"Biologie wird im 21. Jahrhundert den heutigen Rang von Chemie und Physik einnehmen" - hatte einmal der amerikanische Prognostiker John Naisbitt gesagt. Und tatsächlich ist heutzutage Biologie ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Die Teildisziplin Ökologie zum Beispiel spielt heute eine wichtige Rolle.
Das Ziel dieser Hausarbeit ist es, anhand von ökologischen Textauszügen herauszufinden wie komplex die Fachsprache Ökologie in einer Zeitschrift ist. Die Fragestellung dieser Hausarbeit lautet: Ist die ökologische Fachzeitschrift lexikalisch, syntaktisch und auf der Textebene wirklich viel komplexer als Schulbücher oder das Taschenlehrbuch? Haben die ökologischen Textauszüge viele Gemeinsamkeiten oder weisen sie mehr Unterschiede auf? Aus diesem Grund erscheint mir ein Vergleich unterschiedlicher ökologischer Texte als sinnvoll, um diese Fragen beantworten zu können.
Zuerst stelle ich kurz die Fachsprache Ökologie, ihre Entwicklung und Geschichte sowie die besonderen Merkmale vor. Des Weiteren wird die Fachsprache Ökologie im Biologie-unterricht kurz dargestellt. Daraufhin folgt die Vorstellung des Untersuchungsmaterials, die die Schulbücher Biologie GN Ökologie (BÖ), Grüne Reihe Ökologie (Grüne Reihe), das Taschenlehrbuch Ökologie (Taschenlehrbuch) und die Biologie-Zeitschrift Biologie in unserer Zeit (BIUZ) einschließt.
Im nächsten Kapitel werden zunächst die Auszüge aus BÖ, Grüne Reihe und dem Taschenlehrbuch auf drei sprachlichen Ebenen (Lexik, Syntax und Text) miteinander verglichen. Um einen besseren und nachvollziehbaren Vergleich zu erzielen, sind alle Ausschnitte thematisch aufeinander abgestimmt. In den Textausschnitten, die vom Ökosystem See handeln, werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufgezeigt. Nach diesem Vergleich wird auch die Zeitschrift BIUZ auf der lexikalischen, syntaktischen und textuellen Ebene untersucht, wobei hier ebenfalls die vorherigen Auszüge zum Vergleich herangezogen werden.
Da der Umfang dieser Hausarbeit begrenzt ist, konzentriere ich mich bei der Beschäftigung mit der Fachsprache Ökologie auf die mir am wichtigsten erscheinenden und die auffälligen Merkmale. Am Ende wird eine Zusammenfassung die Ergebnisse des Vergleichs in kurzer Form wiedergeben und die gestellten Fragen und Annahmen bestätigen oder verwerfen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fachsprache Ökologie
2.1 Entwicklung und Geschichte
2.2 Fachsprache im Biologieunterricht
3. Vorstellung des Untersuchungsmaterials
3.1 Biologie GN Ökologie
3.2 Grüne Reihe Ökologie
3.3. Taschenlehrbuch Ökologie
3.4 Biologie in unserer Zeit (BUIZ)
4. Vergleich: BÖ, Grüne Reihe und Taschenlehrbuch
4.1 Lexik
4.2 Syntax
4.3 Text
5. Die Komplexität der Zeitschrift BIUZ: Vergleich
5.1 Lexik
5.2 Syntax
5.3 Text
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Komplexität der Fachsprache Ökologie anhand von Textauszügen aus unterschiedlichen Publikationen. Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob ökologische Fachzeitschriften lexikalisch, syntaktisch und auf der Textebene eine höhere Komplexität aufweisen als didaktische Schulbücher oder ein studentisches Taschenlehrbuch, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der fachsprachlichen Darstellung zu identifizieren.
- Fachsprachliche Merkmale und historische Entwicklung der Ökologie
- Vergleich sprachlicher Ebenen: Lexik, Syntax und Text
- Analyse von Schulbüchern, Taschenlehrbüchern und Fachzeitschriften
- Einfluss didaktischer Konzepte auf die Informationsdichte
- Untersuchung von Kohäsionsmitteln und thematischer Progression
Auszug aus dem Buch
4.1 Lexik
Im Schulbuch BÖ werden vor allem allgemeinsprachliche Lexeme verwendet (Kretzenbacher 1991: 195-201). Da sich dieses Buch an die Schüler der SekundarstufeI wendet, sind nur wenige Fremdwörter lateinischer oder griechischer Herkunft zu erkennen. Wenn es Fremdwörter gibt, dann werden diese ausführlich erklärt, z. B. enthält der Untersuchungsteil einen kleinen Kasten, in welchem die Bedeutung von solchen Fremdwörtern wie Eutrophierung ausführlich erklärt und mit Beispielen veranschaulicht wird. Die Buchautoren bemühen sich um einen verständlichen Wortschatz, der meist aus deutschen Bezeichnungen besteht. (S.104)
Im Gegensatz zu diesem Schulbuch, verwenden die Buchautoren des Bands Grüne Reihe, der sich an die Sekundarstufe II richtet, spezifisch-wissenschaftliche Lexeme. Die so genannten key words weisen einerseits einen deutschen, andererseits einen lateinischen oder griechischen Ursprung auf. Durchgehend sind Fremdwörter, die die Gliederung eines Sees beschreiben, zu erkennen. Auch im Taschenlehrbuch ist der Gebrauch von Fremdwörtern und deutschen Bezeichnungen ausgeglichen. Viele Fremdwörter sind durch die nebenstehende deutsche Bezeichnung für den Leser verständlich. Entweder sind die lateinischen Begriffe in Klammern gesetzt oder durch ein Komma getrennt.
Wie in den meisten ökologischen Texten, ist die Wortbildung mit Hilfe der Komposition bei allen drei Büchern sehr häufig zu beobachten. Solche Wortzusammensetzungen wie Wasserschichten oder Pflanzenvorkommen, Wasseransammlungen oder Tiefenwasser sind typisch. Darüber hinaus ist der Wortschatz durch typische Wortbildungsmuster(Derivation) bei Adjektiven wie -haltig, -arm und -reich, (chlorophyllreich, zahlreich) geprägt. Bei Adjektiven lateinischen oder griechischen Ursprungs kommen die Endungen -isch und -troph häufig vor. Außerdem ist auch hier der übliche Nominalisierungssuffix -ung (z.B. Durchmischung), der Prozesse, Relationen oder Handlungen beschreibt, zu erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsziel der Arbeit, die Komplexität ökologischer Fachsprache in verschiedenen Publikationsformen zu vergleichen und die zugrunde liegende Fragestellung zu erläutern.
2. Fachsprache Ökologie: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der ökologischen Fachsprache sowie deren Einbettung in den Biologieunterricht.
3. Vorstellung des Untersuchungsmaterials: Hier werden die verwendeten Quellen – zwei Schulbücher, ein Taschenlehrbuch und die Zeitschrift Biologie in unserer Zeit – kurz charakterisiert.
4. Vergleich: BÖ, Grüne Reihe und Taschenlehrbuch: In diesem Teil werden die drei Lehrwerke detailliert auf den Ebenen Lexik, Syntax und Text miteinander verglichen.
5. Die Komplexität der Zeitschrift BIUZ: Vergleich: Dieses Kapitel analysiert die Fachzeitschrift BIUZ unter denselben Kriterien und setzt sie in Bezug zu den bereits untersuchten Lehrmaterialien.
6. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die anfänglichen Annahmen und reflektiert die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der ökologischen Fachsprache.
Schlüsselwörter
Fachsprache, Ökologie, Biologie, Lexik, Syntax, Textlinguistik, Schulbuch, Fachzeitschrift, Komposita, Kohäsion, Terminologie, Nominalisierung, Wissenschaftssprache, Sprachvergleich, Didaktik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die sprachliche Struktur und Komplexität von Texten aus dem Bereich der Ökologie, wobei ein Vergleich zwischen verschiedenen Bildungsmaterialien und einer Fachzeitschrift gezogen wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Analyse von Wortschatz (Lexik), Satzbau (Syntax) und Textzusammenhang (Kohäsion und Progression) im ökologischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob Fachzeitschriften in der ökologischen Fachsprache signifikant komplexer sind als Schulbücher oder Fachlehrbücher für Studenten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine komparative Analyse, bei der ausgewählte Textauschnitte anhand linguistischer Kriterien (Lexik, Syntax, Text) systematisch miteinander verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Materials, einen Vergleich der Lehrmedien sowie eine separate Analyse der Fachzeitschrift, wobei jeweils sprachliche Merkmale wie Komposita, Satzstrukturen und Kohäsionsmittel untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Fachsprache, Ökologie, Terminologie, Syntax, Lexik, Sprachvergleich sowie die Analyse von Schul- und Fachliteratur.
Welche Rolle spielt die Didaktik bei der sprachlichen Gestaltung?
Die didaktische Ausrichtung beeinflusst maßgeblich die sprachliche Vereinfachung, etwa durch Glossare, Erklärungen in Kästen oder die gezielte Auswahl von Satzstrukturen, um den Lernprozess zu unterstützen.
Warum ist die Zeitschrift BIUZ laut der Analyse mit den Lehrbüchern vergleichbar?
Trotz ihres wissenschaftlichen Anspruchs zeigt die Analyse, dass die BIUZ ähnliche Kohäsionsmechanismen und fachsprachliche Muster verwendet wie die Lehrwerke, da auch hier eine Zielgruppenorientierung und Verständlichkeit im Vordergrund stehen.
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- Nelly Bloch (Author), 2011, Die Komplexität der Fachsprache Ökologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284484