Einfluss des Transzendentalismus auf die heutige Musikszene. Analyse von "I have a dream" des Rappers Common


Hausarbeit, 2011
12 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thoreau’s Ansichten

3. Biographie des Musikers Common

4. Analyse des Songs „I have a dream”
4.1. Songtext
4.2. Vergleich mit der Lyrik aus dem Transzendentalismus

5. Fazit

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

In der heutigen Musikszene geht es nur noch um den Verkauf. Seitdem man gemerkt hat, dass es beim Publikum gut ankommt, wenn die Sängerinnen knapp bekleidet in den Videos zu sehen sind, wird dies von etlichen weiblichen Künstlern kopiert. Die Produktionen der Rapper ähneln sich untereinander ebenfalls stark. Zu sehen sind sie überwiegend mit auffallenden Goldketten, knapp bekleideten Frauen an der Seite und sportlichen, teuren Autos. In den Texten wird dargestellt, dass sie die Besten sind und alle anderen nicht mithalten können. Zwar meinte schon Emerson damals: „Selbstvertrauen ist das erste Geheimnis des Erfolges“[1], jedoch wird eine Message, die den Hörer zum Nachdenken bewegt oder die lehrt, nicht deutlich.

So kann es passieren, dass man sehr überrascht wird, wenn man den Soundtrack zum Film „Freedom Writer’s“ von Common hört, weil da jemand einen tiefgründigen Text produziert, mit Aussagen, die an die des Transzendentalismus erinnern. Beim Hören weiterer Werkekann man auch andere Songs entdecken, die ähnliche Botschaften veranschaulichen.

Es kann gezeigt werden, dass die Lieder des Rappers Common vom Transzendentalismus beeinflusst sind.

In dieser Arbeit wird der Song „I have a dream“ analysiert. Eingegangen wird dabei nur auf den Künstler Common und das genannte Werk. Das Ziel ist zu verdeutlichen, inwiefern transzendentalistische Aussagen in der Lyrik des genannten Musikstücks zu erkennen sind undob das Einbauen der Weltansichten der neuidealistischen Bewegung bewusst oder unbewusst geschah, um den Bezug des Rappers zum Transzendentalismus aufzuzeigen. Da es sehr viele einflussreiche Autoren gab, wird in dieser Arbeit nur Henry David Thoreau fokussiert, weil es bekannt ist, dass der Freiheitskämpfer Martin Luther King von ihm beeinflusst war, welcher im Song von Common zitiert wird. Die Frage ist also, wie sichThoreau’s Ansichten in „I have a dream“ widerspiegeln und wodurch das im 21. Jahrhundert motiviert sein kann.

2. Thoreau’s Ansichten

Henry David Thoreau gehört zu den Gründern der neuidealistischen Bewegung des Transzendentalismus. Die Mitglieder traten u.a. für die Sklavenbefreiung, den Schutz der Natur, die Rechte der Frauen und eine freiheitliche und selbstverantwortliche Lebensführung ein.

Thoreau war von seinen Mitmenschen in Concord, Massachussets, die seiner Meinung nach zu wenig gegen die Sklavenbefreiung taten, und für die der Verdienst von viel Geld das Einzige war, was im Vordergrund stand, enttäuscht.[2] Er kritisierte die Regierung sehr oft und wurde sogar verhaftet, da er keine Steuern zahlen wollte; für einen Staat, der Menschen kauft und verkauft, wie er in seinem Werk „Walden“ beschrieb[3], welches nach seinem 2-jährigem Aufenthalt im Wald entstand. Dort beobachtete er die Naturund konnte dann in darauffolgenden Werken die Wichtigkeit der Eigenständigkeit, sowie seine neuen geistigen und sozialen Erkenntnisse, aufzeigen. Im Kapitel „Conclusion“ seines Buches „Walden“ fasst er dabei seine wichtigsten Aussagen an den Leser, in meist metaphorischer Weise, zusammen. Man solle anscheinend eigenverantwortlich und unabhängig sein. Das heißt Entscheidungen darüber treffen, wer man ist und was man in seinem Leben erreichen will.Der Transzendentalist war außerdem davon überzeugt, dass man Volkshochschulen errichten sollte, um Bildung und Weltsicht zu verschaffen.

Dies könnte dazu führen, dass man mit dem Staat nicht einer Meinung sein müsse, und sich dessen Recht nur beugen sollte, wenn es mit der eigenen Moral vereinbar wäre. Thoreau war dabei außerdem der Ansicht, dass Mehrheiten nicht über Recht und Unrecht entscheiden dürften und es nicht richtig sei, sein Gewissen dem Gesetzgeber zu überlassen:

“Can there not be a government in which majorities do not virtually decide right and wrong, but conscience? […] Must the citizen ever for a moment, or in the least degree, resign his conscience to the legislator? Why has every man a conscience, then? I think that we should be men first, and subjects afterward."[4]

Insgesamt gesehen hatte Thoreau in seiner Zeit sehr viel zu kritisieren und seine Zitate hatten noch Jahre später Einfluss auf das Leben vieler Menschen.Vorallem sein gewissengeleiteter und gewaltloser Widerstand diente als Vorbild für spätere Freiheitskämpfer wie Mahatma Gandhi oder Martin Luther King.

3. Biographie des Musikers Common

Wenn man den Musiker Common sieht, fällt jemanden auf, dass es sich hier nicht um den typischen Gangster-Rapper handelt. Er ist alternativ und schlicht gekleidet, trägt keinen Schmuck oder Hip Hop-Hosen. Sein Künstlername sagt also genau das Gegenteil von dem aus, was er ist – gewöhnlich. In Interviews gibt Common seriöse Antworten und wirkt nicht arrogant. Im Gegensatz zu den anderen Musikern in seiner Szene, ist folglich ein enormer Unterschied im Verhalten zu erkennen. Dabei wuchs er, wie viele der afro-amerikanischen Rapper auch, in einer Großstadt und mit einer alleinerziehenden Mutter auf[5], doch zog Common, der mit bürgerlichem Namen Lonnie Rashid Lynn heißt, es vor, in der Schule gute Leistungen zu bringen.

„In seiner Jugend spielte Basketball eine größere Rolle für Common als die Musik, zudem war er Balljunge bei dem Basketballteam Chicago Bulls. In der Schule war er bereits Mitglied einer Rapgruppe, verließ diese jedoch als er an der 'Florida AgriculturalandMechanical University' ein Studium in Betriebswirtschaftslehre begann.“[6]

Das Studium brach er später ab, als er 1992 als Musiker debütieren konnte und mit seinem Album „Can I Borrow a Dollar?“ bekannt wurde.[7] Sein Bekanntheitsgrad in der Musikszene stieg mit den Jahren, da seine Alben immer intelligente Texte enthielten, was sich vom Mainstream-Battle-Rap deutlich abgrenzte, aber trotzdem gut ankam. In den Werken sind gesellschaftskritische Lieder zu hören, die deutlich aufzeigen, weswegen Common als „Conscious-Rapper“ angesehen wird. Mit Klängen aus dem Jazz und Soul verleiht er seinen Songs im Album „Be“, zum Beispiel, einen nachdenklichen Effekt und grenzt sich von den anderen populären Hip Hop-Klängen und dem Chauvinismus des Battle-Rap ab.

Common ist seit 2003 nebenbei auch als Schauspieler tätig und war in bekannten Filmen wie „American Gangster“ oder „Smokin‘ Aces“ zu sehen.[8] Dies ist jedoch nicht die einzige Aktivität neben der Musik, die er verfolgt. Genau wie Emerson oder Thoreau zu ihrer Zeit, möchte Lonnie Rashid Lynn etwas bewegen und die Menschen zum Nachdenken anregen. Er ist Supportervon „animalrights“ und „PETA“, wo er die Kampagne „Think BeforeYouEat“ repräsentierte, sowie von „Knowing is Beautiful“, welches eine Organisation zur Vorsorge gegen AIDS und HIV ist. 2008 unterstützte Common Barack Obama, indem er zusammen mit anderen Musikern den Clip „Yes We Can“ produzierte, welcher für die Wahl Obama’s als neuen Präsidenten der USA plädierte.[9] Dass es zum gewünschten Wahlergebnis kam, ist u.a. dem Conscious-Rapper zu verdanken, der auf mehreren Konzerten für Werbung sorgte und einen Draht zu der jungen Generation aufbauen konnte. Common gründeteaußerdemeineeigeneOrganisation. In einem Interview beschrieberdiesewiefolgt: „Common Ground Foundation is my foundation that is based in Chicago, that encourages the youth toward entrepreneurship and self-love, and toward being a benefit to their community and to themselves[…]”.[10] Ronnie Rashid Lynn kann außerdem eine Karriere als Buchautor vorweisen. Im Jahre 2005 brachte er das Kinderbuch „The MirrorandMe“ raus, und ein Jahr später „I like You but I Love Me“. Diese Werke sollen das Selbstwertgefühl des Lesers steigern.[11] 2008 gründete er „The Corner Club“, um Jugendliche zum Lesen zu motivieren.[12] Common’s Ziel ist es anderen Menschen zu helfen und vorallem „[…]den Menschen helfen, sich selbst zu helfen“[13], sagte er in einem Interview.

4. Analyse des Songs „I have a dream”

„I have a dream“ ist der Soundtrack des Films „Freedom Writer’s“, welcher auf dem gleichnamigen Buch von Erin Grunfeld basiert. Dieses beschreibt, wie „[…]eine junge Lehrerin und 150 gefährdete Jugendliche sich und ihre Umwelt durch Schreiben verändert haben.“[14]

Für den Filmsong wurde Common engagiert, der dazu als eigener Buchautor und Rapper mit intelligenten Texten, der bei den BET HipHop-Awards schon zweimal zum „Lyricistofthe Year“ gekürt wurde, eine sehr passende Wahl darstellt.

Fur den gesungenen Refrain in „I have a dream“ ist Black EyedPeas – Mitglied Will. I. Am zuständig. Im Chorus setzten die beiden außerdem ein Sample von Martin Luther King aus seiner bekannten Rede „I have a dream“ von 1963 ein, welches die Sätze „I have a dream“, „Thatoneday“ und „I am happy“ enthält, die mit dem Gesang harmonieren.

[...]


[1] Hoffmann, Margit (2007), Ralph Emerson: Der Schlüssel zur Gelassenheit, Germering, S. 42.

[2] Vgl. Powell, Brent (1995), “Henry David Thoreau, Martin Luther King Jr., and the American Tradition of Protest”, OAH Magazin of History, Winter 1995: 26.

[3] Vgl. Powell, Brent (1995), “Henry David Thoreau, Martin Luther King Jr., and the American Tradition of Protest”, OAH Magazin of History, Winter 1995: 26-27.

[4] Myers, Joel (2000), Transcendentalism. A Reader, Oxford, S. 548.

[5] Vgl. <http://www.monstersandcritics.de/archiv/people.php/Common/biographie>, 9. März, 2011.

[6] <http://www.monstersandcritics.de/archiv/people.php/Common/biographie>, 9. März, 2011.

[7] Vgl. <http://www.worldlingo.com/ma/enwiki/en/Common_%28rapper%29>, 9. März, 2011.

[8] Vgl. <http://www.worldlingo.com/ma/enwiki/en/Common_%28rapper%29>, 9. März, 2011.

[9] Vgl. <http://www.worldlingo.com/ma/enwiki/en/Common_%28rapper%29>, 9. März, 2011.

[10] <http://justjared.buzznet.com/2009/02/02/common-interview/>, 9. März, 2011.

[11] Vgl. <http://www.naacpimageawards.net/PDFs/38th_NAACP_Image_Awards_Winners_Release.pdf>, 14. März, 2011.

[12] Vgl. <http://www.viviano.de/ak/News-Prominente/common-29969.shtml>, 14. März, 2011.

[13] <http://www.viviano.de/ak/News-Prominente/common-29969.shtml>, 14. März, 2011.

[14] <http://www.freedom-writers.de/155.306.0.0.1.0@der-inhalt.phtml>, 9. März, 2011.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Einfluss des Transzendentalismus auf die heutige Musikszene. Analyse von "I have a dream" des Rappers Common
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Anglistik/Amerikanistik)
Veranstaltung
Transcendentalism
Note
1,5
Autor
Jahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V284377
ISBN (eBook)
9783668282568
ISBN (Buch)
9783668282575
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Der Text des besprochenen Songs wurde für die Veröffentlichung aus urheberrechtlichen Gründen entfernt, kann jedoch im Internet auf verschiedenen Seiten eingesehen werden.
Schlagworte
Transcendentalism, Musik
Arbeit zitieren
Daniel Schroeder (Autor), 2011, Einfluss des Transzendentalismus auf die heutige Musikszene. Analyse von "I have a dream" des Rappers Common, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284377

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