Die vorliegende Seminararbeit behandelt die sogenannten "All Pay Auctions". Neben einer theoretischen Herleitung der optimalen Gebotshöhe erfolgt ein Vergleich mit der praktischen Anwendung dieser Auktionsform.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Theoretische Betrachtung
2.1.1 Aufstellen des Modells
2.1.2 Gleichgewichte
2.2 Experimente in der Literatur
2.2.1 Gneezy und Smorodinsky: ”All-pay auctions - an experimental study“
2.2.2 Noussair und Silver: ”Behavior in all-pay auctions with incomplete information“
2.3 Kritische Auseinandersetzung
2.4 Eigene Erweiterung
3 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das spieltheoretische Konzept der All-Pay-Auktion, indem sie zunächst die theoretischen Gleichgewichte bei vollständiger und unvollständiger Information herleitet, diese durch einen Vergleich mit empirischen Laborergebnissen kritisch validiert und abschließend eine eigene Modell-Erweiterung im Kontext des Lobbyismus präsentiert.
- Grundlagen und theoretische Modellierung der All-Pay-Auktion.
- Analyse der Gleichgewichtsstrategien unter Informationsasymmetrien.
- Empirische Evaluation bestehender Auktions-Experimente.
- Kritische Diskussion von Abweichungsfaktoren wie Risikoaversion und Budgetlimitationen.
- Modellhafte Anwendung auf Lobbying-Prozesse.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Gneezy und Smorodinsky: ”All-pay auctions - an experimental study“
Es gab 3 unterschiedliche Gruppengrößen (”Treatments“ genannt) mit n = 4, 8 oder 12 Teilnehmern. Für jede Gruppengröße wurden 5 Durchgänge (insgesamt also 15 Durchgänge) durchgeführt und die Ergebnisse gemittelt. Der Ablauf war für alle Gruppen gleich: Zu Beginn bekam jeder Teilnehmer ein Guthaben von 1000 Einheiten. Ein einzelner Durchgang bestand aus 10 Runden (insgesamt also 150 Runden), in denen verdeckt einmalig geboten wurde. Nach jeder Runde wurden die einzelnen Gebote für alle bekannt geben, vom Guthaben abgezogen und der Gewinner mit dem höchsten Gebot erhielt 100 Einheiten gutgeschrieben (also v = 100). Bei einem Unentschieden wurde der Gewinn entsprechend aufgeteilt.
Für die theoretische Gleichgewichtsverteilung (2.2) gilt dann F(xi) = (xi/100)^(1/(n-1)), für das erwartete Gebot (2.3) E(x) = 100/n und für den erwarteten Erlös (2.4) G = 100. Die folgende Grafik zeigt den im Experiment beobachteten Erlös [10]:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Auktionstheorie ein, definiert die All-Pay-Auktion und deren Anwendungsbereiche wie Lobbyismus oder Sportwettkämpfe und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Hauptteil: Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Gleichgewichte unter vollständiger und unvollständiger Information, die Analyse empirischer Studien von Gneezy/Smorodinsky sowie Noussair/Silver, eine kritische Diskussion der Ergebnisse und einen Entwurf für eine eigene Modell-Erweiterung.
3 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Diskrepanz zwischen theoretischen Modellen und experimentellen Ergebnissen zusammen und gibt einen Ausblick auf verwandte Auktionsformen wie die Pennyauktion oder die Amerikanische Versteigerung.
Schlüsselwörter
All-Pay-Auktion, Spieltheorie, Nash-Gleichgewicht, Tullock-Auktion, Lobbyismus, Over-Bidding, Risikoaversion, Informationsasymmetrie, Auktionsdesign, Modellierung, Laborexperimente, Budgetbeschränkung, Erlös-Äquivalenz-Theorem, Bieterverhalten, strategisches Handeln.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert das theoretische und praktische Verhalten von Akteuren in All-Pay-Auktionen, bei denen alle Teilnehmer – unabhängig vom Sieg – ihre Gebote zahlen müssen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit beleuchtet die mathematische Herleitung von Gleichgewichtsstrategien, den Abgleich mit empirischen Experimenten aus der Literatur sowie die Anwendung dieser Theorie auf den Lobbyismus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu verstehen, warum reale Auktionsergebnisse oft signifikant von den theoretischen Nash-Gleichgewichten abweichen und welche Faktoren (wie Risikoaversion) hierbei eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden spieltheoretische Modellierungen genutzt, die anschließend mit den Daten aus bestehenden wissenschaftlichen Laborexperimenten verglichen und kritisch hinterfragt werden.
Was wird im Hauptteil detailliert erörtert?
Der Hauptteil enthält die Herleitung von Gleichgewichtsverteilungen, die Auswertung von Studien zu „Over-Bidding“-Phänomenen und die kritische Reflektion über die begrenzte Anwendung des Modells in der Realität.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie All-Pay-Auktion, Nash-Gleichgewicht, Risikoaversion und Lobbyismus-Modellierung beschreiben.
Warum weichen Teilnehmer in der Praxis oft vom Nash-Gleichgewicht ab?
Die Abweichungen resultieren häufig aus der Risikoaversion der Spieler, irrationalem Verhalten, Budgetlimits oder dem Wunsch, den Sieg um jeden Preis zu erringen, selbst bei finanziellem Verlust.
Welche Bedeutung hat das „Over-Bidding“-Phänomen?
„Over-Bidding“ beschreibt das in Experimenten häufig beobachtete Verhalten, Gebote weit über dem theoretischen Gleichgewichtsniveau abzugeben, was den Erlös für den Auktionator deutlich steigert.
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- Marius Kleinert (Author), 2013, All Pay Auctions. Theorie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284424