Lernentheorien und die Methode des Mind Mapping


Studienarbeit, 2013

26 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen
2.1. Begriffsdefinition Lernen
2.2. Biologische Aspekte des Lernens
2.2.1. Die linke und rechte Gehirnhälfte
2.2.2. Das Drei-Speicher-Modell

3. Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen
3.1. Lernort
3.1.1. Einflussfaktoren auf den Lernort
3.1.2. Kritische Würdigung ausgewählter Lernorte
3.2. Lernzeit
3.3. Lernmotivation

4. Die Methode des Mind Mapping
4.1. Definition und Anwendungsmöglichkeiten
4.2. Struktur und Grundregeln
4.3. Lernprozess im Gehirn
4.4. Kritische Würdigung

5. Fazit

Anhangsverzeichnis

Anhang

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

„Abi looking for freedom“ oder „ABIKEA - lernst du noch oder lebst duschon?“1 sind bekannte Abimottos. 12 bzw. 13 Jahre Lernen haben ein Ende, der entspannte Teil des Lebens folgt, so der Gedanke vieler Schüler,wenn es um die Auswahl des Mottos geht. Allerdings handelt es sich hierbeium einen Irrtum. Gerade für die Zeit danach entscheiden sich die Abgängerund Abgängerinnen für ein Leben voller Lernen, denn sie absolvieren einenStudiengang. Besonders hier wird Wert auf Eigeninitiative und -organisationgelegt, was das Lernen angeht. Und wenn Lernen in der Schule schon Probleme bereitet hat, blicken die ehemaligen Schüler meist etwas verängstigt aufdie kommende Studentenzeit. Aber nicht nur im Studium oder in der Schule,sondern das ganze Leben über lernt der Mensch.2 3

Dabei stellen sich viele Menschen die Frage, wie man möglichst erfolgreich und effizient lernt.4 Oder anders gesagt: „Inwieweit kann der Lernprozess positiv beeinflusst bzw. unterstützt werden?“.

Letzteres soll die Leitfrage bilden, auf welche diese Arbeit antwortet. Zunächst soll dabei eine Begriffsdefinition des Lernens nicht fehlen. Daraufhinfolgen biologische Aspekte des Lernens, auf die u.a. zu einem späteren Zeitpunkt der Arbeit Bezug genommen wird und welche Grundlegendes wie dieWichtigkeit des Wiederholens beim Lernen verdeutlichen sollen. Im Anschluss folgt die Darstellung von Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen, zu denen der Lernort, die Lernzeit und die Lernmotivation zählen. Danach wird eine Lerntechnik vorgestellt, die Mind-Mapping-Methode. Dabeisollen zunächst Definition und Anwendungsmöglichkeiten erläutert werden,gefolgt von der Struktur und den Grundregeln von Mind Maps. Im Anschlusssoll der durch das Mind Mapping ausgelöste Lernprozess im Gehirn erklärtwerden. Abschließend wird es eine kritische Würdigung für die Thematik desMind Mapping geben. Zum Schluss der Arbeit steht ein Fazit.

2. Grundlagen

2.1. Begriffsdefinition Lernen

Seinen Ursprung hat der Begriff „Lernen“ weit in der Vergangenheit. Er geht auf den gotischen Ausdruck „lais“, welcher so viel bedeutet wie „ich weiß“, und auf das indogermanische Wort „lis“, dessen Bedeutung als „gehen“ beschrieben werden kann, zurück. Somit ist mit dem Begriff „Lernen“ ein Prozess gemeint, der den Weg der Wissenserlangung schildert.5

Dabei gilt generell: der Lernprozess beinhaltet die Aufnahme von Informationen aus der Umwelt, die mit bereits gesammelten Erfahrungen aus der Vergangenheit verknüpft werden und einen Lerneffekt erzielen.6 Ein Student, derbeispielsweise in einem Semester eine wissenschaftliche Arbeit anfertigt unddabei eine negative Rückmeldung erhält, wird bei zukünftigen Arbeiten wahrscheinlich seine Vorgehensweise ändern.7 Lernen steht somit immer im Zusammenhang mit Erfahrungen, welches eine Veränderung des Verhaltensnach sich ziehen kann.8

Wichtig hierbei ist die Unterscheidung zwischen implizitem Lernen, erfahrungsorientiertem Lernen und selbstorganisiertem Lernen.9 Angefangen beimimpliziten Lernen, welches den unfreiwilligen und unbewussten Lernprozessbeschreibt, steigt der Reflexionsgrad immer mehr, über das erfahrungsorientierte Lernen, bis hin zum selbstorganisiertem Lernen. Hier ist der Reflexionsgrad am höchsten, was bedeutet, dass die Initiative vom Lernenden ausgeht und er selbst über Zeitpunkt, Ort und Lerninhalt entscheidet.10 Letztereswird Bestandteil meiner Arbeit sein.

Wenn man sich, wie beim selbstorganisiertem Lernen, gezielt Informationenaneignen möchte, z.B. in der Schule oder im Studium, und dabei den Lernprozess effektiv unterstützen möchte, kann man auf Lerntechniken zurück- greifen.11 Beispiele hierfür wären die Mnemotechnik oder die Methode des Mind Mapping, welche im Folgenden noch expliziter erläutert wird.

Wichtige Einflussfaktoren für den Lernprozess neben der richtigen Lerntechnik bilden die Rahmenbedingungen, wie der Lernort, die Lernzeit oder auch die Lernmotivation.12 Genaueres hierzu wird ebenfalls zu einem späteren Zeitpunkt aufgezeigt.

Nun sollen zunächst ausgewählte biologische Aspekte des Lernens geschildert werden, um später u.a. die Funktionsweise des Mind Mapping nachvollziehen zu können und Grundlegendes wie die Notwendigkeit des Wiederholens beim Lernen zu verdeutlichen.

2.2. Biologische Aspekte des Lernens

2.2.1. Die linke und rechte Gehirnhälfte

Das menschliche Gehirn besteht aus zwei Gehirnhälften, der linken und derrechten.13 Dies fand der Amerikaner Roger Sperry 1962 während Forschungsarbeiten heraus. Beide Hälften arbeiten unabhängig voneinanderund ihnen sind unterschiedliche Aufgaben zugeteilt. Sie sind beim Menschenunterschiedlich gut trainiert, meistens überwiegt dabei die Aktivität der linkenHälfte. Beide Hälften sind über einen Balken verbunden, den corpus callosum, über welchen die Verständigung miteinander stattfindet.14

Die linke Gehirnhälfte steuert die rechte Körperhälfte und ist zudem zuständig für Logik, Zahlen, Worte und Analyse.15 Somit sind Menschen mit besser trainierter linker Gehirnhälfte in der Lage, schneller logische Schlüsse zu ziehen und sachlich zu analysieren.

Im Kontrast dazu koordiniert die rechte Hemisphäre die linke Körperhälfteund sorgt für Vorstellungsvermögen, Raumbewusstsein, Bilder, Farben undMusikalität. Menschen mit ausgeprägter rechter Gehirnhälfte fällt es leichter,

Lieder auswendig zu lernen oder Bilder zu malen. Sie sind insgesamt erfinderischer und künstlerisch begabter.16

2.2.2. Das Drei-Speicher-Modell

Das Drei-Speicher-Modell basiert auf der Annahme der Teilung des menschlichen Gedächtnisses in drei verschiedene Komponenten. Diese sind: dasUltrakurzzeitgedächtnis, das Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis.17

Durch das Ultrakurzzeitgedächtnis wird der Mensch vor Informationsüberflutung und Speicherung unwichtiger Informationen geschützt. Neu aufgenommenes wird nach ca. 0,1-20 Sekunden wieder vergessen. Dies ist eher einVorgang, der im Unterbewusstsein des Menschen abläuft und nicht wirklichrealisiert wird. Falls eine Information aus der Umwelt allerdings als wichtigerkannt wird, folgt die Speicherung der Information in das Kurzzeitgedächtnis.18

Um Aufgenommenes vom Ultrakurzzeitgedächtnis in das Kurzzeitgedächtniszu übertragen, benötigt es mindestens 20 Sekunden lange Wiederholung.19 Hierbei nimmt das Kurzzeitgedächtnis die Information auf und verknüpft siemit bereits Erfahrenem bzw. Bekanntem, so wie bereits in Punkt 2.1. angedeutet. Wird die Information nicht kurzfristig wiederholt, verliert sie sich nachca. 20 Sekunden bis 20 Minuten wieder. Ein Beispiel hierfür ist der Nameeines Bekannten, der einem selbst übermittelt wurde. Falls man den Namennicht für außergewöhnlich empfindet oder etwas Besonderes mit ihm verbindet, verschwindet er oft relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis.20

Einige Informationen, wie z.B. der Geburtsname, die Muttersprache, Ereignisse aus der Vergangenheit oder auch Erlerntes für eine Prüfung, sind sofest verankert, dass diese nicht mehr vergessen werden. Sie sind im Lang- zeitgedächtnis gespeichert.21 Dies wird allerdings nur durch andauernde Wiederholung der Information gewährleistet.22

Dieser Unterpunkt soll u.a. aufzeigen, welchen Stellenwert Wiederholungbeim selbstorganisierten Lernen besitzt. Wichtiges muss dauerhaft wiederholt werden, damit es sich im Gehirn bzw. im Langzeitgedächtnis verankert.23

3. Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen

Nachdem nun die Grundlagen erläutert wurden, soll als nächstes auf die Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen eingegangen werden, zu denen der Lernort, die Lernzeit und die Lernmotivation zählen.

3.1. Lernort

Verschiedenste äußere Einflüsse haben Auswirkungen auf den Lernprozess. Somit ist die Gestaltung des Lernortes von großer Bedeutung.24 Hierbei sollen zwei verschiedene Orte vorgestellt werden, die Bibliothek und der eigene Schreibtisch Zuhause. Zunächst sollen allerdings Einflussfaktoren erläutert werden, die für beide Orte relevant sind.

3.1.1. Einflussfaktoren auf den Lernort

Ein wichtiger Einflussfaktor ist dabei der Lichteinfall. In Abbildung 225 istexemplarisch aufgezeigt, wie dieser zum Lernen gewählt werden sollte. Wieabgebildet, sollte der Lichteinfall möglichst von vorne links kommen. Dadurchwerden eine Blendung der lernenden Person und eine gleichzeitige Schattenbildung der Arbeitsfläche vermieden.26 Durch ungünstigen Lichteinfallverursachtes schlechtes Sehen wirkt sich negativ auf Körper und Seele aus.

Um die Konzentration über einen längeren Zeitraum gewährleisten zu können, ist das regelmäßige Lüften des Lernortes von Bedeutung.27 Bei sauer- stoffarmer Luft antwortet der Körper mit Müdigkeit und Erschöpfung, was die Konzentrationsfähigkeit senkt.28

Auch die Raumtemperatur sollte bewusst gewählt werden. Dabei ist daraufzu achten, dass eher niedrigere Temperaturen als zu hohe eingestellt werden sollten, da letztere den Geist ermüden lassen.29 Diese sind erreicht,wenn die Raumtemperatur ca. 2 bis 4° unterhalb der normalen Wohntemperatur liegt. Zu vermeiden sind daher Temperaturen um die 25° Celcius.30

Zu guter Letzt soll die Ruhe des Lernortes angesprochen werden. Hierbeispielt, noch mehr als bei den anderen Faktoren, das persönliche Empfindendes Lernenden die tragende Rolle. Manche Lernende empfinden Nebengeräusche als angenehm oder leistungsfördernd, andere tendieren genau zumGegenteil.31 Erfahrungsgemäß senken Nebengeräusche allerdings die Konzentration, da vom Lernenden versucht wird, sie auszublenden. Dies ist neben der Konzentration auf den Lernstoff zusätzlich beanspruchend.32 FallsNebengeräusche wie z.B. Musik doch als angenehm empfunden werden,sollten diese zum Lernen 56 bis 64 Schläge pro Minute haben. Dies würdeklassischer Musik entsprechen.33

3.1.2. Kritische Würdigung ausgewählter Lernorte

Studierende stehen oft vor der Entscheidung, zwischen dem Schreibtisch und der Bibliothek als Lernort wählen zu müssen. Beide Möglichkeiten bringen ihre Vor- und Nachteile mit sich.34

Vorteil des eigenen Schreibtischs ist die sofortige Verfügbarkeit des gebrauchten Lernmaterials. Alle genutzten Materialien haben ihren festen Platz im eigenen Zimmer und müssen nicht mehr durch den Lernenden in der Bibliothek aufgesucht werden. Somit geht keine Zeit verloren, in der man nachdenkt, welche Unterlagen in die Bibliothek mitzunehmen sind.35

[...]


1 Bastian/Groß, Lerntechniken und Wissensmanagement, S. 14

2 Vgl. Bastian/Groß Lerntechniken und Wissensmanagement, S. 14-15

3 Vgl. Schröder, Lernen - Lehren - Unterricht, S. 13

4 Vgl. Mertens, Denk- und Lernmethoden, S. 3

5 Vgl. http://lexikon.stangl.eu/551/lernen/, Stand 05.03.2013, o.V.

6 Vgl. Bastian/Groß, Lerntechniken und Wissensmanagement, S. 42

7 Vgl. Bastian/Groß, Lerntechniken und Wissensmanagement, S. 43

8 Vgl. Bastian/Groß, Lerntechniken und Wissensmanagement, S. 42

9 Siehe Abbildung 1 im Anhang auf Seite 18

10 Vgl. Kirchhof, Informelles Lernen und Kompetenzentwicklung für und in beruflichen Werdegängen, S. 34-41

11 Vgl. Metzger, Wie lerne ich?, S. 8

12 Vgl. Metzig/Schuster, Lernen zu lernen, S. 31

13 Vgl. Krüger, Mind Mapping - Kreativ und erfolgreich im Beruf, S. 13

14 Vgl. Eipper; Sehen, Erkennen, Wissen; S. 7-8

15 Vgl. B. Buzan/T. Buzan, Das Mind-Map-Buch, S. 32

16 Vgl. Geuenich/Hammelmann/Havas/Mündemann/Novak/Solms, Das große Buch der Lerntechniken, S. 88

17 Vgl. Musiol/Kühling, Kundenbindung durch Bonusprogramme, S. 42

18 Vgl. Geuenich/Hammelmann/Havas/Mündemann/Novak/Solms, Das große Buch der Lerntechniken, S. 93-94

19 Vgl. Geuenich/Hammelmann/Havas/Mündemann/Novak/Solms, Das große Buch der Lerntechniken, S. 94

20 Vgl. Eipper; Sehen, Erkennen, Wissen; S. 63

21 Vgl. Metzig/Schuster, Lernen zu lernen, S. 21

22 Vgl. Eipper; Sehen, Erkennen, Wissen; S. 63

23 Vgl. Geuenich/Hammelmann/Havas/Mündemann/Novak/Solms, Das große Buch der Lerntechniken, S. 93

24 Vgl. Paetzel, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 11

25 Siehe Abbildung 2 im Anhang auf S. 19

26 Vgl. Paetzel, Wissenschaftliches Arbeiten, S. 17

27 Vgl. Lupfer, Erfolgreich Prüfungen bestehen, S. 19

28 Vgl. Hüholdt, Wunderland des Lernens, S. 326

29 Vgl. Rückriem/Stary/Franck, Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens, S. 20

30 Vgl. Hüholdt, Wunderland des Lernens, S. 326

31 Vgl. Lupfer, Erfolgreich Prüfungen bestehen, S. 19

32 Vgl. Rückriem/Stary/Franck, Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens, S. 21

33 Vgl. Mertens, Denk- und Lernmethoden, S. 46

34 Vgl. Rückriem/Stary/Franck, Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens, S. 16-17

35 Vgl. Rückriem/Stary/Franck, Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens, S. 17

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Lernentheorien und die Methode des Mind Mapping
Hochschule
Berufsakademie für Bankwirtschaft, Rendsburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V284561
ISBN (eBook)
9783656848523
ISBN (Buch)
9783656848530
Dateigröße
716 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mind Mapping, Lernen, Lerntheorien
Arbeit zitieren
Tim Stolle (Autor), 2013, Lernentheorien und die Methode des Mind Mapping, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284561

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