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Die Waldenser und ihr Einfluss auf die Hussiten

Titel: Die Waldenser und ihr Einfluss auf die Hussiten

Hausarbeit , 2012 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Frank Krause (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Waldenser , eine Glaubensgemeinschaft, welche die apostolische Nachfolge lehrte und lebte, gegründet um 1175 in Lyon von Petrus Waldes, wurden schon bald nach Beginn ihrer Gründung von der Inquisition verfolgt und bekämpft. Dieses führte dazu, anders als von den Verfolgern beabsichtigt, dass ihre Lehre in großen Teilen Europas, durch die Flucht und Vertreibung ihrer Lehrenden, verbreitet wurde und oft auch eine regionale Ausrichtung erfuhr. Über Italien nach Österreich, Schweiz bzw. von Frankreich über Deutschland auch nach Böhmen gekommen, bildete sich schließlich bis zum Ende des 14. Jahrhunderts dort eine größere Gruppe von Nachfahren der Armen von Lyon. In Prag, dem geistigen Zentrum Böhmens, entstand zu dieser Zeit gerade die reformatorische Bewegung der Hussiten.

Ob die Waldenser der hussitischen Bewegung den Boden bereitet haben, sie direkt, auch in dogmatischen Dingen, beeinflussten oder ob es gar zu einer umgekehrten Beeinflussung der jüngeren hussitischen Bewegung auf die Waldenser kam, wird schon jahrelang kontrovers in der Forschung diskutiert.

Diese Hausarbeit stellt kurz die Geschichte der Waldenser vor, um dann mögliche Zusammenhänge zwischen den Waldensern und den Hussiten zu beleuchten. Dabei soll die Frage im Vordergrund stehen, ob und in wieweit es zu einer Beeinflussung zwischen den beiden Gruppen kam oder kommen konnte. Hierbei möchte diese Arbeit auch den Möglichkeitsspielraum für eine Beeinflussung, sowohl im geographischen Sinne, als auch über direkte Kontakte einiger ihrer Protagonisten aufzeigen und so einen Übergang zu denkbaren Analogien in ihren jeweiligen dogmatischen Lehren aufzeigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ein Überblick über die Entstehungsgeschichte der Waldenser

3. Berührungspunkte

4. Die „Schwarze Rose“

5. Peter Payne

6. Jan Hus

7. Gemeinsamkeiten in dogmatischen Fragen?

8. Schlusswort

9. Anhang

9.1. Karten: Geographischer Vergleich zwischen Zentren der Waldenser und späteren Taboritenhochburgen in Böhmen

9.2. Personenregister

10. Quellen- und Literaturverzeichnis

10.1. Quellen

10.2. Literatur

10.3. Kartennachweis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Verbindung und den möglichen gegenseitigen Einfluss zwischen der Glaubensgemeinschaft der Waldenser und der hussitischen Reformbewegung in Böhmen. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, inwieweit waldensische Lehren und direkte Kontakte zwischen Protagonisten beider Gruppen die dogmatische Ausrichtung der Hussiten beeinflusst haben könnten.

  • Entstehungsgeschichte und Lehren der Waldenser
  • Geographische Berührungspunkte in Böhmen
  • Die Rolle des Hauses „Zur Schwarzen Rose“
  • Einfluss von Persönlichkeiten wie Peter Payne, Nikolaus von Dresden und Jan Hus
  • Vergleich der dogmatischen Ansätze, insbesondere beim Laienkelch

Auszug aus dem Buch

4. Die „Schwarze Rose“

Eine interessante Rolle in dem Spannungsgefüge zwischen Waldensern und Hussiten in der vorrevolutionären hussitischen Zeit spielt sicherlich die Gruppe der „Schwarzen Rose“ in Böhmen. Gegen Ende des Jahres 1411 wurden die beiden deutschen Waldensermeister Peter von Dresden und Friedrich Eppinge, die aus Dresden vertrieben wurden, von den böhmischen Universitätsmagistern aufgenommen und ihnen das Haus „Zur Schwarzen Rose“ zur Verfügung gestellt.

Hier unterstützte Eppinge Hus in seinem Kampf gegen das Verbot Wyclifs Schriften zu studieren und bezeichnete den Zustand der Kirchen als vom Antichrist beherrscht. Dennoch folgte er Wyclifs Schriften, insbesondere in Bezug auf die Prädestinationslehre nur bedingt. In letzter Konsequenz war Eppinge sicher kein Wyclift, sondern stand er den Waldensern immer noch näher. Auf Eppinges Tod 1412 folgte Nikolaus von Dresden, welcher ein Freund des Engländers Peter Payne, der sich zwischenzeitlich auch in Prag eingefunden hatte, wurde. Als Mitarbeiter Jakoubeks von Mies, nach Hus einer der wichtigsten Führer der hussitischen Bestrebungen an der Universität Prag, bekam Nikolaus von Dresden, möglicherweise ein Waldenser, nun direkten Einfluss auf die Hussiten, was sich auch in der Außendarstellung der Hussiten bald zeigte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der Waldenser und der Hussiten sowie die kontroverse Forschungsfrage nach wechselseitigen Beeinflussungen.

2. Ein Überblick über die Entstehungsgeschichte der Waldenser: Historische Herleitung der Waldenser, ihrer Verfolgung und ihrer grundlegenden dogmatischen Positionen.

3. Berührungspunkte: Darstellung der Präsenz von Waldensern im vorhussitischen Böhmen anhand von Inquisitionsakten und geographischen Indizien.

4. Die „Schwarze Rose“: Analyse der Rolle des Prager Hauses als Treffpunkt für deutsche Waldensermeister und deren intellektueller Einfluss auf hussitische Akteure.

5. Peter Payne: Untersuchung der Rolle des Engländers Payne als Bindeglied und Übersetzer, der waldensische Lehren in den hussitischen Kontext brachte.

6. Jan Hus: Erörterung der ambivalenten Beziehung von Jan Hus zur waldensischen Bewegung und seiner zunehmenden Akzeptanz für deren Ansichten.

7. Gemeinsamkeiten in dogmatischen Fragen?: Vergleich der Glaubensansätze beider Gruppen, wie Armut der Kirche, Freiheit des göttlichen Wortes und der Laienkelch.

8. Schlusswort: Fazit über die Präsenz der Waldenser in Böhmen und deren Rolle als ideologischer Nährboden für die hussitische Bewegung.

Schlüsselwörter

Waldenser, Hussiten, Böhmen, Inquisition, Mittelalter, Reformation, Laienkelch, Glaubensdogmen, Peter Payne, Jan Hus, Schwarze Rose, Kirchenreform, Ketzer, Böhmische Inquisition, Apostolische Nachfolge

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die historischen Verflechtungen und den möglichen Einfluss der Waldenser auf die Entstehung und Entwicklung der hussitischen Reformbewegung in Böhmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Geschichte der Waldenser, die Radikalisierung der Hussiten, den Austausch zwischen deutschen und tschechischen Glaubensanhängern sowie die dogmatische Übereinstimmung in verschiedenen religiösen Kernfragen.

Was ist die Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob und inwieweit die Waldenser die Hussiten dogmatisch beeinflusst haben oder ob es zu einem umgekehrten Einfluss der Hussiten auf die Waldenser kam.

Welche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung historischer Inquisitionsakten und einer dogmatischen Gegenüberstellung der Lehrmeinungen beider Gruppen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Kontaktpunkte wie das Haus "Zur Schwarzen Rose", das Wirken von Personen wie Peter Payne und Jan Hus sowie Gemeinsamkeiten in den Prager Artikeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Waldenser, Hussiten, Laienkelch, Ketzerverfolgung und den theologischen Diskurs im spätmittelalterlichen Böhmen bestimmt.

Was genau war die Rolle des Hauses "Zur Schwarzen Rose"?

Es fungierte in Prag als intellektuelles Zentrum und Kontaktstelle zwischen vertriebenen deutschen Waldensermeistern und der hussitischen Führungselite an der Universität.

Wie bewertet der Autor den Einfluss der Waldenser auf die Hussiten?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Waldenser zumindest den Boden für eine reformorientierte Bewegung bereiteten und führende Hussiten wie Payne und Jakoubek von Mies entscheidende Punkte der waldensischen Lehre in ihr eigenes Gedankengut integrierten.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Waldenser und ihr Einfluss auf die Hussiten
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Geschichte)
Veranstaltung
Proseminar: Einführung in die Mittelalterliche Geschichte: Die hussitische Revolution
Note
1,3
Autor
Frank Krause (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V285093
ISBN (eBook)
9783656853589
ISBN (Buch)
9783656853596
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Waldeneser Hussiten Jan Hus Die hussitische Revoltution Die Schwarze Rose Peter Payne
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Frank Krause (Autor:in), 2012, Die Waldenser und ihr Einfluss auf die Hussiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285093
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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