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Plinius Selbstdarstellung der Vergangenheit unter Domitian

Titel: Plinius Selbstdarstellung der Vergangenheit unter Domitian

Hausarbeit , 2013 , 20 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Martin Hamre (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Politische Opportunisten, die sich am Ende einer Terrorherrschaft trotz aktiver Mithilfe schnellstmöglich von dieser distanzieren wollen, sind kein reines Phänomen der Neuzeit (beispielsweise nach dem Ende des dritten Reichs), sondern tauchen in der Historie immer wieder auf. Der Althistoriker Karl Strobel stellt Gaius Plinius Caecilius Secundus, heutzutage als „Plinius der Jüngere“ bekannt, in diese Reihe der Opportunisten und zieht bewusst die Parallele zu führenden Kreisen in der DDR, die in den Jahren 1989-1990 alle politischen Prinzipien über Bord warfen und sich nach der Meinung der Mehrheit richteten, in dem er Plinius als „Paradebeispiels eines Wendehalses“ ausmacht. Hintergrund ist die politische Karriere, die Plinius unter dem Kaiser Domitian bis zu dessen Tod 96 n. Chr. vollzog, ohne sich zu Lebzeiten von diesem im Nachhinein als pessimus princeps betitelten „Tyrannen“ zu distanzieren. Vielmehr prägte Plinius das Bild Domitians als schlechten Kaiser selbst, in dem er ihn im Jahr seines Konsulats in seinem Panegyricus als das negative Gegenbild des nun herrschenden Kaisers Trajan präsentierte, welcher somit glorifiziert wurde. Die These Strobels, Plinius sei ein ausgewiesener Opportunist oder gar „williger Helfer eines Unrechtsystems,“ wird jedoch in der neueren Forschung keineswegs geteilt. Als Gegenpol zu Strobels extremer Position eignen sich die Ausführungen des Philologen Frank Beutel. Dieser sieht in Plinius keinen Opportunisten, sondern einen politischen Akteur, der der stoischen Opposition unter Domitian wirklich nahe gestanden haben könnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einleitung

1.2 Fragestellung

1.3 Hinführung

2 Hauptteil

2.1 Plinius als opportunistischer Wendehals

2.2 Plinius als Sympathisant der stoischen Opposition

2.3 Epistulae 1,5: Plinius und Regulus

Ebene der Selbstdarstellung

Ebene der historischen Wahrheit

Ebene der Intention bei der Veröffentlichung

2.4 Epistulae 3,11: Plinius und Artemidorus

Ebene der Selbstdarstellung

Ebene der historischen Wahrheit

Ebene der Intention bei der Veröffentlichun

3 Schluss

3.1 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Einordnung von Plinius dem Jüngeren während der Herrschaft von Kaiser Domitian, um zu klären, ob er als opportunistischer Wendehals oder als politischer Akteur mit Verbindungen zur stoischen Opposition zu verstehen ist. Dabei wird analysiert, wie Plinius durch seine Briefe und den Panegyricus ein Bild seiner selbst konstruiert und welche Intentionen er mit der Veröffentlichung dieser Schriften verfolgte.

  • Analyse der Thesen von Karl Strobel und Frank Beutel.
  • Untersuchung der Selbstdarstellung von Plinius in ausgewählten Schriften.
  • Bewertung der historischen Wahrheit im Kontext der Briefsammlung.
  • Reflektion der Intention bei der Veröffentlichung der Briefe.
  • Kontextualisierung der Karriere des Plinius unter Domitian.

Auszug aus dem Buch

2.1 Plinius als opportunistischer Wendehals

Im Zuge seiner Laufbahn als Historiker hat Karl Strobel mehrere Schriften veröffentlicht, in denen er sich äußerst kritisch mit dem Wirken des Plinius auseinandersetzt. Schon 1985 kommt er zu dem vernichtenden Urteil, dass Plinius ein Mann ist, „dessen bewusst berechnete Selbstherausstellung und Selbstbestätigung und dessen Eitelkeit stets präsent sind, auch wenn sie ein Mantel aus Floskeln der Bescheidenheit umgibt.“ So ist es auch nicht verwunderlich, dass sein 2003 erschienener Text „Plinius und Domitian: Der willige Helfer eines Unrechtssystems? Zur Problematik historischer Aussagen in den Werken des jüngeren Plinius“ die These vertritt, Plinius sei ein Politiker, „der unter jedem totalitären und despotischen System Karriere gemacht und das jeweils gerade Gewünschte und Korrekte zu verkünden gewusst hätte.“ Auch andere Althistoriker sehen Plinius politische Rolle kritisch; Sven Page beispielsweise bezeichnet ihn etwas neutraler als „Machtpolitiker par excellence.“ Doch Strobels Thesen gehen darüber hinaus, wenn er Plinius gar als „Paradebeispiels eines Wendehalses“ stilisiert. Durch seine Rhetorik provoziert Strobel bewusst, um eine „kontroverse Diskussion“ anzustoßen. Insofern sind seine Äußerungen mit Vorsicht zu genießen, wie auch Beutel in einer Fußnote zu Strobel konstatiert, in welcher er diesem ein „negatives unreflektiertes Pauschalurteil über den Autor“ vorwirft. Wie aber und mit welcher Argumentation kommt Strobel zu seinem vernichtenden Urteil über Plinius?

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der politischen Rolle des Plinius unter Domitian ein und definiert die Forschungsfrage sowie die dreiteilige methodische Untersuchung.

2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert konträre Forschungspositionen und prüft anhand von Einzelbeispielen (Panegyricus, Epistulae 1,5 und 3,11) Plinius' Selbstdarstellung sowie dessen Intentionen.

3 Schluss: Im Fazit werden die Ergebnisse zusammengeführt und die Strobel-These vom "Wendehals" vor dem Hintergrund der analysierten Briefe kritisch revidiert.

Schlüsselwörter

Plinius der Jüngere, Domitian, stoische Opposition, Opportunismus, Epistolographie, Selbstdarstellung, Historische Wahrheit, Panegyricus, Karl Strobel, Frank Beutel, politische Karriere, Kaiser Trajan, Rhetorik, Briefe, politische Integrität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen Rolle des jüngeren Plinius während der Herrschaft von Kaiser Domitian und untersucht die Kontroverse um sein tatsächliches Verhalten in dieser Zeit.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Frage nach Opportunismus im antiken Rom, die Analyse von Plinius’ literarischer Selbstdarstellung und die Untersuchung seines Verhältnisses zur stoischen Opposition.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit versucht, Plinius innerhalb der Spannweite zwischen der These des "opportunistischen Wendehalses" (Strobel) und der Einschätzung als politischer Akteur mit Opposition-Kontakten (Beutel) neu zu verorten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit geht induktiv vor, indem sie drei konkrete Texte (Panegyricus, Epistulae 1,5 und 3,11) auf drei Ebenen untersucht: Selbstdarstellung, historische Wahrheit und Intention der Veröffentlichung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil erläutert die Thesen von Strobel und Beutel und analysiert dann detailliert die genannten Beispielbriefe, um die Plinius-Konstruktion der eigenen Vergangenheit zu dekonstruieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Plinius der Jüngere, Opportunismus, stoische Opposition, Selbstdarstellung und Epistolographie charakterisiert.

Welche Rolle spielt der Brief Epistulae 1,5 in der Untersuchung?

Dieser Brief dient als Paradebeispiel, um zu zeigen, wie Plinius seine Rolle als angeblicher Widerstandskämpfer durch eine meisterhafte, jedoch teils überzeichnete Selbstdarstellung zu inszenieren vermag.

Wie bewertet die Autorin/der Autor die Theorie des Wendehalses nach der Analyse?

Die Autorin/der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Strobel-These vom "willigen Helfer eines Unrechtsystems" angesichts der belegten Kontakte zur stoischen Opposition nicht haltbar ist und diese These ad absurdum führt.

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Details

Titel
Plinius Selbstdarstellung der Vergangenheit unter Domitian
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
2,3
Autor
Martin Hamre (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
20
Katalognummer
V285083
ISBN (eBook)
9783656853411
ISBN (Buch)
9783656853428
Sprache
Deutsch
Schlagworte
plinius selbstdarstellung vergangenheit domitian
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Hamre (Autor:in), 2013, Plinius Selbstdarstellung der Vergangenheit unter Domitian, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285083
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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