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Im Fokus der Kindeswohlgefährdungen. Die Schnittstellenproblematik des §8a SGB VIII zwischen Jugendamt und Schulen

Title: Im Fokus der Kindeswohlgefährdungen. Die Schnittstellenproblematik des §8a SGB VIII zwischen Jugendamt und Schulen

Bachelor Thesis , 2014 , 115 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Barbara Wunder (Author)

Social Work
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Der Kinderschutz in der Schule und der Beitrag der Lehrkräfte sind für die Prävention, Früherkennung und Intervention in Fällen der Gefährdung des Kindeswohls besonders wichtig. Nicht zuletzt deshalb, weil sich Kinder und Jugendliche einen Großteil ihrer Zeit in der Schule aufhalten und LehrerInnen mit am häufigsten Fälle, in denen Kinder misshandelt oder vernachlässigt werden, entdecken können. Hierbei ist vor allem eine gute Kooperation mit den KollegInnen, JugendsozialarbeiterInnen, SchulpsychologInnen und der Schulleitung notwendig. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit mit der zuständigen Fachbehörde, dem Jugendamt. Nur in gemeinsamer Verantwortung, können beide Stellen effektiv zum Kinderschutz beitragen. Mit einem geeigneten Instrument könnten LehrerInnen durch verbindliche Verfahren und Reaktionsketten mehr Handlungssicherheit erhalten und das Gefühl des „Alleinseins“ in Fällen von Kindeswohlgefährdung kann damit vermindert werden. Dieses Instrument kann zudem helfen, einen adäquaten Umgang mit den betroffenen Kindern, Jugendlichen und deren Eltern zu finden und es erleichtern, zusammen mit ihnen an Hilfemöglichkeiten zu arbeiten.
Durch zahlreiche Befragungen von SchulleiterInnen aller Schulformen und MitarbeiterInnen eines Jugendamtes wurde der Inhalt eines solchen Instruments, eines Handlungsleitfadens, ermittelt und dessen Notwendigkeit überprüft. Die Befragungen sollten vor allem die praktische Anwendbarkeit dieser Hilfestellung garantieren, da nur „Betroffene“ aus der Praxis die erforderlichen und nützlichen Inhalte benennen können.
Die Standardisierung fachlichen Handelns an Schulen und die verbindliche Form interinstitutioneller Zusammenarbeit zwischen Schulen und dem Jugendamt hilft, Barrieren abzubauen und die für den Kinderschutz notwendige Kooperation in eine richtige Richtung zu lenken. Es kann nur frühzeitig interveniert werden, wenn alle beteiligten Stellen, demzufolge auch Schulen und LehrerInnen, verantwortungsbewusst mit dem Thema Kinderschutz umgehen. Denn das Gesamtziel aller ist es, den Kindern und Jugendlichen einen guten Start in ihr weiteres Leben zu ermöglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Problementwicklung und zentrale These

1.1.Themenstellung und Gegenstandsbereich

1.2. Erkenntnisinteresse und Ziel

1.3. Lösungsmöglichkeiten

1.4. Zentrale These

1.5. Methodisches Vorgehen

2. Begriffliche Grundlagen

2.1. Kindeswohlgefährdung

2.2. Schnittstellenproblematik zwischen Jugendamt und Schule

2.3. Allgemeiner Sozialer Dienst

2.3.1. Entwicklung des Allgemeinen Sozialen Dienstes

2.3.2. Aufgaben des Allgemeinen Sozialen Dienstes

2.3.3. Der Allgemeine Soziale Dienst im Jugendamt XY

3. Rechtliche Grundlagen

3.1. Grundgesetz

3.2. Bundeskinderschutzgesetz

3.3. Kinderschutz in der Schule

3.3.1. Bayerisches Erziehungs- und Unterrichtsgesetz

3.3.2. Vorgehen gemäß §4 KKG

3.3.3. Insoweit erfahrene Fachkraft

3.4. Kinderschutz im Jugendamt

3.4.1. Vorgehen nach dem §8a SGB VIII

3.4.2. Gewichtige Anhaltspunkte für die Gefährdung des Kindeswohls

3.4.3. Zusammenwirken von Jugendamt und Schule bei „§8a- Fällen“

4. Vorgaben zum Umgang mit Kindeswohlgefährdung für Schulen

4.1. Vorgaben des Bundeslandes Bayern

4.2. Vorgaben des Bundeslandes Berlin

4.3. Vorgaben des Bundeslandes Sachsen- Anhalt

5. Gesprächsergebnisse

5.1. Expertenbefragungen

5.2. Auswertung

5.3. Lösungsmöglichkeiten

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unzureichende Kooperation zwischen Jugendamt und Schulen im Landkreis XY in Bezug auf den Kinderschutz. Ziel ist es, die Schnittstellenproblematik zu analysieren und ein praktisches Instrument in Form eines Handlungsleitfadens zu entwickeln, das Lehrkräfte und Jugendsozialarbeiter dabei unterstützt, Fälle von Kindeswohlgefährdung rechtssicher zu identifizieren, zu melden und adäquat zu behandeln.

  • Analyse der Schnittstellenproblematik zwischen Jugendamt und Schulen
  • Untersuchung rechtlicher Grundlagen (SGB VIII, KKG, BayEUG)
  • Empirische Untersuchung mittels Leitfadeninterviews mit Experten aus Schule und Jugendamt
  • Entwicklung eines praxisorientierten Handlungsleitfadens für Schulen
  • Verbesserung der Kommunikation und des Informationsaustauschs zur Sicherung des Kindeswohls

Auszug aus dem Buch

2.1. Kindeswohlgefährdung

Den Begriff der „Kindeswohlgefährdung“ hat der Bundesgerichtshof, kurz „BGH“, schon 1956 definiert. Darin heißt es: „Eine gegenwärtige, in einem solchen Maße vorhandene Gefahr, dass sich bei der weiteren Entwicklung eine erhebliche Schädigung mit ziemlicher Sicherheit voraussehen lässt“. Nach der Rechtssprechung des Bundesgerichtshofs wird eine Gefährdung des Kindeswohls durch die Auswirkungen bestimmter Tatbestände auf das psychische und oder physische Wohl des Kindes definiert. Diese Tatbestände sind Formen von Kindeswohlgefährdung. Sie werden im weiteren Verlauf der Arbeit genauer in Zusammenhang mit „gewichtigen Anhaltspunkten“ geklärt. Kurz vorab sind dies körperliche Misshandlung, Vernachlässigung, seelische Misshandlung, sexuelle Misshandlung, Gefährdung durch häusliche Gewalt, Gefährdung bei psychisch kranken Eltern und Gefährdung bei Eltern mit Suchtproblemen (vgl. BLJA 2013, S. 3 ff.). Anhand der Definition des Bundesgerichtshofs ergeben sich bestimmte Kriterien für eine Kindeswohlgefährdung. Diese sind eine erhebliche Gefährdungssituation, eine mögliche zukünftige Schädigung und die Wahrscheinlichkeit des Schadeneintritts (vgl. ebd., S. 7). Somit werden heute sämtliche Formen von Gefährdungen und Schädigungen an Kindern und Jugendlichen mit dem Begriff „Kindeswohlgefährdung“ zusammengefasst. Der Begriff hat vor allem auch einen präventiven Charakter, was die vorherige Abwendung einer Schädigung des Kindeswohls verdeutlichen soll.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Problematik der Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Schule sowie Formulierung des Ziels, ein Instrument zur Verbesserung dieser Kooperation zu schaffen.

1. Problementwicklung und zentrale These: Eingrenzung des Gegenstandsbereichs und Begründung der Relevanz der Arbeit, untersetzt mit der zentralen These, dass ein strukturierter Leitfaden notwendig ist.

2. Begriffliche Grundlagen: Definition wesentlicher Fachbegriffe wie Kindeswohlgefährdung und Allgemeiner Sozialer Dienst zur Schaffung einer gemeinsamen Wissensbasis.

3. Rechtliche Grundlagen: Erläuterung relevanter Gesetze wie Grundgesetz, Bundeskinderschutzgesetz, BayEUG und KKG sowie deren Bedeutung für den schulischen Kinderschutz.

4. Vorgaben zum Umgang mit Kindeswohlgefährdung für Schulen: Gegenüberstellung bestehender Regelungen in den Bundesländern Bayern, Berlin und Sachsen-Anhalt.

5. Gesprächsergebnisse: Darstellung und Analyse der Experteninterviews mit Schulleitern und Jugendamtsmitarbeitern zur Erhebung des Ist-Zustandes und von Optimierungsmöglichkeiten.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Begründung der Notwendigkeit des entwickelten Handlungsleitfadens zur nachhaltigen Verbesserung der Kooperation.

Schlüsselwörter

Kindeswohlgefährdung, Jugendamt, Schule, Kooperation, Kinderschutz, §8a SGB VIII, KKG, Handlungsleitfaden, Schnittstellenproblematik, Sozialer Dienst, Lehrerbildung, Prävention, Gefährdungseinschätzung, Fallmanagement, Netzwerkarbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Jugendamt und Schulen im Landkreis XY, um den Kinderschutz bei Gefährdungsfällen zu verbessern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Schnittstellenproblematik zwischen Schule und Jugendhilfe, die rechtlichen Pflichten aus §8a SGB VIII und §4 KKG sowie die praktische Anwendung von Kinderschutzkonzepten an Schulen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet: „Wie kann die Schnittstelle Jugendamt und Schule in Gefährdungsfällen besser funktionieren und so zum Kinderschutz beitragen?“ Ziel ist die Entwicklung eines praxisorientierten Handlungsleitfadens.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt Literaturanalysen rechtlicher und fachlicher Grundlagen sowie qualitative Leitfadeninterviews mit Schulleitern und Mitarbeitern des Jugendamtes zur Datengewinnung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (begrifflich und rechtlich), eine Analyse bestehender Vorgaben in verschiedenen Bundesländern und eine detaillierte Auswertung der Expertenbefragungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Kindeswohlgefährdung, Kooperation, §8a SGB VIII, Schnittstellenproblematik, Handlungsleitfaden, Gefährdungseinschätzung und Fallmanagement.

Welche Rolle spielt die „insoweit erfahrene Fachkraft“?

Sie fungiert als beratende Instanz für Fachkräfte (z.B. Lehrer), um die Risikoeinschätzung bei Verdachtsfällen fachlich zu unterstützen, ohne dabei die Fallverantwortung zu übernehmen.

Warum ist ein standardisiertes Verfahren so wichtig?

Ein standardisiertes Verfahren beendet die informelle und unstrukturierte Vorgehensweise an Schulen, reduziert die Handlungsunsicherheit der Lehrkräfte und stellt sicher, dass notwendige Informationen bei der Meldung an das Jugendamt korrekt übermittelt werden.

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Details

Title
Im Fokus der Kindeswohlgefährdungen. Die Schnittstellenproblematik des §8a SGB VIII zwischen Jugendamt und Schulen
College
University of Applied Sciences Nuremberg  (Technische Hochschule Nürnberg)
Grade
1,0
Author
Barbara Wunder (Author)
Publication Year
2014
Pages
115
Catalog Number
V284657
ISBN (eBook)
9783656845072
ISBN (Book)
9783656845089
Language
German
Tags
Kindeswohlgefährdung §8a SGB VIII Zusammenarbeit von Jugendamt und Schule Schnittstellenproblematik Handlungsleitfaden Leitfaden zur Zusammenarbeit Kinderschutz adäquater Umgang mit Fällen der Gefährdung des Kindeswohls §4 KKG Bundeskinderschutzgesetz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Barbara Wunder (Author), 2014, Im Fokus der Kindeswohlgefährdungen. Die Schnittstellenproblematik des §8a SGB VIII zwischen Jugendamt und Schulen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284657
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