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Populismus. Soziokulturelle und gesellschaftspolitische Veränderungen

Titre: Populismus. Soziokulturelle und gesellschaftspolitische Veränderungen

Dossier / Travail , 2003 , 16 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Till Hurlin (Auteur)

Ethnologie / Anthropologie Culturelle
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Einleitung

Das Phänomen des Populismus zu untersuchen, eröffnet dem Forschenden ein schier unerschöpfliche Fülle an Betrachtungen zu verschiedenen Teilaspekten dieser Erscheinung, zu ihrer Geschichte, ihren Strategien, ihren ‚Führern’ und deren Methoden. Politische, psychologische, historische Beobachtungen und Meinungen und solche aus anderen wissenschaftlichen Betätigungsfeldern stehen bereit, nicht zuletzt deshalb, weil nahezu jedwede Bewegung, jeder ‚laute’ Politiker, jeder Standpunkt und jede fixierte Schrift an irgendeinem Ort schon als ‚populistisch’ bezeichnet wurde. Auf die Fülle der populistischen Erscheinungsbereiche soll in dieser Arbeit noch näher eingegangen werden. Will man den Populismus nun aus volkskundlicher Sicht betrachten, so bietet sich ein ganz anderes Bild als das oben beschriebene: Kein Band einer volkskundlichen Bibliothek schein sich mit diesem Thema beschäftigt zu haben, kein Forscher bisher eine Notwendigkeit oder zumindest Eignung gesehen zu haben, unter den Vorgaben der Volkskunde dies Thema zu untersuchen, obwohl gerade die ‚kleinen Leute’ und ihr Umfeld hier eine zentrale Rolle spielen, was in anderen volkskundlichen Untersuchungen stets im Mittelpunkt steht.

Ich selber möchte hier nicht darauf verzichten, grundlegende Erscheinungen im Zusammenhang mit dem Populismus zu behandeln und seine regelmäßigen Symptome darzulegen, doch möchte ich meinen Blick auch ausführlich auf soziokulturelle und gesellschaftspolitische Veränderungen richten, die die Anhänger von Populisten überhaupt zu seinen ‚Lämmern’ werden lassen, denn hier sehe ich den volkskundlichen Ansatz. Es sei darauf hingewiesen, daß ich mich hier in erster Linie auf neuere Entwicklungen stützen möchte, wobei sich gewisse Grundprinzipien erkennen lassen, die anwendbar auch auf lange zurückliegende Fälle von populistischem Erfolg sind. Hier sind insbesondere Begriffe wie ‚Gemeinschaft’, ‚Identität’, ‚Tradition’ und ‚Kontinuität’ von Bedeutung und sollen betrachtet werden. Auch die Frage, inwiefern die Globalisierung einen fruchtbaren Nährboden für den Populismus schafft, möchte ich hier zumindest teilweise zu beantworten versuchen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Populismus? Was sind Populisten?

3 Die Wirkungsfelder der Populisten

4 Konstruierte Mythen, Theorien und Ideologien

4.1 Die „Alte Linke“

4.2 Öko-Populismus

4.3 Religiöser Populismus

4.4 Konservativer Populismus

4.5 Nationaler Populismus

4.6 Die „Neue Rechte“

5 ‚Der kleine Mann’ und der Populismus. Gründe für den Aufstand und die Macht der Verführung

5.1 Tradition, Sitten und Bräuche

5.2 Heimat

5.3 Gemeinheit und Gemeinschaft

6 Schlußbetrachtung

7 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Populismus aus einer dezidiert volkskundlichen Perspektive. Dabei liegt der Fokus darauf, wie populistische Strömungen die Lebenswelt des „kleinen Mannes“ instrumentalisieren und welche soziokulturellen Bedürfnisse und Ängste – etwa in Bezug auf Identität, Tradition und Gemeinschaft – sie dabei bedienen.

  • Volkskundliche Analyse populistischer Erscheinungsformen
  • Die Rolle von Mythen, Ideologien und Religion
  • Relevanz soziokultureller Veränderungen und Globalisierung
  • Mechanismen der Instrumentalisierung von „Gemeinschaft“ und „Heimat“

Auszug aus dem Buch

5.2. Heimat

Ein schwindelnder Heimatbegriff, verklärt und oftmals mit der „’Wiederverzauberung’ der Welt“ verknüpft, einer in Kindheitserinnerungen ertrinkenden Harmonie, ist für viele Menschen ein Shangri-La in der modernen Zeit. Bedrohungen für diese Heimat gibt es viele: Für die Schönheit ihrer Natur sind es die Fabriken und Autos, für das heile und ungestörte Zusammenleben die Ausländer und Kriminellen. „Die kulturelle Hegemonie der konservativen Geschichtsideologien ist an vielen Orten durch alternative Heimatgeschichte (…) aufgebrochen worden.“ Genau dieses Phänomen läßt Populisten auf den Plan treten. Mitte der 1980er Jahre gab es eine Auseinandersetzung zwischen populistischen Konservativen und den linken Historikern, die den Heimatbegriff nicht ersetzten, sondern vielmehr diejenigen Seiten an ihm zum Vorschein brachten, deren Potential ein aufrührerisches war. Die Konservativen versuchten sofort, den „Heimat-Begriff zurückzuerobern“.

Und auch heute wird dieser Begriff von konservativen Kräften okkupiert und in populistischer Weise geltend gemacht. Eng verbunden ist er auch mit dem Begriff der ‚Nation’, denn die Heimat ist nicht nur ein theoretische Konzept, sondern bei wohl allen Menschen auch mit bestimmten Orten verbunden. Leicht läßt sich aus der Verbindung von verklärten Heimaterinnerungen und dem (oft nicht minder verklärten) Ort dieser Zeit ein weiteres Ziel der nationalistischen Populisten erreichen, die weitere Abgrenzung nach außen, die auf breite Unterstützung beim ‚Volk’ trifft.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema und Begründung des volkskundlichen Ansatzes zur Untersuchung populistischer Bewegungen.

2 Was ist Populismus? Was sind Populisten?: Definition des Populismusbegriffs anhand historischer Beispiele sowie eine Charakterisierung der populistischen Führungspersönlichkeit.

3 Die Wirkungsfelder der Populisten: Untersuchung verschiedener gesellschaftlicher Bereiche wie Politik, Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft als Orte populistischer Einflussnahme.

4 Konstruierte Mythen, Theorien und Ideologien: Analyse verschiedener ideologischer Ausprägungen von linkem über ökologischem und religiösem bis hin zu nationalem und neurechtem Populismus.

5 ‚Der kleine Mann’ und der Populismus. Gründe für den Aufstand und die Macht der Verführung: Eingehende Betrachtung der psychologischen und soziokulturellen Faktoren (Tradition, Heimat, Gemeinschaft), die Menschen für populistische Vereinfachungen empfänglich machen.

6 Schlußbetrachtung: Fazit zur Interdisziplinarität der Fragestellung und Ausblick auf die bleibende Relevanz des Populismus als volkskundliches Forschungsfeld.

7 Literatur: Verzeichnis der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Literatur.

Schlüsselwörter

Populismus, Volkskunde, Kleiner Mann, Ideologie, Heimatbegriff, Gemeinschaft, Identität, Tradition, Globalisierung, Demagogie, politische Kultur, soziale Revolution, Machtinteressen, Massenanhang.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Populismus als gesellschaftliches Phänomen unter einer speziellen volkskundlichen Perspektive, wobei das Augenmerk auf den Anhängern und den benutzten Symbolwelten liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen die Definitionsfindung von Populismus, die Analyse verschiedener populistischer Ideologien sowie die Untersuchung der psychologischen Bedürfnisse von Anhängern nach Gemeinschaft und Identität.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, das Phänomen Populismus über rein politikwissenschaftliche Ansätze hinaus volkskundlich zu erschließen und zu erklären, warum sich Menschen für populistische „Heilsbringer“ entscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte volkskundliche Analyse, die Fachliteratur sowie historische und gesellschaftspolitische Diskurse kritisch auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Typologie populistischer Strömungen und eine tiefgehende Untersuchung der „Verführungsgründe“, insbesondere der Rolle von Tradition, Heimat und Gemeinschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Populismus, „kleine Leute“, Heimat, Gemeinschaft, Identität und die kritische Distanz zum sogenannten Establishment.

Wie unterscheidet sich der volkskundliche Blick auf Populisten von anderen Ansätzen?

Während die Politikwissenschaft oft auf „Führer“ und Wahlergebnisse schaut, fokussiert die Volkskunde auf die kulturellen Sinnzusammenhänge, Bräuche und Ängste, die den Nährboden für Populismus bilden.

Welche Bedeutung hat das Internet für heutige Populisten laut der Arbeit?

Die Arbeit identifiziert das Internet als paradoxes Werkzeug: Einerseits verstärkt es die „Tyrannei der Abstraktion“, andererseits nutzen Populisten es geschickt zur Verbreitung ihrer Lehren.

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Résumé des informations

Titre
Populismus. Soziokulturelle und gesellschaftspolitische Veränderungen
Université
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Seminar für Europäische Ethnologie/Volkskunde)
Cours
Das globale Dorf. Regionalisierung und Globalisierung aus volkskundlicher Sicht
Note
1,0
Auteur
Till Hurlin (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
16
N° de catalogue
V28430
ISBN (ebook)
9783638302135
Langue
allemand
mots-clé
Populismus Dorf Regionalisierung Globalisierung Sicht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Till Hurlin (Auteur), 2003, Populismus. Soziokulturelle und gesellschaftspolitische Veränderungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28430
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Extrait de  16  pages
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