Im November 2012 erschien auf ZEIT ONLINE der Artikel „Tödliche Kleidung“. Florian Willerhausen nimmt hier Bezug auf den Brand in einer Textilfabrik nördlich von Dhaka, Bangladesch, in der unter anderem auch Waren für den Modekonzern C&A gefertigt wurden. Schon früh in dem Artikel bringt der Autor auch den Begriff „Corporate Social Responsibility“ mit ein. Dieser Begriff – auch abgekürzt „CSR“ genannt, hat in der jüngsten Vergangenheit zunehmend an Bedeutung gewonnen, was auch daran zu erkennen ist, dass mittlerweile sogar das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hierzu ein eigenes Online-Portal eingerichtet hat, auf dem sich die interessierten Bürger mit der Begrifflichkeit vertraut machen können.
Der Hauptteil dieser Arbeit ist in drei Teile gegliedert. Zu Beginn soll der Begriff Corporate Social Responsibility durch verschiedene Definitionen und eine kurze historische Übersicht nahegebracht werden. Im zweiten Abschnitt werden zwei bekannte theoretische Modelle der CSR analysiert, um anschließend im dritten und letzten Abschnitt bewertet zu werden.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. CSR – mehr als umweltfreundliches Handeln der Unternehmen?
1. Begriffsbestimmung der CSR
1.1. Definitionen der CSR
1.2. Historischer Umriss
2. Vorstellung theoretischen Modelle der CSR
2.1. Vier-Stufen-Modell nach Carroll
2.2. Zwei Dimensionen nach Quazi und O’Brien
3. Bewertung der vorgestellten Modelle
3.1. Bewertung des Vier-Stufen-Modells nach Carroll
3.2. Bewertung des Zwei-Dimensionen-Modells nach Quazi und O’Brien
C. Fazit und Ausblick
D. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, verschiedene theoretische Modelle zur Corporate Social Responsibility (CSR) vorzustellen, kritisch zu bewerten und die zentrale Forschungsfrage zu klären, ob CSR über ein rein umweltfreundliches Handeln von Unternehmen hinausgeht.
- Definition und historische Einordnung des Begriffs CSR
- Analyse des Vier-Stufen-Modells nach Archie B. Carroll
- Untersuchung des Zwei-Dimensionen-Modells nach Quazi und O’Brien
- Bewertung der Anwendbarkeit und Grenzen dieser Modelle
- Vergleich von ökonomischen, rechtlichen, ethischen und philanthropischen Verantwortungsbereichen
Auszug aus dem Buch
1.1 Definitionen der CSR
Im 2005 erschienenen „Handlexikon Public Affairs“ stellen Frank Dubielzig und Stefan Schaltegger klar, dass eine eindeutige Definition zu Corporate Social Responsibility aufgrund der Facettenreichhaltigkeit der Gesellschaft sehr schwierig sei.6 Weiter sind sie der Meinung, dass die Übersetzung in „gesellschaftliche Verantwortung“ den Kern des englischen Begriffs am meisten trifft. Dies vor allem, da ein Unternehmen nicht vollständig unabhängig für sich wirtschaften kann, sondern in einem engen Geflecht zu der Umwelt und der Gesellschaft steht.7 Hier wird deutlich, dass die Umwelt mitsamt der Gesellschaft keinesfalls nur „Produktionsfaktoren“ für Unternehmen darstellen, sondern hier eine gleichberechtigte Beziehung vorherrscht und Unternehmen gut damit tun würden, dies auch so anzuerkennen.
Mit dem Slogan „Unternehmen übernehmen Verantwortung“ beginnt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ihre Definition von CSR.8 Für das Bundesministerium stellt nachhaltiges Wirtschaften, Fairness zu Mitarbeitern sowie Verantwortungsübernahme für die Gesellschaft nicht eine Erfüllung einer „derzeit modernen Pflichtaufgabe“, sondern einen wichtigen Grundsatz unserer heutigen Marktwirtschaft dar.9
Im Hinblick auf die zunehmende Globalisierung der Wirtschaftswelt ist es auch sinnvoll, wie die EU diesen Begriff zu verstehen weiß. Im Grünbuch der EU-Kommission betreffend der Europäischen Rahmenbedingungen für die soziale Verantwortung der Unternehmen heißt es wie folgt:
„Die soziale Verantwortung der Unternehmen ist im Wesentlichen eine freiwillige Verpflichtung der Unternehmen, auf eine bessere Gesellschaft und eine saubere Umwelt hinzuwirken. […] Diese Verantwortung praktizieren sie gegenüber den Arbeitnehmern und generell gegenüber allen von ihren Geschäftstätigkeiten beeinflussten Stakeholdern, die ihrerseits Einfluss nehmen können auf den Unternehmenserfolg.“10
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Einführung in die Thematik durch aktuelle Medienberichte sowie Darlegung des Ziels, CSR-Modelle wissenschaftlich zu bewerten.
B. CSR – mehr als umweltfreundliches Handeln der Unternehmen?: Theoretische Fundierung des Begriffs CSR, historische Rückblicke bis zur Antike sowie die Vorstellung und Analyse des Vier-Stufen-Modells und des Zwei-Dimensionen-Modells.
C. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, wobei CSR als umfassendes Konzept erkannt wird, das individueller unternehmerischer Strategien bedarf.
D. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der für die Seminararbeit herangezogenen Fachliteratur, Studien und Online-Ressourcen.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, gesellschaftliche Verantwortung, Vier-Stufen-Modell, Carroll, Quazi, O'Brien, Stakeholder, Nachhaltigkeit, unternehmerische Verantwortung, Globalisierung, Umweltschutz, Wirtschaftsmodell, Ethik, Freiwilligkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Konzept der Corporate Social Responsibility (CSR) und untersucht, ob dieser Begriff lediglich umweltfreundliches Handeln umfasst oder eine weitergehende gesellschaftliche Verantwortung darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die begriffliche Definition von CSR, die historische Entwicklung sowie die wissenschaftliche Vorstellung und Bewertung gängiger theoretischer CSR-Modelle.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, durch die Analyse und den Vergleich zweier ausgewählter CSR-Modelle die Frage zu beantworten, ob CSR mehr als nur umweltfreundliches Handeln der Unternehmen bedeutet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um bestehende Definitionen, historische Kontexte und etablierte theoretische Modelle (Carroll sowie Quazi & O'Brien) zu rekonstruieren und kritisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt zunächst eine Begriffsbestimmung, gefolgt von einer detaillierten Vorstellung der beiden Modelle und deren anschließender kritischer Bewertung anhand von Kriterien wie Abgrenzbarkeit und Praxisnutzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Corporate Social Responsibility, Stakeholder, nachhaltiges Wirtschaften, ethische Verantwortung und die spezifischen Modellbezeichnungen von Carroll sowie Quazi & O'Brien geprägt.
Inwiefern unterscheidet sich das Modell von Carroll von dem von Quazi & O'Brien?
Carroll nutzt eine pyramidenartige Struktur, um Verantwortungsbereiche hierarchisch darzustellen, während Quazi & O'Brien ein Koordinatensystem verwenden, um flexiblere Interpretationen und Prozessentwicklungen abzubilden.
Warum ist eine allgemeingültige Definition von CSR laut dem Autor so schwierig?
Die Schwierigkeit ergibt sich aus der Facettenreichhaltigkeit der Gesellschaft und der Tatsache, dass CSR auf Freiwilligkeit basiert, was eine standardisierte Messung oder universelle Abgrenzung komplex macht.
- Arbeit zitieren
- Matthias Müller (Autor:in), 2012, Corporate Social Responsibility. Vorstellung und Bewertung gängiger CSR-Modelle, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284896