werk Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten [1] ist einer der ungewöhnlichsten Texte im Œuvre Sigmund Freuds. Beinahe eine Marginale seines Schaffens, kombiniert er in weiten Teilen die Grundfesten von Freuds psychoanalytischer Erfahrung: er verbindet die Trieblehre mit den kindlichen Lustprinzipien, verweist auf die Traumlehre als ein Bestandteil der Verdrängungsmechanismen in der menschlichen Psyche und destilliert genau aus diesen Erkenntnissen eine psychoökonomische Theorie des Witzes. Während Lustprinzip und Lusthemmung dabei ständig präsent sind, schimmert das psychogenerische Resultat von Freuds Überlegungen nur mit einer Nuance der Wagnis hindurch: als kindlich sei die Komik und das komische Prinzip des Witzes eigentlich aufzufassen – als eine Regression auf die Lustquellen der Kindheit, als eine Freischüttung derer von den Trümmerstücken, die die Erwachsenenmoral hinterlassen hat. Doch obwohl diese Grundthese von den infantilen Ursprüngen von Witz, Komik, später auch Humor latent bis punktuell in Freuds Witz vorhanden sind, wagt er es nur zögerlich seine Vermutung zu äußern:

„Ergäbe sich nun aus dem Vorstehenden eine gewisse Wahrscheinlichkeit für eine Übersetzung des komischen Gefühls, die etwa lauten könnte: Komisch ist das, was sich für den Erwachsenen nicht schickt, so fühle ich mich doch, vermöge meiner ganzen Stellung zum komischen Problem, nicht kühn genug, diesen letzten Satz mit ähnlichem Ernst wie die vorhin aufgestellten zu verteidigen.“,[2]

schreibt er kurz bevor er seine Abhandlung mit einer letzten Feststellung über die komische Stimmung beendet und hierin bereits entschlossener auf die aufwandsfreie Gefühlslage unserer Kindheit verweist.[3]

Zur gleichen Zeit als er diese Feststellung notiert, schreibt Freud übrigens immer noch an seinen legendären Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie,[4] in welchen er seine bereits frühe These zur kindlichen Sexualität untermauert und ebenfalls auf die kindliche Aggression als einer möglichen Grundlage der sadistischen Perversion eingeht. Glaubt man einem seiner frühen Biographen, Ernest Jones, so habe Freud den für jene Zeit skandalösen Text direkt neben seinem Manuskript zum Witz auf seinem Schreibtisch in Wien aufbewahrt und je nach Laune mal an dem einen, mal an dem anderen geschrieben.[5] Allein diese Parallelität des Schreibens lässt darauf schließen, dass vieles von dem, was Freud über die infantile Sexualität zu sagen hatte, auch in die ökonomischen Lustprinzipien seiner Witztheorie eingeflossen ist. Vielmehr noch: wenn er in seinem Witzbuch obszöne und feindselige Tendenzen neben dem kindlichen Unsinn als die Hauptinhalte der gängigen Witze beschreibt, so scheint er direkt aus den kindlichen Lustquellen zu schöpfen, die er in seinen Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie herausstellt – ohne wohlgemerkt allzu sehr auf diesen Zusammenhang hinzuweisen. Die folgenden Ausführungen sollen der Nähe der beiden Texte ein wenig mehr Klarheit verleihen, vor allem aber die vage Vermutung Freuds, dass alles Witzige, Komische und Humoristische einer Regression auf das Kindliche entspricht, zu einer handfesten These ausbauen.

Material dafür bietet Freuds Text über den Witz zugenüge. Entsprechend soll an verschiedenen Einzelbehauptungen, die Freud aufstellt, bewiesen werden, dass in ihnen stets ein kindlicher Anteil mitarbeitet: im Fokus stehen dabei insbesondere Psychogenese, Lustmechanismus und Tendenz des Witzes. Technische Aspekte sollen hier lediglich punktuell als Beispiele für deren kindlichen Charakter aufgeführt werden. Methodisch wird die Untersuchung zunächst mit einem kurzen Abriss über die von Freud aufgestellte Psychogenese des Witzes (aus dem Kindlichen) beginnen, in welcher er den infantilen Unsinn als dessen Grundlage vorstellt. Dieser kann dabei idealer Weise mit Freuds späteren Ausführungen zum Kinderspiel in seinem kurzen Beitrag Jenseits des Lustprinzips [6] von 1919/1920 verbunden werden. Ebenso werden wir uns in diesem ersten Punkt mit den grundlegenden Prinzipien der Lustökonomie beschäftigen, um im Anschluss auch die beiden der Trieblehre entspringenden Tendenzen Feindseligkeit und Obszönität in Beziehung zu den kindlichen Lustphasen zu setzen. Insbesondere für die Bezugnahme auf sexuelle und sexuell-aggressive Tendenzen in Kindespsyche und Witz, soll Sarah Kofmans ausführliche Abhandlung über Die lachenden Dritten [7] als wesentliche Quelle dienen. Im Nachhinein sollen ebenfalls die zwei anderen Formen des komischen Prinzips, die Komik selber und der selbstreferenzielle Humor, in das vorgelegte Schema der Regression auf die Kindheit eingebaut werden. Anschließend als auch abschließend wird ein endgültiges Resümee zu Freuds psychogenerischer Witztheorie aus dem Kindlichen gezogen.

2. Die Psychogenese des Witzes aus dem Kindlichen

2.1. Unsinn als kindliche Lust

Dass Kinder gerne und lange spielen, dadurch lernen und durch das Kinderspiel zu befreitem Lachen angeregt werden, ist allgemein bekannt. Und auch Freud stützt sich in seinem Buch über den Witz, mit Bezug auf die Erörterungen über Die Spiele des Menschen [8] von Karl Groos , auf dieselbe Annahme. Das Kind kommt in die Welt – wird in sie hineingeworfen –, ist mit dem Material einer bestimmten Umwelt, die nach bestimmten Regeln der Natur aber auch der individuellen Wahrnehmung strukturiert ist, konfrontiert und beginnt mit dem vorhandenen Material „spielend zu experimentieren.“ [9] Diese Art von Spiel verknüpft dabei nicht nur Freud mit einer gewissen Form des Lustempfindens. Spiel ist Lust – ist Lust am Unsinn und auf diese Weise auch die Grundlage des späteren Witzes.[10] Was aber genau bereitet dem Kind an dem so scheinbar unsinnigen Spiel mit Worten oder Gegenständen Freude? Oder hat das Kinderspiel überhaupt etwas Gegenständliches an sich? Einige Autoren – Freud könnte man latent hinzuzählen, wenn er im Zusammenhang mit dem Unsinn grundsätzlich nur über den Lusteffekt sprachlicher Komponenten wie Reim, Rhythmus und Klang spricht – meinen sogar, dass das Kinderspiel nur an die Sprache geknüpft sein kann.

Die rein linguistische Betrachtung des Kinderspiels ist gewiss hinfällig und dient eher dessen späterer Kanalisation innerhalb des sprachlichen Raums. Für die kindlichen Phasen kann man aber davon ausgehen, dass zum einen der scheinbare Unsinn, mit dem Kinder experimentieren, durchaus einen sinnhaltigen Hintergrund hat und in jedem Fall zu dem „Wonnegefühl des Daseins“ führt, welches Friedrich Nietzsche sonst nur für Rausch und Traum gelten lässt.[11] Das Kinderlachen symbolisiert dieses Wonnegefühl nach außen und wird von Charles Darwin in seiner Diskussion zu den Emotionen nicht umsonst als ein „Ausdruck reinen Glücks“ [12] bezeichnet. Kinderlachen ist kein komisches Lachen – sondern Symptom eines puren Wohlgefallens.

Dieses kann man entgegen der Freudschen Hauptargumentation sehr präzise mit dem Augenblick des Zurechtfindens erklären. Das Spiel mit dem Unsinn verwendet das vorliegende Material, um daraus aufs Gesamte gesehen ein Weltbild zu stricken. Je mehr mit den Worten und Gedanken unsinnig/zufällig gespielt wird, desto mehr ergibt sich schon rein stochastisch ein Konzept, ein Sinn, eine Art Anleitung für den Umgang mit den Gegebenheiten der Umwelt – und jedes Wiedererkennen, jeder Moment von Repetition (beispielsweise im Sinne von Reimen oder ähnlich erscheinender Klangkonstellationen) muss von der Kindespsyche als Erfolg gewertet werden: es ist der Erfolg über die zunächst unsinnig und unbehaglich wirkenden Gegebenheiten, in denen sich das im Heideggerschen Sinn hineingeworfene Subjekt[13] zunehmend zurechtfindet, Kenntnisse des Umgangs erwirbt und durch die Wiederholung Kontinuitäten entgegen des dem Dasein Ausgeliefertseins erkennt.

Das hieraus entstehende Lustgefühl kann man auf die Erkenntnis zurückführen, dass die unwirtliche Umwelt plötzlich kontrollierbar wird und – um einen Freudschen Begriff zu verwenden – das „Unbehagen“ verschwindet.[14] Es ist also diese Bemächtigung des Unbehagens, welche die Lust am Unsinn augenscheinlich ausmacht und darüber zum Kinderlachen führt, denn Lust entsteht immer dann, „wenn ein psychisches Geschehen in uns günstige, also unterstützende, fördernde, erleichternde Bedingungen seines Vollzuges vorfindet.“ [15] Für das Geschehen des Zurechtfindens ist das Kinderspiel in jedem Fall förderlich. Man könnte in gewisser Weise sogar von dem Überlegenheitsgefühl sprechen, auf dem so viele Philosophen der Komik ihre Theorie aufgebaut haben. So ist für Autoren wie Thomas Hobbes[16] und Charles Baudelaire[17] das Lachen der Komik fast immer mit einer Minderung des Gegenüber und einer Aufwertung des Selbstwertgefühls verbunden. Selbst bei Karl Groos’ Spieltheorie kulminiert dieser Begriff in der Überlegenheit über den Schein der Verblüffung vor der Erleuchtung,[18] welchem bereits Theodor Lipps in seinen Aufsätzen den Garaus zu machen versucht.[19] Sigmund Freud, der sich in vielen Punkten auf Lipps stützt, folgt diesem und verbannt das Überlegenheitsgefühl komplett aus seiner Witzkonzeption. Die Überlegenheit, über welche wir bei der kindlichen Spiellust reden, ist jedoch keinesfalls die gleiche, wie jene der Hybris und der Erniedrigung des Gegners. Vielmehr ist es die Überlegenheit über die Wirren der Natur – also über das Andere und nicht über den Anderen –, welche beim Kinderspiel zu greifen scheint: genussvoll ist damit die Erkenntnis darüber, dass der eigene Geist stärker ist als das Wirrwarr der wahrgenommenen Objekte –, dass man mit den Objekten nach seiner Fasson „spielen“ und sie beherrschen kann. Diese Hypothese erklärt auch die grundsätzliche Nähe von Lachen und Angst, Komödie und Horrorfilm: während das Lachen der Ausdruck einer Beherrschung ist, wird bei der Angst die Psyche durch Machtlosigkeit und Ausgeliefertsein entsetzt – diese Entsetzung kann allerdings nicht abgeführt werden.[20]

Dass Kinder einen starken Beherrschungstrieb besitzen, beweist selbst Freud, auch wenn er einen direkten Zusammenhang zum Lustgefühl des Witzes ablehnt. Schon wenn es um die kindliche Sexualität geht, spricht er von ganz klaren Machtgelüsten der Kleinsten. Die zweite Sexualphase der Kindheit ist dementsprechend nicht nur eine anale, sondern eine „sadistisch-anale.“ Das Kind kann, so Freud, erstmals in einem wesentlichen Punkt über die eigene Körpermuskulatur verfügen – sich ihrer bemächtigen – und setzt diese Fähigkeit nicht nur zur „masturbatorischen Reizung der Afterzone“ ein, sondern wendet sie auch als Beherrschungsinstrument gegen das Pflegepersonal, sprich die Eltern an.[21] Noch klarer wird dieser Bemächtigungsdrang des Kindes in Freuds Ausführungen, die sich Jenseits des Lustprinzips befinden: gleich zu Beginn beschreibt Sigmund Freud ein Kinderspiel seines eineinhalbjährigen Enkels mit strikter Ausführlichkeit:

„Das Kind hatte eine Holzspule, die mit einem Bindfaden umwickelt war. Es fiel ihm nie ein, sie zum Beispiel am Boden hinter sich herzuziehen, also Wagen mit ihr zu spielen, sondern es warf die am Faden gehaltene Spule mit großem Geschick über den Rand seines verhängten Bettchens, so dass sie darin verschwand, sagte dazu sein bedeutungsvolles o-o-o-o und zog dann die Spule am Faden wieder aus dem Bett heraus, begrüßte aber deren Erscheinen jetzt mit einem freudigen ‚Da’.“ [22]

Diese Episode des „Fort-Da“ -Spiels verdeutlicht eine Art Rachegelüst an der Mutter, welche das Kind alleine gelassen hatte. Im Verschwinden- und Wiederauftauchenlassen der Spule symbolisiert sich quasi die Kontrolle über das Verschwinden und Wiederauftauchen der Umweltobjekte – so auch der Mutter. Die Machtlosigkeit gegenüber den äußeren Einflüssen verwandelt sich somit in eine Machtausübung über Sein oder Nichtsein, „Fort und Da.“ Die Umwelt wird auf eine narzisstische Weise symbolisch beherrschbar, wird zur narzisstischen Wiedererkennung des eigenen Ich: es gibt kein unschuldiges Spiel – alles läuft konsequent auf die Reduzierung der Außenwelt in Relation zur eigenen Ich-Innenwelt hinaus.[23]

Ein solches „Fort-Da“ -Spiel fassen neben Freud auch andere Autoren ins Auge. Bei Henri Bergson, dem zweiten großen Humorphilosophen, ist beispielsweise der Springteufel ein Paradigma, welches sich später in der Komik vergeistigt, wobei Bergson eher das Mechanische des Wiederholungsspiels als maßgeblich ansieht.[24] Auf streng linguistischer Ebene findet ein solches Kinderspiel vor allem im Wiedererkennen statt. Sowohl für Groos’ Spieltheorie, als auch für Freuds Witze sind Wiederholungen, Wiedererkennungen, Verschiebungen und Verdichtungen wichtige Bestandteile, die nicht von ungefähr das Element der narzisstischen Beherrschung des gegebenen (Sprach)-Materials entgegen jeder Logik in sich tragen.[25] Wer Unsinn schafft, schafft die sprachliche Welt nach seinen Regeln – und darum geht es in dem Überlegenheitsgefühl von Unsinn und Witz, welches Freud komplett ausblendet. Doch nicht von ungefähr ist auch das Wiedererkennungsmoment ein wichtiges Grundmerkmal der Freudschen Witze – hat es doch genauso etwas Triebhaftes[26] an sich, wie die zwanghafte Repetition von Fortpflanzungs- und Todestrieb.[27] Deren Ziel liegt letztlich in „der Wiederholung eines primären Befriedigungserlebnisses“ [28] – sei dieses der genuin-sexuelle Moment an der Mutterbrust, die unbelebte Masse der Aminosäuren, aus denen das Leben entsteht oder das Wohlgefühl, welches das Kind empfindet, wenn es sich erstmals darüber klar wird, dass es zwar in die Welt hineingeworfen wurde, ihr aber (scheinbar) nicht bedingungslos ausgeliefert ist, sondern sie aktiv beherrschen kann.

Wiedererkennen ist dementsprechend genuine Lust, was Sigmund Freud, wenn er sich auf Karl Groos bezieht auch widerstandslos zugibt.[29] Die Wiederentdeckung eines bekannten Gesichtes – z. B. des Darwinschen Gesichtes, wenn es dieser ohnehin bärtige Mann in einer Anekdote von Groos vor seinem Sohn verhüllt und wieder entblößt[30] – oder eines bekannten Objektes, schafft automatisch Vertrauen und Sicherheit – Behagen – und entspricht somit der „Entdeckung von etwas Verständlichem im Moment der Erleuchtung, wenn jemand den Witz versteht.“ [31] Bezüglich der Ursache argumentiert Freud aber längst nicht mit Groosscher Beherrschung, Überlegenheit und der „ Freude an der Macht, an der Überwindung einer Schwierigkeit [z. B. einer Hemmung oder einer Verblüffung]“ [32] – er argumentiert stattdessen psychoökonomisch. Bei ihm steht auch im Kindesstadium die Aufwandsersparnis der Denkprozesse im Mittelpunkt. Leicht erfassbare und ähnliche Klangmuster sowie das Wiederfinden von Bekanntem, erleichtern den Denkprozess erheblich. Die Lust am Unsinn entspricht damit einer immensen Ersparnis psychischen Denkaufwands – eines Denkaufwands, welchen das Kind eigentlich noch gar nicht kennt. Wie die Erwachsenen im Witz genießt es die Absurdität bizarrster, „blöd“-sinnigster Zusammenfügungen, welche Behagen gegen die ständige Unsicherheit innerhalb der (noch) unüberschaubaren Umwelt durch das scheinbar Bekannte schaffen und damit nach Freud schlicht und ergreifend weniger Denk-Arbeit erfordern. Weniger Arbeit freilich auch im psychischen Sinne muss zu genussvoller Entspannung führen – egal ob in Kind oder im Erwachsenen.[33]

Eine solche Aufwandsfreiheit kerbt sich entsprechend in fast alle Merkmale von Witztechnik und Kinderspiel ein. Der vermeintliche Unsinn ist folglich so unsinnvoll nicht. Er entspricht eher eines Lern- man könnte noch besser sagen Bemächtigungsprozesses, gleichzeitig aber natürlich auch der Leichtigkeit des Denkens, die Freud primär unterstreicht. Ihm zufolge ersparen sich auch Kinder automatisch einen schwerfälligen Denkaufwand, wenn sie spielen – ohne dies jedoch bewusst wahrzunehmen. Ohne psychische Schranken leben sie in der Leichtigkeit der Lustprinzipien – richten sich fast ausschließlich nach der Lust: nach Befriedigung der Grundbedürfnisse in erster Linie, nach sexueller Wonne der frühen oralen und analen Phase und nach dem freien Ausleben des Nichtlogischen zum Erlernen/Bemächtigen des gegebenen Handlungsraums.

[...]


[1] Freud, Sigmund: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten, Fischer, Frankfurt am Main 2006 [erstmals erschienen 1905]

[2] Ebd., S. 240

[3] Vgl. Ebd., S. 250

[4] Freud, Sigmund: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, Fischer, Frankfurt am Main 2009 [erstmals erschienen 1905]

[5] Vgl. Jones, Ernest: Sigmund Freud: Life and Work, Bd. II., Hogarth Press, London 1955, S. 13

[6] Freud, Sigmund: Jenseits des Lustprinzips, in: ders.: Studienausgabe, Bd. 3: Psychologie des Unbewussten, Fischer, Frankfurt am Main 1975

[7] Kofman, Sarah: Die lachenden Dritten – Freud und der Witz, Verlag Internationale Psychoanalyse, München und Wien 1990

[8] Groos, Karl: Die Spiele des Menschen, Georg Olms Verlag, Documenta Semiotica Bd. 3, Hildesheim 1973, [erstmals erschienen 1899] S. 294 ff.

[9] Ebd., S. 8 ff.

[10] Vgl. Freud, Sigmund: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten, S. 139

[11] Nietzsche, Friedrich: Die dionysische Weltanschauung, in: Ders.: Kritische Gesamtausgabe, Abt. 3, Bd. 2, de Gruyter, Berlin 1981, S. 45

[12] Darwin, Charles: Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei den Menschen und den Thieren, in: ders.: Gesammelte Werke, Bd. 7, Schweizerbart’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1877, S. 181

[13] Vgl. Heidegger, Martin: Sein und Zeit, Niemeyer, Tübingen 2006, [erstmals erschienen 1927], § 38

[14] Vgl. Freud, Sigmund: Das Unbehagen in der Kultur, Fischer, Frankfurt am Main 1994 [erstmals erschienen 1929/30]

[15] Lipps, Theodor: Komik und Humor – eine psychologisch-ästhetische Untersuchung, Verlag von Leopold Voss, Beiträge zur Ästhetik Bd. 5, Leipzig 1922, [erstmals erschienen 1898], S. 131

[16] Vgl. Hobbes, Thomas: Vom Menschen, Akademie-Verlag, Berlin 1967 [erstmals erschienen 1658], 12,7, S. 33 f.

[17] Vgl. Baudelaire, Charles: Vom Wesen des Lachens, Rentsch, Erlenbach-Zürich 1922 [erstmals erschienen 1855]

[18] Vgl. Groos, Karl: Die Spiele des Menschen, S. 294 ff.

[19] Vgl. Lipps, Theodor: Komik und Humor, S. 22 ff.

[20] Vgl. Weber, Samuel: Freud-Legenden – Vier Studien zum Psychoanalytischen Denken, Passagen Verlag, Wien 1989, S. 175

[21] Freud, Sigmund: Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie, S. 89, 99 u. a.

[22] Freud, Sigmund: Jenseits des Lustprinzips, S. 225

[23] Vgl. Weber, Samuel: Freud-Legenden, S. 99 f.

[24] Vgl. Bergson, Henri: Das Lachen – Ein Essay über die Bedeutung des Komischen, Sammlung Luchterhand, Frankfurt am Main 1988 [erstmals erschienen 1900], S. 54

[25] Vgl. Freud, Sigmund: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten, S. 32 ff.

[26] Vgl. Freud, Sigmund: Jenseits des Lustprinzips, S. 245 ff. Hier definiert Freud den Trieb als einen „dem belebten Organischen innewohnenden Drang zur Wiederherstellung eines früheren Zustandes“, womit auch Wiederholungsspiele und Witze in diese Kategorie fallen (S. 246)

[27] Zu Freuds Trieblehre vgl. Freud, Sigmund: Das Ich und das Es, in: ders.: Studienausgabe, Bd. 3: Psychologie des Unbewussten, Fischer, Frankfurt am Main 1975, S. 273-330

[28] Freud, Sigmund: Jenseits des Lustprinzips, S. 251

[29] Vgl. Freud, Sigmund: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten, S. 135

[30] Vgl. Groos, Karl: Die Spiele des Menschen, S. 299

[31] Flieger, Jerry Aline: The Purloined Punch Line. Freuds Comic Theory and the Postmodern Text, John Hopkins University Press, Baltimore und London 1991, S. 60

[32] Groos, Karl: Die Spiele des Menschen, S. 156

[33] Vgl. Freud, Sigmund: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten, S. 135

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Der Witz bei Sigmund Freud als Regression auf das Kindliche. Zur Theorie des Witzes in der frühen Psychoanalyse
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für Medienwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
34
Katalognummer
V284281
ISBN (eBook)
9783656839644
ISBN (Buch)
9783656839651
Dateigröße
586 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freud, Witz, Lachen, Psychoanalyse, Lustprinzip, Sexualität, Trieb, Trieblehre, Kind, Kindlich, Zote, obszön, Traumanalyse, Sigmund, Drei Aufsätze zur Sexualtheorie, Sexualtheorie, Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten, Unbewusstes, Unterbewusstes, Ich, Über-Ich, Es
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Markus Müller (Autor), 2009, Der Witz bei Sigmund Freud als Regression auf das Kindliche. Zur Theorie des Witzes in der frühen Psychoanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284281

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