Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Methoden im Liquiditätsrisikomanagement vorzustellen und zu beurteilen. Es werden dabei neben den traditionellen auch die innovativen - neu entwickelten - Methoden zur Liquiditätsrisikomessung vorgestellt und kritisch begutachtet. Zudem werden die Methoden und Instrumente zur Bewertung und Steuerung von Liquiditätsrisiken in Banken erläutert und ebenfalls bewertet.
Die Vorgehensweise wird im Folgenden dargestellt: Im Anschluss an diese Einleitung werden die aufsichtsrechtlichen Anforderungen und gesetzlichen Bestimmungen im Liquiditätsmanagement von Banken mit dem Ziel dargestellt, einen Überblick über die derzeitigen Regelungen zu geben und auf aktuelle Veränderungen - z. B. die Einführung der MaRisk - hinzuweisen.
Den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit bildet das folgende Kapitel. In diesem werden die Methoden zur Messung, Bewertung und Steuerung von Liquiditätsrisiken untersucht. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken. Hier hat aufgrund der neuen qualitativen Anforderungen durch die MaRisk, eine starke Weiterentwicklung stattgefunden, indem z. B. neue Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken entwickelt wurden. Die Vorgehensweise zeichnet sich im ersten Teil des dritten Kapitels dadurch aus, dass zuerst - insbesondere auf Grundlage der Ansprüche der MaRisk - Anforderungen an die Methoden der Liquiditätsrisikomessung formuliert werden und auf die Risikomaße eingegangen wird. Im Anschluss daran werden Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken vorgestellt und kritisch auf Basis der formulierten Anforderungen beurteilt. Der zweite Teil beschäftigt sich im Anschluss mit der Bewertung von Liquiditätsrisiken. Die zentrale Frage lautet hier: Mit welchen Methoden kann das Ergebnis der Risikomessung bewertet werden, um Handlungsempfehlungen für angemessene Steuerungsmaßnahmen ableiten zu können?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Liquiditätsrisikomanagement im Kontext des Risikophasenmodells
2.1 Entwicklungen im Liquiditätsmanagement von Banken
3 Methoden im Liquiditätsrisikomanagement von Banken
3.1 Messung von Liquiditätsrisiken
3.1.1 Anforderungen an die Methoden
3.1.2 Risikomaße
3.1.3 Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken
3.1.3.1 Risikostrukturkennzahlen
3.1.3.2 Liquiditätsablaufbilanz
3.1.3.3 Liquidity at Risk Konzept
3.1.3.4 Money at Risk Konzept
3.1.4 Beurteilung der Methoden zur Messung von Liquiditätsrisiken
3.1.4.1 Liquiditätskoeffizienten des Grundsatzes II
3.1.4.2 Risikostrukturkennzahlen
3.1.4.3 Liquiditätsablaufbilanz
3.1.4.4 Liquidity-at-Risk-Konzept
3.1.4.5 Money at Risk Konzept
3.1.5 Zusammenfassende Beurteilung
3.2 Bewertung von Liquiditätsrisiken
3.3 Steuerung von Liquiditätsrisiken
3.3.1 Methoden zur Steuerung von Liquiditätsrisiken
3.3.1.1 Aktive Steuerungsmaßnahmen und deren Instrumente
3.3.1.2 Passive Steuerungsmaßnahmen und deren Instrumente
3.3.2 Beurteilung der Methoden zur Steuerung von Liquiditätsrisiken
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Methoden im Liquiditätsrisikomanagement von Banken vorzustellen und kritisch zu beurteilen, um eine fundierte Basis für die Messung, Bewertung und Steuerung dieser Risiken zu schaffen. Dabei werden insbesondere die Anforderungen durch aufsichtsrechtliche Vorgaben wie die MaRisk adressiert.
- Vorstellung traditioneller Methoden zur Liquiditätsrisikomessung.
- Analyse innovativer Konzepte (LaR, Money at Risk).
- Kritische Würdigung der Bewertungsmethoden von Liquiditätsrisiken.
- Untersuchung aktiver und passiver Steuerungsinstrumente.
- Diskussion der aufsichtsrechtlichen Anforderungen durch die MaRisk.
Auszug aus dem Buch
3.1.3.1 Risikostrukturkennzahlen
Risikostrukturkennzahlen stellen entweder risikobehaftete Geschäfte oder Indikatoren, die den Eintritt bestimmter Risiken anzeigen, in ein Verhältnis zu bestimmten Bezugsgrößen. Die konkrete Ausgestaltung der Kennziffern erfolgt institutsindividuell, so dass Besonderheiten berücksichtigt werden können. Die in ABBILDUNG 6 dargestellten Risikostrukturkennzahlen zeigen beispielhaft einige Möglichkeiten.
Der Liquiditätsindex setzt die Summe der laufzeitgewichteten Aktiva ins Verhältnis zu der Summe der laufzeitgewichteten Passiva. Er zeigt damit bei gleichem Aktiv- und Passivvolumen an, dass die Aktivbindung im Durchschnitt das x-fache der durchschnittlichen Passivbindung darstellt. Das Ausmaß der Fristentransformation und damit verbunden auch das Liquiditätsrisiko sind also umso größer, je größer der Liquiditätsindex ist. Die zweite Kennzahl macht Aussagen zum aktivischen Abrufrisiko und setzt offene (Groß-)Kreditzusagen ins Verhältnis zur Liquiditätsreserve. Auch hier kann die Schlussfolgerung „Je größer die Kennzahl desto größer das Risiko!“ gezogen werden, da mit zunehmender Kennzahl die Liquiditätsreserve bei Abruf der gegebenen Kreditzusagen stärker in Anspruch genommen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung des Liquiditätsrisikomanagements aufgrund von Strukturveränderungen an den Finanzmärkten und neuen regulatorischen Anforderungen wie den MaRisk.
2 Liquiditätsrisikomanagement im Kontext des Risikophasenmodells: Hier wird der Begriff des Liquiditätsmanagements definiert und in den Risikomanagementprozess, bestehend aus Identifikation, Beurteilung, Steuerung und Überwachung, eingeordnet.
3 Methoden im Liquiditätsrisikomanagement von Banken: Das Hauptkapitel befasst sich mit der Vorstellung und kritischen Analyse verschiedener Mess-, Bewertungs- und Steuerungsmethoden, wobei zwischen traditionellen und innovativen Ansätzen unterschieden wird.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Fortschrittlichkeit der innovativen Ansätze trotz ihrer hohen Komplexität und weist auf den weiteren Forschungsbedarf hin.
Schlüsselwörter
Liquiditätsrisikomanagement, Risikomessung, Risikobewertung, Risikosteuerung, MaRisk, Liquiditätsrisiko, Liquiditätsablaufbilanz, Risikostrukturkennzahlen, Liquidity at Risk, Money at Risk, Zahlungsfähigkeit, Fristentransformation, Risikophasenmodell, Bankenaufsicht, Liquiditätsreserve
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Liquiditätsrisikomanagement in Banken und untersucht ausgewählte Methoden, um diese Risiken zu messen, zu bewerten und zu steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der qualitativen und quantitativen Messung von Liquiditätsrisiken, der Bewertung dieser Risiken mittels interner Instrumente sowie verschiedenen aktiven und passiven Steuerungsmaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, traditionelle und innovative Methoden zur Messung und Steuerung von Liquiditätsrisiken unter Berücksichtigung aktueller aufsichtsrechtlicher Anforderungen (MaRisk) kritisch zu analysieren und zu beurteilen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte Analyse, in der verschiedene Mess- und Steuerungsmodelle auf ihre Eignung, Nachvollziehbarkeit und aufsichtsrechtliche Konformität geprüft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl traditionelle Methoden (wie Liquiditätsablaufbilanzen und Kennzahlen) als auch innovative Ansätze (LaR, Money at Risk) vorgestellt, auf Basis definierter Gütekriterien beurteilt und die Möglichkeiten der Risikosteuerung in aktive und passive Maßnahmen unterteilt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Liquiditätsrisiko, MaRisk, Risikommessung, Liquiditätsablaufbilanz, LaR und Risikosteuerung.
Warum ist das "Money at Risk" Konzept für Banken relevant?
Es ermöglicht eine monetäre Bewertung des Liquiditätsrisikos in einem definierten Negativ-Szenario, was eine bessere Integration in das Gesamtbankrisiko erlaubt als rein statische Kennzahlen.
Inwiefern beeinflussen die MaRisk das Liquiditätsmanagement?
Die MaRisk fordern angemessene, institutsindividuelle Prozesse zur Messung und Steuerung wesentlicher Risiken, was Banken dazu zwingt, ihre Methoden qualitativ weiterzuentwickeln und eine strukturierte Betrachtung aller Liquiditätsrisiken zu implementieren.
- Quote paper
- Dipl.-Kauffrau, Dipl.-Handelslehrerin Stefanie Goder (Author), 2006, Liquiditätsrisikomanagement in Banken. Ausgewählte Methoden zur Messung, Bewertung und Steuerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284777