Städtesysteme und Städtenetze. Nachhaltige Entwicklung mit Städtenetzen


Hausarbeit, 2012

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Städtesysteme
2.1 Was sind Städtesysteme?
2.2 Systembeziehungen in Städtesystemen
2.3 Struktur von Städtesystemen

3 Städtenetze
3.1 Was sind Städtenetze?
3.2 Historische und aktuelle Städtenetze
3.3 Nachhaltige Entwicklung mit Städtenetzen

4 Schlussbemerkung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Erwerbstätige der Dienstleistungsbereiche in % der Erwerbstätigen insgesamt 2009

Abbildung 2: Die wichtigsten interkontinentalen Internet-Verbindungen im globalen Städtesystem, gemessen in Gigabits pro Sekunde

Abbildung 3: Grundformen der Struktur von Städtesystemen

Abbildung 4: Darstellung der Stadtgrößen-Rangfolgen

Abbildung 5: Städtenetze in Deutschland 1999

Abbildung 6: Schematische Gegenüberstellung von nicht-integriertem und internalisiertem / kreislaufförmigem Wirtschaften

1 Einleitung

Befasst man sich heutzutage mit der Erforschung von Städtesystemen, oder auch Städtenetzen, dann handelt es sich hierbei um Forschungsbereiche der Geographie, die ihre Ursprünge bereits in der 1930er Jahren haben. Mit dem Aufkommen der Zentralitätsforschung, die im Wesentlichen durch Walter Christallers „Theorie der Zentralen Orte“ initiiert wurde, war der Grundstein gelegt für die funktionsbezogene Auseinandersetzung mit den Beziehungen und der Vernetzung zwischen Orten eines Raumes (vgl. Heineberg 2006, S. 17f & S. 75). Moderne Städtesystem- bzw. Städtenetzforschung geht darüber jedoch weit hinaus. Im Mittelpunkt der Forschung stehen neben der Beschreibung und Bestandsaufnahme von regionalen und überregionalen Städtesystemen und -netzen auch deren Entstehung, prozessuale Veränderung, zukünftige Entwicklung und, nicht zuletzt, schließlich auch raumordnungspolitische Bedeutung (vgl. Heineberg 2007, S. 75). Die nachfolgenden Ausführungen beschäftigen sich anhand einiger Beispiele zusammenfassend mit Städtesystemen und Städtenetzen und sollen auf diese Weise einen Überblick über die Gegenstände eines ebenso aktuellen wie bedeutenden geographischen Forschungs-feldes geben.

2 Städtesysteme

Zu diesem Zweck sei das Augenmerk zunächst auf die so genannten Städtesysteme gerichtet. Neben definitorischen Merkmalen rücken im Folgenden besonders die Beziehungen innerhalb von Städtesystemen sowie die strukturelle Differenzierbarkeit der Städtesysteme in den Fokus der Betrachtungen.

2.1 Was sind Städtesysteme?

Der Versuch, eine eindeutige Abgrenzung des Begriffs ‚Städtesystem‘ zu Grunde zu legen, erweist sich insofern als schwierig, da bereits zahlreiche Autoren zum Teil sehr unterschiedliche Definitionen, überdies mit jeweils allgemeinerem oder speziellerem Charakter, vorgenommen haben. So sind Städtesysteme etwa bei Blotevogel und Möller schlicht „Gesamtheiten von geordneten, miteinander in Wechselbeziehungen stehenden Elementen.“, mit den Städten als Elemente des Systems (1992, S. 116 nach Zahn 1972). Kunzmann hingegen nimmt bereits eine raumbezogene Einschränkung vor, indem er festhält, ein Städtesystem sei ein „Netz von Städten, also das System der Städte in einer Region, einem Land oder in Europa, die jeweils unterschiedliche Funktionen ausüben.“ (Scibbe 2000, S. 32). Daneben geht aus dieser Definition bereits die teilweise problematische Unschärfe im Umgang mit den Begriffen Städtesystem und Städtenetz hervor, da diese hier synonym verwendet werden. Die zentrale Aussage von Kunzmanns Definition ist jedoch, dass die Städte in einem System unterschiedliche Funktionen ausüben – ein Aspekt, der besonders hinsichtlich der bereits von Blotevogel und Möller geforderten Wechselbeziehungen Bedeutung besitzt. Diese Systembeziehungen und die daraus resultierenden Strukturen – beide werden in den folgenden Abschnitten noch näher erläutert – sind funktional begründbar, die Funktionsunterschiede zwischen Städten sind bei der Betrachtung von Städtesystemen also durchaus zu berücksichtigen (vgl. Heineberg 2006, S. 79).

Dieser Arbeit soll aber – auch hinsichtlich einer trennscharfen Unterscheidung von den Städtenetzen – Heinz Heinebergs Abgrenzung als Grundlage dienen. Sie besagt, Städtesysteme seien die „Gesamtheit der Städte eines Raumes, z.B. eines Kulturerdteils, eines Staates oder einer Region; dabei sind die Beziehungen (sog. Systembeziehungen) zwischen den einzelnen Städten (als Elemente des Systems) von Bedeutung.“ (Heineberg 2007, S. 335). Auch Heineberg misst also den Systembeziehungen eine ähnlich große Bedeutung bei, wie dies bereits aus den beiden vorangegangenen Definitionen abzuleiten ist. Aufschluss darüber, welche besonderen Beziehungen dies im Einzelnen sind, soll der folgende Abschnitt geben.

2.2 Systembeziehungen in Städtesystemen

Nach Bartels lassen sich zwei verschiedene Arten von Systembeziehungen in Städtesystemen unterscheiden (vgl. Heineberg 2007, S. 337). Diese sind einerseits die ‚Interrelationen‘ und andererseits die ‚Interaktionen‘ zwischen Städten. Beide Beziehungstypen lassen sich weiter differenzieren, sodass sich im Wesentlichen je drei Unterteilungen festmachen lassen.

Eine erste Art der Interrelation stellen die ‚räumlichen Lagebeziehungen‘ dar, mit welchen verschiedene Distanztypen gemeint sind. Neben metrischen Distanzen, wie etwa die Entfernung in Kilometern zwischen zwei Städten, sind hier auch Zeitdistanzen und Kostendistanzen relevant (vgl. Heineberg 2007, S. 337). Bezug nehmend auf die klassischen Standorttheorien von Thünen und Weber, spielen letztere beispielsweise in der Agrar- und Wirtschaftsgeographie eine wichtige Rolle, indem sie eine Grundlage für die Berechnung von Standortfaktoren bilden (vgl. Heineberg 2007, S. 133f & S. 160f).

Als zweite Art der Interrelation führt Bartels die so genannten ‚Größen- oder Teilhabe-Relationen‘ an. Sie bezeichnen bestimmte Verhältnisse einzelner Städte eines Raumes, anteilsmäßig bezogen auf den Gesamtraum. Darunter fallen neben Einwohneranteilen zum Beispiel auch Wirtschaftskraftverhältnisse, sodass sich als ein Beispiel etwa der Anteil nennen ließe, den eine bestimmte Stadt am Bruttoinlandsprodukt der Bundesrepublik Deutschland ausmacht (vgl. Heineberg 2007, S. 337).

Die ‚Strukturrelationen‘ entsprechen dem dritten Interrelationstyp zwischen Städten. Dabei handelt es sich um strukturelle Aspekte der Unterscheidung, zu denen etwa Unterschiede in der Beschäftigungsstruktur nach Wirtschaftssektoren oder in der zentralörtlichen Ausstattung zählen. Abbildung 1 gibt exemplarisch für solche Strukturrelationen einen Überblick über die bundesweit unterschiedlichen prozentualen Anteile der Beschäftigten am Dienstleistungssektor im Jahr 2009.

Abbildung 1: Erwerbstätige der Dienstleistungsbereiche in % der Erwerbstätigen insgesamt 2009

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2012.

Auch die Interaktionen zwischen Städten sind in drei verschiedene Typen unterteilbar. Als ersten Typ führt Bartels die ‚Interaktionswege‘ an. Sie umfassen jegliche Arten von Verkehrswegen und Informationskanälen. Hierfür können zahlreiche Beispiele angeführt werden, die von Autobahnen und Schienenfernverkehrsverbindungen über Luftfahrtwege und Telefonleitungen bis hin zu Internet- und Satellitenverbindungen reichen (vgl. Heineberg 2007, S. 337).

Die tatsächlichen Verkehrs- und Kommunikationsströme, die mittels dieser Wege stattfinden, bilden als so genannte ‚Interaktionsströme‘ den zweiten Interaktionstyp. Sie können quantifiziert und zueinander in Beziehung gesetzt werden, wie in Abbildung 2 am Beispiel der interkontinentalen Internet-Kommunikationsströme dargestellt wird.

Als dritten und letzten Interaktionstyp nennt Bartels die ‚Machtbeziehungen‘ zwischen Städten. Diese seien „Ausdrucksformen der gesellschaftlich-organisatorischen Abhängigkeiten einzelner Städte voneinander.“ (Heineberg 2007, S. 337). So stehen etwa die Städte eines Bundeslandes gegenüber der jeweiligen Landeshauptstadt oder die Ortschaften eines Landkreises gegenüber einer Kreisstadt in einem Abhängigkeits-verhältnis.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Städtesysteme und Städtenetze. Nachhaltige Entwicklung mit Städtenetzen
Hochschule
Universität Augsburg  (Institut für Geographie)
Veranstaltung
Proseminar Humangeographie 2
Note
1,7
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V284625
ISBN (eBook)
9783656848851
ISBN (Buch)
9783656848868
Dateigröße
3797 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
städtesysteme, städtenetze, nachhaltige, entwicklung, städtenetzen
Arbeit zitieren
Sebastian Brumann (Autor), 2012, Städtesysteme und Städtenetze. Nachhaltige Entwicklung mit Städtenetzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284625

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