Definition Markt
Unter einem Markt versteht man in funktioneller Hinsicht den ökonomischen Ort des Zusammentreffens von Angebot und Nachfrage, an dem sich Preisbildung und Tausch vollziehen5. Über den Markt kann die enorme Vielzahl von Einzelplänen der Unternehmen und Haushalte, welche als wirtschaftliche Entscheidungseinheiten verstanden werden, koordiniert werden6. Dabei unterscheidet man zwischen organisierten und nichtorganisierten Märkten. Der Unterschied liegt in der Vorgabe von bestimmten, festgelegten Regeln, nach denen der Markt funktioniert. Es wird weiterhin differenziert nach Art des Marktzutrittes in offene, beschränkte oder geschlossene Märkte. Liegen zu keiner Zeit Zutrittsbeschränkungen und Austrittsbarrieren für Anbieter vor, spricht man von einem offenen Markt bei freier Konkurrenz. Die Entstehung von geschlossenen Märkten kann u.a. durch staatliche Verfügungen hervorgerufen werden, durch temporäre Geschehnisse entstehen oder auf rechtlichen Gründen beruhen. Nach der Art der Behandlung von Aktionsparametern, insbesondere dem Preis, existieren zwei gegensätzliche Märkte: der regulierte Markt unterliegt behördlichen Eingriffen, zu erkennen u.a. an Fest-, Höchst- und Mindestpreisen, dagegen können auf einem freien Markt die Aktionsparameter autonom bestimmt werden7. Im Idealfall werden auf einem vollkommenen Markt einheitliche bzw. homogene Güter gehandelt unter der Bedingung keiner sachlichen, örtlichen, zeitlichen oder persönlichen Prämisse als auch einer Fülle an Anbietern und Nachfragern, die über jedes Angebot und Nachfrage perfekt informiert sind (vollkommen Markttransparenz)8. Wird mindestens eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, spricht man von einem unvollkommenen Markt bei heterogenen Gütern.
Inhaltsverzeichnis
1. Wirtschaftssysteme
1.1 Einordnung der Marktwirtschaft
2. Märkte
2.1 Definition Markt
2.2 Funktionsweise von Märkten
2.3 Einteilung der Märkte
3. Marktversagen
3.1 Theoretische Grundlagen
3.2 Öffentliche Güter
3.3 Externe Effekte
3.4 Strukturprobleme des Wettbewerbs
3.5 Mangelnde Transparenz für die Konsumenten
4. Aktuelle Beispiele für Marktversagen
4.1 Versagen auf dem Gütermarkt
4.2 Externe Effekte
4.3 Devisenmarkt
4.4 Markt- und Staat- bzw. Politikversagen
4.5 Wettbewerbseinschränkende Strategien: Kartellbildung und Preisabsprachen
4.6 Wettbewerbseinschränkende Strategien: Korruption
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des marktwirtschaftlichen Systems und identifiziert Bereiche, in denen der Marktmechanismus nicht zu einer effizienten Ressourcenallokation führt. Ziel ist es, das Konzept des "Marktversagens" fundiert darzulegen und anhand aktueller Beispiele aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen zu verdeutlichen.
- Grundlegende Funktionsweise von Marktmechanismen und Preisen
- Theoretische Ursachen für Marktversagen (z. B. öffentliche Güter, externe Effekte)
- Analyse von Marktversagen auf dem Güter- und Devisenmarkt
- Problematiken wie Wettbewerbseinschränkungen, Kartellbildung und Korruption
Auszug aus dem Buch
4.5 Wettbewerbseinschränkende Strategien: Kartellbildung und Preisabsprachen
Der Spektakulärste Fall von Preisabsprachen und Kartellbildung in der EU soll hier als Beispiel dienen. 2001 wurde gegen acht Vitaminhersteller wegen ihrer Beteiligung an Preiskartellen zwischen 1989 und 1999 eine gesamt Strafe in Höhe von 855,22 Mio. Euro verhängt. Die größten Anteile entfielen hierbei auf die beiden Branchenriesen Hoffmann La Roche (462 Mio. Euro) und Basf (296 Mio. Euro). Ihnen wurde die Hauptlast der Schuld angerechnet das sie die Schlüsselrolle bei allen Preisabsprachen spielten. Des weiteren ergingen Strafen gegen Takeda Chemical Industries Ltd (37.5 Mio. Euro), Daiichi Pharmaceutical Co Ltd (23.4 Mio. Euro), Eisai Co Ltd (13.23 Mio. Euro), Merck KgaA (9.24 Mio. Euro), Solvay Pharmaceuticals BV (9.10 Mio. Euro) und Aventis SA (5.04 Mio. Euro).
Als besonders Schwerwiegend empfand die Aufklärende Kommission hierbei den Umstand das sich die illegalen Preisabsprachen auf essentielle Nahrungsbestandteile erstreckten, unter anderem auf die Vitamine A, E, B1, B2, B5, B6, C, D3, Biotin (H), Folsäure (M), Betacarotin welche in einer Vielzahl von Produkten enthalten sind.
Die Mitglieder des Kartells legten sowohl Preise, Absatzgebiet und Menge als auch Preissteigerungen fest und konnten so den freien Wettbewerb zur eigenen Gewinnmaximierung gänzlich ausschalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wirtschaftssysteme: Dieses Kapitel definiert Wirtschaftssysteme als Organisationsstrukturen zur Regelung wirtschaftlichen Handelns und unterscheidet zwischen Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft.
2. Märkte: Hier werden die Funktionsweise von Märkten, der Preismechanismus als Lenkungsinstrument sowie verschiedene Marktformen und ihre Einteilung erläutert.
3. Marktversagen: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen dar, unter welchen Bedingungen ein Markt nicht optimal funktionieren kann, und benennt Ursachen wie öffentliche Güter oder externe Effekte.
4. Aktuelle Beispiele für Marktversagen: Basierend auf der Theorie werden hier konkrete Fallbeispiele von Gütermarktproblemen, Währungskrisen, Politikversagen sowie Kartellbildungen und Korruption analysiert.
Schlüsselwörter
Marktwirtschaft, Marktversagen, Preisbildung, öffentliche Güter, externe Effekte, Wettbewerb, Kartellbildung, Preisabsprachen, Korruption, Allokation, Markttransparenz, Devisenmarkt, Politikversagen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Funktionsweise der Marktwirtschaft und untersucht die spezifischen Situationen, in denen der Marktmechanismus versagt und staatliche Eingriffe oder andere Regulierungen notwendig werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Wirtschaftssystemen, die Funktionsweise von Märkten, die theoretischen Ursachen für Marktversagen sowie die Analyse aktueller wirtschaftspolitischer Problemfälle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Bereiche aufzuzeigen, in denen Marktversagen auftritt, und dieses durch aktuelle Praxisbeispiele verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch volkswirtschaftliche Literatur, die durch eine fallorientierte Analyse und die Auswertung aktueller Beispiele ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Marktmechanismen und die verschiedenen Formen des Marktversagens, gefolgt von der empirischen Anwendung auf konkrete Beispiele wie die Vitamin-Kartelle oder das Bretton-Woods-System.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Marktversagen, Wettbewerb, externe Effekte, Preisabsprachen und Allokation sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Wie bewerten die Autoren die Rolle der Politik bei öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten?
Die Autoren sehen hier eine Form von Markt- und Staatsversagen, da der Mangel an Marktdruck und die Verflechtung mit der Politik zu einer übermäßigen Ausweitung des Angebots führen, die nicht unbedingt der Grundversorgung entspricht.
Welche Bedeutung haben externe Effekte im Kontext der Umweltproblematik?
Externe Effekte entstehen laut den Autoren, wenn Unternehmen keine Kosten für ihre Emissionen tragen müssen, da aufgrund fehlender Eigentumsrechte an Luft und Wasser keine Haftung durchgesetzt wird.
- Citar trabajo
- Sabine Schmidt (Autor), Stefan Ratzmer (Autor), 2004, Zeigen sie Bereiche im marktwirtschaftlichen System auf, in denen das "Marktversagen" deutlich wird und geben sie dazu aktuelle Beispiele an, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28482