Die Ermittlung von Lerntypen oder Lernstilen ist elementar wichtig, wenn diese Theorien in der Praxis der Personalentwicklung, also im Rahmen von Einzelmaßnahmen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, eingesetzt werden sollen. Werden Lerntypentheorien im Rahmen von Personalentwicklungsmaßnahmen eingesetzt, so ist es nötig diese Lerntypen im Vorfeld zu bestimmen. Diese Bestimmung kann in eine Zielgruppen- oder Adressatenanalyse mit einbezogen werden oder sogar im Rahmen eines Assessement Centers mit abgegolten werden. Folgend werden drei Fragebögen (VARK- und Leguan Fragebogen, Lerntypentest nach Richter) vorgestellt die zur Ermittlung von Lerntypen und Lernstrategien eine gute Hilfestellung bieten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fragebögen
2.1. Der VARK Fragebogen
2.2. Der Leguan Fragebogen
2.3. Der Lerntypentest nach Richter
3. Auswahl des am besten geeignetsten Fragebogens
3.1. Betrachtungen zum Fragebogen VARK
3.2. Betrachtungen zum Fragebogen Leguan
3.3. Betrachtungen zum Lerntypentest nach Richter
4. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Eignung verschiedener Fragebögen zur Ermittlung von Lerntypen und Lernstrategien für die betriebliche Personalentwicklung. Anhand einer empirischen Befragung von 55 Studenten wird die Praxistauglichkeit gängiger Testverfahren bewertet, um Empfehlungen für den effektiven Einsatz in Bildungsmaßnahmen abzuleiten.
- Analyse und Vergleich der Lerntyp-Fragebögen VARK, Leguan und Richter.
- Empirische Untersuchung der Lerntypenverteilung bei Studierenden.
- Bewertung der Aussagekraft, Validität und Praktikabilität der eingesetzten Instrumente.
- Bedeutung der Selbstreflexion des Lernenden gegenüber der rein diagnostischen Testung.
- Ableitung praxisnaher Empfehlungen für die Personalentwicklung.
Auszug aus dem Buch
2.1. Der VARK Fragebogen
Der VARK Fragebogen wurde erstmals im Jahre 1987 von Neil D. Fleming und Charles C. Bonwell im Rahmen Ihrer Forschung im Bereich der Lehrer Aus- und Fortbildung an der Lincoln Universität Neuseeland und Southeast Missouri State University entwickelt und eingesetzt. Die derzeitige Version wurde zuletzt im Jahr 2001 überarbeit und ist seit 2002 per Copyright geschützt. Das Akronym VARK steht für die vier Lerntypen Visuell (Visual V), Auditiv (Aural A), Lese/Schreib (Read/Write R) und Kinästhetisch (Kinesthetic K).
Der Fragebogen an sich besteht aus 13 Fragen, die durch multiple Antwortvorgaben beantwortet werden. Jede Frage stellt eine Entscheidungssituation dar, wobei die Antwortmöglichkeiten die entsprechenden Handlungsalternativen bieten. Die Antwortvorgaben wurden so entwickelt, dass diejenigen welche eine Präferenz für den einen oder anderen Modus haben, auch immer diesen auswählen, selbst wenn die dargestellte Fragesituation einen bestimmten Modus bevorzugen könnte. (vgl. Fleming 2005 [a]) Jede Antwortvorgabe steht für einen Modus, wobei die Reihenfolge der abgeprüften Modi sich Frageweise ändert. Im konkreten Beispiel heißt das, dass die Antwortvorgaben in der ersten Frage V A R K, also erste Antwortmöglichkeit V, zweite Antwortmöglichkeit A usw., und die der zweiten Frage in der Reihenfolge R V A K angeordnet sind. Von den 13 Fragen haben vier Fragen nur drei Antwortmöglichkeiten, wobei abwechselnd ein Modus nicht als Antwortmöglichkeit vorliegt. (vgl. Fleming 2001 [d] sowie [e]) Dabei besteht die Möglichkeit, dass sowohl eine, zwei, drei oder alle Antwortvorgaben auszuwählen. Es können auch einzelne Fragen ausgelassen werden, wobei dies nicht von besonderem Nutzen für den Befragten ist, weil er damit sein Ergebnis verfälscht und sich die Möglichkeit nimmt seinen Lerntyp für sich zu bestimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Lerntypenbestimmung in der Personalentwicklung und stellt das Ziel der Arbeit sowie die durchgeführte Befragung an der Fachhochschule Darmstadt vor.
2. Fragebögen: Dieses Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen und Funktionsweisen der drei gewählten Instrumente (VARK, Leguan, Lerntypentest nach Richter) detailliert vor.
3. Auswahl des am besten geeignetsten Fragebogens: Hier werden die Ergebnisse der eigenen Befragung präsentiert, statistisch ausgewertet und die Aussagekraft der drei Fragebögen im Vergleich kritisch analysiert.
4. Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Eignung der Instrumente für die betriebliche Praxis, wobei die Bedeutung der individuellen Reflexion betont wird.
Schlüsselwörter
Lerntypen, Lernstrategien, Personalentwicklung, VARK Fragebogen, Leguan Fragebogen, Lerntypentest, Wissensmanagement, Selbstdiagnose, Bildungsmaßnahmen, Lernverhalten, individuelle Förderung, Kompetenzentwicklung, Evaluation, Lernmethoden, Weiterbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der praktischen Anwendbarkeit von Lerntypen-Fragebögen im Kontext der beruflichen Aus- und Weiterbildung.
Welche zentralen Instrumente werden untersucht?
Im Fokus stehen der VARK-Fragebogen, das Leguan-Konzept zur Wissensmanagement-Strategie und der Lerntypentest nach Richter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, unter Berücksichtigung der Praxistauglichkeit und des Nutzens für den Lernenden das am besten geeignete Instrument für die betriebliche Personalentwicklung zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es wurde eine schriftliche empirische Befragung von 55 Studierenden der Betriebswirtschaftslehre im März 2005 durchgeführt und mit existierenden statistischen Daten der Autoren verglichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Neben einer theoretischen Einführung in die Fragebögen erfolgt eine detaillierte Auswertung der eigenen Befragungsdaten im Vergleich zu den Benchmarks der jeweiligen Entwickler.
Durch welche Schlüsselbegriffe ist die Arbeit charakterisiert?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Lerntypen, Lernstrategien, Personalentwicklung, diagnostische Validität und Instrumentenevaluation.
Warum ist der Lerntypentest nach Richter laut Autor für die Praxis wenig geeignet?
Der Autor bemängelt die zu einfache Frageformulierung, das durchschaubare Auswertungsverfahren und die statistische Unbrauchbarkeit des Tests für eine präzise Lerntypeneinstufung.
Welche Erkenntnis gewinnt die Arbeit bezüglich des Leguan-Fragebogens?
Leguan eignet sich zwar nicht primär zur Klassifizierung von Lerntypen, ist jedoch sehr wertvoll, um Studierenden Schwächen in ihrem persönlichen Wissensmanagement aufzuzeigen und Lernstrategien zu vermitteln.
- Quote paper
- Christian Neuerburg (Author), 2005, Ermittlung von Lerntypen mittels Fragebögen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284511