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Einmal böse – immer böse? Die Banalität des Bösen vs. Das Radikal Böse

Titel: Einmal böse – immer böse? Die Banalität des Bösen vs. Das Radikal Böse

Seminararbeit , 2013 , 15 Seiten

Autor:in: Tim Reukauf (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Philosophie hat zur Aufgabe, Begriffe zu diskutieren und zu klären, die in ihrer Komplexität und Bedeutung durch allgemeinen Sprachgebrauch schwierig zu erfassen sind. Zu diesen gehören unter anderem „Freiheit“, „Bewusstsein“ und auch der Begriff der Moral. Fundamental für den letztgenannten scheinen die Prinzipien des Guten und des Bösen entscheidend zu sein, denn allein bei der Bewertung von Handlungen wird, auch im Alltag, diese Kategorisierung vorgenommen und angewendet. Nicht nur dies: In Film, Musik und Literatur wird in den darin vorkommenden Handlungen und Charakteren stark zwischen dem Guten und dem Bösen differenziert. Doch es stellt sich die Frage, wie im Allgemeinen beide Begriffe charakterisiert werden können, und vor allem, wo der Mensch zwischen diesen beiden Kategorien positioniert ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Konzepte

2.1 Kant und das Radikal Böse

2.1.1 Das böse Prinzip im Menschen

2.1.2 Der Hang zum Bösen

2.1.3 Das von Natur aus Böse im Menschen

2.1.4 Der Ursprung des Bösen in der menschlichen Natur

2.2 Hannah Arendt und die Banalität des Bösen

2.2.1 Der Eichmann-Prozess

2.2.2 Der Skandal – Die Banalität des Bösen

3 Der Vergleich

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die philosophischen Auffassungen des Bösen von Immanuel Kant und Hannah Arendt in einen direkten inhaltlichen Vergleich zu setzen, um zu klären, ob das Böse als radikal, banal oder als eine Kombination aus beidem begriffen werden kann.

  • Kants Konzept des „radikal Bösen“ als anthropologische Konstante.
  • Hannah Arendts Begriff der „Banalität des Bösen“ im Kontext des Eichmann-Prozesses.
  • Die kritische Auseinandersetzung Arendts mit der kantianischen Moralphilosophie.
  • Die Analyse des Fehlens klassischer Tatmotive bei extremen Verbrechen.
  • Die Untersuchung der Vereinbarkeit beider theoretischer Ansätze.

Auszug aus dem Buch

2.2 Hannah Arendt und die Banalität des Bösen

Hannah Arendt prägt den Begriff der Banalität des Bösen in ihrem Bericht „Eichmann in Jerusalem“ von 1990, aber auch in ihrer Vorlesung „Über das Böse“ aus dem Jahre 1965. Arendt verwendete bis zum Eichmann-Prozess 1961 selbst die Bezeichnung des radikal Bösen. In ihrem Buch „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“ von 1955 bezeichnet sie das extrem Böse noch als radikal Böses und lehnt sich damit an Kant an. Für Hannah Arendt ist das Böse nach dem Eichmann-Prozess immer nur extrem – niemals radikal.

„Sie haben vollkommen recht, I changed my mind und spreche nicht mehr vom radikal Bösen. [...] Ich bin in der Tat heute der Meinung, dass das Böse immer nur extrem ist, aber niemals radikal, es hat keine Tiefe, auch keine Dämonie. Es kann die ganze Welt verwüsten, gerade weil es wie ein Pilz an der Oberfläche weiterwuchert. Es widersetzt sich wie ich gesagt habe, denn das Denken versucht in die Tiefe, zu den Wurzeln zu gehen, und in dem Augenblick, in dem es sich mit dem Bösen befasst, wird es vereitelt, denn da ist nichts zu finden. Tief aber und radikal ist immer nur das Gute.“29 Das Böse hat keine Tiefe und auch keine Dämonie. Ein Mensch ist somit ohne Trieb und ohne Neigung böse – es ist etwas „Beiläufiges“. Die Banalität des Bösen kommt nur auf der Ebene des Tatsächlichen zur Sprache und basiert nicht aus einem Trieb heraus. Es ist etwas alltägliches, unbedeutendes und oftmals mit einer bloßen Pflichterfüllung verbunden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die begriffliche Problematik von Gut und Böse ein und stellt die These auf, dass Hannah Arendts Verständnis des Bösen als extrem, aber nicht radikal, Kants Auffassung ergänzt oder herausfordert.

2 Die Konzepte: Dieses Kapitel erläutert detailliert Kants Verständnis vom „radikal Bösen“ als Veranlagung in der menschlichen Natur sowie Arendts Gegenentwurf der „Banalität des Bösen“, der aus ihren Beobachtungen des Eichmann-Prozesses resultierte.

3 Der Vergleich: Hier werden die beiden Ansätze gegenübergestellt, wobei Gemeinsamkeiten, wie das Fehlen klassischer Tatmotive, identifiziert und die theoretischen Differenzen in Bezug auf die „anthropologische Konstante“ Kants beleuchtet werden.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das „radikal Böse“ nach Kant und die „Banalität des Bösen“ nach Arendt durchaus miteinander vereinbar sind.

Schlüsselwörter

Hannah Arendt, Immanuel Kant, Das Böse, Radikal Böses, Banalität des Bösen, Eichmann-Prozess, Moralphilosophie, Maxime, Triebfeder, Totalitarismus, Ideologie, Gedankenlosigkeit, Anthropologie, Pflichtbegriff, Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das philosophische Verständnis des Bösen anhand eines Vergleichs zwischen den Auffassungen von Immanuel Kant und Hannah Arendt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die philosophische Begriffsdefinition von Gut und Böse, die Analyse totalitärer Verbrechen und die Frage nach der menschlichen Veranlagung zum Bösen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Konzepte des „radikal Bösen“ und der „Banalität des Bösen“ gegenüberzustellen, um zu klären, ob diese sich widersprechen oder ergänzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse philosophischer Hauptwerke und Berichte, insbesondere Kants „Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ und Arendts „Eichmann in Jerusalem“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Kants Theorie des radikal Bösen, Arendts Entwicklung ihrer Banalitätsthese durch den Eichmann-Prozess und den anschließenden Vergleich beider Positionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind das radikal Böse, die Banalität des Bösen, das moralische Gesetz, Maximen und die menschliche Natur.

Wie definiert Kant das „radikal Böse“?

Kant versteht das radikale Böse als eine anthropologische Konstante, eine Veranlagung, bei der die Maxime des Handelns vom moralischen Gesetz abweicht und untergeordnet wird.

Warum änderte Arendt ihre Meinung bezüglich des Bösen?

Nach der Beobachtung des Eichmann-Prozesses erkannte Arendt, dass die Taten Eichmanns keine „dämonische“ Tiefe hatten, sondern durch eine erschreckende Gedankenlosigkeit und Bürokratie gekennzeichnet waren, was sie als banal beschrieb.

Gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Denkern?

Ja, beide kommen zu dem Ergebnis, dass bei den von ihnen betrachteten Formen des Bösen kein klassisches, eigennütziges Tatmotiv im Vordergrund steht.

Wie bewertet die Arbeit die Vereinbarkeit der Theorien?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das radikal Böse nach Kant mit der Banalität des Bösen nach Arendt vereinbar ist, wenn man die falsche Ordung der Maxime als Basis für ein unbewusstes, banales Handeln sieht.

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Details

Titel
Einmal böse – immer böse? Die Banalität des Bösen vs. Das Radikal Böse
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Autor
Tim Reukauf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V284916
ISBN (eBook)
9783656850328
ISBN (Buch)
9783656850335
Sprache
Deutsch
Schlagworte
einmal banalität bösen radikal böse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tim Reukauf (Autor:in), 2013, Einmal böse – immer böse? Die Banalität des Bösen vs. Das Radikal Böse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/284916
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Leseprobe aus  15  Seiten
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