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Der Einfluss des Zufalls auf die Ermittler in Friedrich Dürrenmatts "Der Richter und sein Henker" und "Das Versprechen"

Title: Der Einfluss des Zufalls auf die Ermittler in Friedrich Dürrenmatts "Der Richter und sein Henker" und "Das Versprechen"

Seminar Paper , 2014 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Chantal Zbinden (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Zufall, speziell in den Werken "Der Richter und sein Henker" und "Das Versprechen" von Friedrich Dürrenmatt. Noch immer ist in der Forschung nicht genau geklärt, was "Zufall" eigentlich ist. Nicht einmal in der Wahrscheinlichkeitsrechnung der Mathematik kann man die Augenzahl eines Würfels vor dem Wurf voraussagen. Scheinbar ist das Ergebnis zufällig. Doch nicht nur in der Mathematik, auch im alltäglichen Leben, in der Natur, in der Physik, der Philosophie oder der Literatur, um nur wenige Bereiche zu nennen, spielt der Zufall eine Rolle.
Meine Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Dieses Vorgehen habe ich gewählt, um vom allgemeinen Begriff des Zufalls zur speziellen Darstellung von Dürrenmatt überzugehen. Auch würde die Auswertung aller Aspekte des Zufalls den Umfang dieser Arbeit sprengen. Somit habe ich mich auf die Auswirkungen des Zufalls auf die beiden Ermittler beschränkt.
Im ersten Teil der Arbeit soll es um die Frage gehen, wie der Zufall im Alltag und in der Literatur definiert wird. Ausserdem wird der Frage nachgegangen, was Friedrich Dürrenmatt über den Zufall sagte.
Der zweite Teil meiner Arbeit konzentriert sich auf die Vorkommnisse des Zufalls in zwei Kriminalromanen von Dürrenmatt. Hierbei werde ich zuerst eine Übersicht geben, wo der Zufall in den Werken zu finden ist. Dabei soll das Augenmerk nicht auf alle Zufallsmomente gerichtet sein, sondern auf diejenigen, welche den Ermittler direkt betreffen. Danach soll spezifisch auf das Verhältnis der beiden Ermittler zu diesen Zufallsmomenten eingegangen werden. In diesem Teil der Arbeit soll auch die Frage beantwortet werden, wie die Ermittler auf den Zufall reagieren oder aber nicht reagieren. Am Ende werde ich die beiden Ermittler einander gegenüberstellen. Hier soll der Frage nachgegangen werden, ob die Lösung der Fälle mit der Haltung gegenüber dem Zufall zusammenhängt.
Die Forschung hat sich bereits eingehend mit dem Thema des Zufalls in der Literatur Dürrenmatts beschäftigt, jedoch noch nicht ausführlich mit den Auswirkungen auf das Handeln und Verhalten der Ermittler.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Zufall

2.1 Der literarische und der ausserliterarische Zufall

2.2 Friedrich Dürrenmatts Idee vom Zufall

3. Der Richter und sein Henker

3.1 Vorkommnisse des Zufalls

3.1.1 Die Wette

3.1.2 Der Richter findet den Henker

3.1.3 Die Hinrichtung

3.2 Wie Bärlach zum Zufall steht

3.2.1 Seine These vom Zufall

3.2.2 Er fordert den Zufall heraus und spielt mit ihm

3.2.3 Bärlach verwischt seine Spuren

3.2.4 Seine Flexibilität gegenüber dem Zufall

3.2.5 Wenn er den Zufall unterschätzt

4. Das Versprechen

4.1 Vorkommnisse des Zufalls

4.1.1 Die Rolle von Matthäi

4.1.2 Der Anruf und das Motiv

4.1.3 Die leere Falle

4.1.4 Die Beichte

4.2 Wie Matthäi zum Zufall steht

4.2.1 Das Ausblenden des Zufalls

4.2.2 Die Warnung des Arztes

4.2.3 Der Drang zur Wirklichkeitsfindung

5. Der Vergleich Bärlach und Matthäi

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung des Zufalls in Friedrich Dürrenmatts Kriminalromanen "Der Richter und sein Henker" und "Das Versprechen". Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie unterschiedlich die Ermittler Bärlach und Matthäi mit dem Zufall umgehen, welche Auswirkungen dies auf ihre Ermittlungserfolge hat und inwieweit ihre Haltung zum Zufall über das Scheitern oder Gelingen ihrer Fälle bestimmt.

  • Definition des literarischen und ausserliterarischen Zufallsbegriffs.
  • Dürrenmatts Verständnis von Zufall als Element der "schlimmstmöglichen Wendung".
  • Analyse der Zufallsmomente in den Werken "Der Richter und sein Henker" und "Das Versprechen".
  • Gegenüberstellung der Ermittler Bärlach und Matthäi hinsichtlich ihrer rationalen oder flexiblen Haltung zum Zufall.
  • Untersuchung der psychologischen Folgen des Zufalls für die Protagonisten.

Auszug aus dem Buch

3.2.5 Wenn er den Zufall unterschätzt

Bärlach zieht oft seinen Nutzen aus dem Zufall, scheint ihm schon fast ebenbürtig zu sein. Doch seine Unterlegenheit zeigt er signifikant in der Szene, als Gastmann bei ihm zu Hause auftaucht. Gastmann will die Mappe von Schmied mitnehmen, Bärlachs bester Beweis für die Schuld von Gastmann. Doch der Ermittler hat nicht mit dem Entwenden der Mappe gerechnet.

In der Mappe sind die einzigen, wenn auch dürftigen Beweise, die Schmied in Lamboing für dich gesammelt hat. Ohne diese Mappe bist du verloren. Abschriften oder Photokopien besitzt du nicht, ich kenne dich.36

Es ist fast schon spöttisch, dass der Alte so fahrlässig mit seinen Beweisen umgeht. Und in der gleichen Szene wird er von seinem Rivalen ein zweites Mal überlistet.

„Willst du nicht den Revolver brauchen, mich zu hindern?“ fragte der andere spöttisch. „Du hast die Munition herausgenommen“, antwortete Bärlach unbeweglich. […] Doch plötzlich ergriff er die Waffe und schaute nach. Sie war geladen.37

In dieser Szene zeigt sich, dass sich Bärlach fast schon blind auf den Zufall verlässt und dabei sogar seinen Gegenspieler unter- und auch überschätzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik des Zufalls bei Dürrenmatt ein und umreißt die Untersuchung der Auswirkungen auf die Ermittler Bärlach und Matthäi.

2. Der Zufall: Dieses Kapitel differenziert zwischen allgemeinem und literarischem Zufall und erläutert Dürrenmatts Verständnis des Zufalls als dramatisches Gestaltungsmittel.

3. Der Richter und sein Henker: Es werden die Zufallsmomente im Roman analysiert und Bärlachs bewusster, teils spielerischer Umgang mit dem Zufall bei der Überführung Gastmanns untersucht.

4. Das Versprechen: Dieses Kapitel zeigt auf, wie der Ermittler Matthäi durch sein Festhalten an einer rein rationalen Logik und sein Ausblenden des Zufalls scheitert und in den Wahnsinn getrieben wird.

5. Der Vergleich Bärlach und Matthäi: Die beiden Ermittler werden einander gegenübergestellt, wobei die Flexibilität Bärlachs der Starrheit Matthäis gegenübergestellt wird.

6. Schlusswort: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bestätigt, dass das unterschiedliche Gelingen der Fälle primär von der Integration des Zufalls in das jeweilige Weltbild abhängt.

Schlüsselwörter

Zufall, Friedrich Dürrenmatt, Der Richter und sein Henker, Das Versprechen, Ermittler, Bärlach, Matthäi, Kriminalroman, Literaturanalyse, Schicksal, Logik, Wahnsinn, Wirklichkeitsfindung, Handlung, Fiktionalität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, welche Rolle der Zufall in den Kriminalromanen "Der Richter und sein Henker" und "Das Versprechen" von Friedrich Dürrenmatt spielt und wie sich dieser auf die Ermittlungsarbeit der Protagonisten auswirkt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die Definition des Zufallsbegriffs, die dramaturgische Nutzung des Zufalls bei Dürrenmatt, die Analyse von Zufallsmomenten in den beiden Romanen sowie die psychologische Verarbeitung dieser Momente durch die Ermittler.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, wie die Ermittler Bärlach und Matthäi auf Zufälle reagieren, ob ihre Haltung gegenüber dem Zufall ihre Ermittlungserfolge beeinflusst und ob das Scheitern oder Gelingen der Fälle mit ihrem Umgang mit dem Unvorhersehbaren korreliert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der sie zunächst theoretische Grundlagen zum Zufallsbegriff erarbeitet und diese anschließend auf spezifische Passagen und Konstellationen in den beiden Primärwerken anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden für beide Romane die Vorkommnisse des Zufalls detailliert aufgezeigt, das Verhältnis der Ermittler zum Zufall analysiert und schließlich ein direkter Vergleich zwischen Bärlach und Matthäi gezogen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zufall, Dürrenmatt, Ermittler, Kriminalroman, Logik, Wahnsinn und die Namen der Hauptfiguren Bärlach und Matthäi charakterisieren.

Warum scheitert Matthäi in "Das Versprechen" am Zufall?

Matthäi scheitert, weil er den Zufall in seinem Weltbild nicht vorsieht und versucht, alles mit rationaler Logik zu planen; als der Zufall seinen Plan durchkreuzt, zerbricht er daran und verfällt in den Wahnsinn.

Wie unterscheidet sich Bärlachs Umgang mit dem Zufall von dem Matthäis?

Bärlach erkennt den Zufall als notwendigen Teil des Lebens an, fordert ihn sogar heraus und weiß ihn flexibel zu nutzen, während Matthäi den Zufall ausblendet und starr an seinem einmal gefassten Plan festhält.

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Details

Title
Der Einfluss des Zufalls auf die Ermittler in Friedrich Dürrenmatts "Der Richter und sein Henker" und "Das Versprechen"
College
University of Fribourg
Course
Proseminar: Einführung in die Erzählanalyse
Grade
1,7
Author
Chantal Zbinden (Author)
Publication Year
2014
Pages
18
Catalog Number
V284355
ISBN (eBook)
9783656843719
ISBN (Book)
9783656843726
Language
German
Tags
Friedrich Dürrenmatt Dürrenmatt Der Richter und sein Henker Das Versprechen Der Zufall Zufall bei Dürrenmatt Bärlach Matthäi Kriminalroman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chantal Zbinden (Author), 2014, Der Einfluss des Zufalls auf die Ermittler in Friedrich Dürrenmatts "Der Richter und sein Henker" und "Das Versprechen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284355
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