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Das Selbstverständnis des Marineoffiziers im Wandel des 20. Jahrhunderts

54. Historisch-Taktische Tagung der Flotte 2014: „100 Jahre 'Weltenbrand'- Die Gegenwärtigkeit des Ersten Weltkrieges“

Title: Das Selbstverständnis des Marineoffiziers im Wandel des 20. Jahrhunderts

Research Paper (undergraduate) , 2014 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom Kaufmann Hans-Christian Stockfisch (Author)

Sociology - War and Peace, Military
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Zusammenfassung vom Deutschen Marine Institut (DMI) e.V. :
Oberleutnant zur See Hans-Christian Stockfisch betrachtete in seinem Vortrag „Das Selbstverständnis des Marineoffiziers im Wandel des 20. Jahrhunderts“.
Ausgehend von den Idealvorstellungen in den Leitbildern für die Seeoffiziere der Kaiserlichen Marine und der nachfolgenden Marine, die als Soldaten bis 1945 alle Angehörige eines aus der Gesellschaft herausgehobenen Standes waren, bemängelte er das Fehlen eines klaren Leitbildes für die heutigen Marineoffiziere. Er beschrieb eine heutige Tendenz zur bloßen funktionalen Berufsauffassung und plädierte für die Schaffung eines neuen Leitbildes für Marineoffiziere mit dem Ziel, ein neues Selbstverständnis zu entwickeln.

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Gliederung

1. Einleitung

1.1 Problematik

1.2 Definitionen

2. Selbstverständnis im Wandel

2.1 Seeoffizier aus Berufung

2.2 Versagen in der Kaiserlichen Marine

2.3 Neuentwicklung in der Reichsmarine

2.4 Bewährung in der Kriegsmarine

2.5 Bruch nach dem Krieg

2.6 Konturen in der Bundesmarine

2.7 Transformation in der Deutschen Marine

3. Vom Seeoffizier zum akademischen Manager in Uniform

4. Koordinaten für die Zukunft

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit analysiert den historischen Wandel des Selbstverständnisses von Marineoffizieren im 20. Jahrhundert, um die heutige Identitätskrise innerhalb der Bundeswehr zu verstehen und konkrete Empfehlungen für eine Rückbesinnung auf das Leitbild der Berufung zu formulieren.

  • Historische Entwicklung des Selbstbildes in Kaiserlicher Marine, Reichsmarine und Kriegsmarine.
  • Analyse der Entfremdungsprozesse zwischen Gesellschaft und Bundeswehr.
  • Kritische Bewertung der akademischen und funktionalen Berufsauffassung in der modernen Marine.
  • Notwendigkeit einer Rückbesinnung auf „Innere und Äußere Haltung“ als Führungsgrundlage.
  • Entwicklung von Zukunfts-Koordinaten zur Stärkung der Führungspersönlichkeit.

Auszug aus dem Buch

2.1 Seeoffizier aus Berufung

Eine solche Verpflichtung galt in der wilhelminischen Gesellschaft, in der sich die Marineoffiziere zu ihrem Dienst berufen oder sogar geboren fühlten. Das imperialistische Weltmachtstreben der Nationen, weckte auch im deutschen Kaiserreich den Wunsch nach einem „Platz an der Sonne“. Dieser Wunsch erzeugte eine Flottenbegeisterung, die in einem entsprechend starken Selbstbewusstsein resultierte, nachdem Wilhelm II. die deutsche Hochseeflotte 1914 zur zweitmächtigsten der Welt entwickelt hatte. Dem Seeoffizierkorps wurde daher der erste Stand im Staate zugesprochen. Die Offiziere fühlten sich folglich im besonderen Maße dem Kaiser und damit der Verteidigung von Thron und Vaterland verpflichtet. Das Seeoffizierkorps rekrutierte seinen Nachwuchs vornehmlich aus dem wohlhabenden Mittelstand und dem Adel. Neben der Herkunft galt der Charakter eines jungen Kadetten als ausschlaggebend für die Aufnahme in die Reihen der Seeoffiziere. In der Auslese galt der Grundsatz „Charakter geht über Leistung“. Der Schwerpunkt der Ausbildung lag entsprechend auf der „Charakterbildung, Erziehung zu vorbildlicher Haltung und Pflichterfüllung und Festigung der Persönlichkeit“ und somit weniger auf der Vermittlung von Fachwissen aller Art. Die exklusive Auswahl des Nachwuchses hatte den „Vorteil, dass das Gros der Anwärter schon mehr oder weniger `salonfähig` war“. Folglich musste die Marineschule nur noch ergänzende Ausbildung betreiben, um den Marineoffizier in seinen gesellschaftlichen Formen zu festigen. Darüber hinaus prägten die Ausbildungsreisen die traditionell zum Seemann gehörende weltoffene Haltung aus. Trotz dieser Bildung hielt sich der Seeoffizier aus innerpolitischen Diskussionen fern und ordnete sich ganz dem persönlichen Willen des Kaisers unter. Im internen Ranggefüge der Marine unterschied man strikt zwischen den elitären Seeoffizieren und den weniger angesehenen Ingenieuroffizieren. Diese waren aufgrund des zunehmend hohen Technisierungsgrades der Einheiten zwar für den Betrieb wichtig, stammten aber überwiegend aus den niederen Kreisen der Gesellschaft und wurden ihrem Sozialmilieu entsprechend segmentiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die Problematik des fehlenden Leitbildes und der zunehmenden Identitätsentfremdung des Marineoffiziers in der heutigen Zeit.

2. Selbstverständnis im Wandel: Zeichnet historisch die Entwicklung von der ständisch geprägten Berufung in der Kaiserzeit bis zur Transformation in der heutigen Deutschen Marine nach.

3. Vom Seeoffizier zum akademischen Manager in Uniform: Kritisiert die bürokratische und funktionale Ausrichtung der modernen Offizierausbildung und die daraus resultierende Schwächung des Führungsanspruchs.

4. Koordinaten für die Zukunft: Bietet konkrete Handlungsempfehlungen für die Neugestaltung des Leitbildes und die Stärkung des Selbstverständnisses als Führungskraft.

Schlüsselwörter

Marineoffizier, Selbstverständnis, Innere Führung, Berufsauffassung, Berufung, Menschenführung, Bundesmarine, Soldaten, Truppenführung, Traditionsverständnis, Transformation, Offizierausbildung, militärische Identität, Führungspersönlichkeit, Kameradschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Es geht um die Analyse des historischen Wandels des Selbstbildes von Marineoffizieren über das 20. Jahrhundert hinweg, um die heutige Identitätskrise in den Streitkräften zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themen umfassen die wilhelminische Prägung des Offizierskorps, die Bewährung und das Versagen in verschiedenen Kriegsepochen sowie die soziologische Entfremdung in der modernen Bundeswehr.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Das Ziel ist die Ableitung von „Koordinaten für die Zukunft“, um dem Marineoffizier wieder ein gefestigtes, auf Berufung basierendes Selbstverständnis zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, indem er frühere Marineepochen (Kaiserliche Marine, Reichsmarine, Kriegsmarine, Bundesmarine) in Bezug auf deren Werte und Führungskonzeptionen gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Chronologie sowie eine kritische Bewertung der modernen „Manager-Mentalität“ und der bürokratischen Ausgestaltung von Dienstvorschriften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?

Schlüsselbegriffe sind Selbstverständnis, Marineoffizier, Innere Führung, Berufung, Menschenführung, Transformation und Tradition.

Warum hält der Autor die moderne Offizierausbildung für problematisch?

Er kritisiert, dass zu stark auf akademische Studienleistungen fokussiert wird und das „Mensch-Sein“ sowie die Haltung als Führer und Erzieher in den Hintergrund treten.

Was bedeutet der Begriff „Berufung“ in diesem Kontext?

Berufung steht für die persönliche Hingabe, sich höheren, dem Allgemeinwohl dienenden Werten zu verpflichten, im Gegensatz zu einem rein funktionalen Verständnis als „Job“.

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Details

Title
Das Selbstverständnis des Marineoffiziers im Wandel des 20. Jahrhunderts
Subtitle
54. Historisch-Taktische Tagung der Flotte 2014: „100 Jahre 'Weltenbrand'- Die Gegenwärtigkeit des Ersten Weltkrieges“
Course
54. Historisch-Taktische Tagung der Flotte 2014
Grade
1,0
Author
Diplom Kaufmann Hans-Christian Stockfisch (Author)
Publication Year
2014
Pages
19
Catalog Number
V284778
ISBN (eBook)
9783656847007
ISBN (Book)
9783656847014
Language
German
Tags
Selbstverständnis Marineoffizier Kaiserliche Marine Reichsmarine Kriegsmarine Bundesmarine Deutsche Marine Offiziercorps Offizierkorps Rede HiTaTa Historisch Taktische Tagung Seeoffizier
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom Kaufmann Hans-Christian Stockfisch (Author), 2014, Das Selbstverständnis des Marineoffiziers im Wandel des 20. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284778
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