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Das Individuum in der Gesellschaft. Identitäts-Modelle bei Ernst Krieck und George Herbert Mead

Title: Das Individuum in der Gesellschaft. Identitäts-Modelle bei Ernst Krieck und George Herbert Mead

Bachelor Thesis , 2013 , 48 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Florian Stenke (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
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Das Erkenntnisziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, die soziologisch wie philosophisch gleichermaßen grundlegende Frage nach dem Verständnis von Individuum und Gesellschaft vor dem Hintergrund der Beschreibung zweier theoretischer Modelle von Identität zu erhellen. Da jede soziologische Beschäftigung mit der menschlichen Identität von einer allgemeinen Analyse des Verhältnisses von Person und Sozialität ausgehen muss, wird der Sozialisationsprozess als Zusammenspiel von individuellen Anlagen und Vergesellschaftung beschrieben, um seine Auswirkungen auf die Identität der Person zu verdeutlichen.
Die ausgewählten Ansätze in George Herbert Meads 'Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus' und Ernst Kriecks 'Philosophie der Erziehung' werden auf ihre Grundannahmen zum Verständnis von Individuum und Gesellschaft und ihres jeweiligen Identitätskonzepts hin analysiert und einander gegenübergestellt. Mit dieser Betrachtung soll "der blinde Fleck" der Soziologie dechiffriert und darauf hingewiesen werden, dass Soziologen bei ihrer theoretischen Arbeit immer auch mit philosophischen Fragen der Begriffsbestimmung konfrontiert sind bzw. ausgesprochen oder unausgesprochen von je spezifischen nichtsoziologischen Prämissen, von bestimmten Menschen- und Weltbildern, ausgehen. Mit dem Anspruch, einen Beitrag zur soziologischen Lesart Kriecks zu leisten, wagt sich die Arbeit auf ein bislang kaum aus soziologischer Perspektive bearbeitetes Feld. Dabei legt sie den Fokus auf die die genuin philosophischen Fragen, mit denen die gewählten Autoren bei ihrer theoretischen Arbeit konfrontiert waren und betont dabei die moralphilosophischen Elemente beider Ansätze.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

I.1 Das soziologische Werk Ernst Kriecks

I.2 Das soziologische Werk George Herbert Meads

II. Hauptteil

II.1 George Herbert Mead

II.1.1 Theoretische Voraussetzungen für Meads Werk

II.1.2 Übersetzungsprobleme

II.1.3 Sprache als Grundlage (höher)entwickelter Gesellschaften

II.1.4 Die Universalität von Erfahrungen

II.1.5 Play und Game: Zwei Stadien der Rollenübernahme

II.1.6 Verallgemeinerter Anderer

II.1.7 Gesellschaft

II.1.8 Das innere Gespräch: I und Me

II.1.9 Meads Definition von Identität

II.2 Ernst Krieck

II.2.1 Krieck als Soziologe – Die reine Erziehungswissenschaft

II.2.2 Das organische Weltbild Kriecks

II.2.3 Die Gesellschaft

II.2.4 Das Individuum

II.2.5 Die drei Phasen der geistigen menschlichen Entwicklung

II.2.6 Kriecks Definition von Identität

III. Schluss

III.1 Kriecks und Meads Definitionen von Identität im Vergleich

III.2 Krieck, Mead und der blinde Fleck der Soziologie

III.3 Die Bedeutung der Philosophie für die Soziologie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die theoretischen Modelle von Identität bei Ernst Krieck und George Herbert Mead, um das komplexe Wechselverhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Identität innerhalb soziologischer Theorien konstruiert wird und inwiefern diese Entwürfe eine kritische Auseinandersetzung mit den Grundannahmen der jeweiligen Autoren erfordern.

  • Analyse der soziologischen Ansätze von Ernst Krieck und George Herbert Mead
  • Untersuchung des Verhältnisses zwischen Individuum, Gesellschaft und Identität
  • Diskussion des sogenannten „blinden Flecks“ der Soziologie bei der Definitionsfindung
  • Vergleich der Konzepte der Rollenübernahme und der geistigen menschlichen Entwicklung
  • Einordnung der philosophischen und normativen Prämissen beider Theorien

Auszug aus dem Buch

II.1.3 Sprache als Grundlage (höher)entwickelter Gesellschaften

Mead entwickelte sein Konzept der Sprache auf Grundlage von Wundts „Konzeption der Geste als jenes Phänomen, das später zu einem Symbol wird, in seinen Anfangsstadien aber als Teil einer gesellschaftlichen Handlung angesehen werden kann“. Sie sind „Werkzeuge [in] der Organisation der gesellschaftlichen Handlung“, welche dazu dienen „die Anpassung in der Reaktion des anderen Wesens auszulösen“. Mead gibt dazu das Beispiel zweier kämpfender Hunde: Die Angriffshaltung des einen Hundes löse im anderen Hund eine Reaktion aus, die wiederum auf den ersten Hund zurückwirke und dessen Haltung ändere.

Die Änderung der jeweils anderen Haltung passiere bei Tieren allerdings nicht bewusst, sondern „instinktiv“. Als Sprache könne man eine solche Geste erst bezeichnen, wenn sie eine dahinter stehende Idee ausdrücke und im Gegenüber dieselbe Idee auslöse. Hier verlasse man die Ebene der Instinkte, indem man eine „reflektierte Absicht“ ausdrücke: Die Geste bekomme eine für die Kommunikationsteilnehmer festgelegte Bedeutung und werde somit zu dem, was Mead als signifikantes Symbol bezeichnete.

Nach Mead sei das vor allem bei vokalen Gesten der Fall, womit die menschliche Lautsprache „ein weit geeigneterer und effektiverer Mechanismus der gegenseitigen Anpassung innerhalb einer gesellschaftlichen Handlung“ darstelle, als die unbewussten Gesten der Tiere. Mit ihrer Hilfe könne ein Individuum in seinem Gegenüber die gleiche Haltung auslösen, die es selbst einnimmt. So werde es sich der Haltung des Gegenübers bewusst und passe das eigene Verhalten dieser Haltung wiederum an. Sprache ist nach Mead also das geeignetste Werkzeug, so in eine gesellschaftliche Handlung einzutreten, dass man den anderen Individuen mitteilt, was man in der jeweiligen Situation von ihnen erwartet.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Problematisierung der Identitätsbegriffe und Einführung in die Fragestellung des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft.

I.1 Das soziologische Werk Ernst Kriecks: Darstellung der Biografie und des soziologischen Ansatzes von Ernst Krieck sowie seiner wissenschaftlichen Einordnung.

I.2 Das soziologische Werk George Herbert Meads: Vorstellung von Mead als Klassiker der Soziologie und Begründung der Quellenwahl für den Symbolischen Interaktionismus.

II. Hauptteil: Analyse der theoretischen Grundlagen sowie der Identitätskonzepte bei Mead und Krieck.

II.1 George Herbert Mead: Detaillierte Untersuchung von Meads Sozialbehaviorismus und Identitätsgenese durch Sprache und Interaktion.

II.1.1 Theoretische Voraussetzungen für Meads Werk: Erläuterung der Einflüsse des Pragmatismus und Deutschen Idealismus auf Mead.

II.1.2 Übersetzungsprobleme: Erörterung der Schwierigkeiten bei der Übersetzung von Meads Fachtermini ins Deutsche.

II.1.3 Sprache als Grundlage (höher)entwickelter Gesellschaften: Analyse der Bedeutung vokaler Gesten für die soziale Anpassung.

II.1.4 Die Universalität von Erfahrungen: Erläuterung der kognitiven Mechanismen hinter der Erkennung allgemeiner Merkmale in Situationen.

II.1.5 Play und Game: Zwei Stadien der Rollenübernahme: Gegenüberstellung der kindlichen Entwicklung vom spielerischen Rollenwechsel zur organisierten Interaktion.

II.1.6 Verallgemeinerter Anderer: Definition der sozialen Instanz, die als Muster der Gemeinschaft das Handeln organisiert.

II.1.7 Gesellschaft: Analyse der Rolle der Gesellschaft als Voraussetzung für die Identitätsentwicklung des Einzelnen.

II.1.8 Das innere Gespräch: I und Me: Erklärung der Dialektik zwischen der sozialen Identität (Me) und dem kreativen, handelnden Selbst (I).

II.1.9 Meads Definition von Identität: Zusammenführung von Meads Theorie zu einer Identitätsdefinition als kommunikativer Prozess.

II.2 Ernst Krieck: Untersuchung von Kriecks Erziehungswissenschaft als soziologisches Gesamtkonzept.

II.2.1 Krieck als Soziologe – Die reine Erziehungswissenschaft: Begründung der Einordnung Kriecks als Soziologe durch die Ausweitung des Erziehungsbegriffs.

II.2.2 Das organische Weltbild Kriecks: Analyse der Vorstellung von Gesellschaft als Organismus und der Rolle des objektiven Geistes.

II.2.3 Die Gesellschaft: Betrachtung der normierenden Kraft der Gemeinschaft gegenüber dem Individuum.

II.2.4 Das Individuum: Analyse der Rolle der Anlagen und der Selbsterziehung im Krieckschen System.

II.2.5 Die drei Phasen der geistigen menschlichen Entwicklung: Grafische und theoretische Aufarbeitung der Entwicklung des Einzelnen innerhalb der Gemeinschaft.

II.2.6 Kriecks Definition von Identität: Darstellung des Identitätsverständnisses als Anerkennung innerhalb eines vorgegebenen gesellschaftlichen Typs.

III. Schluss: Vergleich der Positionen und kritische Reflexion des soziologischen Umgangs mit den Begriffen Individuum, Gesellschaft und Identität.

III.1 Kriecks und Meads Definitionen von Identität im Vergleich: Synthese der Gemeinsamkeiten und Differenzen hinsichtlich der Identitätsentstehung.

III.2 Krieck, Mead und der blinde Fleck der Soziologie: Auseinandersetzung mit der Kritik an der soziologischen Vernachlässigung des Dazwischens.

III.3 Die Bedeutung der Philosophie für die Soziologie: Reflexion über die Unvermeidbarkeit philosophischer Grundannahmen in soziologischen Theorien.

Schlüsselwörter

Identität, Gesellschaft, Individuum, Sozialisation, Rollenübernahme, Ernst Krieck, George Herbert Mead, Symbolischer Interaktionismus, Erziehungswissenschaft, Dazwischen, signifikantes Symbol, I und Me, verallgemeinerter Anderer, Sozialbehaviorismus, organische Gesellschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht theoretische Identitätsmodelle und die Wechselwirkung von Individuum und Gesellschaft am Beispiel der soziologischen Konzepte von George Herbert Mead und Ernst Krieck.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Fokus stehen Identitätsgenese, Sozialisationstheorie, die Bedeutung von Sprache für soziales Handeln und die Rolle gesellschaftlicher Normen bei der Persönlichkeitsentwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Identitätskonzepte beider Autoren zu analysieren, deren Grundannahmen offenzulegen und aufzuzeigen, wie sie jeweils das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft in ihre Theorien einbetten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse soziologischer Quellentexte unter Hinzuziehung sekundärwissenschaftlicher Identitätsdiskurse sowie einer grafischen Modellierung der Theorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von George Herbert Meads Sozialbehaviorismus und eine Untersuchung von Ernst Kriecks erziehungswissenschaftlich geprägtem Gesellschaftsbild.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Identität, Gesellschaft, Individuum, Sozialisation, Rollenübernahme, Symbolischer Interaktionismus und das organische Weltbild sind die wesentlichen Begriffe.

Wie unterscheidet sich Kriecks Ansatz von dem Meads?

Während Mead Identität als kommunikativen Prozess zwischen einem kreativen I und einem gesellschaftlichen Me beschreibt, setzt Krieck auf eine ideengeleitete Assimilation des Individuums in den gesellschaftlichen Typ.

Welche Rolle spielt die Sprache bei der Identitätsbildung?

Bei beiden Autoren fungiert Sprache als zentrales Medium: Für Mead ist sie das Werkzeug zur Rollenübernahme und zum Denken, für Krieck das Mittel, durch das der objektive Geist der Gesellschaft auf das Individuum wirkt.

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Details

Title
Das Individuum in der Gesellschaft. Identitäts-Modelle bei Ernst Krieck und George Herbert Mead
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,3
Author
Florian Stenke (Author)
Publication Year
2013
Pages
48
Catalog Number
V284348
ISBN (eBook)
9783656846413
ISBN (Book)
9783656846420
Language
German
Tags
George Herbert Mead Ernst Krieck Identität Individuum Gesellschaft Individualismus Holismus Erziehungsphilosophie Soziologie Sozialbehaviorismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Stenke (Author), 2013, Das Individuum in der Gesellschaft. Identitäts-Modelle bei Ernst Krieck und George Herbert Mead, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284348
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