Warum ist es wichtig, sich mit Motivationsprozessen auseinanderzusetzen? Zunächst einmal wird gerade das Gefühlsleben von Schülerinnen und Schülern durch ein ausgeprägtes Gefühl von Lust oder Unlust dominiert. Dieses Gefühl kann dazu führen, dass sich ein Schüler a) gerne mit einem Thema auseinandersetzt oder b) gar keine Leistungsbereitschaft für ein Thema zeigt.
Die Unterrichtsdidaktik kann nun entscheidend dazu beitragen, ein Gefühl von Unlust zu forcieren, oder ein bereits bestehendes Lustgefühl zu verstärken. Das hiermit verbundene emotionale Erleben steht im Fokus eines motivationsfördernden Unterrichtsansatzes.
Der Verwirklichung eines motivationsfördernden Unterrichtsansatzes muss jedoch zunächst eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Motivationsbegriff vorausgehen, um hieraus Implikationen für die Praxis des Nachhilfeunterrichts entwickeln zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Motivationsbegriff
1.1: Intrinsische Motivation
1.1.1: Flow-Erleben
1.1.2: Motivatoren
1.2: Abgrenzung zur extrinsischen Motivation
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie durch gezielte didaktische Ansätze und die Berücksichtigung von Motivationsfaktoren Lernprozesse individuell gefördert und die intrinsische Motivation von Schülern gestärkt werden kann.
- Bedeutung der intrinsischen Motivation im Nachhilfeunterricht
- Förderung des sogenannten „Flow-Erlebens“ beim Lernen
- Rolle von Motivatoren wie Leistung, Anerkennung und Verantwortung
- Differenzierung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation
- Praktische Implikationen für die Gestaltung eines motivierenden Unterrichts
Auszug aus dem Buch
1.1.1: Flow-Erleben
Das „Flow-Erleben“ kann nach Maier (vgl. Gabler Wirtschaftslexikon) als Voraussetzung für die Herausbildung intrinsischer Motivationsprozesse gesehen werden.
Es beschreibt ein „bes. positives emotionales Erleben bei einer Tätigkeit, das dadurch charakterisiert ist, dass eine Person ganz auf ihr Tun konzentriert ist und darin aufgeht, sich selbst dabei vergisst, das Zeitgefühl weitgehend verloren ist („Die Zeit vergeht wie im Flug”). Dieses emotionale Erleben kann sich dann einstellen, wenn die [wahrgenommenen Anforderungen der Tätigkeit den Fähigkeiten entsprechen]. Der Anreiz bei einer solchen Handlung liegt nicht in erwarteten Handlungskonsequenzen (extrinsische Motivation), sondern in der Ausführung der Handlung selbst (intrinsische Motivation).“ (Maier, Gabler Wirtschaftslexikon, Stichwort: Flow-Erleben, abgerufen am 19.12.2013)
Vorbedingung für ein „Flow-Erleben“ ist also, dass die „wahrgenommenen Anforderungen“ (Maier, 2013) einer Aufgabenstellung den Fähigkeiten des Lernenden entsprechen. Hieraus leitet sich für die individuelle Förderung (Nachhilfe) ein unmittelbarer Auftrag zur didaktischen Reduktion ab. Die Vermittlung der Inhalte darf den Schüler nicht überfordern. Stattdessen sollten Sie sich die Frage stellen „Was kann mein Schüler? Mit Hilfe welcher Aufgabenstellung kann ich dazu beitragen, dass ein „Flow-Erleben“ positiv begünstigt wird?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Motivationsbegriff: Dieser Abschnitt legt die theoretische Grundlage durch die Definition der intrinsischen Motivation und deren Abgrenzung zur extrinsischen Motivation.
1.1: Intrinsische Motivation: Hier wird der Kernbegriff der inneren Anreize beleuchtet und analysiert, wie äußere Faktoren die Motivation beeinflussen können.
1.1.1: Flow-Erleben: Dieses Kapitel erläutert den Zustand des vollständigen Aufgehens in einer Tätigkeit als wesentliche Voraussetzung für nachhaltige Lernmotivation.
1.1.2: Motivatoren: Es werden zentrale Faktoren wie Anerkennung und Verantwortung vorgestellt, die zur Steigerung der Leistungsbereitschaft und Arbeitszufriedenheit beitragen.
1.2: Abgrenzung zur extrinsischen Motivation: Dieses Kapitel zieht eine klare Trennlinie zwischen intrinsischen Prozessen und rein äußeren Belohnungssystemen.
Schlüsselwörter
Motivation, Intrinsische Motivation, Flow-Erleben, Nachhilfeunterricht, Lernmotivation, Motivatoren, Didaktik, Pädagogik, Schülerförderung, Leistungsbereitschaft, Belohnungssysteme, Individuelle Förderung, Unterrichtsgestaltung, Selbstbestimmung, Lernprozesse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Motivationsprozesse von Schülern im Rahmen des Nachhilfeunterrichts individuell gefördert werden können, um eine nachhaltige intrinsische Lernmotivation aufzubauen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der intrinsischen Motivation, dem Konzept des „Flow-Erlebens“, der Anwendung von Motivatoren in der Unterrichtspraxis und der kritischen Auseinandersetzung mit externen Belohnungssystemen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aus einer fundierten theoretischen Auseinandersetzung mit Motivationsbegriffen konkrete Implikationen für die Praxis des Nachhilfeunterrichts abzuleiten, die dem Schüler zu einem emotional positiven Lernerleben verhelfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte Theoriebildung, die durch Fallbeispiele und deren Analyse aus der pädagogischen Nachhilfepraxis ergänzt wird, um die theoretischen Konzepte in die Anwendung zu bringen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der intrinsischen Motivation, die Untersuchung des Flow-Erlebens, die Darstellung von Motivatoren (wie Anerkennung und Verantwortung) sowie eine praxisnahe Fallanalyse zur Anwendung dieser Konzepte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie intrinsische Motivation, Flow-Erleben, individuelle Förderung, Lernmotivation und pädagogische Motivatoren charakterisiert.
Warum ist das sogenannte „Flow-Erleben“ für den Nachhilfeunterricht so bedeutend?
Das Flow-Erleben ist entscheidend, da es ein tiefes, positives emotionales Engagement bei der Tätigkeit erzeugt, wodurch das Lernen nicht mehr als bloße Pflicht, sondern als erfüllende Aufgabe wahrgenommen wird.
Welche Rolle spielt die „didaktische Reduktion“ bei der Förderung von Schülern?
Die didaktische Reduktion stellt sicher, dass Anforderungen nicht überfordern, sondern exakt an die individuellen Fähigkeiten des Schülers angepasst werden, was eine Grundvoraussetzung für das Eintreten von Flow-Momenten ist.
Wie sollte nach Ansicht des Autors mit Belohnungssystemen umgegangen werden?
Der Autor empfiehlt, Belohnungen nicht primär an das Ergebnis (z.B. eine gute Note) zu knüpfen, sondern das individuelle Bemühen und den Lernfortschritt in den Fokus zu stellen, um die intrinsische Motivation nicht zu schwächen.
- Arbeit zitieren
- Kinder- und Jugendcoach (IPE) Benjamin Doth (Autor:in), 2014, Motivationsprozesse individuell fördern. Implikationen für einen motivationsfördernden Nachhilfeansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284808