Dynamik einer Trendsportart am Beispiel Snowboarden


Hausarbeit, 2012

28 Seiten, Note: 1,3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Historische Entwicklung des Snowboardens
2.1 Ursprünge in Amerika
2.2 Entwicklung in Europa
2.3 Entwicklung zum Massensport

3 Sportliche Vielfalt des Snowboardens
3.1 Freestyle-Snowboarding
3.2 Freeride-Snowboarding
3.3 Alpines Snowboarding

4 Die Snowboard-Szene
4.1 Image der Snowboarder
4.2 Szenecodes
4.3 Professionalisierung

5 Wirtschaft und Marketing
5.1 Markenvielfalt im Snowboarding
5.2 Jugendliche als Zielgruppe des Marketings

6 Die Funktion der Medien
6.1 Die Medien der Snowboard-Szene
6.2 Bedeutung der Medien für den Snowboard-Sport

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Snowboarding hat in den letzten Jahren einen Aufschwung wie nur wenige andere Sportarten erfahren. Diese Sportart kann eine eindrucksvolle Entwicklung und ein großes Wachstum verzeichnen. Das Snowboarden ist nicht mehr nur ein Sport, sondern eine Lebenseinstellung. Es handelt sich um eine Sportart, die sich in den Wintersportgebieten dieser Welt durchgesetzt hat. Snowboarding ist jedoch eine Trendsport-Szene, die sowohl auf Zustimmung als auch auf Ablehnung stößt.

Ziel dieser Arbeit ist die Dynamik von Trendsportarten am Beispiel von Snowboarding darzustellen.

Dazu werden die Entwicklungen und Ausprägungen des Snowboardens in den unterschiedlichsten Bereichen betrachtet, angefangen bei der historischen Entwicklung hin zu einem Massensport über die vielfältigen Ausprägungen des Snowboardens bis hin zu szenetypischen Codes. Darüber hinaus erfolgt eine Darstellung der Entwicklungen und Dynamiken in Wirtschaft und Marketing und das Zusammenspiel mit den Medien. Abschließend wird die Entwicklung vom Amateur-Sportler zum professionellen Snowboarder verdeutlicht.

Im Fazit der Studienarbeit werden die identifizierten Dynamiken zusammengefasst.

2 Historische Entwicklung des Snowboardens

Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung des Snowboardens. Zunächst wird die Entstehung der Sportart mit ihren Ursprüngen in Amerika beschrieben. Anschließend folgt ein Einblick in die Entwicklung der Snowboard-Szene in Europa und abschließend die Entwicklung zum Massensport.

2.1 Ursprünge in Amerika

Snowboarding und das Sportgerät Snowboard haben ihren Ursprung in den 1960er Jahren in den USA. Die Grundidee bestand darin, den Surfsport auch im Winter ausüben zu können (vgl. Frischenschlager, 1998, S. 10; Hebbel-Seeger, 1997, S. 11ff.). Der Amerikaner Sherman Poppen entwarf die erste Konstruktion eines Vorläufers des Snowboards. Die Inspiration erhielt er durch das stehende Schlittenfahren seiner Tochter. Die erste Konstruktion bestand aus zwei miteinander befestigten Skiern und einer an der vorderen Kante der Skier befestigten Schnur. Diese Konstruktion entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren weiter und war in Form eines Kunststoffbrettes ab 1966 in den Supermärkten zu kaufen. Zu dieser Zeit war noch nicht die Rede vom Snowboard, sondern von dem sogenannten ‘Snurfer‘ (vgl. Hranik, 2004, S. 11).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Snurfer[1]

Ein bekannter Vorreiter des Snowboard-Sports ist Jake Burton (vgl. Ebert, 2007, S. 3f.). Jake Burton war von dem ‘Snurfer‘ begeistert und entwickelte ihn weiter. Er war der erste, der die Bretter nicht mehr einzig aus Kunststoff anfertigte, sondern auf die Kombination aus Plastik und Holz setzte. Zudem brachte er an den Brettern Bindungen an, die er vom Wasserskisport übernahm. Auf diese Weise entwickelte er ein komplett neues Board (vgl. Ebert, 2007, S. 4).

Neben Jake Burton arbeiteten parallel noch weitere Personen an Neuerungen des ‘Snurfers‘. Dimitrie Milovich, ein Surfboard-Hersteller, entwickelte den sogenannten ‘Winterstick‘ in seiner gleichnamigen Firma in Utah. Die ‘Wintersticks‘ waren Boards aus laminiertem Polyester mit Stahlkanten, die den harten Pisten nicht lange standhielten. Milovich konnte mit der immer besser werdenden Konkurrenz nicht mithalten und musste einige Jahre später Insolvenz anmelden (vgl. Hranik, 2004, S. 13; Hebbel-Seeger, 1997, S. 12ff.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Winterstick[2]

Das dritte Gerät, mit dem das Surfen im Schnee ermöglicht werden sollte, war das ‘Skiboard‘, das 1972 von dem Erfinder Bob Webber konstruiert wurde. Das ‘Skiboard‘ wurde gemeinsam von Bob Webber und dem damaligen Skateboard-Weltmeister Tom Sims entwickelt. Im Jahr 1990 verkaufte Bob Webber die Rechte an seiner Erfindung an Jake Burton, da die Nutzungsdauer des ‘Skiboards‘ sehr kurz war (vgl. Hebbel-Seeger, 1997, S. 12ff.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Skiboards[3]

Aufgrund der strengen Sicherheitsbestimmungen an den Liftanlagen, durften die Snowboarder[4] diese nicht nutzen und mussten den Aufstieg auf die Berge zunächst zu Fuß vornehmen, um einen Hang zu erreichen (vgl. Weiß, 1996, S. 12). Lange Zeit wurde ohne Erfolg um die Anerkennung der Sportart gekämpft. Der Durchbruch des Snowboardens vollzog sich letztendlich zum Ende der 1980er Jahre in den Skigebieten, die um den Lake Tahoe lagen. Das Snowboarden entfaltete sich von Kalifornien aus über die gesamten Vereinigten Staaten. Dieser Sport wurde zunehmend anerkannt, und aufgrund der großen Popularität wurden auch die Liftanlagen für alle Snowboarder zugänglich gemacht (vgl. Hranik, 2004, S. 13).

2.2 Entwicklung in Europa

In den 1980er Jahren wurde nicht nur das Skateboarden, sondern auch das Snowboarden in Europa immer populärer (vgl. Weiß, 1996, S. 14). Die Europäer entwickelten eigene Bretter, anstatt die amerikanischen Boards zu übernehmen (vgl. Hebbel-Seeger, 1997, S. 16ff.). Die von den Europäern entwickelten Boards zielten auf eine höhere Geschwindigkeit ab und waren somit besser für alpine Rennen geeignet (vgl. Gibbins, 1997, S. 10f.).

Der Vorreiter für den Aufschwung des Snowboardens in Europa war José Fernandes, ein sehr erfolgreicher Schweizer Skateboarder. Durch neue Bindungen auf den Snowboards nahm José Fernandes wesentlich an der Entwicklung des Snowboards, wie wir es heute kennen, teil. Der Aufschwung der Sportart erreichte mit der Welt-meisterschaft in Livigno und St. Moritz 1987 seinen ersten Höhepunkt (vgl. Weiß, 1996, S. 14). Im selben Jahr fanden in den USA zum ersten Mal die ‘amerikanischen Weltmeisterschaften‘ statt (vgl. Ebert, 2007, S. 5). In der Folge entstanden Organisationen, die der Sportart international zu weiterer Popularität verhelfen sollten. Aufgrund des immer deutlicher werdenden Potenzials des Snowboardens wurden die ersten Verbände gegründet, die das Ausüben dieses neuen Sports auf nationaler Ebene vorantrieben. Die Entwicklung zum anerkannten Profisport wurde dadurch auch in Europa ermöglicht. Während in Europa das alpine Snowboarden dominierte, war das Snowboarden in den USA vor allem vom Freestyle geprägt (vgl. Weiß, 1996, S. 14).

2.3 Entwicklung zum Massensport

In diesem Kapitel wird die Entwicklung des Snowboardens zum Massensport dargestellt.

In der Anfangszeit des Snowboardings entschlossen sich viele Personen zu diesem Sport, um sich von etablierten Sportarten, insbesondere dem Skifahren, abzugrenzen. Zu Beginn ging dieser Abgrenzungswille allerdings nicht mit einem sich von den Skifahrern wesentlich unterscheidenden Kleidungsstil einher. Auch die Boards waren nicht aufwändig gestaltet, wichtig war zu dieser Zeit viel mehr die Zweckmäßigkeit des Sportgerätes.

Ende der 1980er Jahre wollten die Snowboarder sich dann auch modisch von den Skifahrern unterscheiden, um sich auf den ersten Blick und möglichst stark von ihnen abzugrenzen.

Damian Sanders und Shaun Palmer, die ersten professionellen Sportler dieser Sportart, setzten neue Maßstäbe in Bezug auf den heute noch speziellen Kleidungsstil. Sie hatten ein Image, das in dieser Art und Weise sonst nur von Rockstars so verkörpert wurde und sorgten dafür, dass die Kleidung von der Zeit an eine wichtige Bedeutung hatte. In dieser Zeit veränderte sich auch das Design der Snowboards grundlegend im Vergleich zu dem der Skier und unterschied sich somit auch in der Hinsicht von den Skisportlern. Shaun Palmer verhalf dem Snowboarden zu noch mehr Popularität, da er dieses Image in vollen Zügen auslebte (vgl. Hranik, 2004, S. 16ff.). Karoline Hranik bezeichnet ihn als „(…) ein Rebell, der durch seine anmaßende und ungehobelte Art die Aufmerksamkeit auf sich zog“ (Hranik, 2004, S. 17). Er gewann zu seiner Zeit trotzdem nahezu alle Wettkämpfe und machte sich dadurch einen bekannten Namen in der Snowboard-Szene (vgl. Hranik, 2004, S. 17).

Zu Beginn der 1990er Jahre wurde das Snowboarding stark vom Skateboarding geprägt. Es veränderte sich das gesamte äußere Erscheinungsbild des Snowboardens, vom Design der Snowboards über die Bekleidung bis hin zum Fahrstil. So entwickelte sich beispielsweise eine Tendenz zum Fahren im ebenen Gelände wie es auch bei den Skateboardern der Fall ist. Die Boards bekamen ein neues Design und wurden neuerdings in Form von Graffiti der Skateboard-Szene angepasst. Durch eine zunehmende Auswahl von Boards und unterschiedlicher Hersteller rückten ‘Design‘ und ‘Style‘ kontinuierlich in den Vordergrund. Im Laufe der 1990er Jahre stieg die Anzahl der aktiven Snowboarder unaufhörlich. Von 1993 bis 1998 hat sich deren Anzahl mehr als verdreifacht (siehe Abbildung 4). Es zeichnete sich eine deutliche Entwicklung hin zum Sport für die breite Masse ab (vgl. Hranik, 2004, S. 18ff.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Entwicklung der Anzahl aktiver Snowboarder weltweit von

1993 bis 1998[5]

In diesem Zeitraum verloren die modischen Details zunehmend an Relevanz. Die Technik gewann an Bedeutung und das eigentliche Ausüben des Sports rückte in den Vordergrund. Die außergewöhnliche Mode der Snowboarder rückte in den Hintergrund, und auch das von den Skateboardern übernommene Graffiti war nicht mehr überall zu sehen (vgl. Hranik, 2004, S. 18ff.). Karoline Hranik schrieb zu diesen grundlegenden Veränderungen im Snowboard-Sport: „Die große Rebellion ist allerdings vorüber – Snowboarden ist ein von der Masse akzeptierter Breitensport geworden“ (Hranik, 2004, S. 20).

Der nächste Schritt in der Entwicklung zum Massensport erfolgte 1998 mit der ersten Olympia-Teilnahme. Das Snowboarding wurde bei diesen Wettkämpfen als Disziplin des Skisports eingestuft und mit dem gleichen Regelwerk bewertet. Für viele Anhänger der Snowboard-Szene war dies nicht annehmbar, da die Snowboarder zu jeder Zeit versuchten, sich von den Skifahrern zu unterscheiden. Allerdings gewann das Snowboarding durch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen weiter an Bekanntheit. Eine weitere Folge bestand darin, dass innerhalb der Szene vermehrt Wettkämpfe entstanden, auch wenn in der Regel nicht der Erfolg im Mittelpunkt stand. Getrieben von der stetigen Ausdehnung der Snowboard-Szene wuchs auch die Anzahl von Snowboard-Herstellern sowie deren Präsenz in den Medien und in der Öffentlichkeit (vgl. Hranik, 2004, S. 21).

Das Snowboarden ist nach der dargestellten Phase der Veränderungen innerhalb des Snowboard-Sports vollständig im Bereich des Massensports angekommen.

3 Sportliche Vielfalt des Snowboardens

Im Laufe der Entwicklung des Snowboardings haben sich drei wesentliche Snowboard-Ausprägungen entwickelt: Freestyle-Snowboarding, Freeride-Snowboarding und alpines Snowboarding. Für diese drei Fahrstile werden jeweils unterschiedliche Boards benutzt, die speziell auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt sind (vgl. Ebert, 2007, S. 6). In den folgenden Kapiteln werden die Fahrstile näher beschrieben, um den Unterschied der einzelnen Ausprägungen zu verdeutlichen.

3.1 Freestyle-Snowboarding

Das Freestyle-Snowboarding bezeichnet das Fahren auf jeglichen Pisten (d.h. plane Piste, Buckelpiste, Halfpipe) unter Ausübung von Tricks. Die sogenannten ‘Freestyler‘ lassen sich dabei von den Skateboardern inspirieren. Sie übernehmen viele ihrer Tricks von den Skateboardern und verändern diese auf ihre eigene Weise (vgl. Weiß, 1996, S. 63). Freestyle-Snowboarding wurde bei der ersten Weltmeisterschaft 1983 in Form der aus der Skateboard-Szene bekannten Halfpipe in den Wettbewerb aufgenommen (vgl. Pottkämper, 2010, S. 49). ‘Freestyler‘ fahren vor allem auch in sogenannten Snowboard-Parks, welche sich aus vielen Elementen zusammensetzen, die aus der Skateboard-Szene bekannt sind. Ein wesentliches Element dieser Parks sind aus Schnee und Eis angefertigte Schanzen, die sogenannten ‘Kicker‘. Weitere Elemente sind Halfpipes und die ‘Rails‘, welche aus Metall bestehen und Treppengeländer darstellen sollen. Alle diese Elemente verdeutlichen, wie groß die Ähnlichkeit zwischen Skatboarding und Freestyle-Snowboarding ist. Das Freestyle-Snowboarding ist ein individueller Stil, bei dem jeder Fahrer nach Belieben fahren kann. Der Wettkampfgedanke rückt dabei in den Hintergrund. Da jeder Fahrer selbst kreativ entscheidet wie er fährt, sind ‘Freestyler‘ oft alleine anzutreffen – sie sind Individualisten. Beim Snowboarding geht es zumeist um den ‘Style‘, den ein Snowboarder vor allem beim Freestyle zu verkörpern versucht. Dieser ‘Style‘ spiegelt sich in der Art und Weise des Fahrens und der Ausübung von Tricks wider. Indem die ‘Freestyler‘ diesem Fahrstil ihren eigenen Stempel aufdrücken, grenzen sie sich von anderen Fahrern ab. Der individuelle ‘Style‘ bezieht sich nicht nur auf die Fahrtechnik, sondern auch auf die Kreativität, Mode und Ausstattung eines jeden Fahrers (vgl. Pottkämper, 2010, S. 47ff.).

[...]


[1] www.saltypeaks.com/catalog/images/novaksnurfer.jpg

[2] www.coolhunting.com/giftguide/2011/12/06/WInterstick-board-gg.jpg

[3] www.getboards.com/product_images/e/584/snowjam_skiboards90zm__98948_zoom.gif

[4] Werden Personenbezeichnungen aus Gründen der besseren Lesbarkeit lediglich in der männlichen oder weiblichen Form verwendet, so schließt dies das jeweils andere Geschlecht mit ein.

[5] Vgl. International Snowboard Federation, 1999

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Dynamik einer Trendsportart am Beispiel Snowboarden
Hochschule
Hochschule für Gesundheit und Sport, Ismaning
Note
1,3
Jahr
2012
Seiten
28
Katalognummer
V285026
ISBN (eBook)
9783656852841
ISBN (Buch)
9783656852858
Dateigröße
774 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Snowboard, Sbowboarding, Trendsportart
Arbeit zitieren
Anonym, 2012, Dynamik einer Trendsportart am Beispiel Snowboarden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285026

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