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Regelungen und Auswirkungen der staatlichen Parteienfinanzierung im internationalen Vergleich: Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Österreich

Title: Regelungen und Auswirkungen der staatlichen Parteienfinanzierung im internationalen Vergleich: Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Österreich

Thesis (M.A.) , 2004 , 121 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ilka Helemann (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Summary Excerpt Details

Problemstellung

Bis in die 1950er Jahre galt es als selbstverständlich, dass sich politische Parteien ihre finanziellen Mittel aus eigener Kraft erwirtschafteten oder einwarben. Liberale und bürgerliche Parteien konnten sich zu einem großen Teil aus Spenden, die Linksparteien aus den Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Mit dem steigenden Anspruch der Wähler an die Parteien und den wachsenden Ausgaben für Wahlkämpfe reichte die Eigenfinanzierung nicht mehr aus. Folglich wurde nach und nach die staatliche Subventionierung der Parteien eingeführt. Diese hat sich inzwischen in den meisten westlichen Demokratien etabliert, auch wenn sie in der Öffentlichkeit auf wenig Akzeptanz stößt. Streitpunkt ist die Höhe der gewährten öffentlichen Mittel. Der Vorwurf der Selbstbedienung wird immer wieder laut - zu Recht? Vor allem in Verbindung mit Korruptionsfällen, Diätenerhöhungen und steigenden Einnahmen aus staatlicher Quelle gelangt die Parteienfinanzierung in die Kritik. Ihr wird mangelnde Transparenz vorgeworfen. Die Sanktionen für Fehlverhalten werden als nicht ausreichend betrachtet. Diese Punkte sind für viele Wissenschaftler Anlass zu Untersuchungen der Finanzierung der Parteien. In dieser Arbeit werden Länder vergleichend und mit neuestem Datenmaterial analysiert, wie es in dieser Kombination noch nicht durchgeführt wurde.

Konkurrenzfähig kann jedoch nur eine finanzstarke Partei werden. Eine kontinuierliche Parteiarbeit und die Werbung neuer Mitglieder ist nur mit einem gut ausgebauten Parteiapparat, einer hohen Organisationsstruktur und Verwaltung möglich. Das kostet Geld. Somit ist das Finanzvolumen ein ausschlaggebender Faktor, um im Parteienwettbewerb bestehen zu können bzw. sich in diesem überhaupt erst einmal zu integrieren. Für die Binnenstruktur einer Partei ist wichtig, wer über die finanziellen Mittel verfügt. Je nachdem wer das Geld in der Partei erhält, über dessen Verteilung und Verwendung bestimmt, hat eine große Machtposition inne. Die Menge der staatlichen Mittel kann Auswirkungen auf die Parteiaktivität haben. Es ist anzunehmen, dass eine Partei, die über einen hohen staatlichen Finanzierungsanteil verfügt, es nicht für dringend notwendig hält, neue Mitglieder zu werben oder Spenden zu sammeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Thema und Ziel der Arbeit

1.3 Begründung der Themenwahl

1.4 Auswahl der Untersuchungsstaaten

1.5 Probleme

1.6 Daten- und Quellenlage

1.7 Definition verschiedener Begriffe

2 Parteienverständnis

2.1 Verfassungsrechtliche Stellung der politischen Parteien

2.1.1 Bundesrepublik Deutschland

2.1.2 Frankreich

2.1.3 Österreich

2.1.4 Fazit

2.2 Verfassungsrechtliche Stellung der politischen Parteien

2.2.1 Bundesrepublik Deutschland

2.2.2 Frankreich

2.2.3 Österreich

2.2.4 Fazit

3 Ursachen und Umstände für die Einführung staatlicher Parteienfinanzierung

3.1 Ursachen

3.1.1 Bundesrepublik Deutschland

3.1.2 Frankreich

3.1.3 Österreich

3.2 Minimierung der Korruption?

4 Arten der Parteienfinanzierung

4.1 Private Finanzierung

4.1.1 Mitgliedsbeiträge

4.1.2 Parteiunternehmen

4.1.3 Spenden

4.1.4 Parteisteuern

4.2 Staatliche Parteienfinanzierung

4.2.1 Indirekte Formen

4.2.1.1 Presseförderung

4.2.1.2 Sendezeiten in Rundfunk und Fernsehen

4.2.1.3 Spendenbegünstigungen

4.2.1.4 Finanzierung der Parlamentsfraktionen

4.2.1.5 Finanzierung der Parteiakademien und politischen Stiftungen

4.2.2 Direkte Formen

4.2.2.1 Wahlkampfkostenerstattung

4.2.2.2 Allgemeine Förderungsmittel

5 Einnahme- und Ausgabestrukturen

5.1 Einnahmestrukturen

5.1.1 Mitgliedsbeiträge

5.1.2 Spenden

5.1.3 Staatliche Mittel

5.1.4 Fazit

5.2 Ausgabestrukturen

5.2.1 Personalkosten

5.2.2 Verwaltungskosten

5.2.3 Politische Arbeit

5.2.4 Fazit

6 Transparenz und Offenlegungspflicht

6.1 Rechtlicher Status

6.2 Interne und externe Kontrollorgane

6.1.1 Sanktionsmöglichkeiten

6.1.2 Angewandte Sanktionen

7 Auswirkungen der staatlichen Parteienfinanzierung auf die Binnenstrukturen, Parteienwettbewerb und Parteiaktivität

7.1 Binnenstruktur

7.2 Parteienwettbewerb

7.3 Parteiaktivität

7.4 Wahlsystem

8 Zusammenfassung der empirischen Befunde

8.1 Auswertung der Thesen

8.2 Abschließende Wertung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht vergleichend die Regelungen und Auswirkungen der staatlichen Parteienfinanzierung in Deutschland, Frankreich und Österreich. Ziel ist es, gängige Thesen über die Abhängigkeit und das Verhalten von Parteien durch eine empirische Analyse der Finanzstrukturen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen.

  • Staatliche Subventionierung im internationalen Vergleich
  • Einfluss der Finanzierung auf Parteistrukturen und Parteienwettbewerb
  • Transparenz und Kontrollmechanismen der Parteifinanzen
  • Ausgabeverhalten und Bürokratisierung von Parteien

Auszug aus dem Buch

1.1 Problemstellung

Bis in die 1950er Jahre galt es als selbstverständlich, dass sich politische Parteien ihre finanziellen Mittel aus eigener Kraft erwirtschafteten oder einwarben. Liberale und bürgerliche Parteien konnten sich zu einem großen Teil aus Spenden, die Linksparteien aus den Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Mit dem steigenden Anspruch der Wähler an die Parteien und den wachsenden Ausgaben für Wahlkämpfe reichte die Eigenfinanzierung nicht mehr aus. Folglich wurde nach und nach die staatliche Subventionierung der Parteien eingeführt. Diese hat sich inzwischen in den meisten westlichen Demokratien etabliert, auch wenn sie in der Öffentlichkeit auf wenig Akzeptanz stößt. Streitpunkt ist die Höhe der gewährten öffentlichen Mittel. Der Vorwurf der Selbstbedienung wird immer wieder laut - zu Recht? Vor allem in Verbindung mit Korruptionsfällen, Diätenerhöhungen und steigenden Einnahmen aus staatlicher Quelle gelangt die Parteienfinanzierung in die Kritik. Ihr wird mangelnde Transparenz vorgeworfen. Die Sanktionen für Fehlverhalten werden als nicht ausreichend betrachtet. Diese Punkte sind für viele Wissenschaftler Anlass zu Untersuchungen der Finanzierung der Parteien.

Konkurrenzfähig kann jedoch nur eine finanzstarke Partei werden. Eine kontinuierliche Parteiarbeit und die Werbung neuer Mitglieder ist nur mit einem gut ausgebauten Parteiapparat, einer hohen Organisationsstruktur und Verwaltung möglich. Das kostet Geld. Somit ist das Finanzvolumen ein ausschlaggebender Faktor, um im Parteienwettbewerb bestehen zu können bzw. sich in diesem überhaupt erst einmal zu integrieren. Für die Binnenstruktur einer Partei ist wichtig, wer über die finanziellen Mittel verfügt. Je nachdem wer das Geld in der Partei erhält, über dessen Verteilung und Verwendung bestimmt, hat eine große Machtposition inne. Die Menge der staatlichen Mittel kann Auswirkungen auf die Parteiaktivität haben. Es ist anzunehmen, dass eine Partei, die über einen hohen staatlichen Finanzierungsanteil verfügt, es nicht für dringend notwendig hält, neue Mitglieder zu werben oder Spenden zu sammeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Legt die Problemstellung, das Ziel der Arbeit und die methodische Herangehensweise zur Untersuchung der Parteienfinanzierung fest.

2 Parteienverständnis: Analysiert die rechtliche Stellung und das Selbstverständnis der Parteien in den drei Ländern und untersucht ihre verfassungsrechtliche Verankerung.

3 Ursachen und Umstände für die Einführung staatlicher Parteienfinanzierung: Beleuchtet die historischen und politischen Gründe, die zur Einführung der staatlichen Mittel führten, sowie die Problematik der Korruptionsminimierung.

4 Arten der Parteienfinanzierung: Differenziert zwischen privater Eigenfinanzierung und staatlicher Fremdfinanzierung und beschreibt die jeweiligen spezifischen Finanzierungsquellen.

5 Einnahme- und Ausgabestrukturen: Führt eine empirische Auswertung der Finanzströme durch, um festzustellen, wie Parteien ihre Einnahmen generieren und wofür sie ihre Mittel ausgeben.

6 Transparenz und Offenlegungspflicht: Untersucht die gesetzlichen Anforderungen an die Rechenschaftslegung der Parteien und die Wirksamkeit der eingerichteten Kontrollorgane.

7 Auswirkungen der staatlichen Parteienfinanzierung auf die Binnenstrukturen, Parteienwettbewerb und Parteiaktivität: Bewertet die Folgen der finanziellen Zuwendungen auf die Organisation, den Wettbewerb und das Verhältnis zwischen Partei und Wähler.

8 Zusammenfassung der empirischen Befunde: Abschließende Prüfung der aufgestellten Thesen und wertende Zusammenfassung der Ergebnisse.

Schlüsselwörter

Parteienfinanzierung, staatliche Subventionierung, Parteienwettbewerb, Korruptionsprävention, Parteisteuern, Mitgliedsbeiträge, Wahlkampfkostenerstattung, politische Stiftungen, Transparenzgebot, Parteistrukturen, demokratische Willensbildung, Deutschland, Frankreich, Österreich.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Regelungen der staatlichen Parteienfinanzierung in Deutschland, Frankreich und Österreich, um deren Auswirkungen auf die Parteiensysteme und die Strukturen der Parteien selbst zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören das Parteienverständnis, die verschiedenen Formen der Finanzierung (direkt vs. indirekt), die Transparenzregeln sowie die Auswirkungen dieser Finanzmittel auf den Parteienwettbewerb.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Hauptziel ist die wissenschaftliche Überprüfung gängiger Thesen, wie etwa, dass staatliche Finanzierung zu Selbstbedienung, Zentralisierung von Macht oder zur Entfremdung zwischen Partei und Bürger führt.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um einen internationalen, ländervergleichenden Ansatz, der auf der Analyse von Gesetzestexten und der quantitativen Auswertung von Rechenschaftsberichten und Finanzdaten basiert.

Was steht im inhaltlichen Mittelpunkt?

Der Hauptteil behandelt die Einnahme- und Ausgabestrukturen der Parteien, die verschiedenen Finanzierungsarten (Spenden, Mitgliedsbeiträge, staatliche Zuschüsse) sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen der Transparenz und Sanktionierung.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Parteienfinanzierung, Transparenzgebot, Rechenschaftspflicht, Parteisteuern, Parteienwettbewerb und Chancengleichheit.

Wie unterscheiden sich die deutschen von den französischen Parteien bezüglich ihrer Finanzierung?

Während in Deutschland Parteien stark auf die eigene Organisation und Mitgliederbeiträge setzen und die staatliche Finanzierung gedeckelt ist, konzentriert sich die französische Finanzierung stärker auf die einzelnen Kandidaten und weist eine höhere Abhängigkeit von staatlichen Mitteln auf.

Warum wird die staatliche Finanzierung der Parteien oft kritisiert?

Die Kritik entzündet sich häufig am Vorwurf der Selbstbedienung, der mangelnden Transparenz bei der Mittelverwendung und der Sorge, dass eine staatliche Alimentierung die Parteien von ihren Mitgliedern entfremdet.

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Details

Title
Regelungen und Auswirkungen der staatlichen Parteienfinanzierung im internationalen Vergleich: Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Österreich
College
Dresden Technical University  (Philosophische Fakultät)
Grade
2,0
Author
Ilka Helemann (Author)
Publication Year
2004
Pages
121
Catalog Number
V28504
ISBN (eBook)
9783638302630
Language
German
Tags
Regelungen Auswirkungen Parteienfinanzierung Vergleich Bundesrepublik Deutschland Frankreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ilka Helemann (Author), 2004, Regelungen und Auswirkungen der staatlichen Parteienfinanzierung im internationalen Vergleich: Bundesrepublik Deutschland, Frankreich und Österreich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28504
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