Wachstumsfinanzierung mit Hilfe eines Börsengangs


Hausarbeit, 2014

29 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsübersicht

Literatur III

Abkürzungsverzeichnis. VII

Abbildungsverzeichnis. VIII

I. Einführung. 1
1. Unternehmenskurzprofil 1
2. Problemstellung. 1

II. Finanzierungsmöglichkeiten. 1
1. Überblick. 1
2. Innenfinanzierung. 2
2.1 Umschichtung. 2
2.2 Finanzierung durch Abschreibungsgegenwerte. 2
2.3 Rückstellungsfinanzierung. 3
2.4 Selbstfinanzierung. 3
3. Außenfinanzierung. 4
3.1 Kreditfinanzierung. 4
3.2 Andere Finanzierungsmöglichkeiten. 4
4. Handlungsempfehlung. 4
5. Vor- und Nachteile eines Börsengangs. 4
6. Chancen und Gefahren eines Börsengangs. 5
7. Konstitutive Entscheidung. 5

III. Wahl der Rechtsform.. 6
1. Alternativen. 7
1.1 Aktiengesellschaft 7
1.2 Societas Europea. 7
1.3 Kommanditgesellschaft auf Aktien. 8
1.4 Andere Rechtsformen. 8
2. Handlungsempfehlung. 8
2.1 Vor- und Nachteile Aktiengesellschaft 8
2.2 Vor- und Nachteile einer SE. 8

IV. Umwandlung. 9
1. Ablauf 9
2. Änderungen durch Umwandlung. 10

V. Durchführung der Due Diligences. 10
1. Legal Due Diligence. 11
2. Tax Due Diligence. 12
3. Technical Due Diligence. 12
4. Financial Due Diligence. 13
5. Commercial Due Diligence. 13
6. Environmental Due Diligence. 13

VI. Börsengang. 14
1. Ablauf 14
1.1 Auswahl Börsenträger und Handelssegment 14
1.2 Initial Public Offering. 14
1.3 Erstellung Wertpapierprospekt 14
1.4 Investorengespräche. 15
1.5 Festlegung Börsenplatz. 15
2. Platzierung. 16
2.1 Marketing und Kommunikation. 16
2.2 Kapitalerhöhung. 16
2.3 Listing und Handel 17

VII. Veränderungen durch Börsengang. 17
1. Änderungen in der Gesellschaftsstruktur 17
2. Compliance. 18
3. Insiderüberwachung. 19
4. Ad-hoc-Publizitätspflicht 20
5. Risikomanagement 20

I. Einführung

1. Unternehmenskurzprofil

Ein Autozulieferer – mit Sitz in Würzburg – hat als Unternehmensgegenstand den Spezialmaschinenbau für die Investitionsgüterindustrie.[1] Der Großteil der Auftraggeber stammt aus der deutschen Automobilbranche. [2]

Das Stammkapital der Gesellschaft beträgt 25.000,00 Euro. Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Martin Joseph. [3]

Die Anteile am Stammkapital splitten sich wie folgt auf:
- Martin Joseph: 51,00 % des Stammkapitals;
- Birgit Joseph (Ehefrau): 25,00 % des Stammkapitals;
- Stephanie Joseph (Tochter): 24,00 % des Stammkapitals.

2. Problemstellung

Die Auftragslage hat sich sehr positiv entwickelt. Von daher plant das Unternehmen seine Expansion.

II. Finanzierungsmöglichkeiten

1. Überblick

Die Finanzierungsmöglichkeiten lassen sich systematisch in die Innenfinanzierung, die Außenfinanzierung und einige nicht zu thematisierende Mischformen einteilen.

In der Literatur erfolgt zum Teil eine Trennung nach internen und externen Finanzierungsquellen, obwohl diese nicht deckungsgleich ist mit der Eigen- und Fremdfinanzierung.[4] Hauptargument ist, dass auf diese Weise auch Finanzierungsmodelle berücksichtigt werden können, die nicht ausschließlich der Eigen- oder Fremdfinanzierung zugeordnet werden können. [5]

2. Innenfinanzierung

Bei einer Innenfinanzierung fließen dem Betrieb die Finanzmittel nicht über die Finanzierungsmärkte zu. [6] Vielmehr erwirtschaftet das Unternehmen selbst die zur Verfügung stehenden Mittel über seinen betrieblichen Umsatzprozess. Dem Zufluss liquider Mittel darf kein oder nur ein geringer Mittelabfluss gegenüber stehen. [7] Um das Innenfinanzierungsvolumen zu erkennen, ist die periodenbezogene Gegenüberstellung von Ein- und Auszahlungen erforderlich.[8]

2.1 Umschichtung

Bei der Durchführung einer Umschichtung beschafft sich das Unternehmen kein neues Kapital. Vielmehr besorgt es sich durch die außerplanmäßige Freisetzung von Vermögen liquide Mittel.[9]

Dies kann durch den Verkauf von nicht betriebsnotwendigem Anlagevermögen, wie Grundstücken geschehen, oder durch die Abtretung von Forderungen aus dem Umlaufvermögen.

Die zahlungswirksamen Einnahmen erhöhen den Kassenbestand und damit können notwendige Investitionen finanziert werden.

2.2 Finanzierung durch Abschreibungsgegenwerte

Die Abschreibung ist ein Werteverzehr von Vermögensgegenständen. Die jährlichen Abschreibungen sind nicht-zahlungsfähige Aufwendungen. Sobald die Nutzungsdauer des abgeschriebenen Gegenstandes abgelaufen ist, muss er refinanziert werden. Erst zu diesem Zeitpunkt fließen Zahlungsmittel. Der Kapazitätserweiterungseffekt wird auch Lohmann-Ruchti-Effekt genannt.[10] Im betrieblichen Rechnungswesen stellen die jährlichen Abschreibungsraten Kosten dar, welche in die Preiskalkulation von Produkten einbezogen und über den Verkaufspreis erwirtschaftet werden müssen. Hingegen ist es nicht zwingend erforderlich, die erwirtschafteten Abschreibungsgegenwerte bis zum Ende der Nutzungsdauer aufzusparen. Die Abschreibungsgegenwerte können zwischenzeitlich für die Finanzierung von anderen Investitionen eingesetzt werden.

2.3 Rückstellungsfinanzierung

Grundsätzlich werden Rückstellungen dem Fremdkapital zugerechnet. Rückstellungen werden gebildet, um spätere Verpflichtungen zu Pensionszahlungen erfüllen zu können. Folglich dürfen Rückstellungen erst zu einem späteren Zeitpunkt zur Auszahlung fällig werden. In der Zwischenzeit können die zur Bildung der Rückstellung erwirtschafteten Beträge für anderweitige Investitionen verwendet werden.

2.4 Selbstfinanzierung

Sofern alle Erträge des Unternehmens zu Einzahlungen und alle Aufwendungen zu Auszahlungen führen, können die liquiden Mittel theoretisch in voller Höhe an die Gesellschafter ausgeschüttet werden. Geschieht dies nicht oder nicht in vollem Umfang, ist der nicht ausgeschüttete Teil das periodenbezogene Finanzierungsvolumen und gilt als Selbstfinanzierung.[11]

Die Zuführung der einbehaltenen Gewinne in eine Gewinnrücklage stellt eine offene Selbstfinanzierung dar. Die Gewinnrücklage wird dann dem Eigenkapital des Unternehmens zugerechnet.

Alternativ gibt es die stille Selbstfinanzierung. In diesem Fall werden stille Reserven gebildet. Die Bewertungskriterien und Bilanzformen bieten den Unternehmen Spielräume beim bilanziellen Ansatz der Vermögensgegenstände. Stille Reserven entstehen, wenn Aktiva unterbewertet und Passiva überbewertet werden, weil die Vermögensgegenstände mit einem niedrigeren Wert bilanziert werden, als sie bei einem Verkauf einbringen würden. Bei einer Auflösung, wie einem Verkauf, fließen dem Unternehmen Geldmittel zu, welche in der Bilanz zunächst nicht erkennbar sind. So kann das Unternehmen über liquide Mittel verfügen, die es zur Finanzierung verwenden kann.

Bei vergleichbarer Konstellation erhöht sich sowohl bei der Selbstfinanzierung als auch bei der Finanzierung aus Rückstellungswerten der Zahlungsmittelbedarf.[12] Demnach steigt hierdurch das Eigenkapital und mit den Rückstellungen wird die Fremdkapitalbasis gestärkt.

3. Außenfinanzierung

Bei der Außenfinanzierung erhält das Unternehmen das Kapital entweder direkt von Einzelpersonen, Banken und anderen Institutionen oder über den Kapitalmarkt.[13]

3.1 Kreditfinanzierung

3.1.1 Kurzfristige Kreditfinanzierung

Liegt die vereinbarte Laufzeit eines Kredits unter vier Jahren handelt es sich um einen kurz- oder mittelfristigen Kredit. [14] Beispielhaft seien genannt der Lieferantenkredit, der Kontokorrentkredit, der Lombardkredit oder ein Avalkredit.

3.1.2 Langfristige Kreditfinanzierung

Langfristige Kredite bedeuten für den Kreditnehmer üblicherweise eine Gesamtlaufzeit von über vier Jahren. [15]

Kreditfinanzierungen bedeuten eine Schwächung des Eigenkapitals und eine Abhängigkeit von den Bankinstituten.

3.2 Andere Finanzierungsmöglichkeiten

Mögliche Finanzierungsmethoden wie Privat Equity, Venture Capital und die Subventionsfinanzierung sind nicht relevant.

4. Handlungsempfehlung

Angesichts dessen, dass das Unternehmen sein Eigenkapital stärken möchte, ist eine Außenfinanzierung in Form des Börsengangs anzuraten. Eine Innenfinanzierung würde das Eigenkapital verringern.

5. Vor- und Nachteile eines Börsengangs

Die Vorteile eines Börsengangs lassen sich in Einklang mit den Motiven für einen Börsengang bringen. [16] Hauptsächlich geht es den Börsenkandidaten um die Steigerung des Wachstums, die Verbesserung der Wettbewerbsposition, den Vorstoß in neue Geschäftsfelder und eben – wie vorliegend angestrebt – die Sicherung des Umsatzwachstums. Eine Umfrage des DAI brachte zu Tage, dass im Schnitt ein Unternehmen durch den Börsengang seinen Umsatz von bis zu 10 % innerhalb zwei Jahre steigern kann. Mittels eines Börsengangs kann ein Unternehmen sein Eigenkapital stärken und ist weniger abhängig von Entscheidungen der Banken zur Kreditvergabe. Gleichzeitig verbessert es wiederum sein Rating bei Verhandlungen mit Finanzinstituten. Börsennotierte Unternehmen besitzen außerdem für hochqualifiziertes Personal eine größere Anziehungskraft.[17]

Als Nachteil betrachten viele Unternehmen den Zwang zur größeren Transparenz in die Geschäftspolitik und damit zusammenhängend die Analysierbarkeit durch Wettbewerber. Diese Pflichten mindern aber nicht die Vorteile eines Börsengangs.

6. Chancen und Gefahren eines Börsengangs

Minuspunkt des Börsengangs ist die stärkere Abhängigkeit der Konjunktur in der Branche. Gleichzeitig erhalten Wettbewerber und Kunden Einblicke in die Geschäftspolitik und die bilanziellen Ergebnisse.

Andererseits bietet die Börsennotierung eine größere Präsenz am Markt. Dadurch bieten sich dem Unternehmen umfangreichere Akquisemöglichkeiten und ein Wachstum.

7. Konstitutive Entscheidung

Um eine optimale Entscheidung zu treffen, müssen die Vor- und Nachteile eines Börsengangs gegeneinander abgewogen werden. Als Entscheidungsmodell bietet die Nutzwertanalyse die beste Grundlage. Bei ihr können verschiedene Zielsetzungen berücksichtigt werden und die Präferenzen können einfließen. Erforderlich ist, dass mindestens zwei Alternativen und mehrere Zielsetzungen zur Verfügung stehen.

Nachdem die Sicherung des Wachstums für das Unternehmen besondere Bedeutung besitzt, wird das Ziel der Kapitalbeschaffung im Verhältnis zu den drei anderen Zielen doppelt gewichtet.

Die in der Zielertragsmatrix (Abb. 1) dargestellten Ergebnisse werden in Nutzenwerte übertragen, anhand derer die Nutzenmatrix (Abb. 2) entsteht. Hierdurch kann der optimale Nutzenwert ermittelt werden, der abschließend zu den Werten in der Entscheidungsmatrix (Abb. 3) führt.


[1] Würzburg wird als Unternehmenssitz angenommen, damit dieser Umstand an einigen Stellen dieses Gutachtens konkret verwendet werden kann.

[2] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit für Firmen, Geschäftsführer, Mitarbeiter etc. ausschließlich die männliche Form verwandt. Diese schließt die weibliche Form mit ein.

[3] Zur Veranschaulichung erhalten die Geschäftsführer und Gesellschafter fiktive Namen, ohne dass ein direkter Bezug auf etwaige tatsächliche Gegebenheiten besteht.

[4] Schierenbeck/Wöhle, Kap. 6, Pkt. 6.3.1.1.

[5] Schierenbeck/Wöhle, Kap. 6, Pkt. 6.3.1.1.

[6] Wöhe, S. 592.

[7] Wöhe, S. 592.

[8] Wöhe, S. 592.

[9] Schierenbeck/Wöhle, Kap. 6, Pkt. 6.3.1.6

[10] Schierenbeck/Wöhle, Kap. 6, Pkt. 6.3.1.6

[11] Thommen/Achleitner, S. 619

[12] Wöhe, S. 592.

[13] Thommen/Achleitner, S. 556

[14] Schierenbeck/Wöhle, Kap. 6, Pkt. 6.3.1.3

[15] Schierenbeck/Wöhle, Kap. 6, Pkt. 6.3.1.3

[16] Löhr, S. 21.

[17] Löhr, S. 22.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Wachstumsfinanzierung mit Hilfe eines Börsengangs
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg  (Law School)
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
29
Katalognummer
V285182
ISBN (eBook)
9783656855255
ISBN (Buch)
9783656855262
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
wachstumsfinanzierung, hilfe, börsengangs
Arbeit zitieren
Holger Sauer (Autor), 2014, Wachstumsfinanzierung mit Hilfe eines Börsengangs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/285182

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